Bremen (VBR). Dieser ausführliche Beitrag ist Teil unseres täglichen VerbandsMonitor und beruht auf offiziellen Pressemitteilungen, die über das Presseportal von news aktuell veröffentlicht wurden.
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Ein neuer Tarifabschluss bringt Bewegung in den deutschen Zeitungsjournalismus. Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen, ebenso wie arbeitnehmerähnliche freie Journalistinnen und Journalisten, können auf spürbare Verbesserungen hoffen. Nach langen Verhandlungen haben sich der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und die Gewerkschaften DJV sowie ver.di/dju auf einen wegweisenden Gehaltstarifvertrag geeinigt.
Der neue Vertrag läuft 36 Monate lang und umfasst mehrere Stufen der Gehaltssteigerung: Rückwirkend ab dem 1. März 2025 erhalten alle Beschäftigten 100 Euro mehr pro Monat. Schon ab Mai 2025 kommen weitere 90 Euro hinzu. Ab Februar 2026 folgt eine lineare Erhöhung von 3 Prozent. Den Abschluss macht ein weiterer Festbetrag von 110 Euro ab Februar 2027. Diese Staffelung sorgt für eine nachhaltige und gerechte Entwicklung, die vor allem diejenigen stärkt, die es am dringendsten brauchen – Berufseinsteiger.
Gerade für junge Journalistinnen und Journalisten setzt der Abschluss ein starkes Zeichen: Volontärinnen und Volontäre können sich über eine Erhöhung von über 15 Prozent freuen. Das ist eine gezielte Investition in den dringend benötigten journalistischen Nachwuchs und ein klares Bekenntnis zur Förderung des Qualitätsjournalismus in einer Branche im Wandel.
Der Vertrag enthält mehr als nur reine Gehaltszahlungen. Für neue Mitarbeitende, die ab 1. Januar 2026 eingestellt werden, gilt erstmals eine neue Regelung für Urlaubsgeld: Es wird künftig wie das Weihnachtsgeld auf Basis des Tarifgehalts berechnet. Zusätzlich bleiben die attraktivsten Elemente des Zeitungsjournalismus erhalten: 13,5 Monatsgehälter und eine tariflich garantierte Altersversorgung, größtenteils von den Arbeitgebern getragen.
Georg Wallraf, der BDZV-Verhandlungsführer, betont den Wert dieses Ergebnisses: „Nach langen und nicht einfachen Gesprächen bedeutet dieser Abschluss Bewegung auf beiden Seiten“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Die Verlage setzen damit ein „klares Zeichen der Wertschätzung für die Redaktionen“, besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. „Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ist dieser Tarifabschluss Ausdruck unserer gemeinsamen Verantwortung für einen starken Journalismus“, so Wallraf weiter (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Die Neuerungen zeigen, wie sehr die Branche im Umbruch steht. Zeitungsredaktionen sind mehr denn je das Rückgrat einer lebendigen Demokratie und einer informierten Gesellschaft. Nur mit engagierten, fair bezahlten und abgesicherten Journalistinnen und Journalisten kann der Wandel in der Medienwelt gelingen. Der Abschluss ist nicht einfach nur Kompromiss, sondern Ausdruck des gemeinsamen Willens, den Wert der unabhängigen Berichterstattung zu schützen und weiterzuentwickeln.
Eine beidseitige Erklärungsfrist bis zum 1. August 2025 sichert allen Parteien ausreichend Zeit zur abschließenden Zustimmung. Unterm Strich zeigt diese Tarifrunde, wie es gelingen kann, trotz aller Hürden und geballtem Kostendruck einen fairen Ausgleich zu schaffen – und ein starkes Signal zu senden: Für Qualität, für Nachwuchs und für die Zukunft der Zeitungsbranche.
