– Der DRV sieht KI als entscheidenden Treiber für die Zukunft der Reisewirtschaft.
– KI soll Mitarbeiter entlasten, Prozesse beschleunigen und das Kundenerlebnis verbessern.
– Der Verband fordert verantwortungsvollen KI-Einsatz mit klaren Rahmenbedingungen und Kompetenzaufbau.
Künstliche Intelligenz im Tourismus: Chancen, Rahmenbedingungen und gemeinsame Gestaltung
Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat am 12. Januar 2026 ein Positionspapier veröffentlicht, das den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) in der Reisewirtschaft thematisiert. Ziel ist eine verantwortungsvolle Gestaltung des technologischen Wandels, um Mitarbeitende zu entlasten, Prozesse zu beschleunigen und das Kundenerlebnis nachhaltig zu verbessern. Das Papier ist auf der DRV-Webseite im Bereich Digitalisierung verfügbar und steht zum Download bereit.
Im Kern betont der Verband, dass KI die Stärken der Dienstleistungsbranche sinnvoll ergänzen kann, „aber sie ersetzt nicht den Menschen“. Oliver Rengelshausen, Vorsitzender des Ausschusses Digitalisierung im DRV und Managing Director der Amadeus GmbH, hebt hervor: „Entscheidend ist, dass wir diese Technologie mit Verantwortung, Transparenz und Mut einsetzen“. Er unterstreicht zudem die Bedeutung, den Wandel aktiv zu steuern, um Qualität, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Dabei bleibt der Mensch stets im Mittelpunkt – sowohl als Mitarbeitender als auch Kunde.
Das Positionspapier stellt fest, dass KI bereits heute viele Prozesse in der Reisebranche beeinflusst. Sie verleiht der Automatisierung, intelligenten Beratung und autonomen Agenten eine neue Dynamik entlang der gesamten Wertschöpfungskette*.
Der DRV hält in dem Papier fest, dass für das volle Potenzial von KI zentrale Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Dazu zählen eine klare Datenstrategie, der Schutz geistigen Eigentums, Verantwortungsübernahme und rechtliche Rahmenbedingungen sowie der systematische Ausbau von Kompetenzen in der Branche. Der Verband fordert Politik, Technologieanbieter und Unternehmen auf, den Wandel gemeinsam aktiv zu gestalten. Ziel ist, Innovationen unter geregelten Bedingungen in marktfähige Anwendungen zu überführen, zum Nutzen der Kundinnen, Kunden und Mitarbeitenden.
Weiterhin betont der DRV die Notwendigkeit, KI-Kompetenzen im Bildungssystem systematisch zu verankern. Als Plattform für Wissenstransfer, Pilotprojekte und den Austausch von Standards kooperiert der Verband mit relevanten Akteuren, um die Entwicklung gemeinsamer Lösungen voranzutreiben.
Originalzitat aus der Pressemitteilung:
„KI kann die Stärken unserer Dienstleistungsbranche sinnvoll ergänzen, aber sie ersetzt nicht den Menschen“ (Oliver Rengelshausen, Vorsitzender des Ausschusses Digitalisierung im DRV).
Journalistische Einordnung und Hintergründe: Wo steht die Branche beim KI-Einsatz?
Der Deutsche Reiseverband (DRV) positioniert KI als bedeutenden Treiber für die Zukunft der Reisewirtschaft. In seinem aktuellen Positionspapier unterstreicht er die vielfältigen Chancen, aber auch die Herausforderungen, die mit der Integration künstlicher Intelligenz verbunden sind. Das Dokument bietet eine klare Orientierung für Akteure in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, setzt jedoch an mehreren Stellen noch auf den Ebenen der Strategien und Kompetenzen an, ohne konkretisierte Umsetzungsdaten.
Aktueller Stand der Adoptionslage in der Branche
Die Branche nutzt KI bereits heute in unterschiedlichen Bereichen, etwa bei der Automatisierung interner Prozesse oder der intelligenten Kundenberatung. Diese Entwicklung wirkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Buchung über die Planung bis hin zur Betreuung der Reisenden. Zugleich zeigt sich, dass es noch erhebliche Unsicherheiten bei der Akzeptanz und der praktischen Umsetzung gibt. Teilweise besteht eine Kluft zwischen technischer Machbarkeit und tatsächlicher Anwendung im Betrieb.*
Für die Beschäftigten bedeutet der technologische Wandel eine Chance, Arbeit effizienter und qualitativ hochwertiger zu gestalten. Für Kundinnen und Kunden eröffnen sich neue, personalisierte Angebote. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass ohne klare Steuerung und Datenstrategie der Einsatz von KI zu Unsicherheiten oder Missbrauch führt – ein Anliegen, das im Positionspapier adressiert wird.*
Öffentliche Erwartungen und Nutzungspotenziale
Die Bevölkerung sieht in KI vor allem ein Werkzeug zur Verbesserung des Kundenerlebnisses und zur Vereinfachung der Reiseplanung.* Konsumentinnen und Konsumenten erwarten, dass KI künftig vor allem bei Beratung, Buchung und Servicehilfen eine bedeutende Rolle spielt.*
Das Potenzial für die Branche liegt dabei in der Entlastung der Mitarbeitenden, der schnelleren Abwicklung interner Prozesse und dem individualisierten Angebot für Reisende. Allerdings wird deutlich, dass die Erwartungen an Verantwortlichkeit und Datenschutz groß sind. Das Positionspapier des DRV setzt hier Akzente hinsichtlich eines verantwortungsvollen Technikeinsatzes, geprägt durch eine Datenstrategie, den Schutz geistigen Eigentums sowie den Aufbau neuer Kompetenzen.*
Relevanz für verschiedene Akteursgruppen
- Unternehmen profitieren von KI durch Effizienzsteigerung und bessere Kundenbindung.
