– Klaus Dirr, ehemaliger Vorsitzender des BDSW-Fachausschusses Technik, verstarb Anfang November.
– Er prägte über Jahrzehnte die technische Entwicklung der Sicherheitsbranche.
– Unter seiner Leitung wurden Richtlinien für das Sicherheitsgewerbe praxisnah ausgestaltet.
Nachruf auf Klaus Dirr: Ein Leben für die Sicherheitsbranche
Die Sicherheitswirtschaft trauert um eine ihrer prägenden Persönlichkeiten: Klaus Dirr, langjähriger Vorsitzender des Fachausschusses Technik im Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW), ist Anfang November im Alter von 87 Jahren verstorben. Der Verband verliert mit ihm einen Fachmann, der über Jahrzehnte die technische Entwicklung der Branche beeinflusst hat.
Bereits seit 1998 engagierte sich Dirr im Fachausschuss Technik, zunächst als stellvertretender Vorsitzender, bevor er im Jahr 2000 den Vorsitz übernahm. In seiner zehnjährigen Amtszeit setzte er sich mit großem Sachverstand dafür ein, technische Entwicklungen auf dem Sicherheitsmarkt zu beobachten und den Mitgliedsunternehmen des BDSW praxisgerechte und zukunftsweisende Sicherheitskonzepte zugänglich zu machen. Unter seiner Leitung intensivierte sich der Meinungsaustausch mit anderen Verbänden, insbesondere mit der VdS Schadenverhütung GmbH und dem Bundesverband Sicherheitstechnik.
Neben seiner Tätigkeit im Fachausschuss war Klaus Dirr seit 1998 Mitglied der BDSW-Tarifkommission Nordrhein-Westfalen. Beruflich prägte er die Branche über mehr als vier Jahrzehnte als Geschäftsführer der Wach- und Alarmbereitschaft Niederrhein GmbH in Moers und der WAB Grenzland GmbH in Kempen.
Cornelia Okpara, Hauptgeschäftsführerin des BDSW, würdigte den Verstorbenen mit den Worten: "Mit Klaus Dirr verliert die Sicherheitswirtschaft eine herausragende Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg die technische Entwicklung der Branche mitgestaltet und entscheidend geprägt hat. Sein Engagement, seine Fachkenntnis und vor allem sein kollegiales Wesen werden uns in lebendiger Erinnerung bleiben."
Klaus Dirrs Vermächtnis im Kontext einer transformierten Branche
Die Bedeutung von Klaus Dirrs Wirken erschließt sich erst vollständig vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Veränderungen, die die Sicherheitswirtschaft seit seiner aktiven Zeit durchläuft. Seine Amtszeit als Vorsitzender des BDSW-Fachausschusses Technik von 2000 bis 2010 fiel in eine Phase, in der technische Innovationen zunehmend das Berufsbild prägten – ein Trend, der sich heute massiv beschleunigt hat.
Technologischer Wandel in der Branche
Die private Sicherheitswirtschaft zeigt sich stark technologisch geprägt durch den Einsatz von Drohnen, Robotern und KI-gestützter Bildauswertung (Stand: August 2025). Diese Entwicklung war bereits zu Dirrs Zeit absehbar, doch heute bestimmen digitale Lösungen maßgeblich die Sicherheitskonzepte. Der langjährige Verbandsfunktionär erkannte früh, dass technische Entwicklungen nicht nur beobachtet, sondern aktiv gestaltet werden müssen – eine Haltung, die angesichts der aktuellen Dynamik besonders weitsichtig erscheint.
Regulatorischer Rahmen: SiGG-Entwurf
Parallel zur technischen Transformation vollzieht sich ein regulatorischer Wandel. Der Entwurf des Sicherheitsgewerbegesetzes (SiGG) (Stand: Oktober 2023) steht für die beständige Anpassung des rechtlichen Rahmens an veränderte Marktbedingungen. Die kontroversen Stellungnahmen der Marktteilnehmer zu diesem Gesetzesvorhaben zeigen, wie komplex die Interessenabwägung in der Branche bleibt – eine Herausforderung, die Dirr während seiner Ausschussarbeit bereits kannte.
