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Laubacher Wald: Wildnisprojekt eingeweiht

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Wildnisprojekt im Westlichen Vogelsberg eingeweiht

Bundesumweltministerium fördert NABU-Projekt in Hessen

Berlin/Gonterskirchen – Heute wurde das Wildnis-Projekt „Laubacher Wald“ offiziell eingeweiht. Auf der rund 225 Hektar großen Waldfläche wird die forstwirtschaftliche Nutzung eingestellt, damit sich der alte Buchenwald ungestört entwickeln kann. Die Fläche verbindet weitere Waldgebiete des Landes Hessens, in denen die Natur sich selbst überlassen wird. So entsteht ein mehr als 1.000 Hektar großes Wildnisgebiet im Landkreis Gießen. Die Nutzungsrechte für die Waldfläche hatte die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe Ende letzten Jahres mit Mitteln des BMU-Wildnisfonds erworben. Mit Unterstützung dieses Förderprogramms werden deutschlandweit Wildnisgebiete neu geschaffen und erweitert.

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth: „Intakte natürliche Lebensräume brauchen besonderen Schutz. Denn nur funktionierende Ökosysteme bieten Lebensraum für viele, auch bedrohte Arten, widerstehen den Folgen des Klimawandels und helfen den Menschen in ihren Anstrengungen für mehr Klimaschutz. Daher will die Bundesregierung auf mindestens zwei Prozent der Fläche Deutschlands großflächige Wildnis entstehen lassen, wo sich Natur ungestört entwickeln kann. Am Vogelsberg entsteht jetzt ein wahrer Waldwildnis-Schatz. Das Projekt zeigt, was Bund, Länder und Zivilgesellschaft gemeinsam für die Natur erreichen können.“

Christian Unselt, Vorsitzender der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe: „Mit dem Kauf der Nutzungsrechte können wir die Forstwirtschaft in dem alten Laubwald konsequent einstellen und so seine beeindruckende Artenvielfalt weiterentwickeln und dauerhaft bewahren. Alle Phasen eines natürlichen Waldes, vom Keimling über den majestätischen Altbaum bis zum reich besiedelten Totholz, werden hier erlebbar. In Stiftungsobhut wird der Wald damit stabiler gegenüber dem Klimawandel und zu einer wertvollen Kohlendioxidsenke.“

Zusammen mit zwei angrenzenden, rund 800 ha großen Kernfläche von Hessen-Forst umfasst das „Wildnisgebiet Westlicher Vogelsberg“ nun 1.025 Hektar, die zentral im FFH-Gebiet „Laubacher Wald“ im westlichen Vogelsberg liegen. Die neue hessische Waldwildnis ist frei von technischen Infrastrukturen und öffentlichen Verkehrswegen. Auf rund 70 Prozent des Areals wachsen Buchen, daneben existieren kleine Bestände an Fichten, Eichen und anderen Laubhölzern. Der weitaus größte Teil der Bäume ist älter als 160 Jahre und bietet somit hervorragende Bedingungen für eine schnell einsetzende natürliche Waldentwicklung. Zahlreiche europäisch geschützte Tier- und Pflanzenarten finden im Wildnisgebiet ein geeignetes Habitat. Dazu zählen unter anderem die Bechsteinfledermaus der Mittelspecht sowie das stark gefährdete Grüne Besenmoos.

Das Projekt ist Ende 2020 gestartet und wurde nun offiziell eröffnet. Die Einweihung war aufgrund der Pandemiebeschränkungen verschoben worden. Das Vorhaben „Wildnisgebiet Westlicher Vogelsberg – Teilfläche Laubacher Wald“ wird mit rund 5,6 Millionen Euro durch das Bundesumweltministerium gefördert.

Das Projekt ist eines von bisher vier bewilligten Projekten des BMU-Förderprogramms „Förderung der Wildnisentwicklung in Deutschland“ (Wildnisfonds). Mit diesem unterstützt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gezielt Maßnahmen, um das Zwei-Prozent-Wildnisziel der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zu erreichen.

Demnach sollen mindestens zwei Prozent der Landesfläche Deutschlands dauerhaft und in großflächigen Gebieten einer von menschlichen Nutzungen freien Entwicklung der Natur überlassen werden. Dies entspricht etwa einer Fläche von 714.000 Hektar. Mit der Betreuung des Wildnisfonds ist die bundeseigene Projekt-trägerin Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH beauftragt.

Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe kauft wertvolle Naturschutzflächen in Deutschland, um diese als Lebensraum für seltene und bedrohte Arten zu schützen und zu entwickeln. Ende 2020 bewahrte sie in rund 320 Schutzgebieten über 21.200 Hektar Naturschutzland in ihrer Obhut. Bei der naturschutzfachlichen Betreuung ihrer Flächen wird sie durch ehrenamtlich Aktive der über 2.000 Untergliederungen des NABU unterstützt.

Herausgeber

NABU Hessen

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