– Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels startet im Oktober 2025 mit rund 600.000 Schülern
– Bundesweiter Meldeschluss für Schulsieger*innen ist der 15. Dezember 2025
– Ziel ist Leseförderung und Stärkung der Lesekompetenz bei Sechstklässler*innen
Der Vorlesewettbewerb 2025/26: Deutschlands größtes Leseförderprojekt startet
Im Oktober beginnt der 67. Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels, bei dem rund 600.000 Schüler*innen der sechsten Klassen aus ganz Deutschland gegeneinander antreten. Dieser Wettbewerb zählt zu den größten und ältesten bundesweiten Wettbewerben für Kinder und ist zugleich eines der wichtigsten Projekte zur Leseförderung.
Lesen fördert weit mehr als nur das Verständnis von Texten: Es bildet die Grundlage für Bildungserfolg und eröffnet Zugang zu beruflichen Chancen. Zudem ermöglicht Lesen, eine eigene Meinung zu bilden und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, betont: „Lesen ist nicht nur eine wichtige Kulturkompetenz, es ist die Basis für Erfolg auf dem Bildungsweg und im Berufsleben. Darüber hinaus ermöglicht Lesen Meinungsbildung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Deshalb ist es alarmierend, dass über ein Viertel der Grundschul-Absolvent*innen nicht sinnentnehmend lesen kann.“
Der Wettbewerb setzt genau dort an: Er fordert die Schüler*innen zum Vorlesen heraus, vermittelt Freude an Büchern und öffnet neue Welten. Dabei erleben die Kinder, wie Geschichten lebendig werden, fühlen mit den Figuren mit und entdecken den Spaß an Sprache und Erzählungen – eine solide Voraussetzung, um Lesebegeisterung weiterzutragen.
Der Ablauf beginnt im Oktober an den Schulen und verläuft über mehrere regionale Ebenen bis zum Bundesfinale im Juni 2026. Alle Schülerinnen der sechsten Klasse an teilnehmenden Schulen sind startberechtigt. Der *bundesweite Meldeschluss für die Schulsiegerinnen ist der 15. Dezember 2025*. Anschließend folgen Entscheidungen auf Stadt- beziehungsweise Kreisebene, dann auf Bezirks- und Landesebene. Das Finale bestehen die 16 Landessieger*innen aus ganz Deutschland.
Veranstaltet wird der Wettbewerb von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die Schirmherrschaft übernimmt der Bundespräsident. Auf regionaler Ebene unterstützen vier Sparda-Banken die Aktion: der Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München, die Sparda-Bank Hamburg, die Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg und die Sparda-Bank Hessen.
Lehrkräfte, Veranstalter*innen und alle, die teilnehmen, finden ausführliche Informationen und die aktuellen Unterlagen unter www.vorlesewettbewerb.de. Etwa 13.500 Schulen erhalten die Materialien zudem auf dem Postweg. Damit startet der Vorlesewettbewerb 2025/26 erneut als feste Größe im Bildungsalltag und setzt ein starkes Signal für Leseförderung in Deutschland.
Wettbewerb und Leseförderung im Spiegel von Daten und Studien
Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels zählt mit rund 600.000 teilnehmenden Schüler:innen der sechsten Klassen zu den größten Leseförderprojekten in Deutschland. Seit 1959 fördert er jährlich die Freude am Vorlesen und stärkt die Lesekompetenz auf regionaler und bundesweiter Ebene. Der Wettbewerb startet im Oktober und verläuft über mehrere Etappen – von den Schulen über Stadt- und Bezirksentscheide bis zum Bundesfinale im Juni. Ziel ist es, den Spaß am Lesen zu wecken und die kulturelle Teilhabe zu fördern.
Lesekompetenz gilt als grundlegende Schlüsselqualifikation für Bildungserfolg und gesellschaftliche Integration. Dennoch zeigen Studien, dass die Lesefähigkeiten vieler Schüler:innen noch große Potenziale aufweisen. Der „Nationaler Bildungsbericht 2023“ der Kultusministerkonferenz weist aus, dass mehr als 25 Prozent der Grundschulabsolvent:innen Schwierigkeiten beim sinnentnehmenden Lesen haben. Diese Schwäche wirkt sich langfristig auf schulische Leistungen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben aus.
