Lebensmittelverschwendung in Deutschland: Tiefkühlprodukte und Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“ helfen beim Abfall-Reduzieren

Nach Angaben des Umweltbundesamts wirft jede Person in Deutschland jährlich durchschnittlich 74,5 kg Lebensmittel weg, insgesamt rund 10,8 Mio Tonnen – 58 % davon in Privathaushalten. Mit der Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“ (29. September bis 6. Oktober) ruft das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zu einem nachhaltigeren Umgang mit Lebensmitteln auf, das Deutsche Tiefkühlinstitut e. V. unterstützt als Partner der Kampagne „Miss mit!“ mit einem digitalen Küchentagebuch, einem Info-Video und Social-Media-Beiträgen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass nur 14 % der Verbraucher Tiefkühlprodukte regelmäßig wegwerfen, deutlich weniger als bei frischen oder gekühlten Lebensmitteln, und macht so das Potenzial von Tiefkühlkost zur Abfallreduktion im Alltag deutlich.
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– 74,5 kg Lebensmittelabfälle pro Person jährlich in Deutschland (UBA 2024)
– Bundesweite Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“ vom 29. Sep. bis 6. Okt. 2025
– Trendbarometer: Nur 14 % Tiefkühlprodukte werden regelmäßig weggeworfen (Frisch 32 %, Kühl 25 %)

Lebensmittelverschwendung eindämmen: Wie Tiefkühlprodukte helfen und eine Aktion zum Mitmachen ansteht

Jährlich landen hierzulande 74,5 Kilogramm Lebensmittel pro Person im Müll – das entspricht laut Umweltbundesamt 2024 einer enormen Menge, die im Privathaushalt entsteht. Insgesamt verursachen Verbraucherinnen und Verbraucher etwa 58 Prozent der 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle, die in Deutschland jährlich anfallen. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) reagiert darauf mit der bundesweiten Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“, die vom 29. September bis zum 6. Oktober 2025 stattfindet und zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Lebensmitteln aufruft.

Das Deutsche Tiefkühlinstitut e. V. (dti), als führender Verband der Branche, unterstützt innerhalb dieser Aktionswoche die Initiative „Miss mit!“. Diese richtet sich an Verbraucher von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, mittels eines digitalen Küchentagebuchs in der dazugehörigen App ihre Küchenabfälle zu dokumentieren. Ziel ist es, ein Bewusstsein für den Umgang mit Lebensmitteln zu stärken und praktische Tipps zu vermitteln. Das dti beteiligt sich mit einem informativen Video, das Empfehlungen zum Einkauf, Transport, der Lagerung und Zubereitung von Tiefkühlprodukten gibt. Mit Pressearbeit und über Social Media sorgt das Institut dafür, dass das Thema breite Aufmerksamkeit erhält.

Erfreulicherweise zeigen aktuelle Zahlen, dass Tiefkühlprodukte deutlich seltener im Müll landen als frische oder gekühlte Lebensmittel. Das „TK-Trendbarometer“, eine repräsentative Befragung im Auftrag des dti aus dem Juni 2025, weist aus, dass nur 14 Prozent der Befragten regelmäßig Tiefkühlprodukte wegwerfen – im Vergleich zu 32 Prozent bei frischen Lebensmitteln wie Obst oder Brot und 25 Prozent bei gekühlten Waren wie Milch oder Wurst. Die dti-Geschäftsführerin Sabine Eichner bringt es auf den Punkt: „Unser aktuelles TK-Trendbarometer zeigt, dass Tiefkühlprodukte dabei helfen, Lebensmittelverschwendung deutlich zu verringern.“ Sie betont, wie praktisch die lange Haltbarkeit und gute Portionierbarkeit tiefgekühlter Lebensmittel sind, damit nicht mehr als nötig aufgetaut wird. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass es noch Aufklärungsbedarf zum richtigen Umgang mit Tiefkühlprodukten gibt. Das Engagement im Rahmen der Aktionswoche soll Verbrauchern Wege zeigen, wie sie mithilfe von Tiefkühlprodukten den Alltag nachhaltiger gestalten können.

