Frank Mastiaux

Frank Mastiaux 2020

Frank Mastiaux (* 1964 in Essen) ist ein deutscher Manager.

Leben

Studium

Mastiaux studierte an der Universität Bochum Chemie und promovierte 1993 anschließend im Fach Chemie an der Universität Duisburg-Essen.[1]

Beruflicher Werdegang

Mastiaux begann seine berufliche Laufbahn 1993 in der Öl- und Gasindustrie bei der Veba Oel AG, der Aral AG sowie dem internationalen Energieunternehmen BP in verschiedenen Management-Positionen in Deutschland, Großbritannien und den USA.

Ab 2007 baute er beim E.ON-Konzern das Geschäft der Erneuerbaren Energien auf. Ab 2010 forcierte er die Internationalisierung dieses Konzerns mit Projekten in Schwellenländern mit starkem Wirtschaftswachstum.[2]

Vorstandsvorsitzender EnBW Energie Baden-Württemberg

Am 30. März 2012 gab die EnBW Energie Baden-Württemberg bekannt, dass Mastiaux zum 1. Oktober 2012 das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernehmen würde.[2]

Mastiaux wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 2012 zunächst für die Dauer von fünf Jahren zum Mitglied des Vorstands und zu dessen Vorsitzendem bestellt. Der Vertrag wurde Ende 2016 um weitere fünf Jahre bis zum 30. September 2022 verlängert.

Mastiaux kündigte 2012 infolge des Atomausstiegs und der Energiewende eine grundlegende Neuausrichtung des Konzerns hin zu einem Infrastrukturanbieter an:[3] Bis 2020 sollte der Anteil erneuerbarer Energien am EnBW-Energiemix auf 40 Prozent erweitert sowie das Netz- und Vertriebsgeschäft gestärkt werden. Die Ziele wurden 2019 erreicht.[4] Bis 2025 soll der Anteil erneuerbarer Energieträger am EnBW-Energiemix auf 50 Prozent erhöht werden. Mastiaux möchte Unternehmensentscheidungen eng an Aspekten der Nachhaltigkeit orientieren, damit die EnBW bis 2035 klimaneutral wird.[5]

2019 wurde durch den Erwerb des Breitbandunternehmens Plusnet 2019 unter Mastiaux' Leitung das Telekommunikationsgeschäft der EnBW ausgebaut.[6] Ein weiterer Schwerpunkt der Neuausrichtung ist die Förderung der Elektromobilität. Die EnBW betreibt mittlerweile das größte Schnellladenetz in Deutschland.[7]

Mastiaux wurde 2020 zum „Energiemanager des Jahres“ der Fachzeitschrift „Energie & Management“, der Kanzlei Becker Büttner Held sowie des Beratungsunternehmens K.Group GmbH gewählt.[8]

Am 25. Juni 2021 hat Frank Mastiaux bekanntgegeben, dass er nach Auslaufen seines Vertrags Ende September 2022 keine weitere Amtszeit als Vorstandsvorsitzender bei der EnBW anstrebt.[9]

Positionierung

Konzernumstrukturierung der EnBW

Unter Mastiaux wurde die EnBW Energie Baden-Württemberg neu ausgerichtet.[10] Ausschlaggebend für die neue Strategie waren vor allem die Energiewende und der von der Bundesregierung beschlossene Ausstieg aus der Kernkraft bis 2022.[11] Im Zuge der Neuausrichtung wurde das Portfolio des Energieunternehmens umgebaut und stärker in erneuerbare Energien investiert. 2020 übertraf die EnBW das gesetzte Ziel und erwirtschaftete ein operatives Ergebnis von 2,8 Millionen Euro.[12] Zur Neuausrichtung gehört auch eine strategische Weiterentwicklung des Unternehmens, beispielsweise im Bereich Infrastruktur, das unter anderem den Breitbandausbau, Elektromobilität und die Entwicklung von Wohnquartieren beinhaltet. Im Zusammenhang mit der Quartiersentwicklung arbeitet die EnBW unter anderem mit Stadtplanern, Architekten, Ingenieuren und externen Energieexperten zusammen.[13] Der neue strategische Horizont von Mastiaux sieht nun vor, die EnBW bis 2025 über den Energiesektor hinaus als nachhaltigen Infrastrukturanbieter zu positionieren und das operative Ergebnis der EnBW auf 3,2 Milliarden Euro zu steigern.[14]

Unter Mastiaux hat die EnBW in die Förderung von Start-Ups und neue Technologien investiert und unter anderem einen Innovations-Campus in Karlsruhe aufgebaut.[15][16]