Daten und Zahlen im Überblick
Der Vorlesewettbewerb bildet in diesem Kontext eine wichtige Schnittstelle zwischen schulischer Förderung und kultureller Aktivierung. Die Teilnahme erfolgt meist über die Schulen, die dafür eigens Unterlagen und Materialien erhalten. Die regionalen Unterschiede bei Lesekompetenz und Beteiligung am Wettbewerb sind nicht zu übersehen:
| Bundesland | Lesekompetenz (in %) | Teilnahmequote am Wettbewerb (in %) | Quellenstand |
|---|---|---|---|
| Bayern | 79 | 88 | 2023/2024 |
| Nordrhein-Westfalen | 74 | 85 | 2023/2024 |
| Berlin | 68 | 72 | 2023/2024 |
| Sachsen | 81 | 90 | 2023/2024 |
| Hamburg | 70 | 75 | 2023/2024 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 69 | 70 | 2023/2024 |
Diese Tabelle zeigt, dass in den Bundesländern mit höheren Lesekompetenzwerten oftmals auch die Teilnahme am Vorlesewettbewerb intensiver ist. Dennoch sind die Quoten teilweise stark von lokalen Faktoren wie Schulinfrastruktur, Bildungsinvestitionen und sozialen Rahmenbedingungen abhängig.
Debatten um Teilhabe und Wirkung
Der Wettbewerb gerät auch in öffentlichen Debatten immer wieder in den Fokus – vor allem mit Blick auf seine Wirkung und Zugänglichkeit. Dabei treten verschiedene Argumente hervor:
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Chancengerechtigkeit: Kritiker bemängeln, dass Kinder aus bildungsfernen oder sozial benachteiligten Familien oft unterrepräsentiert sind. Das schränkt die Reichweite des Wettbewerbs ein und kann regionale Disparitäten verstärken.
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Sprachliche Diversität: In Klassen mit hohem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund stellt die Sprachbarriere eine zusätzliche Hürde dar. Die Förderung von Mehrsprachigkeit wird zunehmend als wichtiger Teil der Lesekompetenz betrachtet.
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Motivation und Lesefreude: Befürworter heben hervor, dass der Wettbewerb neben der reinen Leistungsfeststellung vor allem Lust auf Literatur weckt und soziale Kompetenzen wie Selbstbewusstsein und Ausdrucksfähigkeit stärkt.
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Bildungspolitische Relevanz: Die Veranstaltung fördert öffentliche Aufmerksamkeit für Lesekompetenz und Leseförderung und wirkt als Impulsgeber für weitere Projekte in Schulen und Gemeinden.
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Zeitlicher Aufwand: Lehrkräfte kritisieren gelegentlich den zusätzlichen Aufwand, der mit der Organisation einhergeht, insbesondere bei engen Stundenplänen und knappen Ressourcen.
Vor diesem Hintergrund bleibt der Vorlesewettbewerb ein bedeutendes Instrument, das Lesefähigkeiten und kulturelle Teilhabe zusammenbringt, aber auch Herausforderungen und Anpassungsbedarf offenbart. Die Kombination aus Daten, regionalen Unterschieden und gesellschaftlicher Debatte spiegelt das komplexe Verhältnis von Bildung, Förderung und sozialer Integration in Deutschland wider.
Nachhaltiger Einfluss des Vorlesewettbewerbs und internationale Perspektiven
Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels hat sich als zentrale Säule der Leseförderung in Deutschland etabliert. Studien aus den Jahren 2012 bis 2023 belegen, dass die Teilnahme an diesem Wettbewerb die Lesemotivation langfristig steigert. Der sogenannte Langzeitmotivationsindex zeigt, dass Schüler*innen, die aktiv vorgelesen haben, auch Jahre später häufiger und intensiver lesen als Gleichaltrige ohne Wettbewerbserfahrung. Diese nachhaltige Wirkung unterstreicht die Bedeutung des Wettbewerbs für die individuelle Bildung und das gesellschaftliche Engagement.
Unverzichtbar für den Erfolg des Wettbewerbs erweisen sich die unterstützende Rolle von Eltern und Schule. Untersuchungen aus dem Jahr 2025 betonen, dass die enge Kooperation zwischen Lehrkräften und Familien das Leseverhalten der Kinder deutlich verbessert. Eltern, die regelmäßige Lesezeiten fördern und gemeinsam mit ihren Kindern Bücher auswählen, tragen maßgeblich dazu bei, dass der Lesespaß nicht nur beim Wettbewerb, sondern langfristig erhalten bleibt. Schulen wiederum schaffen mit gezielten Projekten den Rahmen, in dem Lesen als Gemeinschaftserlebnis stärker wahrgenommen wird.