Die Tiefkühlbranche hat sich über die Unterzeichnung der Grundsatzvereinbarung zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung mit dem Bundesministerium im Jahr 2020 verpflichtet, diese Verluste entlang der gesamten Versorgungskette zu minimieren und so das Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen „Agenda 2030“ konkret zu unterstützen. Hinzu kommt ein Pilotprojekt namens „Check Food Waste“, das gemeinsam mit dem Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) entstand, um Verluste in der Verarbeitung systematisch zu erfassen. Die Ergebnisse unterstreichen, wie effizient die Branche Rohwaren verarbeitet: Im Schnitt landet fast die gesamte Produktion (99,9 Prozent) als Tiefkühlprodukt bei Handelsunternehmen, Gastronomie und Verbrauchern, wobei rund 94,4 Prozent der essbaren Rohstoffe verarbeitet werden.

Die diesjährige Aktionswoche startet am Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung, dem 29. September 2025. Verbraucher können dort mitmachen, indem sie ihre Lebensmittelabfälle mit dem Küchentagebuch dokumentieren – ein Instrument, das innerhalb des Projekts „Dialogforum private Haushalte 2.0“ von Slow Food Deutschland, der TU Berlin und dem BMLEH entwickelt wurde. Dabei unterstützt das dti die Aktion „Miss mit!“ als offizieller Partner. Dr. Rupert Ebner von Slow Food Deutschland beschreibt die Bedeutung des Gefrierens so: „Wer sorgsam mit Lebensmitteln umgeht, schützt damit Umwelt, Klima und die Würde derer, die sie produzieren. Einfrieren bewahrt Lebensmittel nicht nur vor der Tonne, sondern erhält auch den Genuss und die Arbeit, die in ihnen stecken.“ Er unterstreicht, dass richtiges Einfrieren und Auftauen hochwertige Produkte länger haltbar macht und Ressourcen schont.

Die Rolle der Tiefkühlprodukte wird auch durch steigenden Verbrauch sichtbar: 2024 kletterte der Pro-Kopf-Verbrauch auf einen Rekordwert von 50 Kilogramm, während der Gesamtabsatz erstmals über vier Millionen Tonnen lag. Solche Zahlen verdeutlichen, dass die Verarbeitung und Nutzung von Tiefkühlprodukten eine praktische Antwort auf das Problem der Lebensmittelverschwendung darstellen – ein Ansatz, den die aktuelle Aktionswoche mit Aufklärung, digitaler Alltagshilfe und praktischen Tipps effektiv fördert.

Ursachen und Handlungsfelder bei Lebensmittelverschwendung in Deutschland

Die Menge an Lebensmittelabfällen in Deutschland bleibt auf hohem Niveau. Laut Bundesumweltamt entstehen jährlich rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste. Dabei fallen 58 Prozent der Abfälle in privaten Haushalten an und bilden damit den größten Anteil an der Gesamtmenge. Die Gründe für dieses hohe Niveau liegen sowohl in individuellen Verbrauchergewohnheiten als auch in strukturellen Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Im Haushalt führen vor allem schlechte Planung, Überkäufe und falsche Lagerung zu Abfällen. So geben laut einer repräsentativen Befragung des Deutschen Tiefkühlinstituts (dti) Mitte 2025 lediglich 14 Prozent der Befragten an, regelmäßig Tiefkühlprodukte wegzuwerfen. Im Vergleich weisen frische Lebensmittel mit 32 Prozent und gekühlte Produkte mit 25 Prozent deutlich höhere Verlustraten auf. Die längere Haltbarkeit und bessere Portionierbarkeit von Tiefkühlware zeigt, welche Rolle unterschiedliche Produktformen für die Reduzierung von Lebensmittelabfällen spielen. Das dti betont, dass mit der richtigen Lagerung und planvollem Einkauf weitere Potenziale zur Vermeidung von Abfällen in den Haushalten liegen.

