Deutscher Landschaftspflegetag 2026 in Kassel rückt Landschaftspflege, Förderung und Nutzung in den Mittelpunkt
Am 23. Juni 2026 beginnt in Kassel der „Deutscher Landschaftspflegetag 2026“. Mit der Veröffentlichung des Programms wird deutlich, welche Themen die Tagung prägen sollen.
Im Zentrum steht Landschaftspflege als praktische Aufgabe zwischen ökologischer Wirkung und wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Die angekündigten Foren greifen Fragen auf, die für Projekte vor Ort, Flächennutzung und langfristige Finanzierung unmittelbar relevant sind.
Praxisfragen zur Landschaftspflege stehen im Vordergrund
Das Programm setzt auf Themen, die sich direkt aus der Umsetzung ergeben. Dazu gehören der Umgang mit Mahdgut und Grünlandbiomasse, die Organisation von Beweidung, die künftige GAP ab 2028 sowie die Rolle von Agroforst.
Dazu passt auch Elektronische Patientenakte (ePA) in Krankenhäusern: Warum der Start 2026 stockt und was auf Patienten zukommt.
Damit bleibt die Tagung nicht bei allgemeinen Leitbildern, sondern richtet den Blick auf konkrete Herausforderungen in der Praxis. Für die Arbeit in der Fläche sind genau diese Fragen entscheidend.
Grünlandbiomasse und Bioökonomie als Nutzungsperspektive
Einen Schwerpunkt setzt das Forum „Wohin mit dem Gras?“. Dahinter steht die Frage, wie Material aus der Landschaftspflege genutzt werden kann. Denn bei Pflegemaßnahmen entsteht regelmäßig Material, das häufig vor allem als Kosten- und Entsorgungsfrage behandelt wird.
Der Bezug zur Bioökonomie eröffnet hier eine andere Perspektive. Wenn Grasschnitt als Rohstoff für Insektenfutter, Verpackungen oder kommunale Verwertungslösungen diskutiert wird, rückt Wertschöpfung aus Pflegeleistungen in den Fokus. Damit wird deutlich, dass Landschaftspflege nicht nur Aufwand bedeutet, sondern auch mit tragfähigen Nutzungsideen verbunden werden kann.
Weidetierhaltung bleibt zentral für Offenland und Pflege
Ein weiterer Programmschwerpunkt liegt auf der Weidetierhaltung. Dabei geht es um ihre ökologischen und wirtschaftlichen Bedingungen sowie um unterschiedliche Weideformen und deren Leistung.
Für viele Landschaften ist Beweidung mehr als eine traditionelle Nutzungsform. Sie trägt dazu bei, Offenland zu erhalten, artenreiche Flächen vor Verbuschung zu bewahren und Pflege in einem realistischen Rahmen zu organisieren. Die Diskussion über Weideformen berührt deshalb immer auch Fragen der Umsetzbarkeit, der Kosten, des Arbeitsaufwands und dauerhafter Perspektiven.
GAP ab 2028 als Schlüsselfrage für langfristige Projekte
Besonders weitreichend ist das Forum zur Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028. Förderpolitik mag auf den ersten Blick komplex wirken, für die Praxis der Landschaftspflege ist sie jedoch von grundlegender Bedeutung.
Ob Maßnahmen für Biodiversität, extensive Nutzung oder naturnahe Bewirtschaftung langfristig bestehen können, hängt häufig an diesen Rahmenbedingungen. Dass im Programm einkommenswirksame Umweltmaßnahmen, Nachwuchsförderung und biodiversitätsförderliche Produktionssysteme genannt werden, zeigt die praktische Relevanz der Debatte. Es geht um die Bedingungen, unter denen Landschaftspflege künftig verlässlich organisiert werden kann.
Agroforst gewinnt im Programm an Gewicht
Mit dem Forum zu Agroforst greift die Tagung ein Themenfeld auf, das an Bedeutung gewinnt. Der Fokus auf Wirtschaftlichkeit, Beratung und Umsetzung zeigt, dass es nicht nur um Modellideen, sondern um konkrete Praxis geht.
