– Der Streik bei Lufthansa und Tochtergesellschaften verläuft mit hoher Beteiligung wirkungsvoller als erwartet.
– Bis 11 Uhr fielen über 75 Prozent der Kurzstrecken- und mehr als 70 Prozent der Langstreckenflüge aus.
– Der Streik läuft weiter, da der Arbeitgeber bis zu diesem Zeitpunkt kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hat.
Pilotenstreik bei Lufthansa startet mit größerer Wirkung als erwartet
Der Pilotenstreik bei Lufthansa CityLine, Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo hat begonnen und entfaltet nach Darstellung der Vereinigung Cockpit mehr Wirkung als zunächst erwartet. Die Gewerkschaft spricht von einer starken Beteiligung und wertet den Auftakt des Ausstands als Zeichen für den Zusammenhalt innerhalb der Pilotenschaft.
Bis 11 Uhr seien über 75 Prozent der bestreikten Kurzstreckenflüge und mehr als 70 Prozent der Langstreckenflüge ausgefallen, teilte die Vereinigung Cockpit mit. Von den Flügen, die dennoch stattfanden, wurden demnach etwa 30 Prozent von Subunternehmen übernommen. „Wir danken den Kolleginnen und Kollegen von Lufthansa, Lufthansa Cargo und CityLine für ihre Unterstützung“, sagt Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit. Weiter erklärte er: „Damit verläuft der erste Streiktag besser als erwartet und liegt deutlich über unserer Prognose“, so Pinheiro.
Nach Angaben der Gewerkschaft lag bis 11 Uhr zudem kein neues Angebot des Arbeitgebers vor. Der Streik laufe deshalb wie geplant weiter. Zugleich hält die Vereinigung Cockpit die Tür für neue Gespräche offen. „Wir sind jederzeit gesprächsbereit, wenn der Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegt“, so Pinheiro weiter.
Für Reisende besonders wichtig ist eine Ausnahme: Rückflüge aus dem Nahen Osten sind laut Gewerkschaft nicht von dem Streik betroffen. Nach Darstellung der Vereinigung Cockpit bleibt wegen des Ausstands kein Passagier in einem Krisengebiet zurück.
Wie stark der Ausstand den Flugbetrieb trifft
Die von der Gewerkschaft genannten Ausfallquoten zeigen bereits in den ersten Stunden erhebliche Folgen für den Flugbetrieb. Für die praktische Dimension des Arbeitskampfes spricht auch, dass beim 48-Stunden-Streik nach Berichten von ZDFheute rund 300 Flüge ausfallen sollen. Diese Zahl beschreibt eine erwartete Größenordnung des Ausstands, nicht die bereits eingetretene Endbilanz.
Besonders stark konzentrieren sich die Auswirkungen nach Informationen des ADAC auf die Drehkreuze Frankfurt und München. Gerade dort dürften die Folgen für den Reiseverkehr besonders sichtbar werden, weil beide Flughäfen zentrale Knotenpunkte im Lufthansa-Netz sind.
Zur Einordnung der betroffenen Belegschaft gehört auch die Größenordnung bei Lufthansa CityLine: Nach Angaben des ADAC beschäftigt die Airline rund 500 Piloten. Daraus lässt sich zwar keine Beteiligungsquote ableiten, es verdeutlicht aber, dass der Ausstand eine relevante Gruppe im Flugbetrieb betrifft.
Was Reisende jetzt wissen müssen
Für Passagiere steht vor allem die Frage im Vordergrund, wie sich die Auswirkungen abfedern lassen. Lufthansa kritisiert den Pilotenstreik laut einem Bericht der WirtschaftsWoche scharf und arbeitet an einem Ersatzflugplan, um die Folgen für Reisende zu mildern.
Für innerdeutsche Verbindungen gibt es nach einem Bericht des Handelsblatts in Teilen eine praktische Alternative: Tickets können in Fahrkarten der Deutschen Bahn umgewandelt werden. Das ist vor allem für Reisende relevant, die kurzfristig auf andere Verkehrsmittel ausweichen müssen.
Ausgenommen bleiben nach Berichten des Handelsblatts Flüge in Richtung Naher Osten, etwa wegen der aktuellen Sicherheitslage. Das deckt sich mit der Mitteilung der Vereinigung Cockpit, wonach Rückflüge aus der Region nicht bestreikt werden. Für Betroffene ist das die wichtigste Entwarnung in einer ohnehin angespannten Situation.
Zwischen Druck auf Lufthansa und Kritik am Ausstand
Der Konflikt zeigt damit zwei Seiten gleichzeitig. Aus Sicht der Vereinigung Cockpit ist der Streik schon am ersten Tag ein Erfolg, weil er stärker wirkt als erwartet und die Verhandlungsmacht der Beschäftigten sichtbar macht. Hohe Ausfälle und eine starke Beteiligung sind in einem Arbeitskampf das zentrale Druckmittel.
Aus Unternehmenssicht steht dagegen die Belastung für Passagiere und den laufenden Betrieb im Mittelpunkt. Dass Lufthansa den Ausstand laut WirtschaftsWoche scharf kritisiert und zugleich einen Ersatzflugplan vorbereitet, unterstreicht diese Gegenposition.
Zwischen beiden Perspektiven liegt die eigentliche Konfliktlinie: Die Gewerkschaft will mit dem Arbeitskampf Druck aufbauen, während das Unternehmen die Folgen für den Flugverkehr begrenzen will. Für Reisende bedeutet das vor allem Unsicherheit bei Verbindungen über die großen Drehkreuze und die Abhängigkeit davon, wie stabil Ersatzangebote tatsächlich greifen.
