Kohlefinanzierung steigt: Studie enthüllt Deutsche Bank und Commerzbank als Treiber trotz Klimaschutz-Zielen

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Die Studie „Still Banking on Coal 2025“ von urgewald und 23 Partnerorganisationen belegt, dass die weltweite Kohlefinanzierung durch Banken nach einem Rückgang von 2022 auf 2023 im Jahr 2024 wieder auf 130 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. Die Deutsche Bank hat ihre Kohlefinanzierung seit 2022 auf 987 Millionen US-Dollar mehr als verdoppelt und als einzige europäische Bank an einem Milliardenkredit für den US-Kohleriesen Peabody mitgewirkt. Auch die Commerzbank hat nach einer vorübergehenden Reduzierung ihre Kohleförderung anschließend um über 100 Prozent erhöht.

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– Internationale Kohlefinanzierung durch Banken nach Rückgang wieder auf 130 Mrd USD gestiegen 2024
– Deutsche Bank verdoppelte Kohlefinanzierung seit 2022 auf 987 Mio USD und finanzierte Peabody-Kredit
– Commerzbank erhöhte Kohlefinanzierung nach kurzfristiger Verringerung um über 100 % wieder

Studie zeigt: Deutsche Bank und Commerzbank erhöhen ihre Finanzierung von Kohleprojekten deutlich

Eine aktuelle Untersuchung von urgewald und 23 Partnerorganisationen offenbart eine besorgniserregende Kehrtwende bei der Finanzierung von Kohle durch Banken weltweit. Die Studie „Still Banking on Coal 2025“ dokumentiert, dass sich nach einem Rückgang der Investitionen zwischen 2022 und 2023 die globale Kohlefinanzierung 2024 wieder auf 130 Milliarden US-Dollar erhöht hat*. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei deutschen Instituten: Die Deutsche Bank hat ihre Kohlefinanzierung seit 2022 mehr als verdoppelt und liegt mit 987 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 auf einem deutlich höheren Niveau als zuvor*. Mit besonderer Brisanz verbunden ist ihre Rolle als einzige europäische Bank, die an einem milliardenschweren Kredit für den umstrittenen US-Kohleriesen Peabody beteiligt ist*. Auch die Commerzbank zeigt ein ähnliches Muster. Sie verringerte ihre Kohlefinanzierung zunächst zwischen 2022 und 2023, um sie anschließend erneut um mehr als 100 Prozent zu erhöhen*. Diese Zahlen verdeutlichen, dass trotz globalem Druck und Klimazielen wichtige Finanzakteure ihre Unterstützung für klimaschädliche Kohleprojekte zuletzt ausgeweitet haben. Damit gewinnt die Debatte um nachhaltige Finanzierungen und die Verantwortung großer Banken gegenüber Klima und Umwelt neu an Dringlichkeit.

Warum der Anstieg der Kohlefinanzierung jetzt besonders alarmiert

Nach Jahren eines klaren Rückgangs ist die weltweite Finanzierung für Kohleprojekte durch Banken im Jahr 2024 überraschend wieder angestiegen – auf insgesamt 130 Milliarden US-Dollar. Dieses Wachstum markiert eine gefährliche Trendumkehr, gerade angesichts der internationalen Klimaziele, die eine schnelle Abkehr von fossilen Energien fordern. Die Studie „Still Banking on Coal 2025“ zeigt, dass sich berechtigte Sorgen mehren, denn vor allem deutsche Großbanken wie die Deutsche Bank und Commerzbank erhöhen ihre Unterstützung für Kohleprojekte massiv.

Warum ist dieses Phänomen gerade jetzt so bedeutsam? Banken spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen, weil sie den Zugang zu Kapital für energieintensive Branchen steuern. Einerseits hat das Pariser Abkommen klare Vorgaben zur Reduktion von Treibhausgasemissionen gesetzt; andererseits finanzieren wichtige Geldinstitute weiterhin Unternehmen, die stark auf Kohle setzen – einem der klimaschädlichsten Energieträger. So hat die Deutsche Bank seit 2022 ihre Kohlefinanzierung mehr als verdoppelt und ist sogar die einzige europäische Bank, die an einem Milliardenkredit für den US-Kohleriesen Peabody beteiligt ist. Die Commerzbank zeigt ein ähnliches Verhalten mit einer zunächst erfolgten Reduktion, gefolgt von einer dramatischen Erhöhung um mehr als 100 Prozent der Kohlefinanzierung.

