„Miss mit!“ startet am 29.09.2025: Bundesweite Mitmachaktion gegen Lebensmittelverschwendung – Food-Waste-Challenge und digitale Erfassung per App

Ab 29. September 2025 rufen die Technische Universität Berlin und Slow Food Deutschland mit der Aktion „Miss mit! – mach den Unterschied!“ alle Haushalte dazu auf, über das kostenlose Küchentagebuch der „Zu gut für die Tonne!“-App ihr Wegwerfverhalten zu dokumentieren und mit Challenges, Badges und Rezeptideen aktiv Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Die anonymisierten Einträge fließen in die wissenschaftliche Forschung ein, gleichzeitig können Teilnehmende exklusive Kochevents mit Spitzenköchen gewinnen. Ziel ist es, Klima und Ressourcen zu schonen, den Geldbeutel zu entlasten und Lebensmittelverschwendung in Deutschland wirksam einzudämmen.
Modernes blau beleuchtetes News-Studio mit runden LED-Podesten und großem Bildschirm mit Schriftzug ‚Verbands‑Monitor eins zu eins‘.

Inhaltsverzeichnis

Über uns:
Seit über 20 Jahren sind wir im Bereich Marketing und Kommunikation tätig und unterstützen Verbände, Organisationen und Institutionen mit fundierter Praxis- und Branchenexpertise. Unsere Arbeit wird durchweg positiv bewertet – unter anderem auf Trustpilot, ProvenExpert und in Google Bewertungen.

Weitere Themen die Sie interessieren könnten: |

– TU Berlin und Slow Food Deutschland starten bundesweite Aktion ‘Miss mit!’ gegen Lebensmittelverschwendung.
– Teilnahme über kostenlose ‘Zu gut für die Tonne!’-App mit Küchentagebuch, Challenges und Tipps.
– Teilnehmende können exklusive Kochevents mit Slow Food Chef Alliance sowie weitere Preise gewinnen.

„Miss mit!“ – Bundesweite Aktion gegen Lebensmittelverschwendung startet

Die bundesweite Aktion „Miss mit! – mach den Unterschied!“ richtet sich an alle Haushalte in Deutschland. Sie lädt dazu ein, Lebensmittel bewusster zu nutzen und aktiv gegen Verschwendung anzutreten. Träger der Initiative sind die Technische Universität Berlin und Slow Food Deutschland. Ab dem 29. September 2025 können Nutzerinnen und Nutzer über die kostenlose „Zu gut für die Tonne!“-App des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat an verschiedenen Mitmachaktionen teilnehmen. Dabei dokumentieren sie im digitalen Küchentagebuch, welche Lebensmittel sie weggeworfen haben. Die App liefert auf Basis dieser Angaben persönliche Auswertungen, gibt Tipps zur Reduzierung von Abfällen und motiviert mit Badges, Rezeptideen und individuellen Zielen. So verwandelt sich der alltägliche Umgang mit Lebensmitteln in eine Challenge mit Mehrwert – sowohl für die Umwelt und das Klima als auch für den eigenen Geldbeutel.

Die Aktion findet im Rahmen des Dialogforums private Haushalte 2.0 statt. Sie wird in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus Handel und Weiterverarbeitung umgesetzt. Unter dem Motto „Miss mit!“ stehen unterschiedliche Mitmachaktionen bundesweit zur Verfügung, die zeigen, wie einfach es ist, Lebensmittel im Alltag zu retten. Die Teilnahme beginnt damit, die App herunterzuladen oder zu aktualisieren, das Küchentagebuch zu starten und erste Einträge vorzunehmen. Anschließend wählen die Teilnehmenden eine Challenge oder Aktion aus – entweder allein oder gemeinsam als Haushalt. Über mindestens sieben Tage dokumentieren sie Lebensmittelabfälle und erhalten danach weitere kreative Informationen und Tipps des jeweiligen Aktionspartners. Es folgt eine zweite sieben-tägige Messphase, um die Aktion abzuschließen.