- Beschäftigte benötigen Weiterbildungen, um mit den neuen Technologien Schritt zu halten.
- Kunden erwarten transparente und datenschutzkonforme Anwendungen, die das Reiseerlebnis verbessern.
- Politik wird aufgefordert, den Rahmen für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz zu setzen, etwa durch klare gesetzliche Vorgaben und Investitionen in Bildung und Kompetenzentwicklung.
Das Positionspapier des DRV hebt hervor, dass konkrete Umsetzungsdaten bislang fehlen, weshalb es an einer umfassenden Datenstrategie mangelt. Diese Lücke müsse geschlossen werden, um die Potenziale von KI voll auszuschöpfen und zugleich die Akzeptanz bei Beschäftigten und Kunden zu sichern.* Das Ziel ist, Innovationen zügig in marktfähige Anwendungen zu überführen und durch klare Spielregeln Vertrauen und Sicherheit zu schaffen.*
In diesem Zusammenhang kommt der systematische Aufbau von KI-Kompetenzen im Bildungssystem eine zentrale Bedeutung zu. Der DRV unterstützt die Entwicklung gemeinsamer Standards, Pilotprojekte und den Austausch von Wissen zwischen Branchenakteuren, um den Wandel aktiv zu steuern und die Weichen für eine verantwortungsvolle Nutzung von KI zu stellen.
Aktuelle Zahlen zu KI-Einsatz und Akzeptanz im Tourismus
Die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) im deutschen Tourismussektor ist noch im Aufbau, doch erste Zahlen liefern Hinweise auf Trends und Potenziale. Laut einer Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus aus April 2024 nutzen 28 Prozent der Tourismusorganisationen KI-Anwendungen*.
Wänge man die Akzeptanz bei den privaten Nutzern ab, zeigt eine Umfrage aus Februar 2025, dass 29 Prozent der Deutschen sich vorstellen, KI bei der Urlaubsplanung zu verwenden*.
Welche Zahlen prägen die Gesamtentwicklung? Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Erkenntnisse:
- 28 Prozent der deutschen Tourismusorganisationen setzen KI ein (Stand: 2025)*
- 29 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, KI bei ihrer Urlaubsplanung zu nutzen (Stand: Februar 2025)*
- Eine Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus aus April 2024 untersucht die Akzeptanz der Technologie in der Bevölkerung*
Diese Zahlen spiegeln unterschiedliche Ebenen wider: Während die Organisationen noch im Anfangsstadium der Adoption sind, zeigt sich beim individuellen Interesse eine höhere Bereitschaft zur Nutzung von KI. Das Verhältnis zwischen interner Nutzung und persönlichem Interesse bleibt eine zentrale Herausforderung für die Branche, um technologische Innovationen flächendeckend voranzubringen. Das Verständnis dieser Entwicklung ist für die Gestaltung zukunftsorientierter Strategien im Tourismus essenziell.
Auswirkungen, Kontroversen und Ausblick: Gestaltung einer verantwortungsvollen KI-Zukunft im Tourismus
Der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Reisewirtschaft birgt vielfältige Chancen und Herausforderungen. Während das Potenzial für Effizienzsteigerungen, verbesserte Beratung und innovative Angebote zunehmend sichtbar wird, stehen diese Entwicklungen auch vor gesellschaftlichen und organisatorischen Hürden. Im Zuge der technologischen Transformation wird die Debatte über eine nachhaltige und verantwortungsvolle Nutzung intensiver.
KI entlastet Fachkräfte und beschleunigt Prozesse. So können KI-gesteuerte Systeme personalisierte Empfehlungen liefern oder administrative Abläufe automatisieren*. Dabei wirkt KI entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom internen Projektmanagement bis hin zur autonomen Planung von Reiseabläufen.
Doch bei aller Optimismus besteht auch erheblicher Widerstand. Die Organisationen fürchten eine geringe Akzeptanz, insbesondere bei älteren Zielgruppen*. Der Qualifizierungsbedarf wächst, da Mitarbeitende neue Kompetenzen erwerben müssen, um mit den Technologien sinnvoll umzugehen*. Zudem sind die Rahmenbedingungen für Daten- und Schutzrichtlinien noch unklar, was rechtliche Unsicherheiten schürt* . Gesellschaftspolitisch stellen Fragen nach Akzeptanz, Transparenz und Datenschutz zentrale Punkte dar, die es zu beantworten gilt.
