– Wettbewerbsdokumentation Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2025 am 12. September 2025 erschienen
– Fokusthema Klimagerechtigkeit betont Landschaftsarchitektur als Vorreiter klimaneutraler, resilienter Lebensräume
– Projekt „Landesgartenschau Höxter 2023“ exemplarisch für Aufwertung historischer Freiraumstrukturen ausgezeichnet
Wettbewerbsdokumentation und Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2025: Einblick und Bedeutung
Am 12. September 2025 wurde im Rahmen der feierlichen Verleihung des Deutschen Landschaftsarchitektur-Preises die aktuelle Wettbewerbsdokumentation veröffentlicht. Die zweisprachige, 84 Seiten umfassende Broschüre stellt das mit dem Preis ausgezeichnete Projekt „Landesgartenschau Höxter 2023“ vor und präsentiert die prämierten Arbeiten in unterschiedlichen Kategorien wie Pflanzenverwendung, Öffentlicher Raum, Konzepte für Natur und Stadt sowie Klimaschutz und Klimaanpassung. Neben diesen vertreten die Dokumentation außerdem alle nominierten Projekte, die innovative Ansätze im Bereich der Landschaftsarchitektur zeigen.
Der Präsident des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla), Prof. Stephan Lenzen, betont in seinem Vorwort die zentrale Rolle der Landschaftsarchitektur: „Unsere Expertise in Kombination mit unserer Vorstellungskraft und Entwurfsfähigkeit ist elementar und von großer Bedeutung.“ Nach seiner Auffassung hängt die Zukunft des menschlichen Zusammenlebens maßgeblich von der Gestaltung der gebauten Umwelt ab. Dabei sieht er insbesondere auch eine gesellschaftliche Verantwortung: „Die planenden Berufe sind gefordert, eine Vorreiterrolle für ein klimagerechtes und klimaangepasstes Erschaffen und Bewahren von resilienten Lebensräumen einzunehmen. Neben den ökologischen Folgen werden die sozialen Auswirkungen des Klimawandels immer deutlicher. Klimagerechtigkeit wird so auch in unseren gemäßigten Breiten zur zwingenden Aufgabe.“
Ein besonderes Augenmerk richtet die Ausstellung auch auf urbane Lebensräume. Die Kunstvermittlerin Ursula Seeger beschreibt Städte als mehr als reine Infrastruktur: Sie sind Lebensräume für Tiere wie Nachtigallen und Orte, an denen sich biologische Vielfalt und menschliches Miteinander auf neue Weise verbinden. „Wenn wir in der Natur lauschen, hören wir Gespräche in einer Sprache, die nicht unsere ist.“ Dieses Zitat der US-amerikanischen Autorin Robin Wall Kimmerer nutzt Seeger, um darauf hinzuweisen, wie wichtig es sei, die eigene Wahrnehmung zu öffnen und sich auf nicht-menschliche Perspektiven einzulassen: „Durch andere Sprech- und Erzählweisen können wir uns öffnen für nichtmenschliche Lebewesen, ihre Bedürfnisse und unsere Interaktionen mit ihnen.“
Am Beispiel der „Landesgartenschau Höxter 2023“ wird gezeigt, wie Landschaftsarchitektur städtische Freiräume zukunftsorientiert gestalten kann. Das Projekt entwickelte für jeden einzelnen Ort eine individuelle Lösung, die exakt auf unterschiedliche Nutzungen abgestimmt ist und gleichzeitig historische und ökologische Qualitäten bewahrt und weiterentwickelt. Die Jury beschreibt das Ergebnis als „eine hohe Kunst in unserer reiz- und trendüberfluteten Welt“, die handwerklich bis ins kleinste Detail werthaltig umgesetzt wurde.
Die Dokumentation ist ein bedeutendes Nachschlagewerk, das aufzeigt, wie vielfältig und relevant Landschaftsarchitektur heute ist. Interessierte können die Broschüre in deutscher und englischer Sprache kostenfrei beim bdla bestellen.
Dieser Beitrag basiert auf der Pressemitteilung des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla) zur Dokumentation des Deutschen Landschaftsarchitektur-Preises 2025.
10 Kommentare
Es wäre gut zu sehen, wie man Klimagerechtigkeit wirklich umsetzen kann! Das Projekt in Höxter zeigt einen Weg auf. Gibt es andere solche Initiativen? Ich wäre daran interessiert!
Toll gesagt! Ich habe von einem ähnlichen Projekt in meiner Stadt gehört – dort wird auch viel Wert auf ökologische Aspekte gelegt.
Klimaschutz fängt im Kleinen an – vielleicht könnten lokale Gruppen helfen? Wer hat Erfahrungen damit gemacht?
Die Ideen über nachhaltige Architektur sind wirklich inspirierend! Ich frage mich jedoch, ob die Umsetzung dieser Konzepte überall möglich ist oder ob es Unterschiede zwischen den Städten gibt.
Ich finde es wichtig, dass wir uns auch mit nicht-menschlichen Perspektiven auseinandersetzen. Die Zitate von Ursula Seeger haben mich zum Nachdenken gebracht! Wie können wir diese Ideen mehr in unser tägliches Leben integrieren?
Das ist ein wichtiger Punkt, Ludmilla! Vielleicht sollten wir mehr Workshops anbieten, um diese Ideen umzusetzen? Was denkt ihr darüber?
‚Lebensräume für Tiere‘ ist ein schöner Gedanke! Ich frage mich oft, wie Städte und Natur besser zusammenarbeiten können. Gibt es Beispiele aus anderen Ländern?
Die Broschüre klingt informativ und ich bin neugierig auf die verschiedenen Ansätze. Besonders das Projekt in Höxter scheint spannend zu sein. Was haltet ihr von der Verbindung zwischen Natur und urbanem Leben?
Ich finde es großartig, dass das Thema Klimagerechtigkeit so viel Aufmerksamkeit bekommt. Die Landschaftsarchitektur hat wirklich die Möglichkeit, etwas zu bewirken. Wie denkt ihr über die Rolle der Stadtplanung in diesem Kontext?
Ich stimme zu, Meinhard! Es ist interessant zu sehen, wie historische Freiräume modern interpretiert werden können. Glaubt ihr, dass wir auch in anderen Städten ähnliche Projekte umsetzen sollten?