Inkassobranche kritisiert Verbraucherschutz-Gesetze

Berlin, 16. Mai 2024 – Die deutsche Inkassobranche steht vor weitreichenden Veränderungen: Eine deutliche Zunahme der ins Inkasso übergebenen Forderungen trifft auf sinkende Durchschnittswerte und reduzierte Inkassokosten. Der jüngste Branchenreport23 des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) bringt Licht in die aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen einer Industrie, die maßgeblich zur volkswirtschaftlichen Stabilität beiträgt. Mit einem Anstieg von 16 Prozent auf 33 Millionen Vorgänge bei gleichzeitigem Werteverlust der Forderungen um mehr als ein Viertel, zeigt sich eine dynamische Entwicklung, die sowohl Risiken als auch Chancen für Gläubiger, Schuldner und Dienstleister birgt. Im Zentrum steht die neu gewählte BDIU-Präsidentin Anke Blietz-Weidmann, die ein Umdenken im Umgang mit den Kosten des Zahlungsverzugs fordert und gleichzeitig auf die wichtige Rolle des außergerichtlichen Inkassos hinweist. Trotz eines wachsenden Geschäftsvolumens sehen sich Inkassounternehmen jedoch gezwungen, Personal abzubauen – eine direkte Folge regulatorischer Eingriffe in die Gebührenordnung. Wie diese Entwicklungen die Zukunft des Forderungsmanagements und den Verbraucherschutz beeinflussen werden, bleibt ein Thema von hoher Brisanz und Aktualität.

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Presse /news Verbandsnachrichten

Bremen (VBR). Inmitten eines sich rasant wandelnden ökonomischen Klimas erlebt Deutschland einen bemerkenswerten Anstieg der Inkassovorgänge – ein Zeichen für die zunehmenden finanziellen Spannungen zwischen Unternehmen und Verbrauchern. Zwischen 2020 und 2023 kletterte die Zahl der ins Inkasso übergebenen Forderungen um ausdrucksstarke 16 Prozent nach oben und erreichte die 33-Millionen-Marke. Doch trotz dieses Anwachsens ist ein gegenläufiger Trend beim Wert dieser Forderungen zu beobachten, der um mehr als ein Viertel (28 Prozent) auf durchschnittlich 563 Euro gefallen ist.

Diese Entwicklungen fallen in eine Zeit, in der das Gesetz zur Verbesserung des Verbraucherschutzes im Inkassorecht (VVInkG) eine Senkung der abrechenbaren Kosten um 25 Prozent mit sich brachte – ein Schritt, der zwar den Schuldnerschutz verstärken sollte, jedoch laut Anke Blietz-Weidmann, Präsidentin des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU), zu unfairen Belastungen für Gläubiger und Inkassodienstleister führt. “Das Abwälzen der Kosten des Zahlungsverzugs vom Verursacher auf Gläubiger und ihre Inkassodienstleister kann so nicht weitergehen!”, betont sie.

Der neu vorgelegte Branchenreport23 verdeutlicht zudem die volkswirtschaftliche Bedeutung des Forderungsmanagements: Inkassounternehmen bearbeiteten zum Jahresende insgesamt 97 Millionen Forderungen. Die BDIU-Mitgliedsunternehmen erwirtschafteten dabei mehr als 5 Milliarden Euro, wodurch sie maßgeblich Liquidität, Arbeitsplätze und Investitionen der Gläubiger sicherten.

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Ein Lichtblick besteht darin, dass viele Inkassofälle durch einvernehmliche Lösungen geklärt werden können, bevor es zu gerichtlichen Maßnahmen kommt. Tatsächlich werden 78 Prozent der Fälle außergerichtlich gelöst. Diese Praxis entlastet nicht nur die Justiz, sondern schafft auch in vielen Fällen eine Win-win-Situation für Schuldner und Gläubiger.

Bemerkenswert ist auch die hohe Arbeitsqualität im Inkassosektor. Trotz der sensiblen Natur ihrer Arbeit weisen Inkassounternehmen eine erstaunlich niedrige Beschwerdequote auf. Im Jahr 2023 gab es lediglich 1.250 Beschwerden bei 33 Millionen neuen Inkassoforderungen. Dies untermauert den professionellen Ansatz und die Fairness der Branche.

Dennoch sieht sich die Inkassobranche aufgrund gesetzlicher Regulierungen vor Herausforderungen gestellt. Das Durchsetzungsumfeld hat sich verändert, was deutliche Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle hat und sogar zu einem Arbeitsplatzabbau führte – die Anzahl der Beschäftigten sank von 20.000 im Jahr 2018 auf nunmehr 15.000.

Blietz-Weidmann appelliert daher an den Gesetzgeber, ein Umdenken im Umgang mit Inkassokosten zu erwägen und plädiert für eine gerechtere Verteilung der Lasten, die mit Forderungsausfällen verbunden sind. Denn letztendlich profitieren von effektiven Lösungen im Forderungsmanagement alle Seiten – sowohl Gläubiger als auch Schuldner.