Um diese Herausforderungen zu meistern, fordert der Deutsche Reiseverband (DRV) in seinem Positionspapier unter anderem die Etablierung einer klaren Datenstrategie, den Schutz geistigen Eigentums sowie den Aufbau neuer Kompetenzen in der Branche. Die Leitlinien für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI betonen die Notwendigkeit, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Innovation fördern und gleichzeitig den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher sichern. Hierzu gehört auch die systematische Verankerung von KI-Kompetenzen in Bildungssystemen, um den Fachkräftemangel zu vermeiden*.
Der Ausblick in die Zukunft richtet sich auf die gemeinsame Gestaltung des Wandels durch Politik, Wirtschaft und Bildung. Pilotprojekte sollen als erste Schritte dienen, um geeignete Anwendungsfelder zu erproben und Erfahrungen zu sammeln*. Die Branche ist gefragt, Standards zu entwickeln und den Wissenstransfer aktiv zu fördern. Insgesamt gilt: Das Potenzial von KI ist enorm, doch nur mit verantwortungsvoller Gestaltung lässt sich eine nachhaltige, gesellschaftlich akzeptierte Digitalisierung des Tourismus erreichen.
Politische Entscheidungsträger müssen sich fragen, welche Rahmenbedingungen erforderlich sind, um Innovation rechtssicher umzusetzen. Wie kann die Branche den Qualifizierungsbedarf decken, um Künstliche Intelligenz zum Vorteil aller zu nutzen? Und welche Strategien dienen der Akzeptanz in der Gesellschaft? Diese Fragen sind entscheidend, um den technologischen Fortschritt mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden.
Die Inhalte und Zitate dieses Beitrags beruhen auf einer Pressemitteilung des Deutschen Reiseverbands (DRV).
Weiterführende Quellen:
- „Nur in 28 Prozent der Tourismusorganisationen wird generative KI bereits umfassend genutzt, in rund der Hälfte punktuell durch einzelne Mitarbeitende (Stand: 2025).“ – Quelle: https://statistik.tourismus.mv/artikel/ki-einsatz-im-tourismus-mit-hohen-erwartungen-aber-noch-wenig-anwendungspraxis
- „29 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, KI bei der Urlaubsplanung für Empfehlungen von Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten sowie für Kommunikation und Übersetzungen zu nutzen (Umfrage Februar 2025).“ – Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1560849/umfrage/nutzung-von-ki-bei-der-urlaubsplanung-in-deutschland/
- „Eine Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus aus April 2024 untersucht die Akzeptanz von KI in der deutschen Bevölkerung mit besonderem Fokus auf den Tourismus.“ – Quelle: https://bzt.bayern/wp-content/uploads/2024/05/umfrage-akzeptanz-ki-tourismus.pdf
9 Antworten
‚KI soll Prozesse beschleunigen‘ klingt gut! Aber was passiert mit den Daten? Wer schützt sie und sorgt dafür, dass keine Missbrauch stattfindet? Das sollten wir im Hinterkopf behalten.
Ich stimme zu! Ohne klare Regelungen wird es schwierig sein Vertrauen aufzubauen und Menschen dazu zu bringen KI zu nutzen.
‚Der Mensch bleibt im Mittelpunkt‘ – das ist ein guter Punkt! Aber ich frage mich, wie das in der Praxis aussieht. Können wir darauf vertrauen? Vielleicht gibt es mehr Informationen dazu?
Der DRV hat einen wichtigen Schritt gemacht, indem er KI in den Fokus rückt. Ich bin gespannt auf die Entwicklungen. Gibt es schon Pilotprojekte? Das wäre spannend zu erfahren!
Ich habe gehört, dass einige Organisationen bereits mit KI arbeiten. Es könnte hilfreich sein zu wissen, welche genau und was deren Erfahrungen sind.
Das wäre echt interessant! Wenn wir mehr über echte Anwendungen erfahren könnten, würden sicher viele Menschen ein besseres Verständnis für KI im Tourismus bekommen.
Die Punkte über Effizienzsteigerung sind interessant, aber ich mache mir Sorgen um die Arbeitsplätze. Wird es genug Schulungen für die Mitarbeiter geben? Es wäre gut zu wissen, wie das konkret aussieht.
Ja, das ist ein wichtiger Punkt! Ich denke auch, dass Weiterbildung eine große Rolle spielt. Vielleicht sollten wir mehr darüber diskutieren, wie diese Schulungen aussehen könnten.
Ich finde die Idee von KI im Tourismus wirklich spannend. Die Chancen sind riesig, aber wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Ich hoffe, dass hier klare Regeln kommen, um uns zu schützen.