Die wirtschaftliche Dimension des Sektors unterstreicht die Relevanz dieser Entwicklungen. Nach Angaben des BDSW lag der geschätzte Umsatz der Branche im Jahr 2024 bei rund 14,13 Mrd. Euro.* Eine unabhängige Schätzung beziffert den Gesamtmarkt für das Jahr 2024 auf knapp 12 Mrd. Euro.* Beide Zahlen belegen die beträchtliche volkswirtschaftliche Bedeutung des Sektors, den Klaus Dirr über Jahrzehnte mitgestaltet hat.
Sein Engagement für praxisgerechte und zukunftsweisende Sicherheitskonzepte erwies sich als richtungsweisend in einer Branche, die sich heute zwischen technologischem Fortschritt, regulatorischen Anpassungen und wirtschaftlichen Erwartungen positionieren muss.
Zahlen und Fakten zur Sicherheitsbranche
Die Sicherheitswirtschaft in Deutschland durchläuft einen tiefgreifenden Wandel, der sich in konkreten Marktdaten und Technologieindikatoren ablesen lässt. Die verfügbaren Statistiken zeigen ein Bild von solidem Wachstum bei gleichzeitiger technologischer Transformation.
Marktgrößen und Wachstum
Für das Jahr 2024 wird der Gesamtmarkt der privaten Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland auf rund 14,13 Mrd. Euro geschätzt (Stand: 2024)*. Die unterschiedlichen Marktwerte in verschiedenen Quellen lassen sich durch methodische Unterschiede und Abgrenzungen erklären. Während manche Studien den Gesamtmarkt betrachten, fokussieren andere auf bestimmte Unternehmenssegmente oder Dienstleistungsbereiche.
Technologie- und Adoptionsindikatoren
Die technologische Durchdringung schreitet voran. Etwa die Hälfte der Sicherheitsdienstleister setzt bereits Robotik und digitale Technologien ein, darunter Drohnenpilotprojekte*. Diese Entwicklung bestätigt die Beobachtung, dass die private Sicherheitswirtschaft in Deutschland von technologischer Transformation geprägt ist – etwa durch drohnen- und roboterbasierte Dienste kombiniert mit KI-gestützter Bildauswertung und Alarmsteuerung*.
Technologischer Wandel und Regulierung: Wie sich die Sicherheitsbranche neu erfindet
Die private Sicherheitswirtschaft durchläuft einen tiefgreifenden Transformationsprozess, der Arbeitsalltag, Qualifikationsprofile und Geschäftsmodelle grundlegend verändert. Technologische Innovationen und neue regulatorische Rahmenbedingungen wirken dabei als Treiber – mit spürbaren Auswirkungen für Beschäftigte, Kunden und die öffentliche Sicherheit.
Ein Entwurf des Sicherheitsgewerbegesetzes (SiGG) liegt vor, der technische und organisatorische Kriterien für private Sicherheitsdienstleister regelt; die Stellungnahmen der Marktteilnehmer sind kontrovers (Stand: Oktober 2023)*. Die Branche diskutiert insbesondere die Anpassung an digitale Dienstleistungen und die Integration neuer Technologien. Parallel dazu beschleunigen technologische Trends den Wandel.
Folgen für Beschäftigte und Qualifikation
Die fortschreitende Digitalisierung erfordert neue Kompetenzprofile bei Sicherheitsmitarbeitern. Während klassische Wachaufgaben teilweise automatisiert werden, gewinnen technisches Verständnis und analytische Fähigkeiten an Bedeutung. Die Adoption von Robotern und Drohnen in den Top-25-Sicherheitsunternehmen zeigt diesen Trend deutlich (Quelle: LünenDonk-Studie, Stand: Oktober 2025)*. Beschäftigte müssen heute komplexe Sicherheitssysteme überwachen, Alarmmeldungen bewerten und bei technischen Störungen eingreifen können. Diese Entwicklung schafft einerseits anspruchsvollere Tätigkeiten, stellt andererseits aber auch hohe Anforderungen an die kontinuierliche Weiterbildung des Personals.
