– 2023 in Deutschland: 667 080 Aufzüge geprüft, 10,3 % gravierende Mängel festgestellt.
– Bei 0,6 % (≈4.000 Anlagen) gefährliche Mängel, Hälfte sofort stillgelegt.
– Nur 46 % der Aufzugsanlagen bleiben 2023 mängelfrei trotz Verbesserungen.
TÜV-Anlagensicherheitsreport 2023: Alarmierende Mängel und wachsende Cyberrisiken bei Aufzügen
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland insgesamt 667.080 Aufzüge unabhängig geprüft. Dabei zeigte sich, dass nur 46 Prozent der Aufzüge mängelfrei bleiben. Bei 10,3 Prozent dieser geprüften Anlagen traten erhebliche Mängel auf, „die umgehend behoben werden müssen“. Noch beunruhigender ist, dass bei 0,6 Prozent, also etwa 4.000 Anlagen, sogenannte gefährliche Mängel entdeckt wurden. Diese Mängel brachten eine unmittelbare Gefahr für Menschen mit sich und führten zur Stilllegung der Hälfte dieser Aufzüge.
Zu den häufigsten Problemen zählen „defekte Steuerungen, fehlerhafte Türverriegelungen, abgenutzte Tragseile und ausgefallene Notrufsysteme“. Auch bei neuen Aufzügen gab es 2023 erhebliche Sicherheitslücken: Trotz strenger Kontrollen vor Inbetriebnahme wiesen 10,4 Prozent der Neuanlagen erhebliche Mängel auf. Bei 4,2 Prozent traten sogar gefährliche Fehler auf, „die häufig auf Montagefehler oder nicht funktionierende Notrufsysteme zurückzuführen waren“.
Neben den physischen Mängeln spielt die zunehmende Digitalisierung eine wichtige Rolle für die Sicherheit von Aufzügen. Mit der Vernetzung steigt das Risiko für Cyberangriffe. Hierzu heißt es: „Mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung von Aufzügen steigt das Risiko für Cyberangriffe“. Betreiber sind daher verpflichtet, „technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der digitalen Steuerungs- und Regelsysteme zu implementieren und diese Maßnahmen genau zu dokumentieren“.
Auch die Unfallstatistik der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigt die Gefahren im Umgang mit Aufzügen: Für 2022 meldet die DGUV „679 Verletzte und einen tödlichen Unfall im Zusammenhang mit Aufzügen, obwohl nur meldepflichtige Arbeitsunfälle erfasst werden“.
Darüber hinaus überwacht der TÜV nicht nur Aufzüge, sondern auch „Druckbehälteranlagen wie Gasspeicher und Dampfkessel sowie bestimmte Anlagen in brand- und explosionsgefährdeten Bereichen, darunter Tankstellen und Flugfeldbetankungsanlagen“. Die Ergebnisse des Berichts verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf bei Anlagen- und Cybersicherheit, um Unfälle und Gefahren für Menschen zu vermeiden.
Sicherheitsrisiko Aufzug: Warum regelmäßige Prüfungen überlebenswichtig sind
Aufzüge sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken – sie verbinden Stockwerke, erleichtern Mobilität und sind für viele Menschen essenziell. Doch gerade weil sie so selbstverständlich wirken, gerät die regelmäßige Wartung häufig aus dem Blick. Dabei ist sie entscheidend, um das Unfallrisiko gering zu halten und die Sicherheit aller Nutzer zu gewährleisten. Für Betreiber und Politik bedeutet das: Schäden und technische Mängel müssen rechtzeitig erkannt werden, bevor sie zu gefährlichen Situationen führen.
Hinzu kommt die sich wandelnde Bedrohungslage in der zunehmend vernetzten Infrastruktur von Aufzugssystemen. Cybersecurity wird zu einem immer wichtigeren Thema, denn Angriffe auf die Steuerungstechnik können nicht nur den Betrieb lahmlegen, sondern Menschenleben gefährden. Die digitale Vernetzung bringt neue Chancen, aber auch Risiken mit sich, die sich in der Praxis bereits bemerkbar machen.
Digitale Gefahren: Aufzüge im Fadenkreuz der Hacker
Die Gefahr von Cyberangriffen auf Aufzüge unterstreicht, wie Technik und Sicherheit zusammenhängen. Vernetzte Steuerungssysteme müssen gegen Manipulationen geschützt sein, um Ausfälle oder Fehlfunktionen zu verhindern. Betreiber sollten deshalb nicht nur die mechanische Funktion überwachen, sondern auch IT-Sicherheit als festen Bestandteil der Wartungsprozesse betrachten.
Von der Theorie zur Praxis: Worauf Nutzer jetzt achten sollten
Besonders Nutzer und Hausbesitzer können durch einen bewussten Umgang zur Sicherheit beitragen. Wesentliche Punkte sind:
- Regelmäßig überprüfen, ob aktuelle Sicherheitsprüfungen durchgeführt wurden
- Auffällige Geräusche oder Verzögerungen beim Starten des Aufzugs ernst nehmen
- Mängel oder Ausfälle sofort melden, um schnelle Reparaturen zu ermöglichen
- Nachfragen, ob die Steuerungssysteme auch auf Cybersecurity geprüft werden
- Verantwortliche Betreiber zu transparentem Umgang mit Sicherheitsfragen verpflichten
Nicht nur Technikexperten, auch die breite Öffentlichkeit spielt so eine Rolle bei der Risikominimierung.
Der Blick nach vorn zeigt, dass Aufzüge künftig noch stärker digital vernetzt sein werden. Das stellt neue Anforderungen an Prüfsysteme und gesetzliche Regelungen. Es besteht ein klarer Reformbedarf, damit Sicherheitsstandards Schritt halten mit technischen Entwicklungen und digitalen Bedrohungen. Angesichts der hohen Relevanz für die gesamte Gesellschaft ist es unerlässlich, dass Politik und Betreiber gemeinsam an Lösungen arbeiten, die technische Sicherheit gewährleisten und das Vertrauen der Nutzer stärken.
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Gut jeder zehnte Aufzug hat schwere Mängel
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