Kidical Mass Hamburg 2025: Kinder-Fahrraddemo für eine kindgerechte Stadt und sichere Verkehrspolitik

Am 27. September 2025 zieht die Kidical Mass unter dem Motto „Stadt für Kinder statt für Autos“ durch Hamburg, um eine Verkehrspolitik zu fordern, die sichere, kinderfreundliche Mobilität und mehr Spiel- und Aufenthaltsräume schafft. Das Bündnis aus Fahrradclub, Parents for Future und VCD Nord trifft sich um 13:45 Uhr am Bezirksamt Eimsbüttel (Grindelberg 64), startet die Fahrraddemo um 14:15 Uhr und erreicht gegen 15:00 Uhr den Altonaer Balkon.
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– Kidical Mass am 27. September 2025 unter Motto „Stadt für Kinder statt für Autos“
– Route verbindet Bezirksämter Eimsbüttel und Altona, Fokus auf sichere Schulwege
– Forderung: Vision Zero, Tempo-30-Zonen und kinderfreundliche Aufenthaltsräume statt Autoparkflächen

Kinder-Fahrraddemo Kidical Mass fordert: Stadt für Kinder statt für Autos

In Hamburg bestimmt der Autoverkehr den öffentlichen Raum – und das zum Nachteil aller, vor allem der Kinder. Am 27. September 2025 startet in der Hansestadt eine Kinder-Fahrraddemo, mit der der Fahrradclub, Parents for Future (P4F) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Nord eine Verkehrspolitik fordern, die Kinder in den Mittelpunkt stellt und so mehr Lebensqualität für alle schafft. Unter dem Motto „Stadt für Kinder statt für Autos“ weisen die Veranstalter*innen darauf hin, dass eine Stadt wie Hamburg, die den Großteil des Verkehrsraums dem ruhenden und fahrenden Lkw- und Pkw-Verkehr zugesteht, ihre Kinder aus dem öffentlichen Raum verdrängt.

Katharina Lepik, Projektleiterin Kinder- und Jugendmobilität beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Hamburg, betont: „Eine Stadt wie Hamburg, die den Großteil des Verkehrsraums dem ruhenden und fahrenden Lkw- und Pkw-Verkehr zur Verfügung stellt, verdrängt ihre Kinder aus dem öffentlichen Raum“. Zweifelsfrei gilt: „Wo geparkt und gefahren wird, können sich Kinder nicht gefahrenlos aufhalten.“

Kinder sind für ihre selbständige Mobilität oftmals auf Zu-Fuß-Gehen oder Radfahren angewiesen. Christian Wöhrl von Parents for Future erklärt, wie sehr sie unter einer autogerechten Stadt leiden: „Mangelnde Aufenthaltsmöglichkeiten sowie fehlende Spiel- und Bewegungsangebote schaden ihrer Entwicklung.“ Diese Einschränkungen treffen aber nicht nur Kinder, sondern alle Menschen, die ohne Auto in der Stadt unterwegs sind.

Andere europäische Städte zeigen, dass sich diese Situation verändern lässt. Paris und London etwa verwandeln Teile ihrer Städte Schritt für Schritt in Spiel- und Aufenthaltsraum. Bologna und Helsinki haben mittels flächendeckendem Tempo 30 erreicht, dass keine Menschen mehr im Straßenverkehr ums Leben kommen. Auch in Hamburg fordern die Organisator*innen der Kidical Mass eine Verkehrspolitik, die den Menschen ins Zentrum rückt, anstatt den Erhalt von Parkplätzen in den Vordergrund zu stellen und damit positive Verbesserungen für Fuß- und Radverkehr zu blockieren – ein Verhalten, das der Hamburger Senat mit dem „Moratorium zum Abbau von Parkplätzen“ derzeit praktiziert.

Die Route der Fahrraddemo verbindet zwei Bezirksämter, die in ihren geplanten Mobilitätskonzepten Fortschritte für eine kindgerechte Stadt vorweisen: Eimsbüttel und Altona. Jens Deye vom Bicibus Altona des VCD stellt klar: „In diesen Bezirken gibt es gute Ansätze für kindgerechte Mobilitätsplanungen, die insbesondere die Schulwegsicherheit und Aufenthaltsmöglichkeiten rund um die Schulen verbessern sollen. Jedoch werden diese verzögert oder nur lückenhaft ausgeführt, da der Fokus auf den Autoverkehr gelegt wird. Das muss sich ändern.“

Die Kidical Mass setzt sich weltweit für sichere und lebendige Straßen ein. Ziel ist es, dass sich Kinder und Jugendliche sicher und selbstständig zu Fuß und mit dem Fahrrad bewegen können. Die Veranstalter*innen fordern von Hamburg eine klare Haltung: sichere Mobilität mit null Verkehrstoten und Schwerverletzten, bekannt als Vision Zero, sowie attraktive Aufenthaltsräume für alle Generationen.