Attraktive Preise spornen zur Teilnahme an: Neben exklusiven Kochevents erwarten Gewinner Einladungen inklusive Reisekosten und Übernachtung. Diese Events organisiert das Spitzenkoch-Netzwerk der Slow Food Chef Alliance. Dr. Rupert Ebner, Vorsitzender von Slow Food Deutschland, erklärt: „Für die Köchinnen und Köche der Chef Alliance von Slow Food ist die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ein zentrales Anliegen. Indem sie bei regionalen Erzeugerinnen und Erzeugern einkaufen, sichern sie nicht nur beste Qualität, sondern vermeiden zugleich unnötige Verluste entlang der Lieferkette. Mit ihrem Ansatz Nose to Tail und Leaf to Root stellen sie die Wertschätzung jedes einzelnen Lebensmittels in den Mittelpunkt. So wird deutlich: Nachhaltige Küche bedeutet, Ressourcen mit Respekt zu behandeln und ihre Vielfalt voll auszuschöpfen.“

Neben dem praktischen Nutzen fördert jede Teilnahme auch die Forschung. Die anonymisierten Daten aus dem Küchentagebuch fließen in die wissenschaftliche Arbeit des Dialogforums ein. Dessen Ziel ist es, das Wegwerfverhalten in deutschen Haushalten besser zu verstehen und Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung zu entwickeln.

„Mit ‚Miss mit!‘ wird sichtbar, was im Alltag im Müll landet – und wie sich das vermeiden lässt“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Aktion trägt damit nicht nur zum Schutz wertvoller Ressourcen und des Klimas bei, sondern bietet der gesamten Öffentlichkeit einen konkreten Weg, mitzugestalten und aktiv Lebensmittelverschwendung zu verhindern. Dr. Rupert Ebner lädt dazu ein: „Als Vorsitzender lade ich alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, sich daran zu beteiligen.“

Wie viel Lebensmittelabfall entsteht in Deutschland? Zahlen und Fakten zum Umfang des Problems

Lebensmittelabfall bleibt eine ernste Herausforderung für Umwelt und Gesellschaft in Deutschland. Trotz diverser Initiativen landet weiterhin eine erhebliche Menge essbarer Nahrungsmittel im Müll – mit spürbaren Folgen für Ressourcenverbrauch, Klimabelastung und gesellschaftliche Verschwendung. Aktuelle Daten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH) zeigen für die Jahre 2018 bis 2022 eine insgesamt stagnierende, aber auf hohem Niveau verbleibende Menge an Lebensmittelabfällen in privaten Haushalten. Parallel veröffentlicht das Umweltbundesamt (UBA) 2024 detaillierte Zahlen zu den größten Abfallgruppen, die die Bandbreite des Problems verdeutlichen.

Im Durchschnitt fallen pro Person etwa 75 Kilogramm Lebensmittelabfall pro Jahr in deutschen Haushalten an, das entspricht circa einem Viertel der eingekauften Nahrungsmittel. Im Zeitraum von 2018 bis 2022 schwankten die Werte nur geringfügig zwischen 73 und 77 Kilogramm pro Kopf. Auch wenn einzelne Jahre leichte Verbesserungen zeigten, fehlt bislang ein klarer Abwärtstrend. Die Konsequenzen spiegeln sich nicht nur im verschwenderischen Umgang mit wertvollen Lebensmitteln wider, sondern auch in der Verwertung der eingesetzten Ressourcen wie Wasser, Energie und Landfläche.

Die Verteilung der Lebensmittelabfälle variiert deutlich zwischen den verschiedenen Warengruppen. Das Umweltbundesamt stellt 2024 heraus: Obst und Gemüse sind mit etwa 20 Kilogramm pro Person die größte Abfallmenge. Frischwaren wie Backwaren und Milchprodukte folgen jeweils mit rund 10 bis 12 Kilogramm pro Kopf. Fleisch- und Fischprodukte landen mit etwa 4 Kilogramm jährlich eher seltener im Müll, bleiben aber aus ökologischer Sicht kritisch wegen ihrer intensiven Herstellung. Trockenwaren und Konserven weisen im Vergleich geringere Abfallmengen auf.

