Protest gegen LNG-Terminal Mukran: Kletteraktion für eine klimagerechte Energieversorgung
Mit einer spektakulären Aktion protestierten Aktivist:innen von Robin Wood an der Rügenbrücke in Stralsund gegen das geplante Flüssiggas-Terminal im Industriehafen Mukran auf Rügen. Vier Kletterer:innen seilten sich vom Brückenbogen ab und entrollten ein 25 Meter langes Banner mit der Aufschrift: „Energiewende statt LNG und Gasimporte!“. Sie fordern die Bundesregierung und die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern dazu auf, den Bau des LNG-Terminals zu stoppen, da es weder für die Versorgung notwendig sei noch massive Schäden für Natur und Klima verursache.
Marit Schneider, Aktivistin bei Robin Wood, machte deutlich: „Die Gasspeicher sind auch über den Winter gut gefüllt. Bereits bestehende Flüssiggas-Terminals waren 2023 nur zur Hälfte ausgelastet. Die Versorgungssicherheit ist auch ohne das geplante Terminal in Mukran gewährleistet. Eine Gasmangellage gibt es nicht. Damit fehlt die Grundlage, das LNG-Beschleunigungsgesetz anzuwenden, mit dem Vorgaben zum Natur- und Umweltschutz auf unverantwortliche Weise ausgehebelt werden.“ Statt auf Flüssiggas plädieren sie für eine effiziente, sozial- und klimagerechte Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien.
Die ökologische Problematik des fossilen Flüssiggases ist gravierend. Der Einsatz von LNG sei ökologisch katastrophal und wirke als Brandbeschleuniger mitten in der Klimakrise. Die internationale Lage verändert sich: US-Präsident Joe Biden kündigte letzte Woche an, alle ausstehenden Genehmigungen für LNG-Exporte zu überprüfen und alle Bauprojekte für LNG-Terminals vorerst zu stoppen. Johanna Kinder, Aktivistin von Robin Wood, fordert, dass die Bundesregierung diesem Schritt folgt: „Die Bundesregierung muss alle LNG-Projekte neu bewerten, um ihre Auswirkungen auf den Naturschutz und die Klimaziele zu berücksichtigen und den Ausbau von Überkapazitäten sofort zu stoppen.“
Besonders problematisch ist die lange Laufzeit der LNG-Terminals bis 2043, die Deutschlands Ziel der Klimaneutralität bis 2045 klar widerspricht. Zudem verursacht die gesamte Versorgungskette – vom Transport über die Umwandlung bis zur Verbrennung – erhebliche Treibhausgasemissionen. Die Herkunft des LNG ist ebenfalls kritisch, da es aus Ländern wie Katar importiert wird, in denen Menschenrechte missachtet werden, oder aus den USA, wo das sogenannte Fracking massive Umwelt- und Gesundheitsschäden verursacht. Johanna Kinder erklärt: „Durch den rücksichtslosen Ausbau der LNG-Infrastruktur verschärfen sich auch in anderen Ländern Umwelt-, Menschenrechts-, Gesundheits- und Versorgungsprobleme massiv. LNG untergräbt damit weit über die Landesgrenzen hinaus eine klimagerechte Energiewende.“
Das Terminal „Deutsche Ostsee“ im Industriehafen Mukran umfasst zwei Spezialschiffe zum Anlanden von verflüssigtem Erdgas sowie eine rund 50 Kilometer lange Gaspipeline durch das Naturschutzgebiet Greifswalder Bodden zum Einspeisepunkt nach Lubmin. Die Inbetriebnahme war ursprünglich für den Winter 2023/2024 geplant, wird jedoch aufgrund des Widerstands und der Proteste der Aktivist:innen nicht gelingen. Die Aktion von Robin Wood macht deutlich, wie dringend eine nachhaltige und klimafreundliche Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien notwendig ist. Die Forderung lautet klar: Stopp des LNG-Terminals in Mukran, Investition in eine zukunftsfähige Energieversorgung und Berücksichtigung von Umwelt- und Klimaschutzzielen auf nationaler wie internationaler Ebene.
