Lawinengefahr in den Alpen: DAV warnt vor erhöhter Gefahr zu Saisonstart 2025

Zum Saisonstart herrscht in den Nordalpen eine ungewöhnlich frühe Hochwintersituation mit erhöhter Lawinengefahr. Der Deutsche Alpenverein warnt vor der gefährlichen Kombination aus Neuschnee, Wind und einem schwachen Altschneefundament. Wintersportler sollten deshalb besonders zu Beginn der Saison Zurückhaltung üben und die Lage genau beobachten.
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Inhaltsübersicht

– In den Nordalpen herrscht eine frühe Hochwintersituation mit Lawinengefahr.
– Die Kombination aus Neuschnee und schwachem Altschneefundament erhöht das Risiko.
– Zurückhaltung und sorgfältige Tourenplanung sind zu Saisonbeginn besonders wichtig.

Winter in den Bergen: Vorsicht trotz verlockender Schneepracht

Die weiße Pracht lockt, doch der Deutsche Alpenverein warnt eindringlich vor den speziellen Risiken zu Saisonbeginn. Der DAV mahnt in seiner Pressemitteilung vom 28. November 2025 zur besonderen Umsicht.*

„Gerade am Beginn der Wintersaison ist die korrekte Einschätzung der Schnee- und Lawinenverhältnisse noch herausfordernder als sonst. Es liegt in vielen Gebieten und insbesondere in tieferen Lagen noch nicht genug Schnee, die Lawinenwarndienste starten gerade erst in die Saison, und somit liegen noch wenige Rückmeldungen aus dem Gelände vor. Die eigenen Sinne sind noch nicht geschärft, und es kann bei manchen zu einem gewissen Übermut kommen an einem der ersten Tage, an dem Skitouren und Variantenabfahrten im Freien Skiraum einigermaßen überhaupt möglich sind. Zurückhaltung ist also in zweierlei Hinsicht angesagt – der Winter ist hoffentlich noch lang!“*

Lage: Lawinenwarnstufen und Schneemengen

Die aktuelle Schneesituation in den Nordalpen zeigt ein klares Bild: Deutlicher Wintereinbruch mit teils erheblichen Schneemengen, aber auch erhöhter Lawinengefahr. Die Entwicklung lässt sich anhand konkreter Messwerte und Warnstufen nachvollziehen.

Lawinengefahr: regionale Unterschiede

In den Deutschen Alpen besteht oberhalb von 1500 Metern vom Allgäu bis ins westliche Chiemgau Lawinengefahr Stufe Drei*.

Im internationalen Vergleich zeigt sich ein differenziertes Bild. Während in den Schweizer Alpen am 27.11.2025 verbreitet erhebliche Lawinengefahr (Warnstufe 3 von 5) herrscht*, ist die Situation in den französischen Alpen mit Stufe 4 bis 5 deutlich angespannter*.

Die Brisanz der Lage verdeutlicht ein dokumentierter Lawinenunfall am Stubaier Gletscher*.

Schneehöhen: Messwerte und Zeitpunkte

Die Schneemengen haben sich innerhalb weniger Tage deutlich erhöht. Besonders markant ist die Entwicklung am Pürschling auf 1370 Metern Höhe: Während am 24.11.2025 noch 20 cm Schnee gemessen wurden, zeigte die Messung zwei Tage später bereits 74 cm*.

Weitere aktuelle Messwerte bestätigen die winterliche Situation:

  • Zugspitze: 85 cm*
  • Nebelhorn (Allgäu): 89 cm*

Mögliche Tabelle: Schneehöhen an ausgewählten Stationen

Datum Station Schneehöhe (cm) Quelle/Stand
24.11.2025 Pürschling (1370 m) 20 Deutscher Alpenverein*
26.11.2025 Pürschling (1370 m) 74 wetter.de*
26.11.2025 Zugspitze 85 wetter.de*
26.11.2025 Nebelhorn (Allgäu) 89 wetter.de*

Für die Tourenplanung besonders relevant: Die Lawinenkommissionen starten ihre Tätigkeit zu Saisonbeginn verspätet. Während in den Stubaier Alpen/Tirol die Kommissionen am 27.11.2025 ihre Arbeit aufnahmen*, beginnt der Betrieb in Bayern erst im Dezember*.

Diese zeitliche Verzögerung macht die regelmäßige Konsultation der Lawinenlageberichte für alle Wintersportaktivitäten besonders wichtig.

Sicher durch den frühen Winter: Praxistipps für Bergsportler

Die ungewöhnlich frühe Hochwintersituation in den Alpen stellt Bergbegeisterte vor besondere Herausforderungen. Während die weiße Pracht zum sofortigen Start einlädt, erfordert die aktuelle Lage erhöhte Aufmerksamkeit und angepasstes Verhalten. Das Bayerische Landesamt für Umwelt empfiehlt daher, die offiziellen Lawinenlageberichte besonders sorgfältig zu verfolgen (Stand: 27.11.2025)*.

Konsequenzen für Tourenplanung

Die frühe Schneedecke birgt spezifische Risiken: Noch nicht ausreichend eingeschneite Hindernisse wie Steine, Wurzeln und Baumstümpfe erhöhen die Verletzungsgefahr insbesondere in Waldbereichen. Gleichzeitig fehlt es an belastbaren Erfahrungswerten zur Stabilität der Schneedecke. Der bereits dokumentierte Lawinenunfall am Stubaier Gletscher (Stand: 27.11.2025) zeigt, dass die Situation ernst zu nehmen ist. Diese Bedingungen erfordern eine besonders defensive Tourenplanung mit Fokus auf Sicherheitsreserven.

Kurz-Checkliste: Was jetzt zu tun ist

  • Lawinenlagebericht studieren vor jeder Tour*
  • Ausrüstung überprüfen – LVS-Gerät, Sonde und Schaufel müssen funktionstüchtig sein
  • Bei Unsicherheit Risiko reduzieren durch Verzicht auf anspruchsvolle Abfahrten oder Tourverschiebung
  • In der Gruppe Abstände einhalten und Entscheidungsänderungen früh kommunizieren
  • Notfallwissen auffrischen und lokale Rettungsnummern parat haben

Bergsportler sollten die regelmäßige Konsultation der Lageberichte zur Routine machen und bei sich ändernden Verhältnissen ihre Pläne flexibel anpassen. Der Winter hat gerade erst begonnen – mit Umsicht und Vorbereitung steht einer sicheren Saison nichts im Weg.

Die vorliegenden Informationen und Einschätzungen basieren auf einer Pressemitteilung des Deutschen Alpenvereins.

Weiterführende Quellen:

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