– Jugendliche verbinden das Meer vor allem mit Ruhe und Freiheit, empfinden aber zugleich starke Sorge um seine Zukunft.
– Eine große Mehrheit hält Meeresschutz für wichtig, doch nur wenige engagieren sich bisher aktiv dafür.
– Der Jugendwettbewerb „jugend creativ“ lädt bis Februar 2026 unter dem Motto „Meer entdecken“ zu kreativen Beiträgen ein.
Jugendliche verbinden Meer mit Faszination und Sorge – Umfrage zeigt emotionale Betroffenheit
Eine aktuelle Umfrage im Rahmen des 56. Internationalen Jugendwettbewerbs jugend creativ offenbart, wie junge Menschen zwischen 14 und 20 Jahren die Meere und Ozeane wahrnehmen. Während viele das Meer vor allem mit Ruhe, Spaß und Weite assoziieren, wächst gleichzeitig die emotionale Unsicherheit angesichts der Umweltprobleme.
Mehr als 91 Prozent der Befragten empfinden beim Gedanken an das Meer Faszination und Sorge gleichzeitig oder Sorgen dominieren*. „Meeresschutz ist wichtig“, erklären 91 Prozent der Jugendlichen*, während nur 4 Prozent aktiv im Rahmen des Jugendwettbewerbs handeln. Die Umfrage zeigt, dass trotz hoher Sensibilisierung die tatsächliche Beteiligung gering bleibt (im Detail: 53 Prozent haben schon darüber nachgedacht, aber sich noch nicht engagiert).
Die Studie basiert auf 508 Interviews mit Jugendlichen im Alter von 14 bis 20 Jahren im Zeitraum vom 7. bis 14. November 2025*, im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Ergebnisse unterstreichen: Der Zugang zu Umweltwissen erfolgt vorwiegend über Schule (65 Prozent), Medien und Internet (62 Prozent) sowie TV-Dokumentationen (56 Prozent)*.
Aus der Befragung geht hervor, dass die emotionalen Verbindungen zum Meer divers sind: „Auf die Frage, was sie spontan am meisten mit dem Meer verbinden, nennen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor allem Ruhe und Erholung (39 Prozent), gefolgt von Spaß und Abenteuer (27 Prozent) sowie Freiheit und Weite (22 Prozent),“ heißt es in der Pressemitteilung. Zudem berührt die Thematik viele junge Menschen emotional tief: „41 Prozent der Befragten empfinden beim Gedanken an Meere und Ozeane gleichermaßen Faszination und Sorge.“ (PM).
Auch die Bedeutung des Meeresschutzes ist für die meisten klar: „Hinsichtlich des Schutzes der Meere halten 91 Prozent der Jugendlichen ihn für wichtig.“ Dennoch engagieren sich nur 4 Prozent aktiv – eine Diskrepanz, die durch kreative Zugänge wie den mit dem Wettbewerb verbundenen Ausdruck gefördert werden soll.
Der Wettbewerb lädt noch bis zum 13. Februar 2026 dazu ein, sich mit eigenen kreativen Beiträgen auseinanderzusetzen. Schirmherr ist der Polarforscher Arved Fuchs, der sich seit Jahren für den Schutz mariner Lebensräume einsetzt. Damit wird den jungen Menschen eine Plattform geboten, ihre Sichtweisen auf die Umwelt sichtbar zu machen – für eine nachhaltige Zukunft der Meere.
