Kindgerechte Verkehrsplanung – Umdenken jetzt erforderlich

Kindgerechte Verkehrsplanung - Umdenken jetzt erforderlich

Aufbruch in ein kindgerechtes Deutschland: Umdenken in der Stadt- und Verkehrsplanung notwendig

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert eine breite überparteiliche Initiative für ein Umdenken in der Stadt- und Verkehrsplanung direkt nach der Bundestagswahl. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation gehört dazu beispielsweise eine Änderung des Baugesetzbuches, damit Kinder und Jugendliche an den Erneuerungsprozessen ihrer Quartiere und Stadtteile beteiligt werden, ebenso wie Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts sowie die erleichterte Möglichkeit der Einrichtung von Schulstraßen und temporären Spielstraßen.

Auch die Stadt- und Verkehrsplanung hat sich laut UN-Kinderrechtskonvention am Vorrang des Kindeswohls zu orientieren. Dafür müssen die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und die Herstellung kindgerechter Lebensbedingungen als Leitlinien in der Stadt- und Verkehrsgestaltung verbindlich etabliert werden.

„Wir brauchen eine ganzheitliche Entwicklung von Städten und Gemeinden, in denen sich Kinder und Jugendliche wohl fühlen. Eine kinderfreundliche Stadt- und Verkehrsplanung entspricht den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention und stärkt die Zukunftsfähigkeit von Kommunen durch die nachhaltige Erhöhung der Lebensqualität von Kindern und Familien. Kinder dürfen nicht länger die Leidtragenden von Wohnraumverdichtung, autofreundlichen Verkehrsflächen und vernachlässigten Spielräumen sein.
Insofern freuen wir uns über die kürzlich erfolgte gesetzliche Verankerung von Naturerfahrungsräumen im Baugesetzbuch. Nicht selten bieten solche geschützten Räume Kindern in mehrfach belasteten, verdichteten Stadtquartieren die einzige Chance auf naturnahes, eigenständiges Draußenspielen.
Bei städtebaulichen Planungsfragen wird noch zu häufig allein aus der Erwachsenenperspektive gedacht. Wir sollten deshalb umgehend dazu übergehen, Kindern und Jugendlichen auch im Bereich der Stadt- und Verkehrsplanung kontinuierlich, umfassend und möglichst frühzeitig Mitbestimmung zu ermöglichen“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Weiterlesen  Bedeutung der Entwicklungspolitik hat zugenommen

„Auch bei Maßnahmen zur Verkehrssicherheit müssen die Belange von Kindern stärker berücksichtigt werden.
Dafür braucht es eine veränderte Verkehrspolitik, um für mehr Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr zu sorgen.
Das gilt sowohl für städtische als auch für ländliche Räume. Wichtig ist es auch hier, Kinder und Jugendliche an den kommunalen Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit, wie beispielsweise bei der Erstellung von Schulwegplänen, möglichst frühzeitig zu beteiligen.
Denn Kinder sind Expertinnen und Experten in eigener Sache, wenn es darum geht, Gefahrensituationen zu identifizieren und Hinweise zu geben, wie effektive Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden können. Zudem sollten durch Änderungen der Straßenverkehrsordnung Kommunen leichter sogenannte Schulstraßen mit temporären Durchfahrtsbeschränkungen an Schulen einrichten können. Und schließlich sollte Tempo 30 innerorts als Regelgeschwindigkeit gelten, um insbesondere kleine Kinder effektiver als bisher im Straßenverkehr zu schützen und die Lebensqualität für alle zu stärken“, so Thomas Krüger.

Weiterlesen  Frühjahrstage Oberfranken werden wegen steigender Inzidenzwerte abgesagt

Anlässlich der Bundestagswahlen in diesem Jahr legt das Deutsche Kinderhilfswerk einen Katalog mit zehn Forderungen für den „Aufbruch in ein kindgerechtes Deutschland“ vor.

Diese werden sukzessive unter www.dkhw.de/kernforderungen veröffentlicht. Ein Kernforderungspapier des Deutschen Kinderhilfswerkes zur kinderfreundlichen Stadt- und Verkehrsplanung findet sich unter www.dkhw.de/kernforderungen/kinderfreundliche-stadtplanung, weitere Informationen unter www.dkhw.de/schwerpunkte/spiel-und-bewegung/politische-arbeit/.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland.

Weiterlesen  Corona: Einzelhandel mit Impfappell an die Bevölkerung

Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Aktuelle Verbandsnachrichten:

Sondierungsergebnisse: AWO begrüßt geplante Kindergrundsicherung

Sondierungsergebnisse: AWO begrüßt geplante Kindergrundsicherung Berlin, den 15.10.2021. In ihren Sondierungsgesprächen einigten sich SPD, Grüne und FDP auf die Einführung einer Kindergrundsicherung. Die Arbeiterwohlfahrt sieht in dem Beschluss eine wichtige Chance im Kampf gegen Kinderarmut. Es gelte jetzt, die Kriterien für eine echte Kindergrundsicherung im Koalitionsvertrag zu verankern und das

