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Karenztag: VdK-Präsidentin Bentele lehnt Dulgers Lohnkürzung am ersten Krankheitstag als zynisch ab

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat sich dafür ausgesprochen, dass Beschäftigte am ersten Krankheitstag keinen Lohn erhalten sollen. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, weist diesen Vorschlag als inakzeptabel und zynisch zurück. Sie warnt, dass ein solcher Karenztag vor allem Geringverdiener treffe und kranke Menschen zur Arbeit zwingen könnte.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitgeberpräsident Dulger fordert Lohnkürzung am ersten Krankheitstag zur Reduzierung kurzfristiger Fehlzeiten.
  • VdK-Präsidentin Bentele lehnt den Karenztag als sozial ungerecht und gesundheitlich riskant ab.
  • Besonders Geringverdiener ohne Homeoffice-Option wären von Einkommensverlusten und Gesundheitsrisiken betroffen.
  • Der Krankenstand in Deutschland bleibt hoch, Einsparungen durch Karenztage werden auf rund 8 Milliarden Euro geschätzt.
  • Die Debatte erfordert evidenzbasierte Prüfungen, um soziale Absicherung und Gesundheit zu schützen.

– Arbeitgeberpräsident schlägt Lohnausfall am ersten Krankheitstag vor.
– VdK-Präsidentin lehnt Karenztag als Gefahr für Beschäftigte mit kleinem Einkommen ab.
– Kritik: Vorschlag könnte kranke Menschen zwingen, zur Arbeit zu gehen.

VdK reagiert scharf auf Arbeitgebervorschlag zum Karenztag

Am 6. März 2026 veröffentlichte der Sozialverband VdK eine Stellungnahme, in der er den Vorschlag des Arbeitgeberpräsidenten Rainer Dulger, den Lohn für Arbeitnehmer am ersten Krankheitstag auszusetzen, deutlich ablehnt. Dulger argumentiert, dass durch die Einführung eines Karenztags die Zahl kurzfristiger Fehlzeiten sinken könne; er sagte: „Seiner Meinung nach ließe sich dadurch die Zahl sehr kurzfristiger Fehlzeiten reduzieren.“

Die VdK-Präsidentin Verena Bentele weist diesen Vorschlag in einer klaren Stellungnahme zurück: „Dieser Vorschlag des Arbeitgeberpräsidenten ist inakzeptabel und zynisch. Denn gerade Beschäftigte mit kleinen Einkommen können oft nicht daheim arbeiten. Und sie können es sich nicht leisten, auch nur einen Tag Gehalt zu verlieren.“ Sie warnt vor den Folgen: „Fällt der Karenztag weg, ist die Gefahr groß, dass sich Menschen krank zur Arbeit schleppen. Dadurch gefährden sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Kolleginnen und Kollegen.“

Dazu passt auch Pflegereform: VdK attackiert Warkens Pläne für härtere Zugangsregeln zu Pflegegraden.

Die Kritik an dem Vorstoß ist eindeutig. Bentele betont, dass Fehlzeiten durch Krankmeldungen kein Problem seien, das man durch Kurzzeit-Lohnkürzungen lösen könne. Sie sagte: „Ob ein Karenztag tatsächlich den Krankenstand reduziert, bezweifele ich stark. Aus einer erkälteten Person kann eine komplett erkrankte Abteilung werden. Eine Ersparnis bei der Lohnfortzahlung sehe ich daher nicht.“ Die Argumentation des VdK zielt auf den Schutz der Gesundheit und die soziale Absicherung der Beschäftigten ab.

In der Pressemitteilung fordert der Verband, keine Änderungen an bewährten Schutzmechanismen vorzunehmen und warnt vor weiteren Angriffen auf die Errungenschaften des Sozialstaats in Zeiten des Fachkräftemangels. Bentele fasst zusammen: „Die fortwährenden Angriffe auf die Errungenschaften des Sozialstaats, die dem Schutz der Arbeitnehmenden dienen, sind kontraproduktiv und gerade in Zeiten des Fachkräftemangels das falsche Signal.“

Dieser Hintergrund zeigt, warum die Stellungnahme des VdK an Relevanz gewinnt: Sie setzt ein Zeichen gegen Maßnahmen, die soziale Gerechtigkeit gefährden, und betont die Bedeutung sozialer Absicherung im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Gesellschaft.

Hintergrund: Was ist ein Karenztag?

Ein Karenztag bezeichnet den ersten Tag einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit, an dem das Entgelt normalerweise nicht vom Arbeitgeber gezahlt wird. Über diesen Tag hinaus erhalten Beschäftigte in der Regel weiterhin Krankengeld, während das Gehalt an diesem ersten Krankheitstag aussetzt. Das Prinzip eines Karenztags wird häufig vorgeschlagen, um kurzfristige Fehlzeiten zu reduzieren.