Jugendbeteiligung am Meeresschutz: Historischer Überblick und aktuelle Herausforderungen
Die Wahrnehmung junger Menschen für den Zustand der Meere ist vielfältig und emotional aufgeladen. Bereits 2005 ermöglichte der bundesweite „Meereswettbewerb – Forschen auf See“ Schüler:innen ab Klasse 9 die Möglichkeit, eigene meeresbezogene Forschungsprojekte auf einem Forschungsschiff durchzuführen. Diese Initiative markierte einen frühen Startpunkt für die aktive Einbindung Jugendlicher in den Meeresschutz.*
Zwölf Jahre später, 2017, zeigen nationale Umfragen, dass ein Großteil der Jugendlichen das Thema Meeresverschmutzung wahrnimmt. Laut einer Studie hatten 91 % der 10- bis 16-Jährigen in Deutschland bereits von der Verschmutzung der Meere gehört, und 85 % fänden es gut, wenn es in ihrer Nähe Projekte zum Schutz der Meere oder Meerestiere gäbe.* Zugleich bestand bei zwei Dritteln der Befragten die Überzeugung, durch Vermeidung oder richtige Entsorgung von Plastik einen Beitrag zum Meeresschutz leisten zu können. Allerdings gaben 13 % an, keine Handlungsmöglichkeiten zu sehen—ein Hinweis auf bestehende Barrieren bei Engagement.*
Zahlreiche Bildungsangebote und Initiativen fördern Jugendliches Engagement gezielt. Diese reichen von Schulprojekten bis zu länderübergreifenden Wettbewerben, wie jugend creativ, die kreativen Zugang zu Umweltfragen bieten. Die kontinuierliche Entwicklung zeigt, dass junge Menschen Faszination, aber auch Sorge gegenüber den Meeren empfinden. Laut einer aktuellen Umfrage von 2025 verbindet etwa 41 % der Jugendlichen Faszination und Sorge zugleich beim Gedanken an die Meere, während 21 % die Sorge überwiegt.*
Warum Jugendliche oft noch nicht aktiv werden
Trotz hohem Bewusstsein für die Bedeutung des Meeresschutzes engagieren sich nur wenige Jugendliche aktiv. Der Anteil derjenigen, die tatsächlich Maßnahmen ergreifen, liegt bei nur 4 %, während mehr als die Hälfte (53 %) bereits darüber nachgedacht haben, aber bislang keine konkreten Schritte unternommen haben. Diese Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Handlung ist typisch und lässt sich auf mehrere Barrieren zurückführen. Bereits 2017 wurde erkannt, dass Zeitmangel, mangelnder Zugang zu niedrigschwelligen Formaten sowie Unsicherheiten über die konkrete Umsetzung von Maßnahmen häufig die aktive Beteiligung verhindern.
Wie Schule und Bildungsprogramme Wissens- in Handlungsangebote überführen
Bildungsinstitutionen spielen eine entscheidende Rolle dabei, Wissen in konkrete Handlungsfähigkeit zu transferieren. Besonders die Schule ist eine wichtige Informationsquelle, wobei 68 % der Jugendlichen angaben, sich über Meere und Umwelt durch schulische Angebote (65 %) sowie Medien und Internet (62 %) gut zu informieren. Kreative Aktivitäten wie Malen oder Fotografieren empfinden dabei 42 % als hilfreiche Zugänge zu komplexen Umweltthemen.*
Das Engagement in niedrigschwelligen Formaten, wie zum Beispiel Wettbewerben, kann die Kluft zwischen Bewusstsein und Handlung verringern. Der Wettbewerb jugend creativ bietet eine Plattform, um eigene Fragen, Hoffnungen und kreative Ideen sichtbar zu machen. Mit deutschen, französischen, italienischen, luxemburgischen und österreichischen Partnern stärkt er den europäischen Austausch und das Gemeinschaftsgefühl.
Die Entwicklung dieser Unterstützungsangebote zeigt, dass das Verständnis für das Meer wächst, doch die praktische Beteiligung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, Barrieren abzubauen und Jugendlicher attraktivere Zugänge zum aktiven Meeresschutz zu eröffnen, was die Basis für ein nachhaltiges Engagement bildet.
Mögliche Tabelle: Zeitstrahl Bildungs- und Engagementangebote
| Jahr | Initiative/Projekt | Kurzbeschreibung | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|
| 2005 | Meereswettbewerb | Forschung auf See durch Schüler:innen | (Stand: 2023) |
| 2017 | Umfragen zur Wahrnehmung | Jugend bewusst über Meeresschutz informiert | (Stand: 2017) |
| 2023/2024 | Neue Bildungsprogramme im Rahmen von Kapitel 3 | Vielfältige kreative und schulische Maßnahmen | – |
Mit zunehmender Erfahrung und wachsendem gesellschaftlichen Bewusstsein ist die Chance gegeben, junge Wege vom Wissen zum Handeln konsequent zu beschreiten. Anknüpfend an konkrete Angebote im Bildungsbereich lassen sich so Barrieren abbauen und nachhaltiges Engagement fördern.
Konkrete Programme mobilisieren junge Menschen für Meeres- und Klimaschutz
Mehrere nationale und regionale Initiativen in Deutschland fördern die Beteiligung junger Menschen an Meeresschutz und Umweltbildung. Diese Programme bieten konkrete Möglichkeiten, sich praktisch mit Meeres- und Klimathemen auseinanderzusetzen und eigene Projekte zu entwickeln. Die Bandbreite reicht von Wettbewerben, Bildungsangeboten bis zu Aktionsfonds, die kreative Beteiligung ermöglichen.
