German Craft Skills 2025: Kevin Schreijer aus Hessen gewinnt Deutsche Meisterschaft im Dachdeckerhandwerk

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Bei der Deutschen Meisterschaft „German Craft Skills“ im Dachdeckerhandwerk wurden am 11. November 2025 in Mayen die drei Bundessieger gekürt. Kevin Schreijer aus Hessen holte mit 170,00 Punkten den ersten Platz und qualifizierte sich damit für die Weltmeisterschaft 2027. An dem Wettbewerb nahmen 13 Landessieger aus fast allen Bundesländern teil.

Inhaltsverzeichnis

– Die Bundessieger der Deutschen Meisterschaft im Dachdeckerhandwerk 2025 wurden am 11. November in Mayen gekürt.
– Kevin Schreijer aus Hessen gewann mit 170,00 Punkten vor Tom Rodenbäck und Jonas Christiansen.
– Die ersten beiden Sieger qualifizierten sich für die IFD-Weltmeisterschaft junger Dachdecker 2027.

Deutsche Meisterschaft im Dachdeckerhandwerk: Die drei Bundessieger 2025 stehen fest

Am 11. November 2025 wurden in Mayen die drei Bundessieger der Deutschen Meisterschaft „German Craft Skills“ im Dachdeckerhandwerk gekürt. Eine Landessiegerin und zwölf Landessieger aus dreizehn Bundesländern hatten sich zuvor am 10. und 11. November im Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks (BBZ) den anspruchsvollen Wettbewerbsaufgaben gestellt. Zur feierlichen Siegerehrung mit Andreas Schmitz, Vorsitzender der Bundesbewertungskommission, kamen rund 200 Gäste*.

Die drei Bundessieger im Überblick:

  • Kevin Schreijer | Hessen | 170 Punkte – Stand: 12. November 2025*
  • Tom Rodenbäck | Nordrhein-Westfalen | 168,93 Punkte – Stand: 12. November 2025*
  • Jonas Christiansen | Schleswig-Holstein | 165,71 Punkte – Stand: 12. November 2025*

„Ihr seid die Generation, die Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Handwerk zusammenbringt. Die nicht fragt, was früher war, sondern wissen will: Wie machen wir es morgen? Und genau das brauchen wir.“ – Jan Voges, Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH)

„Ihr habt in den letzten beiden Tagen gezeigt, was Leidenschaft bewirken kann, dafür gebührt Euch allen größter Respekt.“ – Jan Voges, Vizepräsident des ZVDH

Staatssekretärin Bettina Brück aus dem Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz zeigte sich beeindruckt: „Sie gehören zu den Besten ihres Berufs in ganz Deutschland, das ist eine großartige Leistung!“ und betonte: „Die Berufsschulen, die Ausbildungsbetriebe, die überbetrieblichen Ausbildungsstätten, das BBZ, die Handwerkskammern: Sie alle arbeiten Hand in Hand und zeigen, wie stark das duale System ist.“

Johannes Lauer, Landesinnungsmeister des Landesverbands Rheinland-Pfalz, bezeichnete die Landessieger als „das Aushängeschild des Ausbildungsstandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks“. Mayens Bürgermeister Bernhard Mauel ermutigte die jungen Dachdecker mit den Worten: „Die Rahmenbedingungen im Dachdeckerhandwerk sind wunderbar.“

So läuft die Deutsche Meisterschaft im Handwerk

Die Deutsche Meisterschaft im Handwerk – German Craft Skills folgt einem klar strukturierten Auswahl- und Bewertungssystem, das höchste Qualitätsstandards sicherstellt. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich Junghandwerkerinnen und Junghandwerker, die ihre Gesellen- oder Abschlussprüfung im Zeitraum vom Winter des Vorjahres bis zum Sommer des Wettbewerbsjahres absolviert haben*. Die Auswahl der Teilnehmenden obliegt dabei der zuständigen Handwerkskammer (Stand: 2024). Diese Eingrenzung garantiert, dass ausschließlich aktuelle Absolventen mit vergleichbarem Kenntnisstand gegeneinander antreten.

Wie die Auswahl und Teilnahme geregelt ist

Die Teilnahmebedingungen wurden für die Deutsche Meisterschaft im Dachdeckerhandwerk 2025 weiter präzisiert. Neben dem Prüfungszeitraum gelten hier zusätzlich eine Altersgrenze von 27 Jahren sowie die Mitgliedschaft in einer Handwerkskammer. Diese verschärften Kriterien stellen sicher, dass nur die talentiertesten Nachwuchskräfte mit vergleichbaren Voraussetzungen ins Rennen gehen.