Wo Agroforst als verbindendes Thema zwischen Nutzung, Klimaanpassung und Naturschutz diskutiert wird, entstehen neue Ansatzpunkte für Projekte. Der Programmpunkt verweist damit auf eine Entwicklung, in der unterschiedliche Anforderungen stärker zusammengeführt werden.
Exkursionen sollen Praxisbeispiele sichtbar machen
Zum Programm gehören auch Exkursionen, unter anderem zu Agroforstsystemen, Weiden und einem Streuobstprojekt in Vellmar. Diese Formate machen sichtbar, wie sich fachliche Ansätze unter realen Bedingungen umsetzen lassen.
Gerade bei Themen wie Streuobst, Beweidung oder Biomassenutzung zeigt sich die Tragfähigkeit von Konzepten oft erst in der praktischen Organisation, bei der Pflege und in der regionalen Zusammenarbeit. Die Exkursionen ergänzen deshalb die Fachforen um konkrete Einblicke in die Umsetzung.
Mit dem Motto „WERT. VOLL. LANDSCHAFT“ bündelt der Deutsche Landschaftspflegetag 2026 eine Debatte, die zentrale Zukunftsfragen der Landschaftspflege aufgreift. Das veröffentlichte Programm macht deutlich, dass in Kassel vor allem jene Themen verhandelt werden, die für die Tragfähigkeit von Naturschutzarbeit in der Fläche entscheidend sind.
Was sich aus dem Thema schon heute im Alltag ableiten lässt
Auch wenn der Landschaftspflegetag ein Fachformat ist, berührt er Fragen, die längst im Alltag angekommen sind: Wie gehen wir mit Flächen um, wie nutzen wir knappe Ressourcen sinnvoll und wie lassen sich Nachhaltigkeit und Kosten besser zusammendenken? Gerade die Debatte um Grünlandbiomasse zeigt, dass vermeintliche Reststoffe oft mehr Potenzial haben, als man auf den ersten Blick vermutet.
Das lässt sich gut auf den privaten oder beruflichen Alltag übertragen. Wer im Garten, im Betrieb oder im Wohnumfeld pflegt, schneidet, sortiert oder instand hält, steht oft vor derselben Grundfrage: entsorgen oder weiterverwenden? Genau dort beginnt praktische Ressourcenschonung. Häufig sind es nicht die großen Konzepte, sondern kluge Routinen bei Material, Energie und Beschaffung, die über Planung und Wirkung entscheiden.
Wer solche Entscheidungen einfacher machen will, findet in unserer Sammlung nachhaltige Lösungen für den Alltag gebündelte Anregungen rund um Recycling, Ökostrom und ressourcenschonende Produkte. Das passt gut zu der Idee, Landschaftspflege nicht nur als Aufwand zu sehen, sondern als Anlass, Nutzung und Verantwortung neu zusammenzubringen.
Update: Warum das Thema wichtig bleibt
Landschaftspflege ist weit mehr als ein lokales Projektfeld. Der Deutsche Landschaftspflegetag 2026 macht deutlich, dass die ökologische Wirkung in der Fläche eng mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit verbunden ist – von Mahdgut und Grünlandbiomasse über Beweidung bis zu Rahmenbedingungen wie der GAP ab 2028.
Für die betroffenen Akteure in der Fläche heißt das: Entscheidungen zur Nutzung von Pflege-Material, zur Organisation der Weidetierhaltung und zur langfristigen Förderfähigkeit prägen, ob Pflege verlässlich umsetzbar bleibt. Auch Beratung und Umsetzungsthemen wie Agroforst rücken damit in den Fokus, während Exkursionen zeigen sollen, wie Konzepte unter realen Bedingungen funktionieren.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Welche praktischen Umsetzungsfragen werden beim Landschaftspflegetag besonders betont?
Es geht u. a. um Mahdgut und Grünlandbiomasse, Beweidung sowie die Rolle von Agroforst.
Warum spielt die GAP ab 2028 für Landschaftspflege eine Schlüsselrolle?
Die Tagung stellt die Förderrahmenbedingungen als entscheidend dafür heraus, ob biodiversitäts- und naturnahe Maßnahmen langfristig bestehen können.
Was steckt hinter „Wohin mit dem Gras?“?