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Tarifabschluss für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen / BDZV: Deutliches …
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Einordnung des jüngsten Gehaltstarifvertrags: Hintergründe, Bedeutung und zukünftige Auswirkungen für den Zeitungsjournalismus
Die Einigung zwischen dem BDZV und den Gewerkschaften setzt ein wichtiges Zeichen für den Fortbestand und die Attraktivität des Print- und Digitaljournalismus. Vor dem Hintergrund steigender wirtschaftlicher Herausforderungen, etwa digitaler Transformation und rückläufiger Werbeeinnahmen, verdeutlicht der Abschluss nicht nur die aktuelle Wertschätzung für Redakteure und Journalistinnen, sondern auch die Notwendigkeit von bundeseinheitlichen tariflichen Rahmenbedingungen. In der Vergangenheit waren Tarifverhandlungen in der Medienbranche häufig von langwierigen Konflikten und Arbeitskämpfen geprägt, wie der Streik 2022 im regionalen Presseumfeld zeigte. Der jetzt erzielte Kompromiss knüpft daran an, setzt jedoch einen stärkeren Akzent auf die Zukunftsfähigkeit des Berufs: Durch überdurchschnittliche Steigerungen für Berufseinsteiger und Volontäre wird gezielt der Nachwuchs gestärkt – ein kritischer Punkt angesichts des seit Jahren beklagten Fachkräftemangels im Redaktionsbetrieb.
Branchenspezifische Analysen deuten darauf hin, dass eine stabile tarifliche Vergütung und Planungssicherheit die wichtigste Voraussetzung für den Verbleib qualifizierter Fachkräfte im Journalismus sind. Zudem werden mit der Neuregelung beim Urlaubsgeld und der weiterhin garantierten Altersvorsorge wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen geschaffen. Für viele Medienhäuser bleibt allerdings offen, wie zukünftige strukturelle Veränderungen, etwa durch Künstliche Intelligenz oder veränderte Konsumgewohnheiten, auf den Arbeitsmarkt für Journalisten wirken. Prognosen deuten an, dass sich vor allem im Bereich Digitaljournalismus und spezialisierter Recherche neue Chancen ergeben, sofern die tariflichen Rahmen immer wieder flexibel justiert werden. Insgesamt verdeutlichen diese Entwicklungen die besondere Bedeutung tariflicher Vereinbarungen für eine weiterhin unabhängige, vielfältige und qualitativ hochwertige Medienlandschaft in Deutschland.
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8 Antworten
‚Der Abschluss zeigt, dass etwas passiert im Journalismus! Aber ich mache mir Sorgen über Künstliche Intelligenz und wie sich das auf unsere Jobs auswirkt. Seht ihr da auch Probleme?‘
Ich finde die Gehaltserhöhung gut, aber ich frage mich, ob sie wirklich genug ist, um die besten Talente zu halten. Welche Maßnahmen könnten noch ergriffen werden? Ich denke an mehr Weiterbildungsmöglichkeiten.
Das mit der Weiterbildung klingt sinnvoll! Vielleicht könnte man auch Mentorenprogramme einführen? Das könnte helfen!
‚Ja genau! Und was denkt ihr über die Altersversorgung? Ist das wirklich sicher genug für zukünftige Journalisten?‘
Der Tarifvertrag scheint wirklich ein Fortschritt zu sein, besonders für junge Journalisten. Ich hoffe, dass dies auch andere Medienhäuser inspiriert! Gibt es schon Feedback von anderen Verlagen dazu?
Ich finde den Tarifabschluss sehr wichtig für den Journalismus in Deutschland. Es ist höchste Zeit, dass wir Redakteuren eine faire Bezahlung bekommen. Wie sieht es denn mit den Freelancern aus? Bekommen die auch mehr?
Ja, das ist echt ein gutes Zeichen! Aber ich mache mir Sorgen um die Zukunft der Printmedien. Was denkt ihr, wird das langfristig klappen?
Ich stimme zu! Ein fairer Lohn ist wichtig, aber was ist mit der Digitalisierung? Wird das die Jobs wirklich sichern oder gefährden?