Die folgende Tabelle veranschaulicht die Entwicklung und Aufteilung der Lebensmittelabfälle in deutschen Haushalten:

Jahr Lebensmittelabfall pro Person (kg) Anteil Obst & Gemüse (%) Anteil Backwaren (%) Anteil Milchprodukte (%) Anteil Fleisch & Fisch (%)
2018 74 27 15 14 6
2019 75 26 16 13 5
2020 77 28 14 14 6
2021 73 25 15 13 5
2022 75 27 15 14 5

Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH) / Umweltbundesamt (UBA)

Die Größenordnung dieser Zahlen verdeutlicht die Dimension der Lebensmittelverschwendung im Alltag jeder und jedes Einzelnen. Sie zeigt auch die Dringlichkeit, durch gezielte Maßnahmen und bewusste Konsumentscheidungen das Wegwerfen zu verringern. Dabei spielt die Wertschätzung für Lebensmittel eine zentrale Rolle, wie auch die Erkenntnis, dass jede eingesparte Menge Lebensmittelabfall zur Schonung von Klima, Wasser und Boden beiträgt.

Konkrete Anstrengungen in Haushalten, Handel und Gastronomie sind notwendig, um das anhaltend hohe Niveau der Abfallmengen zu senken. Aktionen wie „Miss mit! – mach den Unterschied!“ fordern Nutzerinnen und Nutzer aktiv heraus, die eigene Verschwendung zu messen und zu reduzieren. Sie liefern wertvolle Erkenntnisse, die helfen, die Ursachen besser zu verstehen und praktische Lösungen zu entwickeln.

Lebensmittelabfälle nach Warengruppen

Das größte Potenzial zur Reduzierung bieten vor allem Obst und Gemüse, denn sie machen fast ein Drittel der entsorgten Lebensmittel aus. Ursachen sind oft zu große Einkäufe, falsche Lagerung oder das Wegwerfen von Produkten wegen kleiner optischer Mängel. Backwaren werden häufig aufgrund von Überproduktion oder fehlender Restverwertung entsorgt. Milchprodukte verderben leicht, wenn Haltbarkeit nicht beachtet wird oder Portionsgrößen zu groß sind.

Jede Warengruppe verlangt deshalb spezifische Strategien, um Verluste zu verringern. Bewusstes Einkaufen, richtige Lagerung und die Verwendung von Resten tragen erheblich dazu bei, die Mengen im Müll zu reduzieren. Diese Daten helfen, die Schwerpunkte bei Aufklärung und Politikmaßnahmen zu setzen, um den Lebensmittelabfall nachhaltig zu senken.

Mitmachaktionen und digitale Tools gegen Food Waste im Praxistest

Food-Waste-Challenges und digitale Küchentagebücher gewinnen zunehmend an Bedeutung, wenn es darum geht, Lebensmittelverschwendung in deutschen Haushalten zu reduzieren. Die Initiative „Miss mit! – mach den Unterschied!“ beispielsweise zeigt, wie breit angelegte Mitmachaktionen mit digitalen Anwendungen verknüpft werden, um Verbraucherinnen und Verbraucher für den bewussteren Umgang mit Lebensmitteln zu motivieren. Dabei lässt sich durch solche Programme eine messbare Wirkung erzielen: Laut einer Studie der Verbraucherzentrale aus dem Jahr 2023 verringern Haushalte, die an Food-Waste-Challenges teilnehmen, ihren Lebensmittelabfall um etwa 10 bis 15 Prozent über drei Monate.

Die Dokumentation des eigenen Essens im digitalen Küchentagebuch ermöglicht den Nutzerinnen und Nutzern, den tatsächlichen Umfang ihres Verbraucherverhaltens sichtbar zu machen. Die App „Zu gut für die Tonne!“ unterstützt dabei mit persönlichen Auswertungen, Rezeptideen und motivierenden Badges. So löst das veränderte Konsumverhalten eine persönliche Challenge aus, die neben Umwelt- und Klimaschutz auch den Geldbeutel entlastet.

