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Kfz-Gewerbe Hessen: Landesverband prüft Austritt aus Bundesverband nach Beitragsstreit

Der hessische Landesverband des Kfz-Gewerbes hat auf seiner Mitgliederversammlung in Biedenkopf einen möglichen Austritt aus dem Bundesinnungsverband (ZVK) beschlossen. Grund sind intransparente Beitragsbeschlüsse, die nach Angaben des Verbands von nur drei Landesverbänden durchgesetzt wurden. Der Verband prüft nun den Austritt aus dem ZVK und behält sich gleichzeitig eine Mitgliedschaft in beiden Bundesverbänden offen.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Landesverband Hessen prüft den Austritt aus dem Bundesinnungsverband (ZVK) wegen intransparenter Beitragsbeschlüsse.
  • Nur drei Landesverbände (Bayern, NRW, Rheinland-Pfalz) haben die umstrittenen Beitragsentscheidungen im ZVK durchgesetzt.
  • Die Konflikte zwischen ZDK und ZVK gefährden die gemeinsame Interessenvertretung und könnten wirtschaftliche Folgen haben.
  • Die Mitgliederversammlung beschloss eine Doppelmitgliedschaftsoption in ZDK und ZVK als mögliche Zukunftsstrategie.
  • Hohe Energie- und Arbeitskosten sowie bürokratische Hürden belasten die Kfz-Branche zusätzlich.

– Hessisches Kfz-Gewerbe tagte zur 98. Mitgliederversammlung in Biedenkopf
– Wirtschaftliche Belastungen durch Energie- und Arbeitskosten sowie Bürokratie
– Landesverband prüft Austritt aus dem ZVK nach intransparenten Beitragsbeschlüssen

Hessisches Kfz-Gewerbe beschäftigt sich mit drohender Spaltung auf Bundesebene

Am 27. Oktober 2025 fand in Biedenkopf die 98. Mitgliederversammlung des Landesverbands Hessen des Kfz-Gewerbes statt. Die Veranstaltung stand im Zeichen wachsender Spannungen auf Bundesebene zwischen dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und dem Bundesinnungsverband (ZVK).

Der Landesverband Hessen des Kfz-Gewerbes hat seine Delegierten am vergangenen Freitag in Biedenkopf zur 98. Mitgliederversammlung empfangen. Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Präsident Michael Kraft, gefolgt von dem Obermeister der Innung des Kfz-Gewerbes Biedenkopf Thorsten Linge und Bürgermeister Jochen Achenbach.

In seiner wirtschaftlichen Analyse zeigte Präsident Kraft die aktuellen Herausforderungen für die Branche auf: "In seinem Bericht hob Präsident Kraft die Herausforderungen für Industrie und Gewerbe durch hohe Energie- und Arbeitskosten sowie bürokratische Hürden hervor. Dies mache sich auch in der Konsumstimmung bemerkbar, selbst das sonst so verlässliche Werkstattgeschäft schwächele aktuell."

Der zentrale Konfliktpunkt betraf die Entwicklung auf Bundesebene. Während der ZDK einen transparenten Transformationsprozess durchlaufen habe, kam es beim ZVK zu unerwarteten Entscheidungen: "Während der ZDK sich in den letzten Monaten einem transparenten und unter hoher Beteiligung der meisten Mitgliedsverbände stattgefunden Transformationsprozess unterzogen habe, präsentierte der ZVK am 14. Oktober 2025 – für die meisten seiner Mitglieder völlig unerwartet – intransparente Haushaltsentwürfe und darauf basierende Beitragsbeschlüsse, so Vizepräsident Krämer."

Geschäftsführer Kuhn bewertete die Situation als handlungsbedürftig: "Diese von nur drei Vertretern des ZVK (Bayern, NRW und Rheinland-Pfalz) bewusst herbeigeführte und nicht nachvollziehbare neue Beitragssituation erfordere eine Reaktion der Landesverbände, so Geschäftsführer Kuhn."

Als Konsequenz beschlossen die Delegierten zwei wichtige Maßnahmen: "Der Landesverband Hessen hat durch zwei Beschlüsse den Prüfauftrag für einen Austritt aus dem ZVK (Bundesinnungsverband) sowie zugleich eine finanzielle Option für die Möglichkeit einer Mitgliedschaft in ZDK und ZVK von den Delegierten erhalten."

Neben der Verbandspolitik behandelte die Versammlung auch fachliche Zukunftsthemen. Expertenvorträge beschäftigten sich mit Künstlicher Intelligenz im Autohaus, autonomen Fahrzeugen im Rhein-Main-Verkehrsverbund und neuen Geschäftsmodellen im Gebrauchtwagen-Leasing. Die nächste Mitgliederversammlung ist für den 24. April 2026 bei der Innung Dieburg/Odenwald-Kreis geplant.

Der Landesverband vertritt die berufsständischen Interessen von rund 4.300 Autohäusern und Werkstätten in Hessen mit etwa 6.500 Auszubildenden in technischen und kaufmännischen Berufen*. Die hessischen Kfz-Betriebe sind in 22 Innungen organisiert, die seit 1970 bestehenden Kfz-Schiedsstellen regeln außergerichtlich Streitfälle zwischen Kunden und Betrieben.

Die Gefahr einer tiefen Spaltung

Die aktuellen Konflikte zwischen Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) und Zentralverband Kfz-Gewerbe (ZVK) gehen weit über interne Verbandsstreitigkeiten hinaus. Sie bedrohen die gemeinsame Interessenvertretung einer gesamten Branche und könnten handfeste wirtschaftliche Konsequenzen für tausende Betriebe nach sich ziehen.