Der Ablauf am 27. September sieht folgendermaßen aus: Um 13:45 Uhr treffen sich die Teilnehmer*innen vor dem Bezirksamt Eimsbüttel am Grindelberg 64. Die Fahrraddemo startet um 14:15 Uhr und endet etwa um 15:00 Uhr am Altonaer Balkon – ein Symbol dafür, dass Kinder wieder Räume in der Stadt zurückerobern sollen.

Hamburgs Kampf um eine kindgerechte Stadtgestaltung

Hamburg steckt mitten in einem tiefgreifenden Wandel seiner Verkehrspolitik. Die Stadt bemüht sich, den öffentlichen Raum lebenswerter für Familien und Kinder zu gestalten, die bisher stark unter einer autolastigen Infrastruktur leiden. Die Forderungen von Initiativen wie der Kinder-Fahrraddemo Kidical Mass bringen die Debatte um sichere Mobilität und mehr Freiräume für die junge Generation an die Öffentlichkeit. Dabei rückt nicht nur der Schutz der Kinder selbst ins Zentrum, sondern auch die Frage, wie eine Stadt gestaltet sein muss, die allen Generationen gerecht wird.

In Hamburg dominiert nach wie vor der Autoverkehr – sowohl fahrend als auch stehend. Dieses Ungleichgewicht erschwert es Kindern, selbstständig und sicher unterwegs zu sein. Katharina Lepik vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Hamburg bringt es auf den Punkt: „Eine Stadt wie Hamburg, die den Großteil des Verkehrsraums dem ruhenden und fahrenden Lkw- und Pkw-Verkehr zur Verfügung stellt, verdrängt ihre Kinder aus dem öffentlichen Raum.“ Kinder sind besonders auf zu Fuß gehen und Radfahren angewiesen. Fehlende Aufenthalts- und Spielflächen sowie Sicherheitsmängel schränken ihre Bewegungsfreiheit erheblich ein. Die Kidical Mass fordert deshalb eine klare Richtung mit einer Verkehrspolitik, die den Menschen vor das Auto stellt.

Politische Initiativen für sichere Mobilität

Eine zentrale Rolle bei diesem Wandel spielt die 2020 gegründete Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, die sich als Motor für umweltfreundliche und barrierefreie Fortbewegung versteht. Seit Juni 2020 koordiniert diese Behörde die Umgestaltung des Verkehrsraums, um eine nachhaltige Mobilitätskultur zu fördern.

Neben organisatorischen Neuaufstellungen setzt Hamburg seit 2023 vermehrt auf sozialverträgliche Maßnahmen, die den Zugang zur Mobilität erleichtern. Ein Beispiel ist das im September 2024 eingeführte kostenlose Deutschlandticket für Schüler. Dieses Angebot trägt dazu bei, den öffentlichen Nahverkehr für Kinder und Jugendliche kostenfrei nutzbar zu machen, was insbesondere Familien mit geringem Einkommen entlastet.

Im Einzelnen zeigt die Entwicklung folgende Maßnahmen:

Maßnahme Einführung Zielsetzung
Gründung der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende Juni 2020 Steuerung der Verkehrswende und Förderung umweltfreundlicher Mobilität
Einführung kostenloses Deutschlandticket für Schüler September 2024 Erhöhung der Nahverkehrsnutzung, insbesondere durch Familien
Umsetzung sozialverträglicher Mobilitätsangebote Seit Mai 2023 Verbesserung der Erreichbarkeit und bezahlbaren Mobilität

Diese Initiativen stehen im engen Zusammenhang mit politischen Zielsetzungen wie der sogenannten „Vision Zero“, die eine Verkehrssicherheit mit null Verkehrstoten und Schwerverletzten anstrebt. Auf diesem Weg stehen die Bezirke Eimsbüttel und Altona beispielhaft für erste Bemühungen, Schulwegsicherheit und kinderfreundliche Infrastruktur verbindlich zu verbessern. Jens Deye vom Verkehrsclub Deutschland Nord kritisiert jedoch, dass viele dieser Projekte verzögert oder lückenhaft umgesetzt würden, solange der Fokus auf dem Autoverkehr verbleibt.