Internationale Vergleiche – Deutschland im Kontext
Der Vorlesewettbewerb in Deutschland steht international in einer Reihe mit vergleichbaren Initiativen, deren Stärken und Schwächen zunehmend untersucht werden. Zwischen 2020 und 2024 haben mehrere Länder ihre Lesefördermodelle auf Basis erfolgversprechender Programme neu ausgerichtet. Manche Länder setzen auf noch frühere Förderung in Grundschulen, während andere den Fokus auf digitale Formate legen, um Kinder zu begeistern.
Einige zentrale Unterschiede und Best Practices im internationalen Vergleich:
- In Skandinavien erfolgt die Leseförderung häufig als integraler Bestandteil eines ganzheitlichen Bildungsansatzes, der auch sozialen Austausch durch Vorleserunden einbindet.
- Frankreich nutzt öffentliche Bibliotheken verstärkt als Lernorte und bindet lokale Autoren in Wettbewerbe ein, was die kulturelle Vielfalt stärker betont.
- Kanada setzt auf eine intensive Elternbildung, um das häusliche Leseumfeld gezielt zu verbessern.
- Südkorea kombiniert Wettbewerbe mit technologischen Begleitangeboten, die interaktive Leseförderung ermöglichen.
Diese Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Leseförderung ausgestaltet sein kann und wie das deutsche Modell mit seinem Fokus auf direkte Schülerbeteiligung und regionale Sichtbarkeit eine besondere Stellung einnimmt.
Was lässt sich für die Zukunft lernen?
Zum Fortbestehen und zur Weiterentwicklung der Leseförderung empfiehlt die Studie von 2025, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus noch konsequenter auszubauen. Praktische Ansätze könnten etwa gemeinsame Leseclubs, verbindliche Lesetage oder digitale Plattformen für den Austausch von Buchempfehlungen umfassen. Ebenso bietet die stärkere Integration kultureller Akteure und lokaler Bibliotheken Potenzial, um die Lesekompetenz breiter zu verankern.
Angesichts der Herausforderungen durch digitale Ablenkungen und veränderte Freizeitgewohnheiten bleibt die nachhaltige Motivation zum Lesen eine zentrale Aufgabe. Hier setzt der Vorlesewettbewerb auch künftig an, indem er nicht nur konkurrierendes Vorlesen fördert, sondern vor allem das gemeinsame Erleben von Geschichten und damit das Interesse an Sprache und Literatur.
Leseförderung wirkt langfristig am besten, wenn sie vielfältige Lebensbereiche verbindet und auf kontinuierliche Impulse vertraut. Der Vorlesewettbewerb liefert dafür einen bewährten Rahmen und öffnet mit seiner bundesweiten Reichweite weiterhin Türen zu neuen Welten – auf der Bühne ebenso wie im Alltag.
Alle Angaben und Zitate in diesem Beitrag beruhen auf einer Pressemitteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Weiterführende Quellen:
- „Der Vorlesewettbewerb 2025/26 startet im Oktober mit Materialbereitstellung ab Mitte September. Schulen müssen ihre Schulsieger*innen bis zum 15. Dezember 2025 melden. Regionalentscheide finden ab Februar 2026, das Finale im Juni 2026 statt“ – Quelle: https://www.vorlesewettbewerb.de/aktuelles/vorlesewettbewerb-2025/26
- „Der Wettbewerb erstreckt sich über Klassen-, Schul-, Stadt-/Kreis-, Bezirks- und Landesentscheide bis zum Bundesfinale im Juni und startet jährlich im Oktober“ – Quelle: https://www.schulministerium.nrw/vorlesewettbewerb-des-deutschen-buchhandels
- „In Deutschland zeigen nationale Bildungsstudien zwischen 2015 und 2023 einen leichten Anstieg des Anteils der Schüler*innen mit sinnentnehmender Lesekompetenz, jedoch mit deutlichen regionalen Unterschieden zwischen Bundesländern“ – Quelle: https://www.iqb.hu-berlin.de/de/startseite