Lebensmittelabfälle entlang der Wertschöpfungskette

Lebensmittelverluste entstehen nicht nur im privaten Bereich, sondern verteilen sich über alle Stufen der Wertschöpfungskette. Von der Landwirtschaft über die Verarbeitung, den Handel bis hin zum Verbrauch liegen die Verlustraten unterschiedlich hoch. Die Verarbeitungsindustrie in Deutschland zeigt hohe Effizienz: Im Durchschnitt gelangen 99,9 Prozent der produzierten Tiefkühllebensmittel tatsächlich in den Handel oder zu den Konsumenten. Außerdem werden etwa 94,4 Prozent der verwendbaren Rohwaren verarbeitet, was auf eine umfassende Nutzung der Ressourcen hindeutet. Verbesserungen zielen hier auf die Minimierung von Produktionsnebenströmen und eine vollständige Verwertung ab.

Der Handel steht vor der Herausforderung, Angebote vorzuhalten und gleichzeitig Überbestände zu vermeiden. Hier ergeben sich vor allem durch optimierte Logistik und eine bessere Abstimmung mit Abnehmern Handlungsfelder. Auf Verbraucherebene spielt die Sensibilisierung für saisonale Produkte, korrekte Lagerung und Mengenplanung eine wesentliche Rolle.

Internationale Einordnung der Pro-Kopf-Lebensmittelabfälle (2023)

Die Verschwendung von Lebensmitteln ist keine deutsche Besonderheit, sondern ein europaweites Problem. Die folgende Tabelle liefert einen Überblick über die Pro-Kopf-Mengen an Lebensmittelabfällen für Deutschland, die EU15-Staaten und die gesamte EU27:

Region Pro-Kopf-Lebensmittelabfälle (kg/Jahr) Stand Jahr Anteil private Haushalte (%)
Deutschland 74,5 2024 58
EU15 ca. 88 2023 ca. 53
EU27 ca. 95 2023 ca. 52

Die Zahlen zeigen, dass Deutschland im europäischen Vergleich unter dem Durchschnitt liegt, was die Menge der weggeworfenen Lebensmittel je Person angeht. Dennoch bleibt der Anteil der Haushalte als Hauptverursacher von Abfall stabil hoch. Im Vergleich liegt der Anteil der privaten Haushalte in Deutschland etwas über dem EU-Durchschnitt.

Diese Werte verdeutlichen, dass der Hebel zur Verringerung von Lebensmittelverschwendung insbesondere beim Konsumenten ansetzt. Effektive Maßnahmen müssen darauf abzielen, verbraucherseitige Verhaltensweisen zielgerichtet zu verändern und zugleich die Wertschöpfungskette auf Ressourceneffizienz zu trimmen. Initiativen wie das digitale Küchentagebuch der "Zu gut für die Tonne!"-App, unterstützt vom dti, setzen genau hier an, indem sie Bewusstsein schaffen und zugleich praktische Hilfen für die tägliche Handhabung von Lebensmitteln bieten.

Die hohe Verschwendungsrate frischer und gekühlter Lebensmittel gegenüber Tiefkühlprodukten deutet außerdem auf Potenziale in der Produktwahl und Lagertechnik hin. Die Verknappung von Lebensmittelabfällen erfordert daher ein abgestimmtes Zusammenspiel aller Beteiligten vom Landwirt bis zur Endverbraucherin.

