– Unternehmen im Kabelleitungstiefbau von 2010 bis 2024 verdreifacht auf 1.550 Betriebe
– Beschäftigtenzahl mehr als vervierfacht auf 40.450, Auszubildende von 222 auf 644 erhöht
– Branche fordert koordinierte Planungsvorläufe und stabile Ausschreibungen für weitere Investitionen
Kabelleitungstiefbau: Personalentwicklung und Zukunftsfähigkeit im Fokus
Die Kabelleitungstiefbau-Branche hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen und ihre Kapazitäten deutlich erweitert. Seit 2010 hat sich die Zahl der auf Kabelleitungstiefbau spezialisierten Betriebe auf 1.550 im Jahr 2024 verdreifacht. Noch deutlicher fällt der Anstieg bei den Beschäftigtenzahlen aus: Von einst rund 8.000 Beschäftigten hat sich deren Anzahl auf über 40.000 erhöht, was einer mehr als vierfachen Steigerung entspricht. Auch die Auszubildendenzahlen haben einen spürbaren Aufschwung erfahren und stiegen von 222 im Jahr 2010 auf 644 im Jahr 2024.
Diese positive Personalentwicklung verbindet sich mit einer Verjüngung der Belegschaft. Der Anteil der Mitarbeitenden über 55 Jahre ist von früher 20 Prozent auf nunmehr 16 Prozent gesunken. Damit liegt die Branche unter dem Durchschnitt des gesamten Bauhauptgewerbes, der bei 25 Prozent liegt. Parallel dazu stieg der Anteil junger Beschäftigter unter 25 Jahren leicht von 9 auf 11 Prozent. Maßgeblich dafür ist das Engagement der Betriebe bei der Ausbildung. Ohne das Engagement der Betriebe bei der Ausbildung wäre das nicht möglich gewesen. Diese positive Beschäftigtenentwicklung ist aber auch auf eine zunehmende Diversifizierung zurückzuführen: Mittlerweile hat fast die Hälfte der Beschäftigten im Kabelleitungstiefbau einen ausländischen Pass, im Branchendurchschnitt trifft das lediglich auf jeden vierten zu.
Die Arbeitgeberseite sieht ihre Fachkräfte gut auf die anstehenden Herausforderungen vorbereitet. Das betrifft insbesondere die politischen Ziele wie die Wärme-, Verkehrs- und Energiewende, den Breitbandausbau und die Digitalisierung. In diesem Zusammenhang betont der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller: Unsere Kabelleitungstiefbauerinnen und Kabelleitungstiefbauer sind für die Umsetzung der politischen Ziele wie Wärme-, Verkehrs- und Energiewende, Breitbandausbau und Digitalisierung gut gerüstet. Wir können die hierfür benötigten Leitungsnetze nicht nur schnell und zielorientiert, sondern auch nachhaltig um- und ausbauen.
Für die Branche ist jedoch klar, dass der Ausbau der Netzinfrastruktur nur mit verlässlichen politischen Rahmenbedingungen gelingen kann. Müller fordert daher: Dafür benötigen wir allerdings klare politische Rahmenbedingungen. So benötigen unsere Unternehmen einen koordinierten Planungsvorlauf sowie Kontinuität von Ausschreibungen und Aufträgen, um weiter investieren zu können. Besonders wichtig sei ein Zusammenspiel verschiedener Infrastrukturvorhaben. Synergien nutzen – das sollte hierbei auch im Fokus stehen: Das derzeitige kleinteilige unkoordinierte Vorgehen muss dringend durch eine komplexe, gesamtwirtschaftliche Herangehensweise ersetzt werden, sowohl für den flächendeckenden Breitband- als auch für den Energienetzausbau. Dies würde sowohl Tiefbaukapazitäten schonen als auch zu einer Kostenersparnis beitragen. Unsere Branche steht dafür bereit.
Umfassende Zahlen und Fakten zur Entwicklung der Branche, darunter auch Angaben zur Umsatz- und Kostenstruktur sowie zur Preisentwicklung, sind im aktuellen BranchenReport „Kabelleitungstiefbau 2025“ des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie veröffentlicht. Die Ergebnisse basieren unter anderem auf Daten des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit und bieten eine fundierte Grundlage für die weitere Diskussion um die Zukunft des Kabelleitungstiefbaus in Deutschland.