Bedeutung integrierter Sicherheitslösungen
Immer mehr Kunden – besonders im Bereich kritischer Infrastrukturen – erwarten ganzheitliche Sicherheitskonzepte, die personelle Präsenz mit modernster Technologie verbinden. Die Kombination von Sicherheitskräften vor Ort mit intelligenter Videoüberwachung, Zugangskontrollsystemen und mobilen Einsatzkräften bildet heute den Standard für wirksamen Schutz. Diese integrierten Lösungen kommen insbesondere beim Schutz von Kraftwerken, militärischen Liegenschaften und großen Industrieanlagen zum Einsatz, wo sie die Effizienz und Reaktionsfähigkeit deutlich steigern.
Die Branche profitiert von diesen Entwicklungen mit einem erwarteten jährlichen Wachstum von 3–6 Prozent (Stand: 2025)*. Dieser Aufschwung basiert maßgeblich auf der gestiegenen Nachfrage nach digital gestützten Sicherheitsdienstleistungen.
Die gesellschaftlichen Folgen dieses Wandels lassen sich in drei Punkten zusammenfassen:
- Höhere Effizienz und bessere Gefahrenfrüherkennung durch technologische Unterstützung
- Verändertes Berufsbild mit anspruchsvolleren, aber auch spezialisierteren Tätigkeiten
- Verbesserter Schutz kritischer Infrastrukturen durch kombinierte Mensch-Technik-Lösungen
Für die bundesweit rund 290.000 Sicherheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter bedeutet dies einen fundamentalen Wandel ihres Berufsalltags – weg von rein präsenzorientierten Tätigkeiten hin zu komplexen, technikgestützten Sicherheitsdienstleistungen, die qualifizierte Fachkräfte dringend benötigen.*
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Ein Vermächtnis für die Zukunft der Sicherheitsbranche
Klaus Dirr hinterlässt der Sicherheitswirtschaft mehr als nur Erinnerungen – sein Wirken prägt die zentralen Zukunftsthemen der Branche bis heute. Als langjähriger Vorsitzender des BDSW-Fachausschusses Technik verband er technische Expertise mit praktischer Umsetzbarkeit und schuf damit Grundlagen, die aktueller denn je sind. Sein Engagement für praxisgerechte Sicherheitskonzepte und den intensiven Austausch zwischen Verbänden wirkt in den heutigen Transformationsprozessen fort.
Die Sicherheitsbranche steht vor dreifachen Herausforderungen, die Dirrs Weitsicht unterstreichen: Die technologische Transformation schreitet mit Systemvernetzung und künstlicher Intelligenz voran – Entwicklungen, die bereits in Dirrs Amtszeit an Bedeutung gewannen und heute branchenprägend sind (Stand: August 2025). Parallel erfordern regulatorische Entwicklungen wie der SiGG-Entwurf (Stand: Oktober 2023) kontinuierliche fachliche Begleitung, wie sie Dirr über Jahre garantierte. Zugleich zeigt der Markt mit einem geschätzten Umsatz von rund 14,13 Milliarden Euro* (Stand: 2024) und etwa 290.000 Beschäftigten* die wirtschaftliche Relevanz der Branche, deren Fachkräftesicherung bleibende Aufmerksamkeit verlangt.
Für eine vertiefende Berichterstattung bieten sich Interviews mit Verbandsvertretern, Mitgliedsunternehmen wie den WAB-Betrieben und unabhängigen Marktforschern an. Diese könnten Dirrs fachliches Erbe in den aktuellen Branchendiskurs einordnen und zeigen, wie seine Arbeit bis heute nachwirkt. Sein Vermächtnis lebt nicht nur in Erinnerungen fort, sondern in den Strukturen und Standards, die die Sicherheitswirtschaft auch in Zukunft tragen werden.