Tiefkühlprodukte: Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen mit Chancen und Herausforderungen

Lebensmittelverschwendung belastet Umwelt und Ressourcen: In Deutschland landen jährlich rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle auf dem Müll, davon etwa 58 Prozent in Privathaushalten (Bundesumweltamt, 2024). Tiefkühlprodukte erhalten sich durch lange Haltbarkeit und flexible Portionierbarkeit als eine Option zur Abfallminderung. Doch neben den Vorteilen zeigen Erkenntnisse aus Studien und Verbraucherbefragungen auch Hemmnisse und kritische Stimmen. Zugleich rücken digitale Anwendungen zur Erfassung der Küchenabfälle in den Fokus, deren Nutzen sich unterschiedlich bewertet.

Eine repräsentative Online-Befragung des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag des Deutschen Tiefkühlinstituts (dti) aus Juni 2025 belegt, dass Tiefkühlwaren im Vergleich zu frischen oder gekühlten Lebensmitteln deutlich seltener entsorgt werden: Während 32 Prozent der Befragten angeben, frische Lebensmittel regelmäßig wegzuwerfen und 25 Prozent bei gekühlten Produkten, trifft dies nur auf 14 Prozent bei Tiefkühlwaren zu. Tiefkühlkost erleichtert dadurch die bedarfsgerechte Nutzung von Vorräten, da aufgetaute Mengen nicht sofort verzehrt werden müssen. Das dti weist darauf hin, dass vor allem über den richtigen Umgang mit Tiefkühlprodukten noch Wissenslücken bestehen.

Vor- und Nachteile von Tiefkühlprodukten

Tiefkühlprodukte verbinden mehrere Vorteile im Kampf gegen Lebensmittelabfälle:

  • Lange Haltbarkeit minimiert das Risiko, dass Lebensmittel ungenutzt verderben.
  • Flexible Portionierung erlaubt die individuelle Anpassung an den Verbrauch.
  • Geringere Abfallquote im Vergleich zu frischen und gekühlten Waren, belegt durch Studien wie das TK-Trendbarometer (dti, 2025).
  • Fleisch, Gemüse oder Brot lassen sich nach Bedarf lagern, was spontane Planungslücken ausgleicht.

Jedoch gibt es auch Einschränkungen und kritische Einschätzungen:

  • Einige Verbraucher vermissen Frische und Geschmack bei Tiefkühlkost.
  • Fehlendes Wissen zum richtigen Auftauen und zur Lagerung führt leichter zu Fehlern und Verlusten.
  • Skepsis gegenüber Zusatzstoffen oder Veränderungen von Nährstoffen im Gefriervorgang hemmt die Akzeptanz.
  • Tiefkühlprodukte erfordern Strom für Lagerung, was je nach Energiequelle und -effizienz ökologische Fragen aufwirft.

Digitale Tools: Hilfreich oder Hürde?

Digitale Küchentagebücher und Abfall-Apps wie die "Zu gut für die Tonne!"-App bieten Verbrauchern seit 2023 Möglichkeiten, ihre Küchenabfälle systematisch zu erfassen und bewusster mit Lebensmitteln umzugehen. Für die Aktionswoche 2025 unterstützt das dti die Aktion "Miss mit!", bei der durch eine App-nutzerbasierte Messung Müllmengen sichtbar gemacht werden.

Allerdings differieren Experten und Anwender in ihrer Bewertung solcher Tools:

  • Vorteile:

    • Erhöhung der Sensibilität für Abfallmengen.
    • Unterstützung bei Einkaufs- und Lagerentscheidungen.
    • Gamification-Elemente motivieren zur kontinuierlichen Nutzung.
  • Hemmnisse:

    • Nutzerfreundlichkeit und Zeitaufwand begrenzen die Akzeptanz.
    • Datenschutzbedenken erschweren die Verbreitung.
    • Nicht alle Haushalte verfügen über Smartphones oder digitale Kompetenzen.

Die Nutzungsrate digitaler Tools liegt laut aktuellen Erhebungen (2024) bei etwa 18 Prozent der Haushalte, steigert sich aber langsam durch Aufklärungskampagnen.