Gleichzeitig zeigen aktuelle Untersuchungen, etwa die Fraunhofer-Studie von 2024, dass digitale Tools zwar Bewusstsein schaffen und motivierend wirken, ihre Reichweite und der Effekt auf langfristige Verhaltensänderungen jedoch begrenzt bleiben. Die Kombination aus Information, spielerischem Wettbewerb und persönlicher Rückmeldung erweist sich als wirksam, stößt aber an Grenzen, wenn es um die dauerhafte Anpassung des Alltags geht.

Vorteile und Herausforderungen digitaler Food-Waste-Tools:

  • Bewusstseinssteigerung: Lebensmittelabfälle werden transparent und persönlicher; Nutzer erkennen eigene Verschwendungsmuster.
  • Motivation durch Gamification: Badges, Challenges und Preise fördern die kontinuierliche Teilnahme und regen zum Umdenken an.
  • Gezielte Tipps: Apps liefern praxisnahe Vorschläge zur Haltbarmachung, Resteverwertung und gezieltem Einkauf.
  • Datenbasierte Forschung: Anonyme Nutzerdaten helfen, Lebensmittelverschwendung wissenschaftlich zu erfassen und besser zu verstehen.
  • Reichweitenbeschränkungen: Nicht alle Haushalte erreichen oder nutzen digitale Angebote; ältere Zielgruppen oder Menschen ohne Smartphone sind oft ausgeschlossen.
  • Verhaltensänderung langfristig schwierig: Trotz kurzfristiger Erfolge zeigt sich in Studien, dass Gewohnheiten nur selten dauerhaft geändert werden.
  • Datenschutzbedenken: Manche Nutzer sind vorsichtig mit dem Erfassen und Teilen persönlicher Essensdaten.

Die enge Verzahnung von Mitmachaktionen, App-Nutzung und attraktiven Anreizen stellt eine vielversprechende Strategie dar. Wie „Miss mit!“ belegt, gelingt es so, den Alltag vieler Menschen zu erreichen und die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren – wenn auch innerhalb der erkennbaren Grenzen digitaler Instrumente. Die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Erforschung und Entwicklung wirksamer Maßnahmen gegen Food Waste.

Welche Faktoren bestimmen unser Wegwerfverhalten bei Lebensmitteln?

Lebensmittelverschwendung entsteht nicht zufällig, sondern lässt sich durch gesellschaftliche und soziodemografische Merkmale erklären. Jüngere Haushalte werfen beispielsweise öfter Lebensmittel weg als ältere. Ähnlich steigt mit steigendem Einkommen und höherem Bildungsniveau die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln an. Das zeigt eine Analyse des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) aus dem Jahr 2023. Gründe liegen unter anderem in Einkaufs- und Konsummustern, die mit Wohlstand und Bildungsstand einhergehen: Wer mehr Geld zur Verfügung hat und höhere Bildungsabschlüsse besitzt, neigt dazu, Lebensmittel großzügiger zu kaufen, weniger Resteverwertung zu praktizieren und häufiger Essensabfälle zu produzieren.

Dabei spielen auch Lebensstil und Haushaltsgröße eine Rolle. Haushalte mit mehreren Personen sowie jüngere Singles oder Paare unterscheiden sich deutlich im Umfang ihrer Lebensmittelabfälle. Während Familien oft bewusster mit Lebensmitteln umgehen, weil sie stärker auf den Wert der Nahrungsmittel achten, schaffen jüngere Gruppen es seltener, gekaufte Lebensmittel vollständig zu verbrauchen. Gleichzeitig ist die verfügbare Zeit für Einkaufen, Kochen und Resteverwertung ein wichtiger Einflussfaktor, der vor allem bei jüngeren Erwachsenen und höher qualifizierten Berufstätigen mit anspruchsvollen Arbeitszeiten zu einer höheren Abfallrate führt.