Bewertungssystem und Wettbewerbsniveau

Das Bewertungssystem folgt einem 100-Punkte-Schlüssel für jede einzelne Wettbewerbsaufgabe. Die Bewertungsausschüsse setzen sich typischerweise aus einem Vorsitzenden sowie einem Arbeitgeber- und einem Arbeitnehmervertreter zusammen (Stand: 2024). Diese paritätische Besetzung gewährleistet eine ausgewogene und faire Beurteilung aller Arbeiten.

Der Auswahlprozess und das Bewertungsniveau werden auf jeder Wettbewerbsebene schrittweise angehoben, um den besten bundesweiten Vergleich sicherzustellen (Stand: 2024). Diese Steigerung von der regionalen über die landesweite bis zur Bundesebene garantiert, dass sich nur die absolut Besten für das Finale qualifizieren.

Die konsequente Anwendung dieser Regeln über alle Ebenen hinweg schafft nicht nur faire Wettbewerbsbedingungen, sondern dokumentiert auch die hohe Qualität der handwerklichen Ausbildung in Deutschland.

Ausbildung und Wettbewerb im Dachdeckerhandwerk: Zahlen und Fakten

Das Dachdeckerhandwerk zeigt eine dynamische Entwicklung bei Ausbildung und Wettbewerben. Die aktuellen Daten verdeutlichen sowohl Chancen als auch Herausforderungen bei der Nachwuchsgewinnung und die hohe Leistungsdichte bei den Berufswettbewerben.

Ausbildungsverträge und Frauenanteil

Im Jahr 2024 wurden im Dachdeckerhandwerk 1.835 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen (Quelle: Statistisches Bundesamt – Stand: 2024). Von diesen entfielen 1.796 auf Männer und 39 auf Frauen, was einem Frauenanteil von 2,1 Prozent entspricht. Diese Zahlen zeigen, dass das Dachdeckerhandwerk nach wie vor eine männlich dominierte Branche ist, auch wenn sich langsam Veränderungen abzeichnen.

Offene Ausbildungsstellen und regionale Punktzahlen

Die Nachwuchssuche gestaltet sich für viele Betriebe herausfordernd: Im August 2025 waren 836 Ausbildungsstellen unbesetzt (Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Stand: August 2025)*. Die durchschnittliche Besetzungsdauer betrug zu diesem Zeitpunkt 116 Tage, was deutlich macht, wie lange Betriebe auf suitable Bewerber warten müssen.

Gleichzeitig demonstrieren die Landessiegerwettbewerbe das hohe Niveau der aktuellen Auszubildenden. In Niedersachsen erreichten die vier Preisträger 2025 Bewertungsnoten zwischen 172 und 182 Punkten (Quelle: Deutscher Dachdeckerhandwerk – Stand: 2025). In Baden-Württemberg lagen die Punktzahlen der besten drei Landessieger im Praxisteil zwischen 91 und 97 Punkten, während sie im Theorieanteil zwischen 89,5 und 93,3 Punkten erreichten (Quelle: Deutscher Dachdeckerhandwerk – Stand: 2025).

Kategorie Wert Einheit/Kommentar Quelle / Stand
Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 1.835 Anzahl (Männer: 1.796; Frauen: 39; Frauenanteil 2,1 %) Statistisches Bundesamt – Stand: 2024*
Offene Ausbildungsstellen 836 Anzahl; durchschnittliche Besetzungsdauer 116 Tage Bundesagentur für Arbeit – Stand: August 2025*
Landessieger Niedersachsen (Punkte) 172–182 Punktebereich Deutscher Dachdeckerhandwerk – Stand: 2025*
Baden-Württemberg (Praxistheorie) Praxisteil 91–97; Theorie 89,5–93,3 Punktebereiche Deutscher Dachdeckerhandwerk – Stand: 2025*

Die Gegenüberstellung von Ausbildungszahlen und Wettbewerbsleistungen zeigt ein differenziertes Bild: Während Betriebe um Nachwuchs ringen, beweisen die aktuellen Auszubildenden in den Wettbewerben herausragende fachliche Qualitäten.

Nachwuchswettbewerbe als Antwort auf Fachkräfteherausforderungen

Wettbewerbe wie die German Craft Skills zeigen mehr als nur handwerkliche Spitzenleistungen – sie markieren strategische Punkte im Ringen um Fachkräftenachwuchs. Die Situation im Dachdeckerhandwerk bleibt angespannt, da es weiterhin mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber gibt.* Dieser Widerspruch zwischen branchenspezifischen Erfolgen und gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen wirft Fragen auf: Wie können Wettbewerbe nachhaltig zur Fachkräftesicherung beitragen?