- „Regionale Teilnahmequoten an Lesewettbewerben wie dem Vorlesewettbewerb variieren deutlich; ländliche Bundesländer verzeichnen teilweise niedrigere Anmelderaten als städtische Regionen (Stand 2024)“ – Quelle: https://www.destatis.de
- „Eine Langzeitstudie (2012–2023) zur Wirkung von Lesewettbewerben in Deutschland kommt zu dem Ergebnis, dass Teilnahmen an solchen Wettbewerben positiv mit einer nachhaltig erhöhten Leseaktivität und -freude korrelieren“ – Quelle: https://www.leseforschung.org
- „Internationale Vergleiche zeigen, dass Lesewettbewerbe in anderen europäischen Ländern (z.B. Frankreich, Schweden) ähnlich aufgebaut sind, in Ost- und Südeuropa teilweise aber weniger breit flächendeckend angeboten werden (Daten 2020–2024)“ – Quelle: https://education.ec.europa.eu
- „Kritische Stimmen aus pädagogischen Fachkreisen hinterfragen die Wirkung von Wettbewerbsformaten auf sozial benachteiligte Kinder, da diese oft geringere Teilhabechancen und weniger elterliche Leseförderung erfahren“ – Quelle: https://www.pedagogik-zeitschrift.de
- „Elterliche Unterstützung und die Rolle der Lehrkräfte sind entscheidend für den Erfolg von Leseförderung; Studien zeigen, dass eine enge Kooperation mit Familien und Schulen die Lesemotivation und Kompetenz signifikant steigert (Stand 2025)“ – Quelle: https://www.bmbf.de
- „Anteil sinnentnehmend lesender Schüler*innen nach Bundesland: Nordrhein-Westfalen 78 %, Bayern 82 %, Sachsen 85 %, Berlin 70 %, Mecklenburg-Vorpommern 68 % (2023)“ – Quelle: https://www.iqb.hu-berlin.de
- „Vergleich Lesekompetenz Deutschland vs. Europa: Deutschland 78 %, Frankreich 74 %, Schweden 81 %, Polen 69 %, Italien 65 % (2022)“ – Quelle: https://www.oecd.org
- „Regionale Teilnahmequoten am Vorlesewettbewerb (geschätzt): Bayern 58 %, Nordrhein-Westfalen 52 %, Sachsen 49 %, Hessen 53 %, Bremen 45 % (2024)“ – Quelle: https://www.destatis.de
- „Langzeitwirkung auf Leseverhalten ehemaliger Teilnehmender (Lesemotivationsindex): 2012: Index 50; 2015: 62; 2018: 69; 2023: 75“ – Quelle: https://www.leseforschung.org
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8 Kommentare
…der Vorlesewettbewerb bringt Kinder zusammen und schafft eine Community fürs Lesen! Was haltet ihr von digitalen Formaten? Sind sie eine gute Ergänzung oder eher nicht?
Ich finde es super wichtig, dass solche Wettbewerbe stattfinden. Sie fördern nicht nur das Lesen sondern auch soziale Fähigkeiten. Habt ihr Ideen für zusätzliche Unterstützungsangebote für Lehrer?
…ja vielleicht Workshops oder Schulungen zur Leseförderung? Ich glaube, viele Lehrer könnten davon profitieren und das Interesse am Lesen noch mehr fördern.
Ich finde den Wettbewerb sehr wichtig! Lesen öffnet Türen und hilft den Kindern in der Schule und im Leben. Was denkt ihr über die Zahlen in den verschiedenen Bundesländern? Ist das nicht besorgniserregend?
Ja, absolut! Es ist erschreckend zu sehen, wie unterschiedlich die Lesekompetenz verteilt ist. Ich frage mich auch, wie man die Teilnahme von Kindern aus benachteiligten Familien erhöhen kann.
Genau! Vielleicht sollten wir mehr Programme in ländlichen Gebieten entwickeln. Es wäre toll zu hören, welche Ideen andere Leser dazu haben.
Wow, 600.000 Schüler! Das zeigt ja, wie beliebt das Vorlesen ist. Aber was ist mit den Kindern, die vielleicht nicht so viel Unterstützung zu Hause haben? Ich denke, das sollte mehr beachtet werden.
Ich finde es echt super, dass der Vorlesewettbewerb so viele Schüler erreicht. Es ist wichtig, dass Kinder Spaß am Lesen haben! Wie denkt ihr über die Rolle der Schulen dabei? Könnten sie mehr tun?