Die Gewerkschaft IG Metall will in der anstehenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie 5 Prozent mehr Entgelt, eine bessere Stellung unterer Entgeltgruppen, Schutz für Zukunft und Beschäftigung sowie eine Gewinnbeteiligung in gut laufenden Betrieben durchsetzen. Der Vorstand beschloss das Paket nach Angaben der Gewerkschaft am Mittwoch. Es handelt sich damit um Forderungen für die Verhandlungen – nicht um einen Tarifabschluss.
Die regional von den IG-Metall-Bezirken geführten Tarifverhandlungen sollen nach Gewerkschaftsangaben am 7. Oktober beginnen. Die Friedenspflicht ende am 31. Oktober; ab dem 1. November wären Warnstreiks möglich. In der Branche arbeiten nach Angaben der IG Metall mehr als 3,7 Millionen Menschen.
Ein Paket für Krisen- und Boom-Betriebe
Die Gewerkschaft begründet die Verbindung der Forderungen mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Lagen in der Branche. Sie will die Kaufkraft der Beschäftigten angesichts steigender Lebenshaltungs-, Wohn- und Gesundheitskosten stärken. Zugleich soll geprüft werden, ob die bestehenden Tarifinstrumente für Betriebe in Schwierigkeiten ausreichen, um Arbeitsplätze und Investitionen in die Zukunft zu sichern.
Nach Erhebungen der IG Metall ist der Auftragsbestand in zwei Dritteln der Unternehmen gut oder sehr gut. Bei etwa einem Drittel sei er dagegen schlecht bis sehr schlecht, insbesondere in Teilen der Autoindustrie und des Maschinenbaus. Die Gewerkschaft leitet daraus ihre Forderung ab, tarifliche Antworten vom Krisenbetrieb bis zum Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern zu finden. „Wer außergewöhnlichen Erfolg erarbeitet, soll auch am Erfolg beteiligt werden“, sagte IG-Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski.
Wie die Gewinnbeteiligung aussehen soll, ist offen
Die geforderte Gewinnbeteiligung ist bislang nicht konkret ausformuliert. In den veröffentlichten Informationen der IG Metall finden sich weder eine verbindliche Renditeschwelle noch eine festgelegte Höhe oder Anspruchsvoraussetzung. Die Gewerkschaft nennt wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen und eine mögliche Weiterentwicklung des tariflichen Zusatzgeldes, des sogenannten T-Gelds, als Ansatz.
Ein Beitrag der IG Metall in Duisburg-Dinslaken nennt zusätzliche Leistungen für Beschäftigte oberhalb bestimmter Renditeschwellen als mögliche Richtung. Zugleich wird dort betont, dass konkrete Regeln noch nicht beschlossen seien. Welche Betriebe und Beschäftigten von einem möglichen Extra profitieren könnten, wäre daher erst mit einer tariflichen Ausgestaltung klar.
Arbeitgeber weisen Lohnforderung zurück
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall weist die Forderung nach 5 Prozent mehr Entgelt zurück. Präsident Udo Dinglreiter erklärte, viele Unternehmen hätten wegen mangelnder Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit keine Verteilungsspielräume. Vorrang hätten aus Sicht des Verbands die Bewältigung der Branchenkrise und die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Damit steht vor dem Verhandlungsbeginn ein deutlicher Konflikt: Die IG Metall verlangt Kaufkraft und Beteiligung an guten Ergebnissen, die Arbeitgeber verweisen auf den Druck in vielen Unternehmen.
Quellen
- https://www.igmetall.de/tarif/tarifrunden/metall-und-elektro/tarifrunde-metall-und-elektro-2026
- https://duisburg-dinslaken.igmetall.de/news/tarifrunde-2026-erfolgreiche-betriebe-sollen-mehr-zahlen
- https://www.gesamtmetall.de/wir-haben-nicht-den-luxus-ueber-die-verteilung-von-zuwaechsen-verhandeln-zu-koennen/