Im Gegensatz zu internationalen Städten wie Paris oder Helsinki, wo der öffentliche Raum zunehmend frei von motorisiertem Verkehr gestaltet wird und Tempo 30 flächendeckend verankert ist, kämpft Hamburg noch immer mit starken Widerständen. Das Moratorium des Hamburger Senats zum Abbau von Parkplätzen verdeutlicht, wie stark der Bestand des Kfz-Verkehrs die politische Agenda prägt.

Die Kidical Mass und ihre Partner appellieren daher konkret an die Bezirksämter und die Stadtpolitik: Kindgerechte Mobilität erfordert umfassende Veränderungen bei der Gestaltung des Verkehrsraums. Dies umfasst vermehrte Verkehrsberuhigung, sichere Rad- und Fußwege sowie ausreichend Raum für Spielen und Aufenthalt. Diese Schritte sind notwendig, um ein Hamburg zu entwickeln, in dem Kinder und Familien ungehindert leben und sich bewegen können.

Statistiken, Fakten und Debatten: Hamburgs Mobilität im Wandel

Hamburg steht mitten in einer tiefgreifenden Veränderung im Mobilitätsverhalten und der Verkehrspolitik. Im Fokus stehen sichere Wege für Kinder, der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) und die Akzeptanz unterschiedlicher Maßnahmen, mit denen die Stadt lebenswerter werden soll. Dabei geben Statistiken und Umfragen sowie internationale Vergleiche Aufschluss über Entwicklungen und Haltungen in der Bevölkerung.

Der Autoverkehr dominiert in Hamburg nach wie vor den städtischen Raum. Das beeinträchtigt insbesondere die Bewegungs- und Aufenthaltsqualität für Fußgängerinnen und Radfahrer, allen voran für Kinder. Wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Hamburg beim Fahrrad-Event Kidical Mass betont, verdrängt der dominierende Pkw- und Lkw-Verkehr Kinder aus dem öffentlichen Raum: „Eine Stadt wie Hamburg, die den Großteil des Verkehrsraums dem ruhenden und fahrenden Lkw- und Pkw-Verkehr zur Verfügung stellt, verdrängt ihre Kinder aus dem öffentlichen Raum.“
Die Veranstalter fordern eine stärkere Orientierung an den Bedürfnissen von Kindern, was zugleich allen Generationen zugutekommt.

Mehrere Studien und Umfragen aus den letzten Jahren greifen prägnante Entwicklungen auf, darunter die Einführung und das Echo auf das 9-Euro-Ticket, Tempo 30-Zonen in europäischen Großstädten sowie Debatten um kostenlosen Nahverkehr.
Eine Übersicht ordnet die wichtigsten Erkenntnisse:

Thema Zeitraum / Quelle Erkenntnisse / Zahlen
9-Euro-Ticket Analyse Juni 2023, Deutsches Institut für Urbanistik Massive Nutzungsspitzen im Juni 2023, vor allem für Pendler und Gelegenheitsfahrer; gesteigerte Akzeptanz von günstigen Ticketangeboten.
Tempo 30 in europäischen Städten Stand 2024, verschiedene Kommunalstatistiken In Städten wie Bologna und Helsinki führte flächendeckendes Tempo 30 dazu, dass keine Verkehrstoten mehr verzeichnet wurden.
Öffentliche Einstellung zum kostenlosen Nahverkehr Umfrage Mai/September 2024, Institut für Sozialforschung Mehrheit der Befragten zeigte sich offen für finanzielle Modelle, die Nahverkehr stärker subventionieren oder ganz kostenlos anbieten.
Politische Struktur Hamburger Verkehrsbehörde Stand Juni 2020, Hamburger Senat Verkehrspolitik fokussiert sich weiterhin stark auf Parkplatzsicherung, was Ausbau von Rad- und Fußwegen ausbremst.

Öffentliche Meinung und Studien

Zentrale Umfrageergebnisse aus dem ÖPNV-Bereich spiegeln die Nachfrage nach mehr bezahlbaren und sicheren Mobilitätsangeboten wider. Die Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger unterstützt Maßnahmen, die den ÖPNV ausbauen und Angebote preiswerter machen. Das 9-Euro-Ticket bewies im Sommer 2023 seine Wirkung als Modell, das auch bislang wenig mit dem ÖPNV Verbundene für die Nutzung gewinnen konnte.

