Hungerkrise in Uganda: WFP-Kürzungen treffen Menschen mit Behinderung

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Hunger statt Hoffnung: In Ugandas Flüchtlingslagern kämpfen Tausende Geflüchtete ums Überleben, nachdem das UN-Welternährungsprogramm (WFP) seine Hilfen drastisch kürzen musste. Besonders Menschen mit Behinderungen und ihre Familien trifft die Kürzung mit voller Härte – viele erhalten keinerlei Nahrungsmittelhilfe mehr. Die Folgen sind dramatisch: Kinder brechen die Schule ab, Familien leben von Gelegenheitsarbeiten oder sind zum Betteln gezwungen. Eine neue Untersuchung von Handicap International zeigt das Ausmaß der Krise und wie vor allem die Schwächsten unter den Folgen leiden.

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Bremen (VBR). Dieser ausführliche Beitrag ist Teil unseres täglichen VerbandsMonitor und beruht auf offiziellen Pressemitteilungen, die über das Presseportal von news aktuell veröffentlicht wurden.
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Tausende Geflüchtete in Uganda von Hunger und Ausgrenzung bedroht – Besonders Menschen mit Behinderungen trifft es hart

In den ugandischen Flüchtlingslagern wächst die Not. Seit Mai 2025 ist die Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) massiv gekürzt worden. Die drastischen Einschnitte treffen vor allem die Schwächsten: Menschen mit Behinderungen und deren Familien erhalten immer häufiger keine Nahrungsmittelhilfe mehr. 42 % der Haushalte mit Kindern mit Behinderungen und 35 % der Menschen mit Behinderungen bekamen laut einer Umfrage der erfahrenen Hilfsorganisation Handicap International (HI) keinerlei Nahrungsmittelhilfe mehr. In Lagern, in denen keine neuen Schutzsuchenden mehr aufgenommen werden, sind es sogar 54 % der betroffenen Haushalte.

Mehr als 1,9 Millionen Flüchtlinge aus Ländern wie dem Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und dem Sudan suchen in Uganda Schutz vor Gewalt – und werden nun zu Opfern einer weiteren Krise: Hunger und Perspektivlosigkeit. Grund dafür ist ein neues Kategorisierungssystem des WFP. Geflüchtete werden in Gruppen mit unterschiedlich hoher Priorität eingestuft. Wer als „weniger schutzbedürftig“ gilt – oft zu Unrecht, wie viele Hilfsorganisationen kritisieren – erhält keinerlei Hilfe mehr. 63 % der Geflüchteten wurden in die niedrigste Kategorie 3 eingruppiert und damit praktisch vom Zugang zu Nahrungsmittelhilfe abgeschnitten.

Die Folgen sind verheerend. Die Betroffenen müssen teils täglich ums Überleben kämpfen. Kinder werden aus der Schule genommen, weil sie auf Feldern arbeiten müssen, um das Überleben der Familie zu sichern. Die Geschichte von Jeanne*, einer 55-jährigen Geflüchteten aus dem Kongo, zeichnet ein erschütterndes Bild. Nach einer schweren Schussverletzung und sexualisierter Gewalt ist sie auf Unterstützung angewiesen. Das Einkommen aus einem kleinen Solarpanel auf dem Dach reicht oft nur noch für eine einzige Mahlzeit am Tag. Ihre Kinder mussten die Schule abbrechen und arbeiten jetzt in der Feldarbeit.

Noch bedrückender ist die Lage von Menschen mit schweren Behinderungen. Paul* aus Kyangwali, der gelähmt ist, kann sich ohne Hilfe kaum fortbewegen. Ersatzteile für sein Dreirad fehlen, genauso wie Lebensmittel für die Familie. Seine Frau kann keiner Arbeit nachgehen, weil sie ihn pflegen muss. „Wir leben von Nachbarschaftshilfe oder müssen betteln,“ berichtet er (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).

Die Auswirkungen dieser Kürzungen sind dramatisch. Laut HI-Studie wissen 31 % der Menschen in Kategorie 3 nicht, wie sie überleben sollen. 30 % versuchen, Gelegenheitsarbeiten oder landwirtschaftliche Jobs zu finden. Weitere 11 % verkaufen ihren letzten Besitz oder sind gezwungen zu betteln. Die alltägliche Würde und Hoffnung vieler Menschen steht auf dem Spiel.

Während zwischen Januar und Juli 2025 über 118.000 weitere Geflüchtete in den Lagern registriert wurden, sind die finanziellen Mittel nahezu erschöpft. Nur 12 % der im Jahr benötigten Gelder sind bisher zugesagt. Das ist ein Alarmzeichen – auch für die internationale Gemeinschaft. Denn die Vernachlässigung schutzbedürftiger Gruppen wie Menschen mit Behinderungen schafft ausgrenzende und unmenschliche Bedingungen fernab grundlegender Menschenrechte.

Inmitten dieser Krise bleibt vielen Geflüchteten nur der Überlebenskampf. Erfahrungen und Fakten aus Uganda zeigen, wie verwundbar Menschen werden, wenn Schutz und Versorgung auf dem Spiel stehen. Hunger, Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit – das ist die Realität für Zehntausende. Dies sind keine abstrakten Zahlen, sondern konkrete Schicksale. Die aktuellen Entwicklungen werfen dringende Fragen nach der Verantwortung der internationalen Gesellschaft sowie nach Lösungen für die gerechte Verteilung von Hilfe auf.

