– Die Pilotengewerkschaft VC ruft für den 12. Februar 2026 zu einem eintägigen Streik bei Lufthansa und Lufthansa Cargo auf.
– Grund ist die gescheiterte Einigung über die betriebliche Altersversorgung der Piloten.
– Der Streik betrifft alle Flüge, die an diesem Tag von deutschen Flughäfen starten.
Vereinigung Cockpit kündigt eintägigen Streik bei Lufthansa und Lufthansa Cargo an
Die Vereinigung Cockpit (VC) ruft die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa (LHA) sowie der Lufthansa Cargo (LCAG) für den 12. Februar 2026 zu einem eintägigen Arbeitskampf auf. Der Streik betrifft alle Flüge, die von deutschen Flughäfen im Zeitraum von 00:01 Uhr bis 23:59 Uhr Ortszeit starten.*
Hintergrund sind langjährige, ergebnislose Verhandlungen über die betriebliche Altersversorgung der Pilotinnen und Piloten. Bis 2017 erhielten sie eine klassische Betriebsrente mit garantierten Auszahlungen. Das Arbeitgeberunternehmen hat diese im Zuge einer Umstellung auf ein kapitalmarktfinanziertes Modell geändert, das das frühere Versorgungsniveau deutlich verfehlt.* Angesichts der Bedeutung der betrieblichen Altersversorgung für die Altersabsicherung der Pilotinnen und Piloten, die mindestens ebenso wichtig ist wie die gesetzliche Rente, begann die VC Verhandlungen mit dem Arbeitgeber.*
Lesenswert ist außerdem Streik bei Lufthansa: Piloten der gesamten Gruppe streiken für bessere Betriebsrente.
Die Verhandlungsrunde umfasste bisher sieben Treffen, doch alle blieben ohne Ergebnis.* Die Pilotengewerkschaft bemängelt, dass zu keinem Zeitpunkt ein Angebot seitens der Arbeitgeberseite vorlag, das die Anliegen der VC aufgreift. „Wir hätten eine Eskalation sehr gerne vermieden,“ betont VC-Präsident Andreas Pinheiro. „Wir waren jederzeit gesprächsbereit und haben mehrfach versucht, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen. Dass es nun dennoch zu diesem Streik kommt, liegt in der Verantwortung des Arbeitgebers.“
Auch ein letztes Angebot zur Verlängerung des Tarifvertrags für die Altersversorgung, verbunden mit möglichen Anpassungen der Anlagestrategie, blieb vom Management unbeachtet, erklärt Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission (GTK). „Das Management hat diese Frist verstreichen lassen,“ kritisiert Karstens. „Das zeigt, dass derzeit keinerlei Verhandlungsbereitschaft besteht.“
Die Gewerkschaft betont die Verantwortung, die sie angesichts der potenziellen Auswirkungen auf Passagiere übernimmt. „Streiks sind niemals Selbstzweck und werden von uns nicht leichtfertig eingesetzt,“ sagt Pinheiro. Nach der Urabstimmung hatten die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa mehrere Monate Zeit erhalten, um eine Einigung zu erzielen, die erneut vom Arbeitgeber nicht genutzt wurde, so die VC.
Das Ziel der Vereinigung Cockpit bleibt ein zukunftssicherer Tarifvertrag, der sowohl den aktuellen als auch den neu eingestellten Pilotinnen und Piloten Verlässlichkeit und Sicherheit bietet, erläutert Arne Karstens. Er fordert die Arbeitgeber auf, Verantwortung zu übernehmen und ein Angebot vorzulegen. „Jetzt ist der Arbeitgeber am Zug,“ so Karstens abschließend.
Der Streik ist eine Reaktion auf die vergeblich geführten Verhandlungen, in denen die Pilotinnen und Piloten die Rückkehr zu einer betrieblichen Altersversorgung fordern. Insgesamt sieben Verhandlungsrunden wurden bisher geführt, doch die trotz mehrfacher Versuche fehlende Einigung macht die Ankündigung des Streiks unumgänglich. Die Gesellschaft wird die Auswirkungen des Arbeitskampfes beobachten, während die VC ihre Mitglieder sowie die Öffentlichkeit für den 11. Februar 2026 um 11:00 Uhr in einem Videostatement informieren wird.
Hintergrund: Die Umstellung der Betriebsrente 2017 und die zähen Verhandlungen ab 2025
Die betriebliche Altersversorgung gehört für Pilotinnen und Piloten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo zu den wichtigen Bestandteilen ihrer Altersabsicherung.
Was änderte sich 2017?
Bis 2017 war die betriebliche Altersversorgung in einem festen Rahmen geregelt. Danach erfolgte eine Umstellung auf ein kapitalmarktfinanziertes Modell. Diese Reform zielte auf eine Anpassung und stärkere Steuerung der Versorgung durch kapitalmarktbasierte Anlagestrategien, die zugleich Schwankungen bergen kann.*
Warum eskalierten die Verhandlungen ab 2025?