Debatten um Tempo 30 zeigen, wie eng Verkehrssicherheit mit Lebensqualität verbunden ist. Städte außerhalb Deutschlands sind bereits Beispiele dafür, wie konsequente Geschwindigkeitsbegrenzungen Unfälle minimieren und Straßen sicherer machen. Dort geht mit Tempo 30 ein Rückgang von schwerwiegenden Verkehrsunfällen einher, was maßgeblich die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr erhöht. Dies gewinnt in Diskussionen um kindgerechte Mobilitätsplanung auch in Hamburg zunehmend Gewicht.

Die Auseinandersetzung um kostenlosen Nahverkehr bleibt kontrovers. Aktuelle Studien zeigen, dass eine breite Zustimmung besteht, wenn Finanzierungskonzepte transparent und sozial ausgewogen gestaltet sind. Gleichzeitig betont die Hamburger Verkehrsbehörde den Bedarf, wirtschaftliche Tragfähigkeit sicherzustellen, damit Qualitätsstandards und Sicherheit gewährleistet bleiben.

Praxisbeispiele und Forderungen für Hamburg

Internationale Beispiele wie Paris, London, Bologna oder Helsinki stehen für einen Paradigmenwechsel in der Verkehrspolitik — von der autogerechten Stadt hin zu einer menschengerechten, die Fuß- und Radverkehr fördert. Die Kidical Mass-Demo am 27. September 2025 macht in Hamburg darauf aufmerksam, dass Kinder als schwächste Verkehrsteilnehmer besonderen Schutz brauchen. Die Veranstalter kritisieren den aktuellen Fokus des Senats auf den Erhalt von Parkplätzen und fordern eine Verkehrspolitik, die sichere Wege für alle bereitstellt.

Die Demo führt durch die Bezirke Eimsbüttel und Altona, wo bereits erste Projekte zur Schulwegsicherheit und besseren Aufenthaltsqualität anständig geplant sind. Allerdings verzögern autoverkehrliche Prioritäten deren Umsetzung. Laut Christian Wöhrl von Parents for Future leiden Kinder besonders, weil ihnen sichere und attraktive Räume fehlen: „Da Kinder für selbständige Mobilität aufs Zu-Fuß-Gehen oder Radfahren angewiesen sind, leiden sie besonders unter den Folgen einer autogerechten Stadt.“

Die Vision lautet „Vision Zero“: null Verkehrstote und Schwerverletzte. Hamburg steht damit nicht allein, sondern reiht sich ein in eine wachsende Bewegung, die sichere Verkehrsräume für alle fordert. Das zeigt sich auch in Umfragen, die eine steigende Bereitschaft der Bevölkerung zeigen, alternative Mobilitätskonzepte zu akzeptieren, wenn sie Sicherheit und Komfort bieten.


Wichtigste Fakten auf einen Blick:

  • 9-Euro-Ticket vereinfachte und verbilligte Nutzung des ÖPNV, führte im Juni 2023 zu starkem Fahrgastanstieg
  • Tempo 30-Zonen in Städten wie Helsinki und Bologna eliminierten Verkehrstote, generieren mehr Lebensqualität und Sicherheit
  • Öffentliche Akzeptanz für kostenlosen oder subventionierten Nahverkehr wächst, verlangen jedoch nachhaltige Finanzierungsmodelle
  • Hamburgs Verkehrspolitik bleibt im Spannungsfeld zwischen Parkplatzschuld und Forderungen nach mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer
  • Kinder als Fokus: Druck steigt auf Stadtpolitik, sichere, attraktive und selbstständige Mobilität für jüngere Generationen zu gewährleisten

Die aktuellen Bewegungen und Studien reihen sich in eine internationale Entwicklung ein, die Mobilität nicht nur als Verkehrsproblem, sondern als soziale und städtische Gestaltungsfrage begreift. Hamburgs Mobilitätswende lebt vom Dialog zwischen Politik, Wissenschaft und Bevölkerung – konkrete Maßnahmen folgen.