E-Mobilität

Mastiaux setzt sich für E-Mobilität ein und ist in dem Zusammenhang regelmäßiger Teilnehmer beim Strategiedialog der Automobilwirtschaft Baden-Württemberg. Elektromobilität stellt für die EnBW ein strategisch wichtiges Zukunftsgeschäft dar.[17] Das Stromnetz und die vorhandene Strommenge seien nach Angaben von Mastiaux und der EnBW auch bei einer steigenden Zahl von E-Autos ausreichend, da mehr Elektrofahrzeuge den Strombedarf in Deutschland nur geringfügig erhöhen würden.[18] Wichtig seien jedoch die Themen Speicher und Netzstabilität, zu denen die EnBW, unter anderem mit Partnern wie Bosch, Pilot- und Forschungsprojekte umsetzt.[19] Darüber hinaus entwickelt die EnBW-Tochter Netze BW in sogenannten Netzlaboren Lösungen, mit denen die Netzintegration von Elektromobilität gelingen soll.

Weitere Tätigkeiten

Frank Mastiaux hat unter anderem folgende Positionen inne:

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Frank Mastiaux: Quantitative Schwingungsspektroskopie von Mineralölprodukten. Eine Studie zur analytischen Anwendung der Chemometrie. 1993 (Diss., Univ. Duisburg, 1993).
  2. a b Dr. Frank Mastiaux übernimmt ab Oktober 2012 den Vorsitz des Vorstands bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG (Memento vom 6. Mai 2012 im Internet Archive), Pressemitteilung der EnBW AG, 30. März 2012
  3. manager magazin: Frank Mastiaux: "Wir werden die EnBW neu denken". Abgerufen am 25. März 2021.
  4. EnBW-Chef Mastiaux im Interview: „Wir sind nicht laut, aber dafür umso konsequenter“. Abgerufen am 25. März 2021.
  5. Energiewirtschaft: Energiekonzern EnBW will klimaneutral werden. Abgerufen am 25. März 2021.
  6. EnBW baut Telekommunikations-Geschäft aus. In: ZfK.de (Zeitung für kommunale Wirtschaft). 7. Mai 2019, abgerufen am 25. März 2021.
  7. EnBW verspricht: "Ultraschnelles Laden an der Autobahn". In: Elektroauto-News.net. 1. Februar 2021, abgerufen am 25. März 2021.
  8. Dr. Frank Mastiaux – „Energiemanager des Jahres 2020“Preisverleihung am 7. Oktober 2021 über den Dächern Berlins | Mitteldeutsches Energiegespräch. Abgerufen am 22. Oktober 2021 (deutsch).
  9. EnBW CEO Frank Mastiaux strebt keine weitere Amtszeit an | EnBW. Abgerufen am 22. Oktober 2021.
  10. Stuttgarter Zeitung, Stuttgart Germany: EnBW-Chef Mastiaux: „Rund 30 Prozent weniger Führungskräfte“. Abgerufen am 15. Juni 2021.
  11. Stuttgarter Zeitung, Stuttgart Germany: EnBW-Chef Mastiaux im Gespräch: „Es geht nicht nur um Kabel und Kilowatt“. Abgerufen am 15. Juni 2021.
  12. EnBW-Chef Mastiaux im Interview: „Wir sind nicht laut, aber dafür umso konsequenter“. Abgerufen am 15. Juni 2021.
  13. Ulf Meinke: Darum sieht EnBW den Deal von Eon und RWE gelassen. 6. August 2018, abgerufen am 15. Juni 2021 (deutsch).
  14. Georg Meck: EnBW-Chef im Interview: „Die Sehnsucht nach dem Büro wächst“. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 15. Juni 2021]).
  15. Stefan Mayr: "Alle hatten ihre Zeit und eine Chance". Abgerufen am 15. Juni 2021.
  16. Frank Mastiaux, Vorstandschef EnBW: „Menschen für Veränderungen gewinnen“. Abgerufen am 15. Juni 2021.
  17. Strategiedialog Automobilwirtschaft zieht positive Zwischenbilanz. Abgerufen am 29. Juni 2021.
  18. BaWü-Ministerpräsident, Daimler- & EnBW-Chef über Mobilitätswende. 31. März 2020, abgerufen am 29. Juni 2021 (deutsch).
  19. Stuttgarter Nachrichten, Stuttgart Germany: EnBW: „Das Stromnetz reicht noch nicht für E-Mobilität“. Abgerufen am 15. Juni 2021.
  20. Auf einen Blick - Vorstand | EnBW. Abgerufen am 25. März 2021.
  21. Advisory Council - Munich Security Conference. Abgerufen am 25. März 2021 (deutsch).
  22. Präsidium. Abgerufen am 25. März 2021.
  23. Mitglieder des Vorstandes und des Stiftungsrates der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen. Abgerufen am 25. März 2021.
  24. Organisation. Abgerufen am 25. März 2021 (deutsch).