Internationale Praxis zeigt, dass Karenztage in mehreren Ländern üblich sind. So existieren sie in Ländern wie Großbritannien, Dänemark, Schweden, Spanien und Griechenland. Dort sind Karenztage verbreitet und bringen je nach Land unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich.*

Krankenstand und Kosten 2025: Fakten und Zahlen im Überblick

Der Krankenstand in Deutschland bleibt auf einem hohen Niveau. Beschäftigte fallen durchschnittlich etwa 20 Tage pro Jahr krankheitsbedingt aus, verteilt auf etwa zwei Krankschreibungen*.

Diese Zahlen verdeutlichen, wie belastend Krankheitszeiten für Unternehmen und das Gesundheitssystem sind. Ein bedeutendes Instrument zur Kostenreduzierung ist der sogenannte Karenztag, bei dem der Lohnfortzahlungsanspruch entfallen soll. Für Arbeitgeber, die den Karenztag nur an 10 % der Fehltage nutzen, ergibt sich eine geschätzte Ersparnis von rund 8 Milliarden Euro — im Vergleich zu den bisher geschätzten 40 Milliarden Euro, die bei 20 Fehltagen pro Arbeitnehmer an Lohnkosten anfallen*.

In Ländern wie Großbritannien, Dänemark, Schweden, Spanien und Griechenland existieren bereits Formen des Karenztags, was eine länderbezogene Verbreitung zeigt*. In Deutschland sind Karenztage bei Vollzeitbeschäftigten finanziell spürbar, bei einem Tag sind es etwa 211 Euro brutto, was eine Netto-Einbuße von circa 4 % bedeutet. Teilzeitbeschäftigte sind dagegen mit bis zu 11,5 % Einbußen betroffen (Stand: 2024)*.

Eine mögliche Tabelle könnte die wichtigsten Kennzahlen zum Krankenstand und den finanziellen Folgen übersichtlich zusammenfassen. Dabei würden die Werte, das Jahr sowie die Quelle in der Spalte stehen, um die Transparenz zu gewährleisten.

Die Debatte um den Karenztag ist in Deutschland umstritten. Während Befürworter auf mögliche Einsparungen verweisen, warnen Kritiker vor negativen Folgen für Beschäftigte mit geringem Einkommen und die Gesundheit am Arbeitsplatz. Das statistische Bild zeigt, dass der Krankenstand ein komplexes Thema bleibt, das nachhaltige Lösungen erfordert, um sowohl die wirtschaftliche Belastung zu reduzieren als auch die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen.

Gesellschaftliche Belastungen und wirtschaftliche Folgen: Wer trägt die Last?

Die Diskussion um die Auswirkungen von Krankmeldungen betrifft vor allem finanzielle Belastungen für Geringverdienende, das Risiko von Präsenzkrankheit (Presenteeism) und potenzielle Konsequenzen für Betriebe. Dabei stehen sich unterschiedliche Perspektiven gegenüber: Die Kritik des VdK verweist auf soziale Gerechtigkeit und die Gefahren für die Gesundheit sowie die Produktivität, während Arbeitgeber sinkende Kosten durch kürzere Fehlzeiten ansprechen.

Zu Beginn lässt sich festhalten, dass die Kernrisiken in der aktuellen Debatte vor allem in der finanziellen Härte für Beschäftigte und den erhöhten Ansteckungsgefahren am Arbeitsplatz liegen. Besonders Geringverdienende, die oft kein Homeoffice erledigen können, sind betroffen: Wenn der erste Krankheitstag keinen Lohn mehr bringt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich krank zur Arbeit schleppen – mit möglichen Folgen für die eigene Gesundheit, die Kolleginnen und Kollegen sowie die gesamte Unternehmensproduktivität.

In Kapitel 1 wurde das exakte Positionieren des VdK dargelegt: Demnach beeinflusst die Abschaffung des Karenztags vor allem Beschäftigte mit kleinen Einkommen, die sich keinen Tag ohne Gehalt leisten können. Die Gefahr, dass eine Person mit einer einfachen Erkältung eine Abteilung lähmt, ist hoch. Solche Vorfälle führen nicht nur zu kurzfristig höheren Krankheitsausfällen, sondern auch zu einem Risiko für die Arbeitsqualität. Die Experten des Sozialverbands kritisieren, dass ein solcher Ansatz sozial unausgewogen ist und die Gesundheit der Mitarbeitenden gefährdet.

Gegenübergestellt wird die Sicht der Arbeitgeberseite: Sie behaupten, durch die Abschaffung von Karenztagen könnten erhebliche Einsparungen erzielt werden. Für das Jahr 2024 wird eine potenzielle Einsparung von rund acht Milliarden Euro genannt* (Quelle: Focus, Stand: 2024). Diese Beträge entstehen vor allem durch weniger kurzfristige Fehlzeiten und geringere Lohnfortzahlungskosten.