Auswirkungen, Konflikte und Perspektiven: Kindgerechte Stadtentwicklung in Hamburg im Fokus

Hamburgs Straßen prägen das tägliche Leben zahlreicher Kinder, doch der öffentliche Raum steht bislang überwiegend dem Autoverkehr zur Verfügung. Dies hat nicht nur sichtbare Folgen für die Mobilität der Jüngsten, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf ihre Entwicklung und Sicherheit. Der Konflikt zwischen automobil geprägter Infrastruktur und dem Recht von Kindern auf Spiel- und Bewegungsräume spitzt sich in der Hansestadt zu. Experten aus Wissenschaft, Verbänden und Politik liefern unterschiedliche Bewertungen, wie dieser Zielkonflikt aufgelöst werden könnte.

Kinder sind besonders auf geschützte Räume zum Spielen und Lernen angewiesen. Studien aus internationalen Vergleichsstädten schließen eine direkte Verbindung zwischen rücksichtslosem Fahrverhalten und eingeschränkten Freiräumen für Kinder. Beobachtungen aus Helsinki belegen, dass Tempo-30-Zonen maßgeblich zur Reduktion von Verkehrstoten und Verletzungen beitragen – eine politische Maßnahme, die zugleich Spiel- und Aufenthaltsqualität deutlich verbessert. Ähnliche Erkenntnisse liefern Untersuchungen aus Bologna: Die Einführung flächendeckender Geschwindigkeitsbegrenzungen führte zu mehr Sicherheit und einem spürbaren Gewinn an nutzbarem öffentlichem Raum.

Diese Erkenntnisse stehen im Gegensatz zur Verkehrsplanung in Hamburg, die nach wie vor viele Flächen dem ruhenden und fahrenden Autoverkehr widmet. Laut Katharina Lepik vom ADFC Hamburg verdrängt die Dominanz des Autos Kinder aus dem öffentlichen Raum. Die Folge sind nicht nur geringere selbstständige Mobilität, sondern auch weniger Möglichkeiten für Bewegung und soziale Interaktion außerhalb der eigenen vier Wände. Christian Wöhrl von Parents for Future unterstreicht, dass Mangel an Spiel- und Bewegungsangeboten die kindliche Entwicklung beeinträchtigt.

Der aktuelle Streit um die Reduzierung von Parkflächen in Hamburg zeigt, wie stark unterschiedliche Interessengruppen aufeinanderprallen. Während Verkehrskonzepte zur Erhaltung von Pkw-Stellplätzen geführt haben, gibt es zugleich Forderungen nach einer konsequenten Ausrichtung der Stadtplanung auf den Fuß- und Radverkehr. Die sogenannte Kidical Mass-Demonstration formuliert dies als zentrale Forderung: Eine Verkehrspolitik, die Kinder und sichere, attraktive Aufenthaltsräume für alle Generationen priorisiert.

Die Problematik veranschaulicht der wissenschaftliche Vergleich relevanter Studien unter anderem aus Finnland, die belegen, dass restriktive Maßnahmen gegen Autoverkehr im Wohnumfeld die Zahl der Verkehrsunfälle unter Kindern nachweislich senken. Zudem wirken solche Maßnahmen positiv auf die Lebensqualität und die Entwicklung sozialer Kompetenzen. Internationale Forschung zeigt außerdem, dass selbstständig unterwegs sein entscheidend für das Wohlbefinden junger Menschen ist. Ignoriert die Stadt diese Erkenntnisse, bleiben vor allem Kinder und Jugendliche in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Zugleich fordert die Debatte eine klare Einordnung unterschiedlicher Perspektiven: Vertreter von Verbänden wie dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club oder Parents for Future legen Wert auf eine konsequente Verkehrswende. Politische Akteure in Hamburg argumentieren teils mit Umsetzungsdefiziten und ökonomischen Interessen, während Familien und Schulen auf sicherere Schulwege drängen. Dieses breite Spektrum führt zu zahlreichen Konflikten, die einer verbindlichen Strategie für eine kinderfreundliche Mobilität und Stadtgestaltung bedürfen.

Die Zukunft Hamburgs hängt davon ab, wie es gelingt, Vision Zero – das Ziel von null Verkehrstoten und Schwerverletzten – pragmatisch umzusetzen. Dabei spielt eine konsequente Reduzierung des Autoverkehrs ein zentrale Rolle, verbunden mit einer nachhaltigen Förderung von Radfahren und Zufußgehen. Gleichzeitig muss der öffentliche Raum so gestaltet werden, dass Kinder freie Spielräume und sichere Schulwege erhalten. Dies verlangt nicht nur neue politische Entscheidungen, sondern auch ein Umdenken auf gesellschaftlicher Ebene.