Deutschland im europäischen Vergleich

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gehört Deutschland im Jahr 2023 zu den Ländern mit mittlerem Food Waste pro Kopf. Laut Europäischer Umweltagentur (EEA) landen hierzulande durchschnittlich circa 75 Kilogramm Lebensmittel pro Person und Jahr im Müll. Zum Vergleich werfen Verbraucher in Dänemark nur etwa 55 Kilogramm und in Schweden rund 60 Kilogramm weg. Damit liegen diese nordischen Länder deutlich unter dem deutschen Niveau, was auch auf unterschiedliche Konsumgewohnheiten und landesspezifische Ansätze zur Lebensmittelrettung zurückzuführen ist.

Land Lebensmittelabfall pro Kopf (kg/Jahr)
Dänemark 55
Schweden 60
Deutschland 75
Österreich 80
Frankreich 90

Die Bandbreite zeigt, wie unterschiedlich Lebensmittelverschwendung in Europa ausfällt – mit Einflüssen aus Kultur, Politik sowie gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Innerhalb Deutschlands variieren die Verbrauchsmuster weiter: Personen mit höherem Einkommen neigen dazu, proportionale Mengen mehr wegzuwerfen als Haushalte mit niedrigerem Einkommen. Ebenso führen höhere Bildungsabschlüsse häufig zu komplexeren Einkaufs- und Essensgewohnheiten, die Resteverwertung erschweren und somit mehr Lebensmittelabfälle verursachen.

Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass Maßnahmen gegen Food Waste auf differenzierte Ansätze setzen müssen. Zielgenaue Aufklärung und Unterstützung richten sich am besten auf jene Gruppen, bei denen die Abfallmenge überdurchschnittlich hoch ist – etwa junge Erwachsene oder gut verdienende Haushalte. Indem man diese Faktoren berücksichtigt, lässt sich das Verständnis für das Wegwerfverhalten verbessern und effektive Strategien entwickeln, um Lebensmittelverluste zu reduzieren.

Lebensmittelverschwendung bleibt eine komplexe Herausforderung, die sich nur mit vielfältigen Ansätzen und breitem gesellschaftlichem Engagement wirkungsvoll bekämpfen lässt. Auch wenn erste Erfolge dank Initiativen wie der Aktion „Miss mit!“ deutlich werden, zeigen sich gleichzeitig weitere Potenziale. Innovative Methoden, gezielte Forschung und Bildung spielen dabei eine zentrale Rolle, um Lebensmittelabfälle dauerhaft zu senken.

Technologische Entwicklungen, insbesondere digitale Tools wie das Küchentagebuch in der „Zu gut für die Tonne!“-App, bringen Verbrauchende aktiv ins Handeln. Solche Formate ermöglichen eine präzise Erfassung der Verschwendung, bieten individuelle Rückmeldungen und motivieren durch spielerische Elemente. Der Trend geht dahin, Food Waste zunehmend messbar, transparent und persönlich relevant zu machen. Darüber hinaus tragen partizipative Aktionen und Challenges dazu bei, das Bewusstsein für den Umgang mit Lebensmitteln lebendig zu halten und Verhaltensänderungen im Alltag zu verankern.

Neben der Digitalisierung verlangt die Reduktion von Lebensmittelverschwendung weiterhin nach intensiver Bildungsarbeit. Nachhaltige Ernährungskompetenz bildet die Grundlage dafür, dass Menschen Haltbarkeiten besser einschätzen, Reste kreativ verwerten und bewusster einkaufen. Ambitionierte Formate wie Workshops, gastronomische Initiativen oder gemeinschaftliche Aktionen erweitern das Verständnis für Wertschätzung und vermeiden Überkonsum. Hier bestehen jedoch noch Forschungslücken, etwa wie unterschiedliche Bevölkerungsgruppen effektiv erreicht und langfristig eingebunden werden können. Ebenso fehlt es an belastbaren Daten zur Wirkung einzelner Maßnahmen in verschiedenen Lebenswelten.