Im Mai 2025 begann die Vereinigung Cockpit (VC), die Interessenvertretung der Fluglotsen und Pilotinnen, mit den Tarifverhandlungen für eine zukunftssichere betriebliche Altersversorgung.* Bereits in den ersten Verhandlungsrunden zeigte sich jedoch, dass die Arbeitgeberseite kaum Verhandlungsbereitschaft zeigte und kein Angebot vorlegte, das den urabgestimmten Forderungen entsprach. Trotz mehrfacher Gesprächsversuche und eines letzten Vermittlungsangebots der VC, das die Befristung des Tarifvertrags bis Ende 2026 vorsah, blieb die Arbeitgeberseite passiv. Mit insgesamt sieben Verhandlungsrunden, bis zum Stand 10. Februar 2026, konnte keine Einigung erzielt werden.
Als Konsequenz kündigte die VC im Februar 2026 einen eintägigen Streik für den 12. Februar an, um die Forderungen nach einer verbesserten Altersvorsorge zu unterstreichen.*
Zeitliche Einordnung und aktuelle Perspektiven
Der Konflikt lässt sich in eine klare Chronologie einordnen: 2017 markierte die Umgestaltung der Betriebsrente. Seit Mai 2025 laufen die Verhandlungen, die bislang – trotz mehrerer Runden – keinen zufriedenstellenden Abschluss fanden. Damit bleibt die betriebliche Altersversorgung für viele Pilotinnen und Piloten ein zentrales, ungelöstes Thema.
Externe Einschätzungen und Kontraste
Mediale Einschätzungen begleiten die jüngste Entwicklung differenziert.* Sie verweisen darauf, dass das Unternehmen unter Schlagwörtern wie „Produktivität“ und „Flexibilität“ tarifliche Änderungen plant, um das Wachstum in günstigeren Tochterunternehmen zu fördern.* Diese Perspektiven verdeutlichen, dass die Konflikte um die betriebliche Altersversorgung nur einen Teil eines umfassenderen Kostendrucks und Umstrukturierungsprozesses in der Lufthansa-Gruppe markieren.
Auswirkungen eines eintägigen Streiks auf Passagiere und den Alltag
Ein flugbetriebsweiter Streik bei Lufthansa und Lufthansa Cargo kann für Reisende und Flughäfen Folgen haben.*
Betroffene Passagiere erleben Herausforderungen, etwa bei der Umbuchung oder Rückerstattung.*
Zudem beeinflusst ein Streik den Flughafensbetrieb, was zu längeren Wartezeiten und organisatorischem Mehraufwand führen kann.*
Für Passagiere bedeutet dies, dass Flüge kurzfristig abgesagt werden. Reisepläne, Termine oder private Verpflichtungen können dadurch beeinträchtigt werden.*
Es kann vorkommen, dass Reisende am Flughafen keine Alternativen vorfinden, was zusätzlichen Stress verursacht.*
Die Situation verschärft sich, wenn keine schnelle Reaktion der Airline auf Umbuchungswünsche erfolgt oder wenn notwendige Informationen nur schwer zugänglich sind.*
In solchen Fällen empfiehlt es sich, die persönlichen Reisebedingungen genau zu prüfen.*
Das betrifft vor allem die Tarifbestimmungen und Umbuchungsoptionen der Airline, um spontane Veränderungen zu bewältigen.*
Außerdem sollte die aktuelle Reiseversicherung geprüft werden, da sie bei Flugstornierungen oder -verschiebungen finanziellen Schutz bieten kann.*
Die Fluggesellschaften informieren in der Regel frühzeitig über Störungen – eine wichtige Info für eine schnelle Reaktion.*
Betroffene sollten zudem regelmäßig ihre Kontaktkanäle prüfen, um keine Updates zu verpassen.*
Hier eine kurze Übersicht mit Handlungstipps für Passagiere:
- Tarifbedingungen prüfen, um die eigenen Rechte bei Umbuchungen oder Stornierungen zu kennen
- Umbuchungs- oder Stornierungsinformationen der Airline rechtzeitig einholen
- Die eigene Reiseversicherung auf mögliche Ansprüche überprüfen
Dieses Vorgehen kann helfen, die Unannehmlichkeiten eines Streiks zu minimieren und den Reiseablauf zu steuern.*
Obwohl Streiks immer wieder für Verunsicherung sorgen, ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und die vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen.*
Den aktuellen Entwicklungen rund um den Streik sowie möglichen Folgeplanungen folgt man am besten regelmäßig in den Medien oder direkt bei den Fluggesellschaften.*
Die Auswirkungen eines Streiks sind belastend, lassen sich jedoch durch Vorbereitung in vielen Fällen abfedern.*
Zukunftsperspektiven nach dem Lufthansa-Streik: Szenarien für Verhandlungsprozesse und politische Signale
Nach dem Streik bei Lufthansa und Lufthansa Cargo, welcher das Ergebnis langwieriger Verhandlungen um die betriebliche Altersversorgung widerspiegelt, ist die Situation noch offen für weitere Entwicklungen. Für die kommenden Monate zeichnen sich verschiedene mögliche Szenarien ab, die maßgeblich vom Verhalten der Arbeitgeberseite sowie von den Reaktionen der Politik beeinflusst werden. Dabei bleibt die zentrale Herausforderung, eine einvernehmliche Lösung zu finden, um weitere Eskalationen zu vermeiden.
