– Holzindustrie-Geschäftserwartungen erstmals seit 2022 wieder spürbar optimistischer.
– HDH fordert Steuererleichterungen und gebündelte Förderprogramme zur Aufschwungssicherung.
– Satellitenüberwachung der EUDR gefordert, um bürokratische Entwaldungsnachweise zu ersetzen.
Aufwärtstrend in der Holzindustrie: Mehr Zuversicht, aber weiter Handlungsbedarf
Die Geschäftserwartungen in der deutschen Holzindustrie heben sich erstmals seit 2022 deutlich an. Diese Entwicklung ist ein wichtiges Signal für die Branche, die sich nach einer langen Phase der Unsicherheit vorsichtig stabilisiert. HDH-Präsident Johannes Schwörer verweist in diesem Zusammenhang auf die jüngsten Umfrageergebnisse: „Viele Unternehmen blicken mit mehr Zuversicht auf das zweite Halbjahr. Die Geschäftserwartungen zeigen erstmals seit 2022 wieder eine spürbar optimistischere Stimmung.“ Diese Aufhellung beruht vor allem auf einer vorsichtigen Stabilisierung im Bausektor. Dennoch warnt er vor zu großem Optimismus: „Jubel ist aber verfrüht, denn die Baugenehmigungszahlen steigen nur langsam. Für viele Unternehmen bleibt die Geschäftssituation trotz der aufgehellten Erwartungen daher weiterhin sehr angespannt.“
Die befragten Unternehmen der Holzindustrie bewerteten im Mai und Juni 2025 ihre Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate so positiv wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Diese Einschätzung basiert auf Daten, die im Rahmen der ifo-Konjunkturumfragen erhoben wurden. Trotz der verbesserten Stimmung sehen die Unternehmen eine klare Notwendigkeit für politische Unterstützung, um den Aufschwung nachhaltig abzusichern.
Vor allem die Entlastung durch Steuern steht für den HDH im Fokus. Schwörer fordert, die pauschale Belastung, die fast ein Fünftel der Baukosten ausmacht, zu senken. Dabei sieht er insbesondere Chancen bei der Umsatzsteuer: „Hubertz‘ Ankündigung, die Baupreise zu halbieren, lässt sich am ehesten realisieren, wenn die Steuerlast gesenkt wird, die fast ein Fünftel der Baukosten ausmacht. Einen direkten Hebel hat der Bund über die Umsatzsteuer, die sich entweder reduzieren lässt, oder die Abschreibungsmöglichkeiten für Gebäude deutlich erhöht werden.“
Darüber hinaus spricht sich Schwörer für eine bessere Strukturierung der Förderprogramme aus. Statt vieler einzelner Maßnahmen fordert er gebündelte und großzügig ausgestattete Programme. Er betont den langfristigen Nutzen für den Staatshaushalt, denn: „Die Förderung ist für den Staat kein Verlustgeschäft. Sobald die Baukonjunktur wieder anzieht, wandert jeder geförderte Euro über die Einkommenssteuer wieder in den Staatssäckel zurück. Zudem profitieren Länder und Kommunen von einem höheren Grundsteueraufkommen und der Bundeshaushalt von anwachsenden Umsatzsteuereinahmen.“
Ein weiteres zentrales Anliegen betrifft die EU-Entwaldungsrichtlinie (EUDR). Die Holzindustrie sieht sich durch aufwendige Entwaldungs-Nachweise belastet, obwohl das Problem der Entwaldung in Deutschland kaum besteht. Schwörer unterbreitet einen pragmatischen Vorschlag: „Unser Vorschlag ist: Die EU selbst soll mithilfe von Satellitenbildern überwachen, ob Flächen entwaldet oder geschädigt werden.“ Diese Technik wird bereits bei der Berechnung von EU-Agrarsubventionen eingesetzt und könnte die Kontrollverfahren für die Forst- und Holzindustrie erleichtern. Dadurch könnte ein erheblicher bürokratischer Aufwand eingespart werden. Schwörer bringt es auf den Punkt: „So ließe sich hoher, unnötiger Verwaltungsaufwand für die heimische Holzindustrie verhindern und es würde endlich einmal ernst gemacht mit dem Thema Bürokratieabbau.“
Mit diesen Forderungen sendet der HDH ein deutliches Signal an die Politik: Der Aufwärtstrend in der Holzindustrie ist erkennbar, braucht aber gezielte Unterstützung, um nachhaltige Impulse zu setzen – sei es durch steuerliche Erleichterungen, gebündelte Förderprogramme oder moderne Kontrollmethoden auf EU-Ebene.