Wie es nun weitergeht
Der aktuelle Stand bleibt vorerst klar: Bis 11 Uhr lag nach Angaben der Vereinigung Cockpit kein Angebot des Arbeitgebers vor, deshalb läuft der Streik weiter wie geplant. Gleichzeitig signalisiert die Gewerkschaft weiterhin Gesprächsbereitschaft, falls ein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt werden sollte.
Damit ist der Ausgang des Konflikts offen. In den kommenden Stunden und Tagen wird vor allem darauf zu achten sein, ob es ein neues Angebot gibt, wie stark die Ausfälle an den Drehkreuzen Frankfurt und München bleiben und ob der von Lufthansa vorbereitete Ersatzflugplan die Folgen für Passagiere spürbar abmildern kann.
Die vorliegenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung der Vereinigung Cockpit.
Weiterführende Quellen:
- „Rund 300 Flüge sollen beim 48-Stunden-Streik ausfallen, was die Intensität des Arbeitskampfes widerspiegelt.“ – Quelle: https://www.zdfheute.de/wirtschaft/flugzeug-streik-gewerkschaft-cockpit-100.html
- „Lufthansa CityLine beschäftigt rund 500 Piloten, was die Größenordnung der bestreikten Belegschaft verdeutlicht.“ – Quelle: https://www.adac.de/news/reise-neuer-streik-lufthansa/
- „Die Streikausfälle konzentrieren sich hauptsächlich auf die Drehkreuzflughäfen München und Frankfurt.“ – Quelle: https://www.adac.de/news/reise-neuer-streik-lufthansa/
- „Flüge in Richtung Naher Osten (z. B. Oman, Ägypten) sind wegen der aktuellen Sicherheitslage ausgenommen.“ – Quelle: https://www.handelsblatt.com/dpa/bei-lufthansa-piloten-streik-welche-rechte-flugreisende-haben/100207531.html
- „Lufthansa kritisiert den Pilotenstreik scharf und plant einen Ersatzflugplan, um die Folgen für Passagiere zu mildern.“ – Quelle: https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/bei-lufthansa-piloten-streik-welche-rechte-flugreisende-haben/100207528.html
- „Bei innerdeutschen Flügen können Tickets in Deutsche-Bahn-Fahrkarten umgewandelt werden, um Passagiere zu unterstützen.“ – Quelle: https://www.handelsblatt.com/dpa/bei-lufthansa-piloten-streik-welche-rechte-flugreisende-haben/100207531.html
9 Kommentare
Neutral bemerkt: Die Gewerkschaft sagt streik läuft besser als prognose, das zeigt zusammenhalt, das ist wichtig. Auf der anderen seite fluggäste brauchen Hilfe, daher finde ich die info zu Ersatzflugplan und Bahn Umtausch hilfreich. Kann jmd verlinken zu praktischen schritten auf der Seite /service/reiseinfos oder /politik/streik-lufthansa damit man weiss was tun?
Ich find das neutral zu betrachen: Streik ist Mittel, aber Passagiere leiden. Wäre gut wenn mehr klare anleitung auf der webseite von Airline ist, zB Schritt fuer schritt wie man Ticket in Bahn fahrkarte tauscht (/reisen/deutsche-bahn-umtausch). Weiss jemand ob Kinder, Senioren extra geregelt sind, das wär wichtig fuer viele.
Gute frage, ich hab gelesen manche Fälle sind ausgenommen aber das war unsicher formuliert. Vielleicht sollte Redaktion ein FAQ posten mit klare regeln und Links zu ADAC und Handelsblatt (/politik/streik-lufthansa, /service/faq). Wer hat schon Erfahrung mit Umbuchung in so einem Fall?
Neutral gesehn, versteh beide seiten: Piloten wollen druck, Firma will flugbetrieb sichern. Aber ich find die info über Rückflüge Naher Osten beruhigend, doch für normale Passagiere bleibt unsicherheit. Die ADAC zahlen und ZDF artikel helfen, mehr context zu kriegen (/politik/streik-lufthansa, /service/reiseinfos). Was meint ihr, reicht das als entschädigung?
Gute Punkte, jedoch glaube ich nicht dass ersatzplan genügend ist, weil Subunternehmen nur 30 Prozent übernehmen können, das reicht nicht. Kann jemand sagen ob Hotels oder Umbuchung kosten übernommen wird? Mehr praktische tips auf /service/reiseinfos wären nützlich, oder gibts das schon?
Ich frag mich ob Kurzstrecke oder Langstrecke schlimmer trifft — die zahlen sind ja für beides hoch. Die bahn umtausch Idee ist ok für innerdeutsch, aber was mit Anschlussflüge und Gepäck? Braucht man extra ticket oder geht das automatisch über Lufthansa Seite /service/ersatzflugplan ?
Die meldung sagt 300 Flüge sollen ausfallen, das macht sorge, vorallem für die leute die geschäftlich müssen. Mich interessiert ob Cargo auch grosse problem hat, und ob es ersatz flugplan wirklick klappt. Link zu weiter info /politik/streik-lufthansa finde ich wichtig, kann wer konkreter sagen wie Bahn umtausch abläuft?
Das mit dem Piloten streik bei Lutfhanza wirkt stark, aber ich versteh nicht alles. Die zahlen mit 75 Prozent Ausfall klingt schlimm, und Frankfurt und Münchn sind gross problem. Danke für den Hinweis auf Ersatzflugplan und Bahn umtausch (/service/ersatzflugplan, /reisen/deutsche-bahn-umtausch). Wie lange dauert das den noch, weis das jemand?
Ich seh das auch so, aber ich bin nicht so fit in die juristik und tarif zeug. Hoff das die Gewerkschaft und Lufthanse bald reden und ein Angebot machen, sonst bleibt Chaos an den Drehkreuze. Frage: Gibt es mehr info auf /politik/streik-lufthansa oder nur Pressemitteilungen?