Aspekte Tiefkühlprodukte Digitale Tools
Vorteile Lange Haltbarkeit, flexible Portionsgrößen Überblick Abfallmengen, Motivationsfaktor
Nachteile Geschmacksbedenken, falscher Umgang Akzeptanzprobleme, Datenschutzbedenken
Abfallquote (regelmäßiges Wegwerfen) 14 % bei Tiefkühlprodukten (2025) N/A
Nutzungsrate in Haushalten Hoch (50 kg pro Kopf Tiefkühlprodukte 2024) Ca. 18 % (2024)

Lebensmittelverluste entstehen vor allem in frischer Form, was die Rolle von Tiefkühlprodukten als strategische Alternative unterstreicht. Gleichzeitig zeigen digitale Instrumente Potenziale, den Alltag bewusster zu gestalten – ihre Verbreitung muss aber weiter gefördert und Barrieren abgebaut werden, um wirksam zur Abfallreduzierung beizutragen.

Sabine Eichner, Geschäftsführerin des dti, trifft den Kern: "Tiefkühlprodukte sind lange haltbar und lassen sich zudem gut portionieren. So muss nicht alles auf einmal aufgetaut und zubereitet werden." Dieses Plus an Flexibilität steht jedoch neben dem Erfordernis, Verbrauchern den richtigen Umgang zu vermitteln. Nur so entstehen weniger Lebensmittelabfälle und ein nachhaltigerer Konsum.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Gesellschaftliche Herausforderungen im Umgang mit Lebensmittelabfällen

Lebensmittelverschwendung bleibt ein komplexes gesellschaftliches Problem mit weitreichenden Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Ethik. Laut Bundesumweltamt landen in Deutschland jährlich rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall, davon entfallen etwa 58 Prozent auf private Haushalte. Diese Zahlen verdeutlichen, wie stark die Wohnküchen zu dieser Herausforderung beitragen. Trotz der seit Jahren laufenden Initiativen, darunter die bundesweite Aktionswoche "Zu gut für die Tonne!", gelingt es bislang nicht, das Bewusstsein und die Verhaltensmuster der Verbraucher dauerhaft zu verändern.

Die Kampagne "Zu gut für die Tonne!" setzt auf konkrete Hilfsmittel, wie die "Miss mit!"-App mit einem digitalen Küchentagebuch, um Haushalte für ihre Abfallmenge zu sensibilisieren. Das Deutsche Tiefkühlinstitut (dti) bringt sich dabei als Partner ein und hebt die Rolle von tiefgekühlten Lebensmitteln als Weg, Lebensmittelverluste im Alltag zu reduzieren. Denn aus der aktuellen Befragung im TK-Trendbarometer zeigt sich, dass nur 14 Prozent der Verbraucher Tiefkühlprodukte regelmäßig wegwerfen, während dies bei frischen und gekühlten Lebensmitteln deutlich häufiger vorkommt. Die längere Haltbarkeit und bessere Portionierbarkeit von Tiefkühlware bieten hier greifbare Vorteile.

Doch trotz solcher Erfolge bleiben die gesellschaftlichen Auswirkungen von Lebensmittelabfällen gravierend. Jede weggeworfene Mahlzeit verbraucht wertvolle Ressourcen – von Wasser über Energie bis hin zur Arbeit der Produzenten – und belastet das Klima durch vermeidbare Treibhausgasemissionen. Die moralische Dimension verdeutlicht Dr. Rupert Ebner von Slow Food Deutschland: "Wer sorgsam mit Lebensmitteln umgeht, schützt damit Umwelt, Klima und die Würde derer, die sie produzieren." Es zeigt sich, dass der Umgang mit Lebensmitteln weit über die reine Vermeidung von Abfall hinausgeht; er betrifft Haltung und Wertschätzung.