Die Diskussion um den richtigen Umgang mit Inkassokosten und Schuldnerschutz zeigt, wie wichtig ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Verbraucherrechten und der Wirtschaftlichkeit von Gläubigern und Inkassodienstleistern ist. Es ist ein delikates Gefüge, das ein fundiertes Verständnis und kooperative Lösungen erfordert, um sowohl den Verbraucherschutz als auch die Stärkung der Wirtschaft harmonisch zu vereinen.

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Inkassoverband warnt vor Überregulierung durch falsch verstandenen Verbraucherschutz …

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Meldung einfach erklärt

Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen BDIU hat einige Informationen über die Inkasso-Branche geteilt:

– Zwischen 2020 und 2023 stieg die Anzahl der Inkassoforderungen um 16 Prozent auf 33 Millionen.
– Der Wert dieser Forderungen sank aber um 28 Prozent, jetzt sind sie im Durchschnitt 563 Euro wert.
– Die Kosten, die Inkassounternehmen in Rechnung stellen dürfen, wurden um 25 Prozent reduziert. Das kam nach einem neuen Gesetz zum besseren Schutz von Verbrauchern.

Wichtige Punkte:

– Inkasso hilft der Wirtschaft: Sie sorgen dafür, dass Firmen ihr Geld bekommen. Dadurch können Arbeitsplätze erhalten und neue Investitionen gemacht werden.
– Meistens versuchen Gläubiger erst selber, ihr Geld zu bekommen, bevor sie ein Inkassounternehmen beauftragen.
– Die meisten Fälle (78 Prozent) werden außergerichtlich gelöst. Das ist einfacher für alle Beteiligten.
– Beschwerden über Inkassounternehmen sind sehr selten.

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Fragen und Antworten:

– Was bedeutet “Inkasso”?
– Inkasso ist das Eintreiben von Forderungen. Wenn jemand Schulden nicht bezahlt, kann der Gläubiger ein Inkassounternehmen beauftragen, um das Geld einzutreiben.

– Warum wurden die Kosten, die Inkasso-Firmen berechnen dürfen, reduziert?
– Um Verbraucher besser zu schützen und ihnen weniger finanzielle Lasten durch hohe Inkassokosten aufzubürden.

– Wieso gibt es Beschwerden gegen Inkassounternehmen?
– Manchmal fühlen sich Menschen ungerecht behandelt oder verstehen nicht genau, warum sie zahlen sollen. Aber tatsächlich sind solche Beschwerden sehr selten.

– Warum sind Forderungen jetzt weniger wert?
– Das kann viele Gründe haben, vielleicht weil kleinere Beträge schneller fällig werden oder sich die Wirtschaftslage verändert hat.

Die BDIU sagt, dass Inkasso wichtig ist und fordert, dass Schulden von denen bezahlt werden sollten, die sie verursacht haben. Der Verband berichtet auch über Personalabbau in der Branche wegen geringerer Einnahmen.

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Inkassoverband warnt vor Überregulierung durch falsch verstandenen Verbraucherschutz ...

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Am 24. Mai 2024 startet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ihre vierteilige Online-Veranstaltungsreihe zur Europa-Wahl mit einem öffentlichen Live-Stream um 10 Uhr. In der “Wahlarena Beschäftigungs- und Sozialpolitik” diskutiert ver.di-Vorsitzender Frank Werneke mit Vertreter*innen der demokratischen Parteien über zentrale Fragen zu Mindestlöhnen, Arbeitsbedingungen und weiteren gesellschaftlich relevanten Themen. Die Serie setzt sich mit spannenden Diskussionen über Verkehrs- und Gesundheitspolitik bis zum 3. Juni fort, ohne Registrierungszwang und für alle Interessierten zugänglich.

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Zukunft des bezahlbaren Wohnens in Hamburg: Pressefrühstück

Dramatische Baupreisentwicklung bedroht Hamburgs sozialen Wohnungsbau – Einladung zum Pressefrühstück

Hamburg, 22.05.2024 – Die drastisch gestiegenen Baupreise, exorbitanten Grundstückskosten und der Rückgang bei Baugenehmigungen gefährden den Bau bezahlbarer Wohnungen in Hamburg wie nie zuvor in der über 120-jährigen Geschichte des sozialen Wohnungsbaus.

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. (VNW) lädt Journalistinnen und Journalisten herzlich zu einem Pressefrühstück ein, um diese drängenden Fragen zu erörtern. Hochrangige Gesprächspartner, darunter Andreas Breitner, Direktor des VNW, und Peter Kay, Vorstand der Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG (BGFG), werden die erreichten Ziele und zukünftigen Pläne sozialer Vermieter vorstellen und die Zukunftsaussichten bewerten.

Das Pressefrühstück findet am Mittwoch, den 29. Mai 2024, von 11 bis 13 Uhr in der Willy-Brandt-Straße 67 in Hamburg statt. Eine vorherige Anmeldung erleichtert die Organisation, ist aber nicht zwingend erforderlich.

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