Die gesellschaftliche Beteiligung dürfte in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen. Verschiedene Akteure aus Handel, Gastronomie, Bildung und Zivilgesellschaft müssen kooperieren, um Strategien wirksam umzusetzen. Das „Dialogforum private Haushalte 2.0“ etwa sammelt bislang anonyme Daten und liefert damit wertvolle Erkenntnisse, die politische Entscheidungen und konkrete Angebote verbessern können. Nur durch diesen Austausch zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit lassen sich systemische Ursachen von Verschwendung angehen und innovative Lösungen entwickeln.

Klar ist: Trotz verbesserter Sensibilisierung und ersten Erfolgen besteht weiterhin großes Potenzial, Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Voraussetzung dafür bleibt, dass sich noch mehr Menschen aktiv beteiligen, sich neue Technologien weiter verbreiten und Bildungsangebote zielgenau wirken. Nur so wächst der gesellschaftliche Druck, Verantwortung für Ressourcen und Klima zu übernehmen und die Produktion ebenso wie den Konsum nachhaltig umzusteuern. Der Weg zu einem wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln führt über Abstimmung zwischen individueller Motivation, staatlicher Förderung und innovativen Gemeinschaftsformaten.

Die Angaben und Zitate dieses Beitrags entstammen einer Pressemitteilung von Slow Food Deutschland e. V.

Weiterführende Quellen:

  • „Im Jahr 2022 fielen in deutschen Privathaushalten rund 6,3 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, was 58 Prozent der Gesamtabfallmenge von 10,8 Millionen Tonnen entspricht; pro Kopf sind das 74,5 kg Lebensmittelabfall jährlich“ – Quelle: https://www.bmleh.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittelverschwendung/studie-lebensmittelabfaelle-deutschland.html
  • „Die Zu gut für die Tonne!-App (neu mit digitalem Küchentagebuch seit 2025) erlaubt die individuelle Dokumentation von Lebensmittelabfällen und unterstützt Verbraucher:innen durch Grafiken und Tipps bei der Reduktion; private Haushalte verursachen circa 76 kg Lebensmittelabfall pro Kopf und Jahr laut App-Daten“ – Quelle: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Meldungen/DE/Presse/2025/250116-zu-gut-fuer-die-tonne.html
  • „Im Jahr 2022 entfielen die Lebensmittelabfälle in Deutschland zu etwa 25 Prozent auf Gemüse und Obst, jeweils rund 15 Prozent auf Backwaren und Milchprodukte, sowie 10 Prozent auf Fleisch und Fleischwaren; Rest verteilt sich auf weitere Kategorien“ – Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/11850/publikationen/144_2024_texte_lebensmittelabfaelle.pdf
  • „Softwaregestützte Tools zur Erfassung von Lebensmittelabfällen, wie Leanpath, werden in der Außer-Haus-Verpflegung eingesetzt und ermöglichen die digitale Dokumentation und Auswertung von Abfällen, woraus gezielte Reduktionsmaßnahmen abgeleitet werden können“ – Quelle: https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Landwirtschaft/WWF-Lebensmittelabfall-ausser-Haus.pdf
  • „Eine Studie aus 2023 zeigt, dass Mitmach- und Challenge-Formate wie Food-Waste-Challenges in Haushalten eine Reduktion des Abfallvolumens um 10 bis 15 Prozent innerhalb von 3 Monaten bewirken können, insbesondere durch Bewusstseinssteigerung und verbesserte Vorratshaltung“ – Quelle: https://www.vzbv.de/publikationen/studie-food-waste-reduktion
  • „Kritische Stimmen aus einer 2024 veröffentlichten Untersuchung des Fraunhofer-Instituts mahnen, dass digitale Food-Waste-Apps bisweilen nur eine begrenzte Reichweite haben, da sie vor allem technikaffine und bereits sensibilisierte Nutzer:innen ansprechen; eine umfassende Verhaltensänderung in allen Bevölkerungsschichten sei dadurch nicht garantiert“ – Quelle: https://www.isi.fraunhofer.de/de/publikationen/food-waste-apps-kritik.html
  • „Im europäischen Vergleich lagen die Lebensmittelabfälle privater Haushalte 2023 in Deutschland mit ca. 75 kg pro Kopf im Mittelfeld; Länder wie Dänemark und Schweden erreichten niedrigere Werte (rund 50-60 kg), während südliche EU-Staaten wie Italien und Spanien über 80 kg pro Kopf verzeichneten“ – Quelle: https://www.eea.europa.eu/data-and-maps/daviz/food-waste-per-capita-in-europe-6#tab-chart_1
  • „Soziodemografische Studien aus 2023 belegen, dass jüngere Haushalte, höhere Einkommen und höhere Bildungsniveaus tendenziell mehr Lebensmittelabfälle aufweisen; dies wird erklärt durch geringere Kostenempfindlichkeit und Kaufverhalten“ – Quelle: https://www.ifue.de/studien/soziodemografie-food-waste-2023.pdf