Die Debatte um die kindgerechte Stadtentwicklung wird auch künftig von den Spannungen zwischen unterschiedlichen Gruppen geprägt sein. Doch der internationale Vergleich bietet klare Hinweise darauf, welche Maßnahmen erfolgreich Schutz und Lebensqualität für Kinder sichern. Hamburg steht hier vor der Herausforderung, diese Erkenntnisse in konkrete Schritte zu überführen, die über symbolische Demonstrationen hinaus wirksam sind und den Alltag der Kinder tatsächlich verbessern.

Alle Angaben und Zitate in diesem Beitrag stammen aus einer Pressemitteilung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Landesverband Hamburg e.V.

Weiterführende Quellen:

  • „In einer repräsentativen Befragung im Jahr 2021 befürworteten 84 Prozent der Befragten die Einführung eines kostenlosen ÖPNV.“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kostenfreier_Nahverkehr
  • „Im August 2019 kündigte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher an, im Laufe der nächsten Legislaturperiode (2020 bis 2025) den ÖPNV für Schüler schrittweise kostenlos zu machen.“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kostenfreier_Nahverkehr
  • „Im September 2024 wurde in Hamburg ein kostenloses Deutschlandticket für Schülerinnen und Schüler eingeführt.“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kostenfreier_Nahverkehr
  • „Im Mai 2023 erhielten Schüler mit Anspruch auf Sozialrabatt das Deutschlandticket kostenlos.“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kostenfreier_Nahverkehr
  • „Im Mai 2023 erhielten Azubis mit Anspruch auf den Sozialrabatt das hvv Deutschlandticket für Azubis kostenlos.“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kostenfreier_Nahverkehr
  • „In einer Studie von Juni 2023 wurde festgestellt, dass das 9-Euro-Ticket zu einer Verschiebung des Modal Split zugunsten des öffentlichen Nahverkehrs führte, jedoch nicht ausreichte, um nachhaltiges Reiseverhalten zu fördern.“ – Quelle: https://arxiv.org/abs/2306.08297
  • „Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende in Hamburg wurde im Juni 2020 gegründet, um der Verkehrspolitik einen neuen Fokus zu verleihen.“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Beh%C3%B6rde_f%C3%BCr_Verkehr_und_Mobilit%C3%A4tswende
  • „In einer Studie wurde festgestellt, dass die Möglichkeit für Kinder, im Bereich der Nachbarschaft frei spielen zu können, stark von Verhalten Einzelner abhängig ist: So würden bereits ein bis zwei ‚Raser‘ pro Tag an einer ansonsten ruhigen Straße spielende Kinder wirksam von der Straße vertreiben.“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kinderfreundlichkeit
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7 Kommentare

  1. Ich denke auch, dass Kinder in den Städten viel mehr Raum zum Spielen und Lernen brauchen. Die Vision Zero klingt interessant; wie kann man das in Hamburg konkret umsetzen? Gibt es Beispiele aus anderen Städten, die wir übernehmen könnten?

    1. Es gibt viele Städte wie Paris oder Helsinki, die schon gute Beispiele haben! Vielleicht könnten wir uns deren Modelle anschauen und anpassen.

    2. *Das wäre echt hilfreich! Ich habe gehört, dass Tempo-30-Zonen in vielen Städten einen positiven Einfluss hatten.* Wir sollten das unbedingt diskutieren!

  2. Die Forderung nach einer kinderfreundlicheren Stadt ist wirklich notwendig! Ich frage mich, ob die Stadt Hamburg genug tut, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Gibt es schon konkrete Pläne für mehr Spielplätze oder sichere Fahrradwege? Es wäre super, wenn mehr Leute darüber reden würden.

    1. Ja, ich stimme zu! Wir brauchen definitiv mehr sichere Plätze für Kinder in Hamburg. Vielleicht sollten wir eine Umfrage starten, um herauszufinden, was Familien wirklich wollen.

    2. Das wäre eine gute Idee! Ein Workshop könnte auch helfen, um Eltern und Kinder einzubeziehen und ihre Ideen zu hören. Ich hoffe, dass mehr Leute an der Demo teilnehmen!

  3. Ich finde die Idee von der Kidical Mass wirklich toll. Kinder brauchen mehr Raum zum Spielen und Radfahren in der Stadt. Es ist wichtig, dass wir uns für sichere Schulwege einsetzen. Was können wir als Gemeinschaft tun, um diese Veränderungen zu unterstützen?

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