– Jörn Kimmich wurde zum neuen Präsidenten des Deutschen Holzwirtschaftsrates gewählt.
– Erwin Taglieber wurde zum Vizepräsidenten des Verbandes ernannt.
– Die Initiative „Holz rettet Klima“ wird weiterentwickelt und gefördert.
Jörn Kimmich führt künftig den Deutschen Holzwirtschaftsrat
Auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Holzwirtschaftsrates in Berlin übernimmt Jörn Kimmich das Präsidentenamt. Die Wahl markiert einen bedeutenden Wechsel an der Spitze des bedeutenden Branchenverbands. Zum neuen Vizepräsidenten wählten die Mitglieder den ehemaligen Präsidenten Erwin Taglieber.
„Es ist mir eine große Ehre, der vielfältigen Holzwirtschaft eine starke Stimme in Politik und Gesellschaft zu geben“, betont der neu gewählte Präsident. Kimmich kündigt an, die erfolgreiche Initiative „Holz rettet Klima“ seines Vorgängers weiterzuentwickeln, die mittlerweile auch vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert wird. „Es gilt, die Potenziale von Holznutzung und aktiver Waldbewirtschaftung für den Klimaschutz immer mehr in Politik und Gesellschaft zu etablieren“, so Kimmich weiter.
Taglieber zeigt sich über die Wahl seines Nachfolgers erfreut: „Mit Jörn Kimmich gewinnt der DHWR einen engagierten Unternehmer und erfahrenen Verbandspolitiker als Präsidenten.“ Der ehemalige Präsident dankt den Mitgliedern für ihr Vertrauen und blickt der weiteren Zusammenarbeit optimistisch entgegen.
Der studierte Betriebswirt bringt umfangreiche Verbandserfahrung mit: Von 2019 bis 2023 leitete er als Präsident den Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH), anschließend war er von 2023 bis 2025 als Vizepräsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates tätig. Beruflich ist Kimmich Geschäftsführer der im hessischen Bromskirchen ansässigen ante-holz GmbH, die mehrere Holzverarbeitungsbetriebe in Deutschland betreibt.
Der Deutsche Holzwirtschaftsrat blickt auf eine lange Tradition zurück: Bereits am 13. Juli 1949 gründeten zehn Verbände der Holzwirtschaft in Wiesbaden den „Holzwirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebiets“. Heute vertritt die Dachorganisation über ihre Mitgliedsverbände über 70.000 überwiegend mittelständische Betriebe mit 650.000 Beschäftigten, die einen Jahresumsatz von 120 Milliarden Euro (Stand: 2025) generieren*. Damit repräsentiert der DHWR die gesamte Wertschöpfungskette des Rohstoffs Holz – von der Waldbewirtschaftung bis zum Recycling.
Vom Unternehmer zum Verbandsspitzen: Jörn Kimmichs Karriere
Jörn Kimmich bringt sowohl unternehmerische Praxis als auch langjährige Verbandserfahrung in seine neue Rolle als Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates ein. Der studierte Betriebswirt ist seit vielen Jahren in der Holzbranche verwurzelt und verfügt über umfassende Kenntnisse der gesamten Wertschöpfungskette. Seine berufliche Laufbahn verbindet operative Unternehmensführung mit verbandspolitischer Expertise.
Als Geschäftsführer der im hessischen Bromskirchen ansässigen ante-holz GmbH verantwortet Kimmich die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit mehreren Holzverarbeitungsbetrieben in Deutschland. Diese operative Erfahrung bildet das Fundament seines Verständnisses für die praktischen Herausforderungen der Holzwirtschaft.
Verbandskarriere: Vom DeSH zum DHWR
Kimmichs Engagement in der Verbandsarbeit folgt einer chronologischen Entwicklung. Die genaue Zeitspanne seiner Ämter in den Verbänden liegt derzeit nicht abschließend belegt vor.*
Diese stufenweise Karriere in Verbänden – vom spezialisierten Branchenverband bis zur Dachorganisation – qualifizierte ihn schließlich für die Spitzenposition im DHWR. Seine unternehmerische Basis bei ante-holz bleibt dabei weiterhin relevant.*
Holz im politischen Fokus: Klimaschutz und Bauwende
Die Mitgliederversammlung des Deutschen Holzwirtschaftsrates fand vor dem Hintergrund intensiver politischer Debatten zu Wald- und Forstthemen statt. Der Austausch mit Urban Treutlein, Abteilungsleiter im Bundeslandwirtschaftsministerium, unterstrich die Bedeutung der Branche für aktuelle Regierungsvorhaben. Dabei zeichnete sich ab, dass die Holzwirtschaft nicht nur als Betroffene der Politik agiert, sondern zunehmend als aktive Gestalterin auftritt.