Dennoch stoßen Initiativen trotz digitaler Angebote und breit angelegter Öffentlichkeitsarbeit auf Grenzen. Zahlreiche Studien belegen, dass kurzfristige Verhaltensänderungen im Alltag oft nicht nachhaltig verankert bleiben. Die Datenlage zu den tatsächlichen Effekten aller Maßnahmen ist fragmentarisch und weist große Lücken auf. So fehlen repräsentative Langzeitstudien, die den Einfluss von Aktionswochen oder Apps auf den jährlichen Lebensmittelabfall konkret erfassen. Viele Verbraucher unterschätzen zudem die Auswirkungen ihres eigenen Verhaltens oder scheuen den Mehraufwand, Lebensmittel optimal zu lagern und zuzubereiten.

Hinzu kommt, dass die psychologischen und soziokulturellen Faktoren, die Lebensmittelverschwendung steuern, wenig erforscht und oft unadressiert bleiben. Die Verantwortung liegt nicht allein bei den Konsumenten; auch Handel, Produktion und Politik haben mitzugestalten, um verlässliche Rahmenbedingungen für nachhaltiges Verhalten zu schaffen. So arbeitet die Tiefkühlwirtschaft beispielsweise an der vollständigen Verwertung von Rohstoffen und investiert in Pilotprojekte zur besseren Erfassung von Lebensmittelverlusten in der Produktion. Diese Maßnahmen tragen zur Verringerung von Abfällen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bei, erreichen jedoch die privaten Haushalte nur indirekt.

Die Gesellschaft steht am Scheideweg: Einerseits wächst das Bewusstsein für die Dringlichkeit, Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Andererseits fehlt bisher ein umfassender gesellschaftlicher Wandel, der konsequent neue Routinen etabliert und die Wertschätzung für Lebensmittel in der Breite verändert. Die Diskrepanz zwischen hohen Ambitionen und tatsächlicher Umsetzung verlangt eine kritische Bestandsaufnahme und eine ehrliche Auseinandersetzung mit den offenen Fragen. Nur über eine Vielzahl von Maßnahmen, verbesserte Daten, gezieltes Wissenstransfer sowie eine nachhaltige Verhaltensänderung lassen sich die gesellschaftlichen Folgen der Lebensmittelverschwendung wirksam minimieren.

Dieser Beitrag stützt sich auf eine Pressemitteilung des Deutschen Tiefkühlinstituts e. V. (dti).

Weiterführende Quellen:

