Landwirtschaft 2025: Wandel, Arbeitsbedingungen und Fachkräftemangel – IG BAU fordert bessere Löhne für Beschäftigte auf dem Land

Die IG BAU macht zum Erntedankfest darauf aufmerksam, dass inzwischen 55 Prozent der knapp 900 000 Beschäftigten in der Landwirtschaft Angestellte statt Familienarbeitskräfte sind und damit das Rückgrat der Versorgung mit Lebensmitteln bilden. Angesichts eines Fachkräftemangels und eines Medianlohns von 2 769 Euro für gelernte Landwirte – deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Fachkräftemedian – fordert die Gewerkschaft eine höhere Tarifbindung und bessere Entlohnung. Nur so lasse sich die langfristige Versorgung mit Obst, Gemüse, Getreide, Milch- und Fleischprodukten sichern.
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– Erntedankfest: Anerkennung landwirtschaftlicher Beschäftigter für stabile Versorgung mit Lebensmitteln trotz Witterung.
– 55 % der Landarbeiter*innen sind Angestellte, davon je etwa 27 % regulär, 28 % saisonal.
– IG BAU fordert stärkere Tarifbindung und höhere Löhne zur Bekämpfung des Fachkräftemangels.

Die Menschen hinter unserer Ernte: Arbeitsrealität und Wandel in der Landwirtschaft

Im Kern geht es um die Beschäftigten, die hinter der Versorgung mit Lebensmitteln stehen, und um den tiefgreifenden Wandel in der Landwirtschaft. Beim Erntedankfest rückt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) die Leistungen der Menschen in den Blick, die tagtäglich auf den Feldern und in den Ställen arbeiten. Christian Beck, selbst Mitglied im Bundesvorstand der IG BAU und zuständig für den Bereich Landwirtschaft, betont: „Auch daran sollten wir anlässlich des Erntedankfests (5. Oktober) denken: Unsere fortwährend gute Versorgung mit Obst, Gemüse, Getreide, Milch- und Fleischprodukten verdanken wir nicht nur der Natur, sondern auch dem Fleiß und dem Know-how vieler Menschen.“

Trotz eines herausfordernden Wetterjahres mit trockenem Frühjahr, Regen und hohen Temperaturen im Juli blieb die Menge der Ernteerträge hoch. Beck verweist auf die Leistung der Beschäftigten: „Dies ist ein Verdienst all der Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten.“

Wer sorgt für unsere Lebensmittel?

Die Veränderungen in der Landwirtschaft sind deutlich sichtbar: Die meisten der fast 900.000 Beschäftigten auf den Höfen sind heute Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, nicht mehr hauptsächlich selbstständige Bäuerinnen und Bauern. Die jüngste Agrarstrukturerhebung aus dem Jahr 2023 zeigt, dass nur noch 45 Prozent Familienarbeitskräfte sind, während 55 Prozent als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt sind. Diese gliedern sich fast gleich auf in 27 Prozent regulär Beschäftigte und 28 Prozent Saisonarbeitskräfte.

Beck beschreibt diese Gruppe als das Fundament der Branche: „Sie bilden das Rückgrat der Landwirtschaft. Sie versorgen die Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln, pflegen die Kulturlandschaften und kümmern sich vermehrt um Klima- und Artenschutz durch nachhaltige Bewirtschaftung.“

Im Vergleich zu vor zehn Jahren ist der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer um 17 Prozent gestiegen, während jener der Bäuerinnen und Bauern um 21 Prozent sank. Dieses Gefüge zeigt einen Wandel, der weitreichende Auswirkungen auf die Arbeitsorganisation und die gesellschaftliche Wahrnehmung der Landwirtschaft hat.

Wandel im Arbeitsalltag auf dem Land

Der gestiegene Anteil an Angestellten geht einher mit einem zunehmenden Fachkräftemangel, den die IG BAU ebenso anspricht. Beck stellt klar: „Wie in anderen Branchen auch, haben wir in der Landwirtschaft zunehmend einen Fachkräftemangel zu verzeichnen. Deshalb brauchen wir eine höhere Tarifbindung und damit bessere Einkommen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“

Die Vergütung spiegelt diese Herausforderung wider: Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit lag das mittlere Monatseinkommen (Medianlohn) für gelernte Landwirte im Dezember 2024 bei 2.769,00 Euro, was deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Medianlohn für Fachkräfte liegt.