Aktuelle Forderungen der Holzwirtschaft
Im September 2025 kritisierte der Verband den sogenannten "Bauturbo" der Bundesregierung als unzureichend und präsentierte ein eigenes Maßnahmenpaket für eine echte Bauwende.*
Die Holzwirtschaft fordert insbesondere:
- Senkung der Umsatzsteuer auf Holzprodukte für den Baubereich (Quelle: DHWR, Stand: September 2025)*
- Verbesserung der Förderbedingungen für Holzbauprojekte (Quelle: DHWR, Stand: September 2025)*
- Einführung einer verbindlichen Holzbauquote von 30 Prozent bei öffentlichen Bauvorhaben (Quelle: DHWR, Stand: September 2025)*
- Harmonisierung der Bauvorschriften zur Erleichterung des Holzbaus (Quelle: DHWR, Stand: September 2025)*
Mit diesen konkreten Vorschlägen positioniert sich der DHWR als konstruktiver, aber auch bestimmender Akteur in den politischen Verhandlungen. Der Verband macht deutlich, dass die von der Politik proklamierte Bauwende ohne die konsequente Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz nicht zu erreichen ist.
Wirtschaftsmotor mit grüner Wirkung
Die deutsche Holzwirtschaft bildet einen bedeutenden Wirtschaftssektor, der weit über die reine Holzproduktion hinausreicht. Mit 70.000 überwiegend mittelständischen Betrieben* prägt sie insbesondere die Wirtschaftsstruktur ländlicher Regionen. Diese Betriebe beschäftigen 650.000 Menschen* und schaffen damit Arbeitsplätze in verschiedenen Qualifikationsstufen – vom Forstwirt über den Schreiner bis hin zum Ingenieur im Holzbau.
Der jährliche Umsatz von 120 Milliarden Euro* unterstreicht die ökonomische Bedeutung der Branche. Diese Wertschöpfung entsteht entlang der gesamten Verarbeitungskette: Vom Rohholz über die Herstellung von Bauprodukten, Möbeln und Verpackungen bis hin zum Recycling von Altpapier und Altholz. Besonders im Bauwesen gewinnt Holz als nachwachsender Rohstoff zunehmend an Bedeutung und trägt zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks bei.
Die Holzwirtschaft verbindet somit ökonomische Stärke mit ökologischer Verantwortung. Sie nutzt einen natürlichen Rohstoff, der während seines Wachstums Kohlenstoff bindet und auch nach der Ernte in langlebigen Produkten wie Gebäuden oder Möbeln gespeichert bleibt. Dieser Kreislaufgedanke macht die Branche zu einem wichtigen Partner für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.
Holz als Klimaretter: Wo die Reise unter neuer Führung hingeht
Die neue Doppelspitze des Deutschen Holzwirtschaftsrates steht vor der Aufgabe, ihre angekündigte Zielsetzung in konkrete Politik zu übersetzen. Jörn Kimmich und Erwin Taglieber haben bereits signalisiert, dass sie die Initiative zur Klimaschutzfunktion von Holz weiterentwickeln wollen. Welche politischen Schwerpunkte daraus erwachsen könnten, lässt sich an aktuellen Forderungen des Verbandes ablesen.
Im September 2025 äußerte der DHWR Forderungen zur Baupolitik. Der Verband forderte einen „echten Bauturbo“ und nannte Maßnahmen, die der Bund sofort umsetzen könne – darunter die Vereinfachung von Genehmigungsverfahren für Holzbauprojekte und verbesserte Rahmenbedingungen für den Einsatz von Holz im Bauwesen*. Diese Forderungen deuten darauf hin, dass die neue Führung einen Schwerpunkt auf die Förderung von Holzbau als Klimaschutzstrategie legen wird.
Gleichzeitig zeichnen sich kontroverse Diskussionslinien ab. Während die Holzwirtschaft die aktive Waldbewirtschaftung und vermehrte Holznutzung als Beitrag zum Klimaschutz betont, melden Umweltverbände und Teile der Wissenschaft Bedenken an. Kritiker verweisen auf die Bedeutung intakter Wälder als Kohlenstoffspeicher und warnen vor einer Übernutzung der Bestände. Die Debatte dreht sich um die grundsätzliche Frage, ob vermehrte Holznutzung oder Waldschutz priorisiert werden sollte.