LNG-Terminals und Klimaschutz: Konfliktfelder und Perspektiven
Der Ausbau von LNG-Terminals in Deutschland steht im Spannungsfeld zwischen Versorgungssicherheit, Klimaschutz und gesellschaftlichen Forderungen nach nachhaltiger Energiepolitik. Die Diskussion ist geprägt von kontroversen Meinungen über die Rolle von Flüssigerdgas (LNG) in der nationalen Energieversorgung und den Konsequenzen für die Erreichung der Klimaziele. Besonders vor dem Hintergrund internationaler Entwicklungen – vor allem in den USA – wird deutlich, wie eng energetische Interessen mit globaler Verantwortung verknüpft sind. Dabei stellen sich zentrale Fragen: Wie kann Deutschland seinen Energiebedarf sichern, ohne die Klimaziele zu gefährden? Und welche Alternativen zum Einsatz fossiler Energieträger bestehen?
LNG-Ausbau und Versorgungssicherheit
Der Ausbau von LNG-Terminals soll die Abhängigkeit von Erdgasimporten aus politisch instabilen Regionen verringern. LNG kann flexibel per Schiff geliefert werden, was kurzfristige Versorgungsengpässe abmildern soll. Doch der Ausbau stößt auf Widerstand, da LNG weiterhin ein fossiler Brennstoff ist und somit das Ziel einer klimaneutralen Energieversorgung erschwert. Vor diesem Hintergrund steht der Wunsch nach Versorgungssicherheit oft im Konflikt mit dem dringenden Bedarf, Treibhausgasemissionen zu senken.
Globale Verantwortung und Klimaziele
International nimmt die Bedeutung von LNG ebenfalls zu, insbesondere durch den starken Ausbau der US-amerikanischen LNG-Exporte. Dieser Trend beeinflusst die globale Energiemärkte und macht den Umgang mit LNG zu einer Frage der internationalen Zusammenarbeit und Verantwortung. Die Herausforderung besteht darin, kurzfristige Energieengpässe zu überbrücken, ohne langfristig den Klimaschutz zu unterminieren.
Die Fragen nach der Balance von Energieimporten, der sozialen Akzeptanz neuer Infrastruktur und konsequentem Klimaschutz dominieren die öffentliche Debatte und prägen wirtschaftliche wie politische Entscheidungen.
Wichtige Aspekte der LNG-Debatte in Deutschland:
- Bedeutung von LNG für die kurzfristige Sicherung der Energieversorgung
- Konflikt zwischen fossiler Technologie und Klimazielen
- Einfluss internationaler Player, insbesondere der USA, auf LNG-Märkte
- Gesellschaftliche Kontroversen um Umweltfolgen und Infrastrukturprojekte
- Diskussion um Alternativen zu fossilen Energieträgern und erneuerbare Energien
Im politischen Raum zeichnen sich bereits Konsequenzen ab: Die Entscheidung über den weiteren LNG-Ausbau wird maßgeblich die Richtung der deutschen Energiepolitik in den kommenden Jahren beeinflussen – zwischen pragmatischer Versorgungssicherung und ambitioniertem Klimaschutz.
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Kletterprotest an Rügenbrücke: LNG-Terminal auf Rügen jetzt für immer kippen!
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6 Kommentare
Die Gasspeicher sind voll und die alten Terminals sind nicht mal ausgelastet. Wieso wollen die dann noch mehr bauen? Das verstehe ich nicht. Das schadet doch nur der Umwelt.
Habe gelesen, dass Amerika jetzt auch gegen LNG ist. Wenn die das machen, sollte Deutschland auch überlegen, ob das so eine gute Idee ist.
Ja, das hat Biden gesagt. Vielleicht nimmt Deutschland sich daran ein Beispiel und hört auf die Umwelt kaputt zu machen.
Die brauchen doch gar kein neues Terminal, wenn die Speicher eh voll sind. Das ist doch Geldverschwendung und schlecht für die Natur.
Ich finde es gut, dass die Aktivisten sich trauen, sowas zu machen. Die Regierung muss endlich mal aufwachen und auf erneuerbare Energien setzen! Das ist doch klar, dass LNG schlecht für die Umwelt ist.
Ich habe gehört, dass LNG total umweltschädlich ist. Die machen da so Chemikalien in den Boden und das vergiftet alles. Warum baut man sowas noch?