Für Beck ist klar, dass sich an dieser Situation etwas ändern muss: „Damit auch in den nächsten Jahren gesundes Essen wieder auf die Teller kommt, muss die Entlohnung für die oft harte Arbeit auf den Feldern und in den Ställen stimmen. Daran werden wir arbeiten.“

Die IG BAU sieht in dieser Forderung nicht nur einen Beitrag zur Sicherung der Lebensmittelversorgung, sondern auch zur Wertschätzung der Menschen, die Landwirtschaft heute prägen und deren Arbeit essenziell bleibt – trotz aller Veränderungen und Herausforderungen.

Gedankenexperiment: Wie verändert sich die Landwirtschaft, wenn sich Löhne und Arbeitsbedingungen wandeln?

Wie sähe die Landwirtschaft aus, wenn sich die Bezahlung und Arbeitsbedingungen auf den Höfen grundsätzlich verändern? Drei Szenarien vermitteln mögliche Perspektiven, die ganz unterschiedliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft und ihre Versorgungssicherheit haben könnten.

Drei Blicke in mögliche Zukünfte

Szenario A: Die Landwirtschaft wird zum attraktiven Arbeitgeber
Stell dir vor, bessere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen locken mehr Fachkräfte auf die Felder und in die Ställe. Mit deutlich verbesserten Einkommen und mehr sozialer Absicherung wächst die Zahl der regulär Beschäftigten. Die Landwirtschaft könnte ihren Fachkräftemangel bekämpfen und längerfristig qualifizierte Mitarbeiter binden. So bleibt die Versorgung mit frischen Lebensmitteln stabil, und die Kulturlandschaften profitieren von nachhaltiger Pflege.

Szenario B: Arbeitskräftemangel verschärft sich trotz Verbesserungen
Was wäre, wenn höhere Löhne allein nicht genügen? Die körperlich anspruchsvolle Arbeit und teils lange Saisonzeiten schrecken selbst bei besserer Bezahlung viele Menschen ab. Die Betriebe müssen weiterhin mit geringen Personalreserven auskommen, was zu sinkender Produktivität führt. Mögliche Versorgungsengpässe werden wahrscheinlicher, und die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung, neue Wege zu finden, zum Beispiel durch mehr Automatisierung.

Szenario C: Schlechte Bedingungen bleiben, Beschäftigte fehlen
Was passiert, falls sich in Sachen Löhnen und Arbeitsumfeld nichts ändert? Der Fachkräftemangel zieht sich weiter durch alle Bereiche – von der Erntearbeit bis zur Tierhaltung. Ohne positive Anreize schrumpft die Motivation, in der Landwirtschaft zu arbeiten. Das Risiko steigt, dass immer weniger Menschen diese wichtige Arbeit übernehmen. Die Folge: Ertragseinbußen und eine Schwächung der Versorgungssicherheit.

Diese Gedankenexperimente laden zum Nachdenken ein: Die Balance zwischen wirtschaftlicher Attraktivität und den harten Realitäten auf den Höfen entscheidet maßgeblich darüber, wie sich die Landwirtschaft der Zukunft gestaltet. Eine der zentralen Fragen lautet, wie sich der Fachkräftemangel am besten bekämpfen lässt, damit Qualität und Vielfalt der Lebensmittel auch künftig gewährleistet bleiben.

FAQ: Landwirtschaft im Wandel – was steckt dahinter?

Die Landwirtschaft erlebt tiefgreifende Veränderungen, die weit über das Feld oder den Stall hinausreichen. Mit wenigen klaren Begriffen lässt sich dieser Wandel besser verstehen.

Wer arbeitet heute in der Landwirtschaft?
Die Mehrheit der Beschäftigten besteht nicht mehr aus selbstständigen Bäuerinnen und Bauern. Stattdessen sind über 55 Prozent Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die auf Höfen und in Betrieben angestellt sind. Diese Gruppe teilt sich etwa gleich in reguläre Festangestellte und Saisonarbeitskräfte auf.

Was bedeutet Strukturwandel in der Landwirtschaft?
Strukturwandel bezeichnet den langfristigen Prozess, in dem sich die Betriebsformen und Beschäftigungsverhältnisse verändern. In der Landwirtschaft zeigt sich das durch den Rückgang von Familienarbeitskräften und den Anstieg von Angestellten.