Branchenaufschwung mit Hürden: Warum politische Weichenstellungen jetzt entscheidend sind
Die deutsche Holzindustrie erlebt erstmals seit 2022 einen spürbaren Aufwärtstrend. Die Geschäftserwartungen verbessern sich deutlich, vor allem getragen von einer vorsichtigen Stabilisierung im Bausektor. Doch trotz positiver Signale bleibt die Lage angespannt: Die Baugenehmigungszahlen steigen nur langsam, und viele Unternehmen kämpfen weiterhin mit unsicheren Rahmenbedingungen.
In diesem gesamtwirtschaftlichen und politischen Umfeld sind steuerliche Entlastungen und gezielte Fördermaßnahmen entscheidend, um den beginnenden Aufschwung zu festigen. HDH-Präsident Johannes Schwörer betont, dass die Senkung der Steuerlast einen wesentlichen Hebel darstellt, da Steuern aktuell fast ein Fünftel der Baukosten ausmachen. Ohne Entlastung bei der Umsatzsteuer oder verbesserten Abschreibungsmöglichkeiten könnten die Baupreise kaum deutlich sinken – ein Ziel, das die Bauministerin anstrebt.
Förderprogramme sollten zudem gebündelt und großzügig ausfinanziert werden, um die Baukonjunktur wirksam anzukurbeln. Dies ist nicht nur eine kurzfristige Investition: Jeder geförderte Euro kehrt über steigende Steuereinnahmen zurück. Zudem profitieren Länder und Kommunen von höheren Grundsteuererträgen. Politische Unterstützung wirkt daher unmittelbar auf Wertschöpfung, Beschäftigung und die gesamte Bauwirtschaft.
Warum Erleichterungen und Förderung keine Selbstläufer sind
Obwohl die Aussichten heller sind, ist eine nachhaltige Verbesserung nicht automatisch garantiert. Die Zersplitterung der Förderprogramme führt oft zu bürokratischem Mehraufwand und ineffizienter Nutzung von Mitteln. Unternehmen benötigen Planungssicherheit und klare Anreize. Hier zeigt sich die Bedeutung kluger politischer Gestaltung: Steuerentlastungen und Fördermittel müssen gezielt und transparent eingesetzt werden, sonst bleiben positive Impulse oberflächlich.
Ein weiterer Hemmschuh ist die EU-Entwaldungsrichtlinie (EUDR). Holzunternehmen sind verpflichtet, umfangreiche Nachweise zu erbringen, obwohl die Gefährdung durch Entwaldung in Deutschland kaum gegeben ist. Um den Verwaltungsaufwand zu verringern, schlägt Schwörer vor, die Kontrolle durch Satellitenüberwachung zu ersetzen. Mit dieser modernen Technik könnten Entwaldungen in Echtzeit erkannt werden – eine erprobte Methode, die bereits bei Agrarsubventionen eingesetzt wird. Dies würde nicht nur Bürokratie abbauen, sondern auch die Transparenz und Nachvollziehbarkeit erhöhen.
Nachhaltigkeit und Digitalisierung als Chance für die Zukunft
Die Branche steht vor der Herausforderung, Wachstum mit Nachhaltigkeit zu verbinden. Holz gilt als nachwachsender Rohstoff und Lösungsbaustoff im Klimaschutz, was der Industrie langfristig Potenziale eröffnet. Die Digitalisierung spielt dabei eine Schlüsselrolle:
- Satellitenüberwachung kann sowohl ökologische Vorgaben erleichtern als auch die Verwaltung effizienter machen.
- Moderne Informationssysteme könnten Genehmigungsverfahren beschleunigen und damit Investitionen in den Holzbau fördern.
- Durch digitale Tools lässt sich auch die Wertschöpfungskette transparenter und nachhaltiger gestalten – vom Wald bis zum fertigen Produkt.
Die Verbindung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung könnte der Holzindustrie helfen, nicht nur konjunkturelle Herausforderungen zu meistern, sondern auch zukunftsfähige Strukturen zu schaffen. Voraussetzung bleibt, dass politische Rahmenbedingungen diese Entwicklungen aktiv unterstützen und nicht behindern.
Potenzielle positive Effekte politischer Unterstützung im Überblick:
- Senkung der Baukosten durch Steuerentlastungen
- Ankurbelung von Beschäftigung und Wirtschaftswachstum
- Höhere Steuereinnahmen für Bund, Länder und Kommunen
- Bürokratieabbau durch innovative digitale Kontrolle
- Nachhaltige Entwicklung durch Förderung von Holz als Werkstoff
Damit steht fest: Ohne kluge politische Weichenstellungen bleibt der Aufschwung fragil – mit den richtigen Impulsen kann die Holzindustrie hingegen ihre Potenziale nachhaltiger entfalten und einen wichtigen Beitrag zur Bauwirtschaft und Gesellschaft leisten.
Die hier dargestellten Branchentrends und Zitate entstammen einer Pressemitteilung des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie e.V.