Kabelleitungstiefbau: Schlüsselbranche für die Digitalisierung und Energiewende
Der Kabelleitungstiefbau hat sich in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Branche für den Ausbau der Infrastruktur in Deutschland entwickelt. Seit 2010 hat sich die Anzahl der spezialisierten Betriebe auf 1.550 fast verdreifacht, und die Beschäftigtenzahl stieg auf über 40.000, was einem mehr als vierfachen Anstieg entspricht. Entscheidend ist dabei nicht nur das Wachstum, sondern auch die strukturelle Erneuerung: Die Branche konnte die Alterung ihrer Belegschaft stoppen und verjüngen. So ist der Anteil der über 55-Jährigen von 20 auf 16 Prozent gefallen, während mehr junge Menschen unter 25 Jahren beschäftigt sind. Zugleich trägt die zunehmende Diversität der Belegschaft dazu bei, Fachkräfteengpässe zu überbrücken. Fast die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat einen ausländischen Pass – deutlich mehr als im Bauhauptgewerbe insgesamt.
Dieses Personalwachstum ist ein zentraler Faktor für die erfolgreiche Umsetzung der Wärme-, Verkehrs- und Energiewende sowie der Digitalisierung. Die Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen für Leitungsnetze etwa im Bereich Strom, Gas oder Daten basieren maßgeblich auf der Arbeit der Kabelleitungstiefbauer. Nur mit ausreichend qualifiziertem Personal lassen sich die komplexen und umfangreichen Projekte flott und effizient realisieren. Dabei sind auch nachhaltige sowie koordinierte Ansätze beim Netzausbau entscheidend, um Ressourcen zu schonen und Kosten zu sparen. So verlangt die Branche von der Politik einen klaren und verlässlichen Rahmen – mit langfristigen Planungen und abgestimmten Ausschreibungen.
Was bedeutet die Personalentwicklung für die Digitalisierung und Energiewende?
Die wachsende und verjüngte Belegschaft im Kabelleitungstiefbau sichert die Kapazitäten, die für den Breitbandausbau und die Umsetzung der erneuerbaren Energiesysteme erforderlich sind. Ohne diese Fachkräfte könnten wichtige Projekte verzögert oder verteuert werden, was direkte Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft hätte.
Welche politischen Hürden und Chancen gibt es?
Politisch steht die Branche vor der Herausforderung, unkoordinierte und kleinteilige Vorgehensweisen beim Netzausbau zu überwinden. Eine engere gesamtwirtschaftliche Planung würde Synergien ermöglichen und damit nicht nur Tiefbaukapazitäten, sondern auch öffentliche Mittel effizienter nutzen.
Die wichtigsten gesellschaftlichen Auswirkungen der positiven Entwicklung im Kabelleitungstiefbau lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
- Für Bürgerinnen und Bürger: Schnellere Verfügbarkeit von Breitbandinternet und moderner Energieversorgung verbessern Lebensqualität und Teilhabe.
- Für die Wirtschaft: Stabile Netze bieten Unternehmen bessere Bedingungen für Innovation und digitale Geschäftsmodelle.
- Für die Umwelt: Der Ausbau erneuerbarer Energien wird durch effiziente Leitungsinfrastruktur unterstützt, was den CO2-Ausstoß senkt.
- Für Geflüchtete und Migrantinnen: Die zunehmende Diversifizierung eröffnet berufliche Chancen und Integration in den Arbeitsmarkt.
- Für die Politik: Der Erfolg im Kabelleitungstiefbau verdeutlicht, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen und strategische Planung für Infrastrukturmaßnahmen sind.
Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass Länder mit stärker integrierten Planungsansätzen und gezielter Nachwuchsförderung bei den Tiefbaukapazitäten oft schneller Fortschritte bei Digitalisierung und Energiewende machen. Die Kabelleitungstiefbau-Branche in Deutschland hat durch ihre gezielte Ausbildung und den Fokus auf Diversität eine solide Basis geschaffen, um diesen Anschluss zu halten. Die politische Aufgabe besteht nun darin, diese Dynamik durch kontinuierliche Unterstützung und abgestimmte Maßnahmen zu fördern.
Für die Darstellung der aktuellen Entwicklungen im Kabelleitungstiefbau stützt sich dieser Beitrag auf die Pressemitteilung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V.