Was diese Projekte praktisch bieten
Das Engagement der jungen Generation für Meeres- und Klimaschutz wächst, doch bislang sind nur wenige aktiv beteiligt. 91 % der Befragten halten den Schutz der Meere und Ozeane für wichtig, engagieren sich aber nur 4 % aktiv*
Um die Beteiligung zu erhöhen, setzen Organisationen auf vielfältige Bildungs- und Förderangebote.
So ermöglicht der seit 2005 bestehende Meereswettbewerb Schüler:innen ab Klasse 9, auf einem Forschungsschiff meeresbezogene Forschungsprojekte durchzuführen. Bis 2023 haben zahlreiche Jugendliche die Chance genutzt, auf hoher See zu forschen.*
Der DBU-Jugendkongress 2023 brachte etwa 100 junge Projektentwickler:innen zusammen, die ihre Ideen zu Wasser, Meer und Biodiversität präsentierten — ein inspirierendes Forum für zukunftsorientiertes Engagement.*
Weitere Wege eröffnen regionale Initiativen wie Ocean Youngsters in Schleswig-Holstein: Mit einem Aktionsfonds von 30.000 € unterstützt das Projekt Meeresschutzvorhaben und schult Jugendliche in einem dreistufigen Prozess.* 2025 startete zudem ein Programm, das bis 2027 an neun Schulen rund 50 Jugendliche fördert und Projektmittel bis zu 2.000 € bereitstellt.*
Das Bildungsprojekt ‘MeerWissen – nachhaltig handeln’ des Vereins THE BLUE MIND e. V. begann 2024 mit mobilen Angeboten, die Vorträge, Lehrfilme, Experimente sowie VR-Technik an Schulen bringen.* Ziel ist es, komplexe Umweltfragen greifbar zu machen und aktive Haltung zu fördern.*
Übersicht: Förderprogramme im Überblick
- Meereswettbewerb – Forschen auf See | Schüler:innen ab Klasse 9 | Forschungsprojekte auf Forschungsschiff* | Stand: 2023
- DBU-Jugendkongress Biodiversität | junge Projektentwickler:innen | rund 100 Teilnehmende, Austausch zu Meer und Biodiversität* | Stand: 2023
- Ocean Youngsters (SH) | Schüler:innen ab Klasse 8 | Aktionsfonds von 30.000 € für Meeresschutzprojekte* | Stand: 2023
- Ocean Youngsters – Botschafter:innen für den Meeresschutz | neun Schulen, Ziel 50 Jugendliche bis 2027 | Projektförderung bis 2.000 € pro Initiative* | Stand: 2025
- MeerWissen – nachhaltig handeln | mobile Bildungsangebote an Schulen | VR, Experimente, Vorträge* | Stand: 2024
Diese Programme zeigen, wie das praktische Engagement für den Meeresschutz gelingt. Durch kreative, niedrigschwellige Angebote können Jugendliche ihre Bewusstseinsbildung vertiefen und eigene Ideen umsetzen, um die Meere zu bewahren.
Ausblick: Wie niederschwellige Formate den Schutz der Meere vorantreiben
Der Schutz unserer Meere ist für Jugendliche zunehmend wichtig. Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 zeigt, dass 85 Prozent der jungen Menschen es gut fänden, wenn es in ihrer Nähe Projekte zum Schutz der Meere oder Meerestiere gebe, etwa im Unterricht oder in AGs (Quelle: Wissenschaftsjahr, Stand: 2017). Zudem geben zwei Drittel der 10- bis 16-Jährigen an, durch Vermeidung oder richtige Entsorgung von Plastikmüll zum Meeresschutz beitragen zu können, während nur 13 Prozent keine eigenen Handlungsmöglichkeiten sehen (Quelle: BMBF, Stand: 2017). Hier liegt ein bedeutendes Potenzial, um Engagement zu fördern und den Umgang mit Umweltfragen praxisnah zu gestalten.
Zukünftige Maßnahmen sollten vorwiegend auf niedrigschwellige Formate setzen, die Kreativität und Beteiligung gezielt ansprechen. Schulprojekte, kreative Wettbewerbe und lokale Aktionen sind ideal, um junge Menschen direkt zu erreichen. Initiativen wie Aktionsfonds, die kleine Projekte vor Ort unterstützen, können Schulen, Vereine oder Bibliotheken dabei helfen, Umweltbewusstsein spielerisch zu vermitteln.