Wie wirkt sich der Wandel auf die Versorgung aus?
Trotz wetterbedingter Herausforderungen bleibt die Versorgung mit Lebensmitteln stabil. Mitarbeitende sichern mit ihrer Arbeit nicht nur die Ernte, sondern leisten auch Beiträge zum Klima- und Artenschutz durch nachhaltige Bewirtschaftung.

Warum besteht ein Fachkräftemangel in der Landwirtschaft?
Wie in vielen Branchen fehlt es an qualifizierten Arbeitskräften. Die oft harte körperliche Arbeit auf dem Feld und im Stall verlangt nach besserer Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen, um attraktiv zu bleiben.

Wie hoch liegt das Einkommen gelernter Landwirte?
Das mittlere Monatsgehalt (Medianlohn) für ausgebildete Landwirte beträgt laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2.769,00 Euro (Stand Dezember 2024) und liegt damit unter dem Durchschnitt in anderen Fachberufen. Die faire Entlohnung ist entscheidend, damit die Landwirtschaft auch künftig stabil bleibt.

Ihre Meinung zur Landwirtschaft von morgen

Die Landwirtschaft steht mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Nicht mehr allein Familienbetriebe prägen das Bild auf den Feldern und Höfen, sondern eine wachsende Zahl von Beschäftigten – von Fachkräften bis zu Saisonarbeitskräften. Inwieweit verändern diese Entwicklungen die Arbeitswelt auf dem Land? Welche Chancen und Herausforderungen bringt dieser Strukturwandel mit sich?

Die Frage richtet sich an alle, die mit Landwirtschaft zu tun haben oder sich für die Zukunft unserer Versorgung interessieren: Welche Veränderungen halten Sie für notwendig? Was wünschen Sie sich für die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung der Menschen, die die Lebensmittel erzeugen?

Wo sehen Sie Lösungsansätze, um auf dem Land auch künftig qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen? Welche Rolle spielen dabei Aspekte wie nachhaltige Bewirtschaftung, Klima- und Artenschutz oder die Pflege der Kulturlandschaften?

Es lohnt sich, über diese Themen ins Gespräch zu kommen und unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen. Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Ideen – wie stellen Sie sich die Arbeit in der Landwirtschaft von morgen vor?

Basis dieses Beitrags sind Fakten und Zitate aus einer Pressemitteilung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

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8 Antworten

  1. ‚Erntedankfest‘ sollte auch eine Gelegenheit sein, um über unsere Landwirte nachzudenken! Wie können wir ihre Leistungen besser anerkennen und unterstützen? Gute Löhne sind ein Anfang!

  2. ‚Fachkräftemangel‘ wird oft erwähnt, aber ich frage mich wirklich: Was können wir konkret tun? Welche Initiativen gibt es schon in diesem Bereich?

  3. ‚Strukturwandel‘ klingt immer so kompliziert. Ich finde es wichtig zu verstehen, was genau passiert und welche Auswirkungen das auf unsere Lebensmittel hat. Wer weiß mehr darüber?

  4. Die Veränderungen in der Landwirtschaft sind wirklich bemerkenswert. Ich frage mich oft, wie wir sicherstellen können, dass die Qualität der Lebensmittel nicht leidet? Was denkt ihr über Automatisierung als Lösung?

    1. Das Thema Automatisierung ist spannend! Aber ich glaube nicht, dass es alles lösen kann. Wir sollten den Menschen hinter der Arbeit mehr Aufmerksamkeit schenken.

  5. Ich finde es sehr wichtig, dass wir die Arbeit der Landarbeiter wertschätzen. Sie leisten jeden Tag eine wichtige Arbeit für uns alle. Was können wir tun, um ihre Bedingungen zu verbessern? Vielleicht mehr über Tarifbindung sprechen?

    1. Ja, das stimmt! Es ist echt schade, dass viele Leute nicht wissen, wie hart die Arbeit auf dem Feld ist. Wäre es nicht gut, wenn mehr Menschen darüber informiert werden?

    2. Ich denke auch, dass wir mehr Unterstützung für die Landwirte brauchen! Vielleicht könnte man Aktionen machen oder Kampagnen starten?

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