Diese Entwicklung steht im starken Gegensatz zu den öffentlichen Bekenntnissen vieler Banken, die Klimaschutzziele offiziell unterstützen. Die Gründe dafür sind komplex: Banken sehen sich einem globalen Wettbewerb um lukrative Finanzprodukte ausgesetzt, und Kohleeinrichtungen liefern kurzfristig oft stabile Renditen. Zugleich fehlt es bisher an verbindlichen Regulierungen, die ein konsequentes Ende der Kohlefinanzierung erzwingen könnten.

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen im Überblick

  • Klimaparadox: Die steigende Kohlefinanzierung untergräbt die internationalen Klimaziele und verzögert den Umstieg auf erneuerbare Energien.
  • Reputationsrisiko für Banken: Finanzinstitute riskieren das Vertrauen ihrer Kunden und Investoren durch eine Praxis, die als klimaschädlich wahrgenommen wird.
  • Verzerrung des Energiemarktes: Verstärkte Investitionen in Kohle erschweren den Markteintritt sauberer Alternativen und verlängern die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
  • Globale Gerechtigkeitsfragen: Vor allem Länder im Globalen Süden leiden unter den Folgen des Klimawandels, während in Industriestaaten weiterhin Kohleprojekte finanziert werden.

Politisch und gesellschaftlich wächst der Druck auf Banken, ihre Rolle bei der Klimakrise zu reflektieren und Konsequenzen zu ziehen. Forderungen nach strengeren Offenlegungspflichten, verbindlichen Ausschlusskriterien für Kohlefinanzierungen und einer stärkeren staatlichen Regulierung nehmen zu. Auch zivilgesellschaftliche Gruppen und Kund:innen organisieren sich zunehmend, um Finanzinstitute für diese Entwicklung verantwortlich zu machen.

Diese neuen Rahmenbedingungen könnten die aktuelle Dynamik der Kohlefinanzierung zukünftig bremsen oder sogar umkehren – jedoch nur, wenn klare und verbindliche Maßnahmen folgen. Bis dahin bleibt der erneute Anstieg der Kohlefinanzierung ein deutliches Warnsignal für Banken, Gesellschaft und Klima.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung von urgewald e.V.

11 Antworten

  1. Ich frage mich immer wieder, ob wir nicht als Gesellschaft mehr Einfluss auf solche Entscheidungen haben können? Vielleicht durch Boykottaktionen oder mehr Aufklärung?

  2. Warum steigert Commerzbank ihre Kohlefinanzierung nach einem Rückgang? Gibt es interne Gründe oder nur kurzfristige Gewinnziele?

  3. „Kohlefinanzierung“ klingt so rückständig in einer Zeit des Wandels! Hat jemand darüber nachgedacht, welche Alternativen es für diese Banken gibt? Wir sollten die Diskussion darüber anregen.

    1. „Alternative Energien“ sind definitiv der Weg nach vorn! Ich hoffe nur, dass die Banken irgendwann aufwachen und sich ändern.

    2. „Globale Gerechtigkeit“ wird oft übersehen bei solchen Themen. Es ist wichtig zu bedenken, wie diese Entscheidungen Menschen im Globalen Süden beeinflussen.

  4. Die Erhöhung der Kohlefinanzierung ist alarmierend! Es scheint fast so, als ob die Banken sich über die Klimaziele hinwegsetzen. Warum gibt es nicht mehr Druck von der Regierung?

    1. Ja, das ist ein großes Problem! Die Regierung müsste klare Richtlinien setzen, um die Banken zu zwingen, nachhaltiger zu handeln.

  5. Ich finde es wirklich besorgniserregend, dass die Deutsche Bank ihre Kohlefinanzierung verdoppelt hat. Wie können sie das mit den Klimazielen vereinbaren? Gibt es denn keine Verantwortung gegenüber der Umwelt mehr?

    1. Es ist schon verrückt, wie Banken profitgierig handeln! Ich frage mich, ob wir als Kunden nicht mehr Einfluss auf ihre Entscheidungen haben könnten?

    2. Stimmt! Vielleicht sollten wir alle unsere Banken wechseln, wenn sie so weiter machen. Wir müssen ihnen zeigen, dass wir für nachhaltige Finanzierungen sind!

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