Die drei zentralen Problemfelder zeigen das Ausmaß der Krise:

  • Ursache: Intransparente Entscheidungsprozesse und strukturelle Defizite in den Verbandsorganisationen
  • Risiko: Verlust der gemeinsamen DAkkS-Akkreditierung und damit wesentlicher Geschäftsfelder
  • Mögliche Folgen: Glaubwürdigkeitsverlust bei Politik und Öffentlichkeit sowie wirtschaftliche Einbußen für Mitgliedsbetriebe

Die Situation spitzt sich zu, wie die jüngsten Entwicklungen belegen. Während der ZDK einen transparenten Transformationsprozess beschreibt, werfen Landesverbände dem ZVK intransparente Haushaltsentwürfe und Beitragsbeschlüsse vor, die von nur drei Vertretern gefasst wurden. Diese Polarisierung gefährdet nicht nur die Zusammenarbeit auf Bundesebene, sondern untergräbt das Vertrauen in die gesamte Verbandsstruktur – mit potenziell weitreichenden Konsequenzen für die rund 4.300 hessischen Kfz-Betriebe und ihre bundesweiten Kollegen.

Finanzen und Machtverhältnisse

Die finanzielle Ausstattung und organisatorische Struktur der Kfz-Verbände bildet den realen Rahmen für die aktuellen Auseinandersetzungen. Konkrete Zahlen zeigen die unterschiedlichen Größenordnungen und verdeutlichen, warum Reformen der Machtverteilung so kontrovers diskutiert werden.

Finanzen im Vergleich

Die wirtschaftliche Basis der beiden großen Bundesverbände unterscheidet sich erheblich. Nach vorläufigen Zahlen für 2025 verfügt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) über etwa 36.200 Mitglieder und ein Budget von 14,9 Millionen Euro*. Der Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks (ZVK) kommt demgegenüber auf rund 16.100 Mitglieder bei einem Budget von 5,8 Millionen Euro*.

Verband Mitglieder Budget Quelle/Stand
ZDK ~36.200 14,9 Mio. Euro Stand: 2025 (vorläufig) *
ZVK ~16.100 5,8 Mio. Euro Stand: 2025 (vorläufig) *

Reformchronologie

Die unterschiedlichen finanziellen und strukturellen Ausgangspositionen führten zu einer Reihe von Reforminitiativen, die eine Neuordnung der Machtverhältnisse zum Ziel hatten.

Welche Folgen die Verbandsspaltung für Werkstätten und Kunden hat

Die aktuellen Verbandskonflikte auf Bundesebene bleiben keine interne Angelegenheit. Sie wirken sich direkt auf die Betriebe und deren Kunden aus – von der täglichen Arbeit in den Werkstätten bis hin zu Verbraucherrechten. Die Unsicherheit über künftige Strukturen kann praktische Konsequenzen entfalten, die weit über Beitragsfragen hinausreichen.

Eine zentrale Rolle spielen dabei Akkreditierungsfragen. Die DAkkS – die Deutsche Akkreditierungsstelle – vergibt offizielle Anerkennungen für Prüfstellen und Normen.

Konkret könnte das bedeuten: Ein Kunde, dessen Fahrzeugreparatur nicht den Erwartungen entspricht, findet möglicherweise nicht mehr so einfach eine neutrale Schlichtungsstelle. Eine Auszubildende in einem Kfz-Betrieb sieht sich plötzlich mit unsicheren Perspektiven bei überbetrieblichen Schulungen konfrontiert. Diese Beispiele zeigen, wie abstrakte Verbandsentscheidungen ganz praktisch in Werkstätten und an Kundenschaltern spürbar werden.

Ausblick und nächste Schritte

Die getroffenen Beschlüsse markieren einen Wendepunkt für die hessischen Kfz-Betriebe. Mit dem Prüfauftrag für einen möglichen Austritt aus dem ZVK (Bundesinnungsverband) und der gleichzeitigen Option für eine Doppelmitgliedschaft in ZDK und ZVK haben die Delegierten die Weichen für die künftige Verbandszugehörigkeit gestellt. Diese Entscheidungen fallen in eine Phase grundlegender Neuordnung der bundesweiten Interessenvertretung.

Die Landesverbände werden nun die Konsequenzen der Beitragsbeschlüsse vom Oktober 2025 analysieren und ihre strategische Positionierung überprüfen. Die Entwicklung auf Bundesebene bleibt dynamisch – besonders die Haltung der drei entscheidenden ZVK-Landesverbände Bayern, NRW und Rheinland-Pfalz wird weiterhin aufmerksam verfolgt werden müssen.

Für Betriebe und Verbraucher bedeutet diese Übergangsphase erhöhte Aufmerksamkeit. Während die Innungen ihre künftige Ausrichtung klären, wirken sich die verbandspolitischen Veränderungen langfristig auf die Rahmenbedingungen des gesamten Kfz-Gewerbes aus. Die anstehenden Monate werden zeigen, wie sich die Interessenvertretung der hessischen Autohäuser und Werkstätten nach dieser Zäsur neu formiert.

Dieser Beitrag enthält Informationen und Zitate, die auf einer Pressemitteilung des Landesverbands Hessen des Kfz-Gewerbes basieren.

Weiterführende Quellen:

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag und die verwendeten Bilder können ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein.
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