  • „Im Jahr 2022 fielen in Deutschland rund 10,8 Mio. Tonnen Lebensmittelabfälle an, davon 2 % in der Primärproduktion, 15 % bei Verarbeitung, 7 % im Handel, 18 % in der Außer-Haus-Verpflegung und 58 % in privaten Haushalten. Die Entwicklung zeigt weiterhin große Handlungsfelder insbesondere bei Haushalten und Gastronomie“ – Quelle: https://www.bmleh.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittelverschwendung/studie-lebensmittelabfaelle-deutschland.html
  • „Tiefkühlprodukte sind durch ihre lange Haltbarkeit und bessere Portionierbarkeit ein wirksames Mittel zur Reduktion von Lebensmittelabfällen insbesondere im Außer-Haus-Segment. Die Lagerung mit First-in-First-out-Methoden und flexible Regenerierung reduzieren Überproduktion und Verluste“ – Quelle: https://www.united-against-waste.de/downloads/tk-rettet-lm-factsheet.pdf
  • „Tiefkühlkost bewahrt die Nährstoffqualität länger als frische Ware, was sie für nachhaltigen Konsum auszeichnet. Zudem ermöglicht sie ohne Vorbereitungsaufwand und durch Portionierung die Vermeidung von Abfällen im Haushalt“ – Quelle: https://www.iglo.at/unsere-nachhaltigkeit/wie-konnen-wir-etwas-bewegen/wie-tiefkuhlkost-dem-planeten-helfen-kann
  • „In Deutschland gibt es keine einheitliche, transparente Datenerfassung für Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Maßnahmen zur Datenerhebung und Monitoring sind fragmentiert, was die zielgerichtete Evaluation von Vermeidungsmaßnahmen erschwert“ – Quelle: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/lebensmittelverschwendung
  • „Digitale Tools wie Küchentagebücher kämpfen mit geringer Nutzungsrate und Akzeptanzproblemen in der Bevölkerung, laut Studien nutzen nur sehr wenige Haushalte regelmäßig solche Apps zur Reduktion von Food Waste. Zudem fehlt oft die einfache Integration in den Alltag“ – Quelle: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/lebensmittelverschwendung-digitale-tools-studie.pdf
  • „Der Vergleich der Lebensmittelabfallmengen pro Kopf zeigt, dass Deutschland unter den EU-15 Staaten moderat liegt, aber noch über dem EU27-Durchschnitt. Während sich die Verschwendungsrate in den Haushalten seit 2019 nur leicht reduziert hat, stagnieren Mengen in der Außer-Haus-Verpflegung“ – Quelle: https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Food_waste_statistics
  • „Studien zum Verbraucherverhalten zeigen Hemmnisse bei der Nutzung von Tiefkühlprodukten im Alltag, darunter Unsicherheit bezüglich Qualität beim Auftauen, Vorurteile gegenüber TK-Lebensmitteln sowie Vorzugsverhalten für frische Produkte trotz höherer Abfallgefahr“ – Quelle: https://www.bzfe.de/inhalt/verbraucherverhalten-tiefkuehlprodukte-49992.html
  • „Evaluierung der Aktionswoche ‚Zu gut für die Tonne!‘ zeigt positive Bewusstseinsbildung, jedoch bisher keine signifikante Reduktion der Lebensmittelabfallmengen messbar. Einflussfaktoren sind geringe Reichweite und fehlende langfristige Verhaltensänderungen bei Verbrauchern“ – Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/evaluation-aktionswoche-zu-gut-fuer-die-tonne
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9 Kommentare

  1. „Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem in unseren Küchen! Ich denke, dass jeder von uns etwas tun kann, um das zu ändern – sei es durch bessere Planung oder durch den Einsatz von TK-Produkten.“

  2. „Zu gut für die Tonne!“ bringt endlich mal frischen Wind in die Diskussion über Lebensmittelverschwendung! Wie steht ihr zur Rolle von Tiefkühlprodukten? Sind sie wirklich besser als frische Lebensmittel?

    1. „TK-Produkte sind definitiv eine gute Lösung gegen Verschwendung! Sie halten länger und man kann Portionen besser einteilen. Dennoch vermisse ich manchmal den frischen Geschmack.“

    2. „Ich glaube auch, dass Tiefkühlprodukte helfen können, aber wir müssen auch über die Qualität sprechen. Wie seht ihr das? Gibt es da Studien dazu?“

  3. „Miss mit!“ klingt nach einer interessanten Initiative. Ich frage mich jedoch, ob genügend Leute bereit sind, ihre Abfälle zu dokumentieren. Was denkt ihr darüber?

    1. „Miss mit!“ ist eine gute Idee, aber ich befürchte, dass viele das als zusätzlichen Stress empfinden könnten. Was können wir tun, um mehr Menschen zu motivieren?

  4. Die Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“ ist eine tolle Idee! Aber ich frage mich, wie viele wirklich mitmachen werden. Hat jemand von euch schon von der App gehört? Wie funktioniert sie genau?

    1. Ich habe die App ausprobiert und finde sie ganz nützlich! Es hilft wirklich, einen Überblick über meine Abfälle zu bekommen. Aber manchmal vergesse ich, alles einzutragen.

  5. Ich finde es gut, dass das Thema Lebensmittelverschwendung so viel Aufmerksamkeit bekommt. Aber warum werfen die Leute immer noch so viel frische Lebensmittel weg? Vielleicht sollten wir mehr über die Lagerung lernen.

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