Aus politischer Perspektive ergeben sich weitere Herausforderungen. Unterschiedliche Ressortzuständigkeiten zwischen Landwirtschafts-, Umwelt- und Bauministerium erschweren eine kohärente Holzpolitik. Zudem stehen regulatorische Hürden einer breiteren Holzbauoffensive entgegen, etwa im Brandschutzrecht und bei bauaufsichtlichen Zulassungen.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob der DHWR unter seiner neuen Führung Brücken zwischen diesen Positionen schlagen kann. Beobachter erwarten eine klare Schwerpunktsetzung auf die Holzbauförderung bei gleichzeitiger Betonung nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Die Kunst wird darin bestehen, die wirtschaftlichen Interessen der Holzbranche mit den ökologischen Anforderungen an den Wald in Einklang zu bringen – eine Gratwanderung, die die politische Diskussion im Bereich Wald und Holz weiter prägen wird.
Die folgenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR).
Weiterführende Quellen:
- „Jörn Kimmich war vor seiner Wahl zum Präsidenten des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR) von 2019 bis 2023 Präsident des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes (DeSH) und fungierte von 2023 bis 2025 als Vizepräsident des DHWR.“ – Quelle: https://dhwr.de/aktuelles/
- „Der DHWR vertritt über seine Mitgliedsverbände 70.000 überwiegend mittelständische Betriebe der Holzwirtschaft mit 650.000 Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von 120 Milliarden Euro.“ – Quelle: http://www.dhwr.de
- „Der DHWR kritisierte im September 2025 den ‚Bauturbo‘ der Bundesregierung als unzureichend und fordert konkrete Maßnahmen wie die Senkung der Umsatzsteuer, bessere Förderbedingungen, eine verbindliche Holzbauquote von 30 Prozent bei öffentlichen Projekten sowie eine bundesweite Harmonisierung der Bauvorschriften.“ – Quelle: https://dhwr.de/2025/09/01/holzwirtschaft-fordert-echten-bauturbo-diese-massnahmen-kann-der-bund-sofort-umsetzen/
- „Der DHWR begrüßte im April 2025 den Schwerpunkt des Koalitionsvertrags auf CO2-Vermeidung und modulare Bauweisen als vielversprechend, fordert jedoch nun konkrete Taten.“ – Quelle: https://dhwr.de/2025/04/22/dhwr-zum-koav-vielversprechende-ansaetze-jetzt-muessen-taten-folgen/
- „Steffen Rathke war bis Juni 2024 Präsident des DHWR und steht damit für die Vorgänger-Generation vor Erwin Taglieber und Jörn Kimmich.“ – Quelle: https://hob-magazin.com/allgemein/erwin-taglieber-neuer-praesident/
9 Antworten
„Holz rettet Klima“ sollte mehr Aufmerksamkeit bekommen! Ich sehe das Potenzial hinter der Idee und hoffe auf gute politische Unterstützung! Wer hat schon Erfahrungen mit Holzbauprojekten gemacht? Teilt eure Gedanken!
„Echte Bauwende“ klingt vielversprechend! Es wäre klasse, wenn mehr öffentliche Projekte Holz nutzen würden! Habt ihr Vorschläge zur Umsetzung dieser Ideen? Ich würde gerne mehr darüber erfahren!
„Bauturbo“ klingt nach einer Herausforderung für alle Beteiligten! Hoffentlich wird es nicht nur bei Ankündigungen bleiben. Wie seht ihr die Rolle der Politik hierbei? Brauchen wir mehr Druck auf unsere Entscheidungsträger?
Kimmich hat sicher eine große Verantwortung! Ich finde es gut, dass er betont hat, wie wichtig Holz für den Klimaschutz ist. Wie denkt ihr über die geplanten Änderungen im Bauwesen? Wird das wirklich etwas bringen?
„Holz als Klimaretter“ klingt gut in der Theorie, aber ich frage mich, ob das praktisch umsetzbar ist. Was denkt ihr über mögliche Konflikte mit Naturschutz? Sollten wir nicht zuerst unsere Wälder schützen?
Es ist interessant, wie der DHWR sich positioniert. Ich hoffe, die Vorschläge zur Umsatzsteuer und Holzbauquote werden ernst genommen. Was haltet ihr von den kritischen Stimmen aus der Umweltbewegung? Finden sie Gehör?
Ich denke, dass ein Dialog zwischen beiden Seiten wichtig ist. Vielleicht können wir durch Gespräche Lösungen finden, die sowohl den Klimaschutz als auch die Holzwirtschaft berücksichtigen.
Die Wahl von Kimmich scheint ein wichtiger Schritt zu sein! Ich bin neugierig auf seine Pläne für den Klimaschutz. Welche konkreten Maßnahmen erwartet ihr von ihm? Das Thema Holzbau ist ja gerade sehr aktuell.
Ich finde es sehr spannend, dass Jörn Kimmich nun Präsident des DHWR ist. Seine Erfahrung in der Holzwirtschaft könnte wirklich helfen, die Initiative „Holz rettet Klima“ voranzutreiben. Glaubt ihr, dass er die Branche auch wirklich verändern kann?