Dieser Beitrag enthält Informationen und Zitate, die einer Pressemitteilung des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft (BDSW) entstammen.
Weiterführende Quellen:
- „Seit Oktober 2023 liegt ein Entwurf des Sicherheitsgewerbegesetzes (SiGG) vor, der technische und organisatorische Kriterien für private Sicherheitsdienstleister regelt; die Stellungnahmen der Marktteilnehmer sind kontrovers (Stand: Oktober 2023).“ – Quelle: https://sicherheitsmelder.boorberg.de/2025/10/01/oplan-deu-eine-aufgabe-fuer-die-private-sicherheitswirtschaft
- „Die private Sicherheitswirtschaft in Deutschland ist stark von technologischer Transformation geprägt, etwa durch drohnen- und roboterbasierte Dienste kombiniert mit KI-gestützter Bildauswertung und Alarmsteuerung (Stand: August 2025).“ – Quelle: https://sdm-se.de/wp-content/uploads/2025/08/20250807_sdm_Anno_final.pdf
- „Für das Jahr 2024 wird der Gesamtmarkt der privaten Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland auf knapp 12 Mrd. Euro geschätzt mit einem erwarteten jährlichen Wachstum von 3–6 %, wobei der Bedarf an automatisierten Systemen wie Alarmtechnik, Videoanalyse und KI besonders stark wächst (Stand: 2025).“ – Quelle: https://wachprosecurity.de/sicherheitsbranche-nrw-2025-wachstumschancen-ki-einsatz-and-digitalisierung-stellungnahme-aus-der-unternehmensfuhrung
- „Im Geschäftsjahr 2024 erzielten die Top-25-Sicherheitsdienstleister ein Umsatzwachstum von 7,5 %, und etwa die Hälfte setzt bereits Robotik und digitale Technologien, darunter Drohnenpilotprojekte, ein (Stand: Oktober 2025).“ – Quelle: https://git-sicherheit.de/de/news/luenendonk-studie-sicherheitsdienstleister-werden-digital
7 Antworten
Klaus Dirrs Tod ist ein großer Verlust für die Branche! Ich hoffe sehr, dass sein Erbe weiterlebt und auch in Zukunft neue Standards setzt. Welche Chancen seht ihr für junge Fachkräfte in der Sicherheitsbranche?
…tolle Frage! Mit dem technologischen Wandel ergeben sich bestimmt viele neue Möglichkeiten! Vor allem im Bereich digitale Sicherheit gibt es viel Potenzial. Was denkt ihr über digitale Dienstleistungen?
Es ist beeindruckend, was Klaus Dirr für die Sicherheitswirtschaft geleistet hat! Die technischen Veränderungen sind enorm. Glaubt ihr, dass die Branche durch den Einsatz von Robotern effizienter wird? Ich bin gespannt auf eure Meinungen!
Das denke ich auch! Roboter können viele Aufgaben übernehmen und die Sicherheit erhöhen. Aber wie sieht es mit der Ausbildung der Mitarbeiter aus? Müssen sie sich anpassen? Was denkt ihr darüber?
Ich finde es traurig, dass Klaus Dirr nicht mehr da ist. Er hat viel für die Sicherheitsbranche getan, vor allem in der Technik. Wie wird sich die Branche jetzt weiterentwickeln ohne ihn? Es wäre interessant zu hören, welche Ideen andere dazu haben.
Ja, das stimmt! Klaus Dirrs Engagement war wirklich bemerkenswert. Ich frage mich, ob die neuen Technologien wie Drohnen und KI weiterhin so gut umgesetzt werden können ohne seine Erfahrung?
Sein Einfluss wird sicherlich fehlen. Welche neuen Sicherheitskonzepte könnten jetzt an Bedeutung gewinnen? Vielleicht sollten wir uns mehr mit den aktuellen Entwicklungen im SiGG-Entwurf befassen.