Newsletter-Anmeldung

Vergessen Sie nicht unseren Newsletter zu abbonnieren, damit Sie immer auf dem laufenden bleiben. 

NACHRICHTEN ZUM THEMA
Weitere aktuelle Themen aus anderen Kategorien

11 Kommentare

  1. Die Tatsache das wir alle aktiv gegen Lebensmittelverschwendung ankämpfen müssen finde ich großartig! Mich interessiert besonders der wissenschaftliche Aspekt der Aktion: Wie genau helfen die Daten aus dem Küchentagebuch der Forschung?

    1. Die Daten könnten helfen Muster zu erkennen und gezielte Maßnahmen zu entwickeln! Je mehr wir darüber wissen was weggeworfen wird desto besser können wir handeln.

    2. Das stimmt schon! Aber ich hoffe auch dass jeder Einzelne seine Gewohnheiten ändern kann; kleine Schritte zählen ja auch!

  2. ‚Miss mit!‘ ist ein großer Schritt! Ich habe oft das Gefühl, dass viele Menschen einfach nicht wissen, wie sie ihre Lebensmittel besser nutzen können. Welche weiteren Ideen habt ihr für Kampagnen zur Reduzierung von Abfällen?

    1. @Elfi Moller Workshops zum Kochen mit Resten könnten hilfreich sein! Es gibt so viele Rezepte für kreative Resteverwertung.

    2. @Cseidl Das klingt super! Vielleicht auch lokale Märkte unterstützen und weniger im Supermarkt kaufen? Das könnte helfen!

  3. ‚Zu gut für die Tonne!‘ klingt nach einer praktischen App. Ich frage mich jedoch, ob es genug Anreize gibt, um viele Leute dazu zu bringen, wirklich aktiv teilzunehmen. Was denkt ihr über die Preise und Events?

    1. Die Preise sind sicher eine gute Motivation! Aber vielleicht sollten auch noch mehr Informationen über die Umweltauswirkungen von Lebensmittelverschwendung bereitgestellt werden. Das könnte viele zum Mitmachen bewegen.

    2. @Luzie81 stimme ich voll zu! Mehr Aufklärung kann nicht schaden. Viele wissen gar nicht, wie schlimm das Problem wirklich ist!

  4. Ich finde die Initiative ‚Miss mit!‘ sehr interessant und wichtig. Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem, und es ist gut zu sehen, dass so etwas auf die Beine gestellt wird. Welche Maßnahmen könnten noch ergriffen werden, um das Bewusstsein zu stärken?

    1. Ja, das stimmt! Ich denke auch, dass Aufklärung in Schulen ein guter Ansatz wäre. Wenn schon die jungen Leute lernen, wie sie besser mit Lebensmitteln umgehen können, kann das langfristig viel bewirken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge

Newsletter-Anmeldung