Eine kurze Übersicht der betroffenen Gruppen und möglicher Konsequenzen zeigt, dass:

  • Geringverdienende ohne Homeoffice-Option sind am ehesten gezwungen, sich krank zur Arbeit zu schleppen, was die Gesundheit gefährdet.
  • Klein- und mittelständische Betriebe könnten einer erhöhten Gesundheitsrisiko- und Fehlerquote ausgesetzt sein.
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit gesundheitlichen Risiken tragen ein höheres Risiko, bei kurzfristiger Krankmeldung Einkommenseinbußen zu erleiden.
  • Die Produktivität der Betriebe könnte durch erhöhte Ausfälle und Fehler steigen.

Letztlich steht die Debatte für grundsätzliche Fragen nach sozialer Gerechtigkeit, Fachkräftesicherung und der konkreten Bewertung von Einsparpotenzialen. Während die Kritiker befürchten, dass kürzere Fehlzeiten die Gesundheit der Beschäftigten und die Arbeitsqualität gefährden, argumentieren Befürworter mit möglichen Einsparungen in Milliardenhöhe. Die Diskussion bleibt somit ein zentrales Element der sozialpolitischen Debatte im Jahr 2025.

Ausblick: Die Debatte um Krankheitszeiten und soziale Sicherheit bleibt offen

Die Diskussion über mögliche Änderungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wird auf politischer und gesellschaftlicher Ebene geführt. Dabei stehen unterschiedliche Positionen und Interessen im Raum, die eine differenzierte, evidenzbasierte Prüfung erfordern.*

Welche parlamentarischen Prüfungen in den kommenden Monaten erfolgen, bleibt abzuwarten.*

Es gilt zu prüfen, inwiefern praktische Abwägungen notwendig sind — etwa ob ein Karenztag die Fehlzeiten verringert oder ob er Belastungen für bestimmte Gruppen mit sich bringt.*

Eine zentrale Forderung betrifft die bislang unzureichende Datenlage. Es besteht Handlungsbedarf, belastbare Studien zu den tatsächlichen Effekten auf Krankenstände, Kostenentwicklung und Produktivität vorzulegen.*

Die wissenschaftliche Methodik sollte im Vordergrund stehen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.*

Gesellschafts- und wirtschaftspolitisch sind sowohl die Verantwortlichen in der Gesetzgebung als auch die Akteure in Unternehmen gefordert, diese Thematik transparent zu begleiten.*

Der Schutz der Arbeitskraft durch soziale Sicherungseinrichtungen muss weiterhin gewährleistet bleiben, während kurzfristige Kostensenkungen sorgfältig auf ihre langfristigen Folgen geprüft werden sollten.

Die Debatte wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Die Empfehlung an alle Beteiligten lautet, auf eine evidenzbasierte Bewertung zu setzen.* Die kommenden Schritte sollten eine gründliche wissenschaftliche Begutachtung einschließen, um Fehlentscheidungen zu vermeiden und belastbare Grundlagen für zukünftige sozialpolitische Weichenstellungen zu schaffen.

Diese Meldung basiert auf einer Pressemitteilung des Sozialverbands VdK Deutschland.

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Der Streit um den „Karenztag“ berührt mehr als die Frage, ob Unternehmen kurzfristig Fehlzeiten und Lohnkosten senken können. Der Beitrag zeigt vor allem einen sozialen Konflikt: Wer am ersten Krankheitstag nicht bezahlt wird, trifft diese Regel besonders hart bei kleinen Einkommen und ohne die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Genau an dieser Stelle wird die Kritik des VdK scharf: Statt Entlastung drohe „krank zur Arbeit“-Druck – mit Risiken für Gesundheit und Ansteckungen.

Für betroffene Beschäftigte wird damit entscheidend, ob Schutzmechanismen im Krankheitsfall erhalten bleiben. Für Politik und Sozialpartner stellt sich die Aufgabe, mögliche Effekte auf Krankenstände und Folgen am Arbeitsplatz mit belastbaren Daten zu prüfen. Unternehmen wiederum stehen vor der Frage, wie sie Kostendebatten lösen wollen, ohne dass soziale Ungleichheit und Gesundheitsgefahren zunehmen.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum lehnt der VdK den Karenztag ab?
Weil der Verband befürchtet, dass Beschäftigte mit kleinen Einkommen sich sonst krank zur Arbeit schleppen. Das gefährde Gesundheit und auch Kolleginnen und Kollegen.

Was ist die zentrale Befürchtung hinter „Präsenzkrankheit“?
Der Beitrag beschreibt das Risiko, dass aus einer anfänglichen Erkrankung durch Anwesenheit weiterer Schaden entstehen kann.

Welche Argumente nennen Arbeitgeber für den Karenztag?
Sie erwarten, dass kurzfristige Fehlzeiten sinken und damit Kosten reduziert werden können.

Wie kann die Debatte sinnvoll entschieden werden?
Der Beitrag fordert eine evidenzbasierte Prüfung und bessere Datenlage zu tatsächlichen Effekten auf Krankenstände, Kostenentwicklung und Produktivität. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag und die verwendeten Bilder können ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein.
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