Das Forum fragt nach Nutzungsperspektiven für Material aus der Landschaftspflege – mit dem Blick auf Wertschöpfung im Sinne der Bioökonomie.
Wo kann man sich konkrete Einblicke zur Umsetzung holen?
Die Exkursionen sollen reale Praxisbeispiele zu Agroforstsystemen, Weiden und einem Streuobstprojekt sichtbar machen. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.
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11 Kommentare
Der Alltagsbezug ist mir wichtig, oft fängt ressourcenschonung im Garten an nicht nur in Grossprojekten. Wer schneidet und kompostiert kann Material wiederverwerte. Tipps zu Recycling, Ökostrom und lokalen Lösungen wären praktisch. Ich schau mir die Sammlung an /tipps/recycling /tipps/oekostrom und teile gern Erfahrungen
Super Idee mit kompost und Nachbarschaftsprojekte. Gemeinschaftskompost wäre eine Möglichkeit für Gemeinde die keine Entsorgung will oder kann. Frage an die Redaktion: Gibt es Leitfaden zur Umsetzung von lokalen Kompostprojekten? Linkvorschlag /projekte/kompost
Mich interesiert auch wie man junge Leute für Landschaftspflege gewinnen kann. Gibt es Anreize oder Programme damit Nachwuchs auf die Höfe und in Projekte kommt? Bildung und Praktika könnten helfen, siehe /foerderung/nachwuchs als Startpunkt
GAP ab 2028 ist echt eine Schlüsselfrage, ohne verlässliche Förderung geht vieles nicht. Die kombi von einkommenswirksame Umweltmaßnahmen und Nachwuchsförderung klingt gut aber wer kontrolliert und wie lang läuft das? Brauchen klare Regeln sonst bleibt es Theorie. Siehe /service/gap-2028 und /foerderung/nachwuchs
Genau, und dazu kommt Beratung und Schulung für Landwirtinnen die neue Systeme wie Agroforst brauchen. Kosten sind hoch und Zeitaufwand gross. Vielleicht Förderkurse oder Zuschüsse für Startphase sind sinnvoll. Infos unter /beratung/agroforst und /foerderung/nachwuchs
Biooekonomie als Perspektive gefällt mir sehr. Wenn Grasschnitt zu Rohstoff wird dann verliert das entsorgen seinen Schrecken. Aber wie technisch machbar ist das bei kleinen Betriebe? Wer investiert in Aufbereitung für Insektenfutter oder Verpackung? Link zu Fallstudien wäre gut /biooekonomie /projekte/streuobst-vellmar
Da sind viele Fragen offen, technische aufwand, Markt für Produkte, Qualität etc. Pilotprojekte wären gut um Fehler zu machen und lernen. Exkursionen helfen das zu sehe. Kann jemand Erfahrungsberichte posten von /projekte/streuobst-vellmar oder ähnlichen
Weide tierhaltung fand ich wichtig im Artikel, das offland bleibt so offen und artenreich. Aber wie mann die Arbeit organisiert wenn die Kosten steigen und wer zahlt? Agroforst klingt toll aber beratung fehlt oft. Gute Idee mit Exkursionen. Mehr infos auf /projekte/weide und /beratung/agroforst währe hilfsam
Gute Punkte Annemarie, vielleicht wären lokale Genossenschaften oder Nachbarschaftslösungen eine Option. Frage: Gibt es Beispiele wo Kommunen mit Landwirten zusammenarbeiten und wie sieht die Fördrung aus? Siehe auch /lokalpolitik/foerderung für manches. Bin gespannt ob das praktikabel ist
Das Programm find ich gut weil so praxis nah und nicht nur teori. Landschftspflege sacht man oft falsch aber das thema bleibt wichtig. Die Frage wohin mit dem Gras oder Gruenlandbiomase nutzen ist gross. Kann man das mit GAP 2028 fördern oder lokal verwerten? Links: /themen/gruenlandbiomasse /service/gap-2028
Stimmt das mit dem Gras ist ein Problem für viele. Ich wunder mich wer die Logistik macht und wie die Wertschöpfung wirft. Gibt es Beispiele für Insektenfutter oder Verpackung schon lokal? Würde gern mehr sehen in /projekte/biomasse und evtl. Förderung via /service/gap-2028