Self-Care Day 2024: Umfrage von Pharma Deutschland zeigt wachsende Bedeutung der Selbstmedikation und Gesundheitskompetenz

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Anlässlich des internationalen Self-Care Day zeigt eine repräsentative Umfrage von Pharma Deutschland, dass 83 Prozent der Deutschen – unter den 30- bis 39-Jährigen sogar 94 Prozent – regelmäßig rezeptfreie Medikamente zur Selbstmedikation nutzen. Zwei von drei Befragten kaufen ihre Arzneimittel in der Apotheke vor Ort und schätzen insbesondere die persönliche Beratung und Nähe, der 92 Prozent Vertrauen entgegenbringen. Pharma Deutschland sieht in der Kombination aus Selbstmedikation und professioneller Betreuung ein wichtiges Entlastungspotenzial für das Gesundheitssystem und fordert deshalb die Entlassung geeigneter Substanzen aus der Rezeptpflicht, um Gesundheitskompetenz und Eigenverantwortung weiter zu stärken.

Inhaltsverzeichnis

– 83 % der Deutschen nutzen Hausvorrat oder rezeptfreie Präparate zur Selbstmedikation.
– 94 % der 30- bis 39-Jährigen greifen auf Selbstmedikation zurück.
– 67 % kaufen rezeptfreie Medikamente in Apotheken, 32 % schätzen deren Nähe, 21 % vertrauen Beratung.

Zentrale Ergebnisse zur Selbstmedikation am internationalen Self-Care Day

Anlässlich des internationalen Self-Care Day hat Pharma Deutschland, der größte Pharmaverband des Landes, eine aktuelle, repräsentative Umfrage zur Selbstmedikation veröffentlicht. Die Online-Befragung (CAWI) erfolgte vom 13. bis 18. Mai 2024 unter 1.000 Personen ab 18 Jahren in Deutschland. Im Mittelpunkt der Erhebung stehen das Konsumverhalten bei rezeptfreien Arzneimitteln sowie das Vertrauen in Beratung und Fachkompetenz.

Das Ergebnis zeigt, dass 83 Prozent der Befragten auf Arzneimittel aus dem heimischen Vorrat zurückgreifen oder rezeptfreie Präparate in Apotheken kaufen. Besonders ausgeprägt ist die Selbstmedikation bei den 30- bis 39-Jährigen: „Hier nutzen mehr als 90 Prozent (genauer: 94 Prozent) die Möglichkeiten der Selbstmedikation.“ Eine wichtige Rolle spielt dabei die lokale Apotheke, wo zwei von drei Befragten (67 Prozent) ihre Medikamente erwerben und die Beratung nutzen. Die Nähe der Apotheke wird von 32 Prozent geschätzt, und 21 Prozent vertrauen den Empfehlungen des Fachpersonals.

Die Bedeutung der Apotheken wird von Pharma Deutschland klar hervorgehoben: „Die Zahlen belegen eindrucksvoll, dass Apotheken unverzichtbar für eine sichere und effektive Selbstmedikation sind. Das große Vertrauen in die persönliche Beratung und Kompetenz der Apotheken ist eine wichtige Säule unseres Gesundheitssystems.“ Auch die Arztpraxen genießen hohes Vertrauen, was sich in 93 Prozent Zustimmung zur ärztlichen Beratung zeigt. Die Beratung durch Apotheken wird fast ebenso oft als vertrauenswürdig eingeschätzt, mit 92 Prozent Zustimmung.

Neben dem Vertrauen in Fachkräfte spielt die eigene Erfahrung eine große Rolle: Immerhin 57 Prozent der Befragten treffen ihre Entscheidung für rezeptfreie Arzneimittel maßgeblich auf Grundlage ihrer eigenen Erfahrungen. Dazu ergänzt Brakmann: „Wir setzen uns für die Stärkung der Gesundheitskompetenz ein. Nur informierte Patienten können die Vorteile der Selbstmedikation voll ausschöpfen und gleichzeitig mögliche Risiken minimieren. Dabei spielt die Beratungsleistung der Apotheken eine entscheidende Rolle.“

