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Mit einem Hoodie auf Kindheitstraumata aufmerksam machen

Ein handgefertigter Kapuzenpullover steht im Mittelpunkt einer Charity-Aktion von Ankerland und Caspar Nii Armah. Der eigentliche Anlass ist ernster: Das Trauma-Therapiezentrum will auf eine Versorgungslücke für schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche aufmerksam machen, die im Alltag oft unsichtbar bleibt.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Trauma-Therapiezentrum Ankerland unterstützt schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche mit bedarfsorientierter, multiprofessioneller Therapie.
  • Eine Charity-Aktion mit handgefertigten Hoodies soll auf die Versorgungslücke und das Thema Kindheitstraumata aufmerksam machen.
  • Ankerland arbeitet tageweise, integriert Kunsttherapie und vermeidet die vollständige Abkopplung vom Alltag der Patienten.
  • Das Zentrum betreut rund 60 Patientinnen und Patienten, darunter auch unbegleitete geflüchtete Jugendliche.
  • Langfristige Hilfe erfordert verlässliche Finanzierung, da Sichtbarkeit allein keine dauerhafte Versorgung sicherstellt.

Ein einzelner Hoodie verändert keine Therapie. Er kann aber auf ein Problem aufmerksam machen, das im Alltag oft übersehen wird: Kinder und Jugendliche, die nach Vernachlässigung, Missbrauch oder anderer Gewalt schwere Traumafolgen tragen und im regulären Versorgungssystem nicht immer passende Hilfe finden.

Genau an diesem Punkt setzt eine Charity-Aktion von Ankerland an. Zum zehnjährigen Jubiläum kooperiert das Trauma-Therapiezentrum mit dem Hamburger Künstler und Performance Artist Caspar Nii Armah. Im Mittelpunkt steht ein handgefertigter Kapuzenpullover, der bis zum 25. September über Instagram in die Aktion eingebunden ist.

Warum der Hoodie mehr ist als ein Symbol

Die Aktion soll vor allem Aufmerksamkeit erzeugen. Nach Angaben von Ankerland geht es darum, Kindheitstraumata und die Arbeit des Zentrums sichtbarer zu machen. Der Hoodie ist dabei eher Aufhänger als Hauptsache.

Relevanter ist die Frage, warum solche Themen so oft untergehen. Kinder und Jugendliche mit schweren Belastungen erhalten im regulären System häufig keinen Zugang zu einer Therapie, die sich an ihrem tatsächlichen Bedarf orientiert. Genau diese Lücke beschreibt Ankerland als Kern seiner Arbeit.

Was „bedarfsorientiert“ und „multiprofessionell“ bedeutet

Das Trauma-Therapiezentrum spricht von einer dringenden Versorgungslücke. Gemeint sind Fälle, in denen traumatisierte Kinder und Jugendliche zwar Unterstützung bräuchten, im regulären Versorgungssystem aber nicht passend unterkommen.

Für Leser ohne Fachwissen: bedarfsorientiert heißt, dass die Behandlung nicht nach einem starren Schema läuft, sondern nach dem konkreten Hilfebedarf des Kindes. Multiprofessionell bedeutet, dass mehrere Berufsgruppen zusammenarbeiten. Laut Ankerland soll gerade diese Kombination helfen, komplexe Folgen von Traumatisierung besser einzuordnen.

Die Einrichtung eröffnete 2016 in Hamburg-Eppendorf nach eigenen Angaben als bundesweit erstes bedarfsorientiertes und multiprofessionelles Trauma-Therapiezentrum für schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche. Behandelt werden Kinder ab zwei Jahren bis in das junge Erwachsenenalter.

Wie Ankerland im Alltag arbeitet

Anders als eine klassische vollstationäre Klinik versteht Ankerland sein Angebot als tageweise und enger an den Alltag angeschlossen. Die Verantwortlichen sprechen bewusst von einer Alternative zur sogenannten „Inselsituation“ der stationären Behandlung. Gemeint ist, dass die Therapie nicht komplett vom übrigen Leben abgekoppelt wird.

Zum Team gehören nach Angaben der Einrichtung Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Fachkräfte aus Kunst-, Musik- und Körpertherapie. Nach einer fundierten Diagnostik entstehen individuelle Behandlungspläne. Kunsttherapie spielt dabei eine besondere Rolle, weil Kinder und Jugendliche dort Erfahrungen ausdrücken können, für die ihnen oft die Worte fehlen.

Derzeit betreut Ankerland rund 60 Patientinnen und Patienten regelmäßig, darunter auch unbegleitete geflüchtete junge Menschen. Das zeigt, wie breit das Spektrum der Fälle ist, mit denen solche Zentren arbeiten.

Aufmerksamkeit hilft nur, wenn sie verlässlich bleibt

„Die Schicksale traumatisierter Kinder bleiben für viele oft im Verborgenen.“

Das sagt Antonio Cotardo, Geschäftsführer von Ankerland. Er verbindet die Kooperation mit dem Wunsch, nicht nur auf die Organisation, sondern auch auf die Rolle kreativer Arbeit in der Therapie aufmerksam zu machen.

„Für mich ist Kreativität die höchste Form von Lebensenergie.“

So begründet Caspar Nii Armah sein Engagement. Die Aktion zielt damit weniger auf Selbstdarstellung als auf mehr Sichtbarkeit für ein Thema, das im Alltag leicht aus dem Blick gerät.

Ein Jubiläumsjahr mit mehreren Stationen

Die Hoodie-Aktion ist Teil des zehnjährigen Jubiläums von Ankerland. Bereits stattgefunden haben nach Angaben der Einrichtung eine Kunstausstellung mit Werken von Patientinnen und Patienten aus der Kunsttherapie, ein Spendenlauf sowie eine Lesung mit der Autorin Tanja Mairhofer.

Den Abschluss des Jubiläumsjahres bilden die TraumaTage am 19. November. Das Forum richtet sich an Fachöffentlichkeit, Betroffene, Angehörige und Interessierte. Für Ankerland sind solche Formate mehr als Begleitprogramm: Sie sollen die Arbeit des Zentrums erlebbar machen und das Bewusstsein für Kindheitstraumata stärken.

Sichtbarkeit ist nur der erste Schritt

Die Kooperation mit Caspar Nii Armah kann ein Thema sichtbar machen, das sonst oft verborgen bleibt. Ob daraus längerfristige Unterstützung entsteht, lässt sich aus der Ankündigung noch nicht ableiten.

Entscheidend bleibt deshalb die strukturelle Seite: Ankerland arbeitet rein spendenfinanziert und ist auf Förderpartnerinnen, Förderpartner und Öffentlichkeit angewiesen. Aufmerksamkeit ist für solche Einrichtungen wichtig, ersetzt aber keine verlässliche Finanzierung.

Gerade bei schwer traumatisierten Kindern und Jugendlichen zeigt sich damit ein bekanntes Problem im Hilfesystem: Sichtbarkeit ist ein Anfang, Versorgung braucht Dauer.

Quellen

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag und die verwendeten Bilder können ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein.

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