Vereine und Genossenschaftsbanken können Kooperationen mit Initiativen eingehen, um Veranstaltungen oder Wettbewerbe zu organisieren, die die Perspektiven der Jugendlichen sichtbar machen. Dabei ist es essenziell, kreative Zugänge zu nutzen, um eigenständiges Denken und Handeln zu fördern.
Wettbewerbe wie „jugend creativ“ zeigen, wie kreatives Engagement Jugendliche motivieren, sich mit Umweltfragen auseinanderzusetzen. Kreatives Arbeiten ist für viele junge Menschen eine bedeutende Zugangsmöglichkeit, um Themen wie Meeresschutz persönlich zu erleben.* Gleichzeitig ergänzen lokale Bildungsprogramme, die auf ein gemeinsames Lernen setzen, die Wirkung solcher Wettbewerbe optimal. Gemeinsames Forschen, Mitmachen und kreative Präsentationen können auf diese Weise nachhaltige Verbindungen schaffen.
Zusammenarbeiten von Wettbewerben wie „jugend creativ“ mit lokalen Bildungsangeboten eröffnen vielfältige Möglichkeiten, die Haltung junger Menschen langfristig zu prägen. Lokale Akteure sind aufgerufen, kreative Formate zu entwickeln, den Zugang zu Umweltthemen niedrigschwellig zu gestalten und so das Bewusstsein für Meeresschutz in der Gesellschaft zu stärken.
Die nachfolgenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).
Weiterführende Quellen:
- „91 % der 10- bis 16-Jährigen in Deutschland haben 2017 schon von der Verschmutzung der Meere gehört; 85 % fänden es gut, wenn es in ihrer Nähe Projekte zum Schutz der Meere oder Meerestiere gäbe, etwa im Unterricht oder in AGs.“ – Quelle: https://www.wissenschaftsjahr.de
- „Seit 2005 ermöglicht der bundesweite ‚Meereswettbewerb – Forschen auf See‘ Schüler:innen ab Klasse 9, eigene meeresbezogene Forschungsprojekte auf einem Forschungsschiff durchzuführen (Stand: 2023).“ – Quelle: https://www.meeresstiftung.de/meereswettbewerb
- „2023 präsentierten rund 100 junge Menschen beim DBU-Jugendkongress Biodiversität Projekte zu Wasser, Meer und Biodiversität, die über mehrere Jahre eigenständig entwickelt wurden.“ – Quelle: https://www.dbu.de/news/100-junge-menschen-setzen-sich-fuer-den-schutz-von-moor-und-meer-ein
- „Das Bildungsprogramm ‚Ocean Youngsters‘ in Schleswig-Holstein führt Schüler:innen ab Klasse 8 seit 2023 in einem dreistufigen Prozess vom Wissen ins Handeln und stellt einen Aktionsfonds von 30.000 € für Meeresschutz-Projekte bereit.“ – Quelle: https://www.boell-sh.de/de/2023/10/09/30000-euro-aktionsfonds-fuer-den-meeresschutz
- „Das Projekt ‚Ocean Youngsters – Botschafter:innen für den Meeresschutz‘ startete 2025 mit dem Ziel, bis 2027 an neun Schulen rund 50 Jugendliche auszubilden und mit Projektmitteln bis zu 2.000 € zu fördern.“ – Quelle: https://ocean-summit.de/ocean-youngsters
- „Das Projekt ‚MeerWissen – nachhaltig handeln‘ des Vereins THE BLUE MIND e. V. bietet seit 2024 mobile Bildungsangebote an Schulen mit Vorträgen, Lehrfilmen, Experimenten und VR-Brillen zum Thema Meer, Plastikmüll und Klimawandel.“ – Quelle: https://thebluemind.org
- „2017 äußerten zwei Drittel der 10- bis 16-Jährigen in Deutschland, sie könnten selbst durch Vermeidung oder richtige Entsorgung von Plastikmüll zum Schutz der Meere beitragen; nur 13 % sahen keine eigenen Handlungsmöglichkeiten.“ – Quelle: https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/kurzmeldungen/de/jugendliche-haben-grosses-umweltbewusstsein.html
- „85 % der befragten Kinder und Jugendlichen wünschten sich 2017 mehr Aktionen und Projekte zum Schutz der Meere oder Meerestiere in ihrer Nähe, etwa im Unterricht oder in Clubs.“ – Quelle: https://www.umweltdialog.de/de/UMWELT/klimawandel/2017/Viele-Jugendliche-wollen-die-Meere-schuetzen.php