Pharma Deutschland unterstreicht die Bedeutung der Selbstmedikation nicht nur aus Sicht der Patienten, sondern auch im System: „Der hohe Anteil an Menschen, die bei leichten Beschwerden zu rezeptfreien Arzneimitteln greifen, unterstreicht deren enorme Bedeutung für unser Gesundheitssystem. Studien zeigen, dass jeder Euro, der für Selbstmedikation ausgegeben wird, dem GKV-System etwa 14 Euro an Ausgaben spart.“

Blickt man in die Zukunft, sieht Pharma Deutschland großes Potenzial in der Selbstmedikation zur Entlastung des Gesundheitssystems. Brakmann erklärt: „In einer Zeit, in der unser Gesundheitssystem vor enormen Herausforderungen steht, kann verantwortungsvolle Selbstmedikation einen wichtigen Beitrag zur Entlastung leisten. Wir sprechen uns deutlich für die Entlastung aus der Rezeptpflicht bei geeigneten Substanzen aus, um das volle Potenzial der Selbstmedikation zu entfalten und die Eigenverantwortung zu stärken.“ Zum Self-Care Day ruft der Verband alle Akteure im Gesundheitswesen dazu auf, die Möglichkeiten der Selbstmedikation anzuerkennen und gezielt zu fördern.

Selbstmedikation: Ein Schlüssel für die Zukunft des Gesundheitssystems

Die Selbstmedikation verändert das Gesundheitswesen grundlegend und eröffnet neue Perspektiven für Patientinnen und Patienten, Apotheken sowie das gesamte System. Zentrale Treiber dieses Wandels sind die steigende Gesundheitskompetenz der Bevölkerung und der vermehrte Zugang zu medizinischem Wissen – nicht zuletzt dank der Digitalisierung und des breiten Informationsangebots im Internet. Durch einfache, eigenverantwortliche Maßnahmen nehmen immer mehr Menschen ihre Gesundheit aktiv in die Hand und verändern dadurch das klassische Rollenbild von Patienten hin zu mündigen Akteurinnen und Akteuren.

Dabei spielt die Apotheke eine zunehmend beratende und unterstützende Rolle: Sie wird zum wichtigen Partner für Gesundheitskompetenz, der Patienten bei der richtigen Anwendung von Arzneimitteln begleitet und informiert. Solche Entwicklungen bergen sowohl Chancen als auch Herausforderungen für das Gesundheitssystem insgesamt. Während die Patientinnen und Patienten durch bessere Information und Selbstständigkeit zur Entlastung ärztlicher Ressourcen beitragen können, wächst gleichzeitig der Bedarf an qualifizierter Beratung und Sicherstellung der Arzneimittelanwendung.

Im internationalen Vergleich zeigen sich verschiedene Modelle, wie unterschiedliche Länder mit dem Trend zur Selbstmedikation umgehen. Dabei wird deutlich, dass Digitalisierung und der leichtere Zugang zu medizinischem Wissen weltweit das Verhalten von Patientinnen und Patienten verändern und eine stärkere Orientierung an Prävention und Selbstverantwortung fördern.

Chancen und Risiken der Selbstmedikation:

  • Stärkung der Gesundheitskompetenz: Erhöhte Eigenverantwortung und informiertes Handeln der Patienten
  • Entlastung für Ärzte und das Gesundheitssystem: Weniger Arztbesuche bei unkomplizierten Beschwerden
  • Wachsende Beratungsrolle der Apotheken: Professionelle Unterstützung wird unverzichtbar
  • Gefahr der Fehlanwendung: Unsachgemäße Medikamenteneinnahme ohne ärztliche Kontrolle
  • Ungleicher Zugang zu Informationen: Digitale Kompetenz und Gesundheitswissen variieren innerhalb der Bevölkerung

Die Weiterentwicklung der Selbstmedikation bedingt ein ausgewogenes Zusammenspiel von Information, professioneller Beratung und sicherer Anwendung – Kernfaktoren für die Zukunftsfähigkeit eines modernen Gesundheitssystems.


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Menschen in Deutschland setzen bei der Gesundheitsversorgung auf Selbstmedikation / …

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