Weiterlesen

Wieder deutliche Verschlechterung der Stimmungslage in der Landwirtschaft

Wieder deutliche Verschlechterung der Stimmungslage in der LandwirtschaftKonjunkturbarometer Agrar Nach relativ stabilen Frühjahrs- und Sommerwerten hat sich die Stimmungslage unter den deutschen Landwirten im Herbst 2021 wieder deutlich verschlechtert. Das zeigen die Ergebnisse des DBV-Konjunkturbarometer Agrar für den Monat September. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, sieht die Ursache

Weiterlesen

Erreichung der Altglasrecyclingquote in Gefahr

Erreichung der Altglasrecyclingquote in Gefahr Zur Erfüllung der VerpackG-Vorgabe von 90 Prozent Glasrecyclingquote ab 2022 müsste mehr Glas recycelt werden als derzeit über den Input zur Verfügung steht. Die Glasrecycler fordern Lösungskonzepte, um Erfassungsmengen qualitätsorientiert steigern zu können. Die neue Output-basierte Berechnungsvorgabe zur Kalkulation der Recyclingziele, die im Verpackungsgesetz für

Weiterlesen

Regionalbanken zur Neuorientierung in der Bundespolitik:

Pressemitteilung des Genossenschaftsverbands Bayern und des Sparkassenverbands Bayern Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) und der Sparkassenverband Bayern (SVB) stellen sechs „Leitplanken“ für eine überzeugende wirtschaftliche Entwicklung vor Regionalbanken zur Neuorientierung in der Bundespolitik: Soziale Marktwirtschaft muss die Richtung vorgeben München, 15. Oktober 2021 – Wenige Wochen nach der Bundestagswahl sortiert sich

Weiterlesen

Bundeswehr setzt auf nachhaltiges Palmöl in Lebensmitteln

Deutsche Umwelthilfe e.V. Die Bundeswehr setzt mit Unterstützung der Deutschen Umwelthilfe auf nachhaltiges Palmöl in Lebensmitteln Oldenburg/Hannover/Berlin (ots) Bundeswehr setzt bei der öffentlichen Beschaffung von Lebensmitteln auf zertifiziertes nachhaltiges Palmöl Konventionelles Palmöl steht oft mit Zerstörung von Regenwäldern und Menschenrechtsverletzungen in Zusammenhang DUH-BGF Sascha Müller-Kraenner begrüßt das Engagement der Bundeswehr: „Erhalt

Weiterlesen

Billiges Fleisch, preiswerte Maniküre, kostenlose Paketzustellung: Menschenhandel vor der Haustür erkennen

Billiges Fleisch, preiswerte Maniküre, kostenlose Paketzustellung:Menschenhandel vor der Haustür erkennen Zum Europäischen Tag gegen Menschenhandel (18. Oktober) geben der Deutsche Caritasverband und sein Fachverband IN VIA Deutschland Tipps, um Hinweise auf Menschenhandel im Alltag zu identifizieren und dagegen vorzugehen Berlin, 15. Oktober 2021. Zum Europäischen Tag gegen Menschenhandel am kommenden

Weiterlesen

EU-Kommission schlägt schrittweise Einführung der neuen IVD-Verordnung vor

EU-Kommission schlägt schrittweise Einführung der neuen IVD-Verordnung vor  VDGH: Auswirkungen genau analysieren Berlin – Die Europäische Kommission hat am 14. Oktober 2021 einen Vorschlag zur schrittweisen Einführung der europäischen Verordnung über In-vitro-Diagnostika vorgelegt. Hierzu sagt Dr. Martin Walger, Geschäftsführer des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH): „Die Diagnostikbranche begrüßt, dass sieben Monate vor

Weiterlesen

EEG-Umlage 2022: Strompreis senken und Neuordnung des Marktrahmens voranbringen

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.:EEG-Umlage 2022: Strompreis senken und Neuordnung des Marktrahmens voranbringen Berlin, 15.10.2021. Die EEG-Umlage wird im Jahr 2022 nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber deutlich auf 3,72 Cent pro Kilowattstunde sinken. Für 2021 war sie vergangenen Herbst auf über 9 ct/kWh prognostiziert worden und wurde deswegen durch Mittel aus dem

Weiterlesen

Appell an neue Bundesregierung

Appell an neue Bundesregierung – Bildungschancen verbessern und Kinder- und Jugendarmut endlich entschieden bekämpfen Berlin, 15. Oktober 2021. „Die neue Bundesregierung muss Armut junger Menschen stärker bekämpfen, gerade jetzt in und nach der Coronapandemie. Der Sechste Armuts- und Reichtumsbericht zeigt klar: Eine Bildungsoffensive, gerade für benachteiligte junge Menschen, gehört in die

Weiterlesen

Energiepreisschock: Senkung der EEG-Umlage wird durch Energiepreisexplosion aufgezehrt!

Energiepreisschock: Mittelständisches Industriebündnis schlägt Alarm: Ohne Neuordnung der Energiewende-Finanzierung droht vielen Unternehmen das Aus Berlin: Die Senkung der EEG-Umlage hilft der energieintensiven mittelständischen Industrie in Deutschland nicht. Denn gleichzeitig steigen die Preise für Strom an der Strombörse in immer neue Rekordhöhen. Das Bündnis Faire Energiewende, das 10.000 mittelständische Industrieunternehmen mit

Weiterlesen