Kfz-Gewerbe: 50 % weniger Bestellungen trotz Umsatzwachstum

Die Umsätze im Kraftfahrzeuggewerbe sind im letzten Jahr stark gestiegen, insbesondere durch höhere Preise und gesteigerte Stückzahlen. Allerdings gibt es besorgniserregende Rückgänge bei den Neubestellungen von Fahrzeugen, insbesondere bei Privatkunden. Dieser Trend hat sich auch im Januar 2024 fortgesetzt, wie eine aktuelle Blitzumfrage des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zeigt. Besonders pessimistisch schätzen die befragten Autohäuser die Lage in Bezug auf den Auftragseingang für batterieelektrische Fahrzeuge ein. Für das kommende Autojahr 2024 sind die Aussichten in Bezug auf die E-Mobilität wenig optimistisch. Die Werkstätten hingegen können sich über eine gute Auftragslage im Servicegeschäft freuen. Dies sind einige der Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung des ZDK.

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Bremen (VBR). Der Umsatz im Kraftfahrzeuggewerbe ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Laut ZDK-Präsident Arne Joswig ist der Gesamtumsatz über alle drei Geschäftsbereiche (Neuwagen, Gebrauchtwagen und Service) um 11,9 % auf 207,3 Mrd. Euro gewachsen. Diese Steigerung ist vor allem auf höhere Stückzahlen und Preise beim Fahrzeugverkauf zurückzuführen. Zudem hat sich die Verfügbarkeit von Neufahrzeugen verbessert. Allerdings sind die gestiegenen Zulassungszahlen größtenteils auf den Abbau des Lieferrückstands aus dem Vorjahr zurückzuführen. In den Werkstätten war die Auslastung hoch und insbesondere die Reparaturkosten haben angezogen.

Ein problematischer Trend, den man im vergangenen Jahr beobachten musste, war ein deutlicher Rückgang der Fahrzeug-Neubestellungen, insbesondere bei den Privatkunden. Die Schockwellen, die durch den plötzlichen Stopp des Umweltbonus Mitte Dezember ausgelöst wurden, werden in diesem Jahr sowohl die Elektromobilität als auch die große Auftragslücke aus dem Vorjahr stark beeinflussen.

Eine aktuelle Blitzumfrage des ZDK zeigt, dass sich dieser Trend im Januar 2024 fortgesetzt hat. Bei den befragten Autohäusern lagen die Bestellungen von rein batterieelektrischen Pkw sowohl bei privaten als auch bei gewerblichen Kunden durchschnittlich um rund 50 % unter dem Wert vom Januar 2023. Bei Plug-in-Hybriden waren in beiden Segmenten rund 43 % weniger Bestellungen zu verzeichnen. Bei Benzin- und Dieselfahrzeugen hingegen gab es einen leichten positiven Trend mit jeweils 11 % mehr erwarteten Aufträgen bei privaten und 8 % mehr bei gewerblichen Kunden.

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Die Aussichten für die E-Mobilität im Jahr 2024 sind laut der Befragung wenig optimistisch. 91 % der befragten Autohäuser sehen die zu erwartende Lage bei den privaten Auftragseingängen für batterieelektrische Fahrzeuge als “sehr schlecht” oder “schlecht” an. Bei gewerblichen Kunden liegt dieser Wert bei 83 %. Bei Plug-in-Hybriden sind die Werte etwas freundlicher, aber immer noch pessimistisch. Deutlich optimistischer sind die Erwartungen bei Aufträgen für Benziner und Diesel.

ZDK-Präsident Joswig betonte die Notwendigkeit eines klaren Plans für den weiteren Hochlauf der E-Mobilität mit stabilen Rahmenbedingungen, insbesondere bei den Steuern. Ansonsten wird das Ziel von 15 Millionen E-Fahrzeugen bis 2030 nicht zu erreichen sein.

Im Bereich Service und Reparatur gab es hingegen sehr positive Entwicklungen. So erwarten sowohl Werkstätten als auch Autohäuser eine sehr gute oder gute Auftragslage bei Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Der Umsatz der markengebundenen Autohäuser am Neuwagenvertrieb stieg im Jahr 2023 um 2,6 % auf 66,6 Mrd. Euro im Vergleich zu 2022. Mehr als die Hälfte (55,3 %) der 2,84 Mio. Pkw-Neuzulassungen wurden über markengebundene Autohäuser verkauft. Der Umsatz beim Verkauf von gebrauchten Fahrzeugen stieg um 15,2 % auf 58,4 Mrd. Euro. Der freie Pkw-Handel verzeichnete einen Umsatz von 32,2 Mrd. Euro, was einer Steigerung von 19,3 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

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Im Bereich Service und Reparatur gab es einen Umsatzsprung von 17,7 % auf rund 33,8 Mrd. Euro im Vergleich zu 2022. Dies ist auf den gewachsenen Fahrzeugbestand, die höhere Zahl der Wartungen und gestiegene Kosten pro Wartung sowie höhere Kosten pro Unfallreparatur zurückzuführen.

Die Anzahl der Kfz-Betriebe ist im vergangenen Jahr um 250 Betriebe zurückgegangen. Die Zahl der Beschäftigten sank ebenfalls leicht. Hingegen ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kfz-Gewerbe gestiegen.

Die Ergebnisse der Blitzumfrage des ZDK zeigen die Herausforderungen und Potenziale der deutschen Automobilbranche. Um die Herausforderungen im Zusammenhang mit der E-Mobilität zu bewältigen und das Ziel von 15 Millionen E-Fahrzeugen bis 2030 zu erreichen, sind klare Pläne und stabile Rahmenbedingungen erforderlich. Gleichzeitig bieten die Bereiche Service und Reparatur sowie der Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen interessante Geschäftsmöglichkeiten.

Pressekontakt:
Ulrich Köster, ZDK-Pressesprecher
Tel.: 0228/ 91 27 270
E-Mail: koester@kfzgewerbe.de


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Kfz-Gewerbe: Umsatz wächst auf 207,3 Mrd. Euro / Um 50 % rückläufige Bestellungen …

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