(Die Namen der beschriebenen Personen wurden aus Datenschutzgründen geändert.)


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Nach UN-Kürzungen: Kaum noch Lebensmittel für Flüchtlinge in Uganda / HI-Umfrage: …

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Hintergründe zur Ernährungskrise in Uganda: Ursachen, internationale Verantwortung und Entwicklungsperspektiven

Die humanitäre Lage in den ugandischen Flüchtlingslagern verdeutlicht, wie stark internationale Hilfsmechanismen unter Druck geraten, wenn finanzielle Mittel für Nothilfeprogramme wie das UN-Welternährungsprogramm (WFP) nicht ausreichend bereitgestellt werden. Der große Mittelrückgang ist kein isoliertes Ereignis, sondern spiegelt einen weltweiten Trend zu Kürzungen und Finanzierungslücken im Bereich humanitäre Hilfe wider. Hintergrundinformationen und Fakten zu vergleichbaren Ereignissen zeigen, dass ähnliche Entwicklungen zuletzt auch im Libanon, Bangladesch oder Syrien beobachtet wurden, wo Geflüchtete durch Ressourcenknappheit mit gravierenden Einschränkungen bei der Lebensmittelversorgung konfrontiert sind.

Die Zuwanderung von über 1,9 Millionen Geflüchteten innerhalb weniger Jahre stellt Uganda vor enorme Herausforderungen, insbesondere, da viele Menschen aus Ländern wie Südsudan oder DR Kongo mit multiplen Traumata und Behinderungen ankommen. Besonders bedenklich ist, dass nur 12 % der benötigten Mittel für 2025 bislang gesichert sind – ein Fakt, der nach aktuellen Entwicklungen und Prognosen darauf hindeutet, dass die Zahl der Hungernden und besonders gefährdeten Gruppen weiter steigen könnte. Laut internationalen Experten steigt zudem das Risiko, dass Kinderrechte und Bildungszugang verloren gehen, während Armut und Not zu verstärkter Arbeitsausbeutung führen.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wie wichtig aufmerksamkeitsstarke Informationsportale, Spendenplattformen und gezielte Förderkampagnen sind, um auf die Bedeutung nachhaltiger Finanzierung für Hilfsprojekte hinzuweisen und Menschen zur Unter-stützung zu bewegen. Ein Blick auf die Prognosen lässt vermuten, dass humanitäre Organisationen künftig verstärkt mit innovativen Finanzierungsmodellen und Bürgerbeteiligung arbeiten müssen, da sich internationale Mittel, entgegen der wachsenden Bedarfe, rückläufig entwickeln.

Die Situation in Uganda steht damit exemplarisch für den dringlichen Handlungsbedarf: Nur durch ein breites Bündnis internationaler Verantwortungsträger, gezielt eingesetzte Entwicklungsprojekte und die Stärkung der Zivilgesellschaft vor Ort, lässt sich die drohende Ernährungskrise längerfristig abwenden und gefährdete Menschen mit Behinderungen effektiv schützen. Aktuelle Entwicklungen, fundierte Hintergrundanalysen sowie verantwortungsbewusstes Handeln von Staaten und Unternehmen werden in den kommenden Monaten entscheidend dafür sein, wie tragfähig und gerecht die humanitäre Versorgung in Uganda bleibt.

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8 Antworten

  1. ‚Hunger und Ausgrenzung‘ ist ein Thema, das uns alle betrifft und auf dem wir aufmerksam machen müssen! Was können wir tun? Ich finde es wichtig darüber zu diskutieren.

  2. Es ist unfassbar, wie viele Geflüchtete betroffen sind! Das Problem geht uns alle an. Wir sollten alle darüber sprechen und Lösungen finden. Wer hat Ideen oder kennt Initiativen, die helfen?

    1. Ja, ich denke auch, dass es wichtig ist! Vielleicht könnten wir eine Veranstaltung organisieren oder online Spenden sammeln? Jeder Beitrag zählt!

    2. ‚Schutzbedürftig‘ sollte nicht bedeuten ‚vergessen‘. Wir sollten sicherstellen, dass diese Menschen gehört werden! Gibt es bereits Aktionen oder Petitionen?

  3. Ich verstehe nicht, warum die Unterstützung gekürzt wird. Diese Menschen haben so viel durchgemacht! Gibt es irgendwelche Organisationen, die sich dafür einsetzen? Ich möchte mehr darüber erfahren!

    1. Das stimmt! Die Organisationen müssen stärker unterstützt werden. Vielleicht sollten wir auch unsere Regierung dazu drängen, mehr Hilfe zu leisten? Was denkt ihr?

  4. Das ist echt traurig. Ich kann nicht fassen, wie viele Menschen in Uganda leiden müssen. Warum wird nicht mehr getan? Es muss doch einen Weg geben, um diesen Menschen zu helfen! Hat jemand von uns vielleicht Vorschläge?

    1. Ich finde es auch schlimm! Besonders die Kinder leiden. Wir müssen mehr Bewusstsein schaffen und vielleicht auch spenden. Weiß jemand, wie man am besten helfen kann?

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