Relevanz für Fachkräftesicherung

Die Arbeitsagentur meldete im August 2025 bundesweit tausende unbesetzte Ausbildungsplätze im Handwerk – ein Indikator für anhaltende Besetzungsprobleme.* Gleichzeitig beweisen die German Craft Skills, dass exzellente handwerkliche Ausbildung möglich ist. Die Bewertungsrichtlinien des Handwerks, die solche Wettbewerbe strukturieren, setzen klare Qualitätsstandards. Diese Transparenz könnte Betrieben helfen, ihre Ausbildungsqualität zu kommunizieren und so mehr Jugendliche zu gewinnen.

Ein weiterer Hebel liegt in der Diversität. Der Frauenanteil im Dachdeckerhandwerk liegt weiterhin im niedrigen Bereich.* Dabei zeigte der Bundesentscheid 2025 mit einer Landessiegerin, dass weibliche Nachwuchstalente durchaus erfolgreich mithalten können. Systematischere Förderung von Frauen im Handwerk könnte das Rekrutierungspotenzial erheblich erweitern.

Chancen für Nachwuchs und Image

Für junge Handwerkerinnen und Handwerker bieten Wettbewerbe mehr als nur Preisgelder. Sie schaffen Sichtbarkeit, stärken das Selbstbewusstsein und öffnen Türen für internationale Erfahrungen – wie die Qualifikation für Weltmeisterschaften zeigt. Diese Erfolgsgeschichten wirken als Gegennarrative zum verbreiteten Imageproblem handwerklicher Berufe.

Gleichzeitig demonstrieren die Wettbewerbsaufgaben mit ihrer Verbindung von traditionellen Techniken und modernen Materialien, wie sich das Handwerk digital und nachhaltig weiterentwickelt. Diese öffentlichkeitswirksame Darstellung handwerklicher Innovation könnte helfen, das Berufsbild bei Jugendlichen und Eltern attraktiver zu machen.

Die Erfahrungen der German Craft Skills legen nahe, dass gezielte Investitionen in solche Leuchtturmprojekte sich langfristig auszahlen könnten. Entscheidend wird sein, die Wettbewerbserfolge in breiter wirksame Nachwuchsstrategien zu überführen – durch verstärkte Kooperationen zwischen Betrieben, Schulen und Verbänden sowie durch konsequentere Sichtbarmachung handwerklicher Karrierewege.

Die vorliegenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH).

Weiterführende Quellen:

8 Antworten

  1. Die Leistung von Kevin Schreijer und den anderen Siegern ist wirklich bemerkenswert! Ich bin neugierig auf den Auswahlprozess für solche Wettbewerbe. Wer entscheidet darüber und wie wird das bewertet?

    1. Das Bewertungssystem klingt sehr fair mit den verschiedenen Vertretern im Ausschuss! Es wäre gut zu wissen, ob alle Handwerkskammern ähnliche Standards haben oder ob es Unterschiede gibt.

    2. ‚Digitale Fähigkeiten‘ sind auch ein großes Thema in unserer Zeit! Ich hoffe wirklich, dass diese Aspekte in zukünftigen Wettbewerben eine größere Rolle spielen werden.

  2. Die Deutsche Meisterschaft zeigt, wie wichtig die handwerkliche Ausbildung ist. Ich frage mich, ob die Erfolge der Teilnehmer langfristig Einfluss auf die Ausbildungszahlen haben werden. Was denkt ihr darüber?

    1. Ja, das wäre interessant zu beobachten! Die Sichtbarkeit solcher Wettbewerbe könnte sicher mehr Jugendliche anziehen. Welche anderen Maßnahmen könnten noch helfen?

    2. Ich glaube auch, dass solche Wettbewerbe wichtig sind! Sie zeigen nicht nur die Fähigkeiten der Handwerker, sondern auch die Vielfalt im Handwerk. Wie könnten wir das noch besser kommunizieren?

  3. Es ist toll zu sehen, dass der Frauenanteil im Dachdeckerhandwerk langsam steigt. Mehr Frauen in technischen Berufen sind wichtig! Wie können wir noch mehr junge Frauen ermutigen, diesen Weg zu gehen? Gibt es spezielle Programme dafür?

  4. Ich finde es super, dass die Meisterschaften im Dachdeckerhandwerk so viel Aufmerksamkeit bekommen. Die Leistungen der jungen Handwerker sind wirklich beeindruckend. Wer hat die Wettbewerbsaufgaben entworfen? Gibt es auch mehr Informationen über die Trainingsbedingungen?

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