Ein erstes Szenario sieht die Aufnahme erneuter Verhandlungsrunden vor. Ein weiteres Szenario ist die Vermittlung durch eine neutrale Instanz, die versucht, beide Seiten aufeinander zuzubewegen. Solch eine Moderation könnte auf Druck seitens der Politik oder branchenübergreifender Schlichtungsstellen erfolgen, um den Konflikt ohne weitere Streikhandlungen zu entschärfen.
Schwächt sich die Bereitschaft der Arbeitgeber, auf die Forderungen der Gewerkschaft einzugehen, weiter ab, könnte eine Eskalation drohen. Hierbei würde der Streik nur eine erste Maßnahme sein, gefolgt von möglichen weiteren Arbeitskampfmaßnahmen oder sogar rechtlichen Schritten. Die Verantwortung, hier eine Eskalation zu verhindern, liegt zunehmend bei den Verhandlungspartnern, die durch signalsierende Maßnahmen auf politischer Ebene unterstützt werden könnten. Die Politik signalisiert in diesem Zusammenhang die Bereitschaft, das Thema der Altersversorgung in der Luftfahrtbranche auf die Agenda zu setzen und etwaige Interventionen zu prüfen, um die Fahrzeug- und Arbeitsmarktstabilität zu sichern.
Wie die Branche insgesamt auf die Situation reagiert, bleibt abzuwarten. Die Luftverkehrsverbände sowie die betroffene Airline Lufthansa müssen eine Balance finden zwischen betrieblicher Stabilität und der fairen Berücksichtigung der Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Für Passagiere bedeutet dies, dass auch in den kommenden Wochen mit Unwägbarkeiten gerechnet werden muss, wobei die Verhandlungen eine entscheidende Rolle bei der zukünftigen Gestaltung des Flugbetriebs spielen werden.
Da die Gewerkschaft VC bereits ihre Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme in der Kommunikation betont hat, bleibt abzuwarten, wie sich die nächsten Schritte konkret gestalten. Die Stellungnahme der Lufthansa sowie konkrete Vorschläge zu Verhandlungs- oder Schlichtungsergebnissen sind bisher noch offen. Das Ziel aller Beteiligten ist jedoch klar: Ein Tarifvertrag, der sowohl Sicherheit bietet als auch die Interessen der aktuellen und zukünftigen Pilotinnen und Piloten berücksichtigt, soll möglichst erreicht werden.
Die nachfolgenden Informationen und Zitate basieren auf einer Pressemitteilung der Vereinigung Cockpit.
Weiterführende Quellen:
- „Lufthansa-Piloten zählen zu den am besten bezahlten Berufsgruppen im Konzern mit üppigen Renten, die mit privater Vorsorge den Lebensstandard sichern sollten (Stand: 10. Februar 2026).“ – Quelle: https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/lufthansa-hinter-dem-pilotenstreik-steckt-eine-brandgefaehrliche-strategie/100199258.html
- „Lufthansa plant unter ‚Produktivität‘ und ‚Flexibilität‘ tarifliche Verschlechterungen, um Wachstum in kostengünstigeren Töchtern wie Lufthansa City Airlines und Discover zu ermöglichen (Stand: 10. Februar 2026).“ – Quelle: https://www.stern.de/wirtschaft/news/piloten-und-flugbegleiter–crews-der-lufthansa-gehen-am-donnerstag-in-den-streik-37125104.html
Update: Warum das Thema wichtig bleibt
Die betriebliche Altersversorgung ist hier mehr als ein Randthema am Verhandlungstisch: Der Konflikt dreht sich um die Frage, ob das bisherige Versorgungsniveau nach der Umstellung auf ein kapitalmarktfinanziertes Modell verlässlich bleibt. Für Pilotinnen und Piloten ist das laut Beitrag mindestens ebenso bedeutend wie die gesetzliche Rente.
Für die betroffenen Beschäftigten zeigt sich damit, wie zentral ein Tarifvertrag für langfristige Planungssicherheit ist. Für Passagiere und den Luftverkehr insgesamt bleibt außerdem entscheidend, wie schnell zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft wieder Bewegung entsteht—denn der Streik betrifft alle Flüge mit Start von deutschen Flughäfen an diesem Tag und kann den Alltag spürbar stören.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Kann der Streik alle Abflüge betreffen?
Ja. Er betrifft laut Beitrag alle Flüge, die von deutschen Flughäfen im genannten Zeitraum starten.
Worauf sollten Passagiere bei Störungen besonders achten?
Prüfen Sie die Tarifbedingungen sowie Umbuchungs- und Stornierungsoptionen der Airline und behalten Sie die Infos der Fluggesellschaft im Blick.
Wie kann man mögliche finanzielle Folgen abfedern?
Eine Reiseversicherung kann bei Flugstornierungen oder -verschiebungen Schutz bieten. Es lohnt sich, sie anhand der eigenen Reisebedingungen zu prüfen.
Wo findet man Unterstützung, wenn Umbuchungen unklar sind?
Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.