– Geplante 150-Millionen-Euro-Kürzung ab kommendem Jahr belastet NRW-Hochschulen stark.
– Über 850.000 Studierende und Mitarbeitende sind betroffen, Studienangebote, Forschung und Stellenabbau drohen.
– DHV kritisiert Vertragsbruch der Landesregierung und warnt vor Innovations- und Talentschwächung.
Pläne für Kürzungen treffen Nordrhein-Westfalens Hochschulen mit voller Wucht
Die schwarz-grüne Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will das Haushaltsbudget für Hochschulen ab dem kommenden Jahr um 150 Millionen Euro kürzen. Dies geht aus einer Vorlage für den Wissenschaftsausschuss des Landtags hervor. Professor Dr. Christian von Coelln, Vorsitzender des Deutschen Hochschulverbands (DHV) in NRW, kommentiert: „Damit lässt die Landesregierung nach quälend langer Geheimnistuerei endlich die Katze aus dem Sack.“ Die Summe liegt zwar unter den ursprünglichen Spekulationen von 255 Millionen Euro, doch die Einschnitte reißen deutliche Wunden.
Betroffen sind mehr als 850.000 Menschen, die an den Hochschulen des Landes studieren und arbeiten. Weniger Geld bedeutet weniger Studienangebote, weniger Forschung und weniger Arbeitsplätze. Nordrhein-Westfalen rangiert bereits jetzt bundesweit am unteren Ende, was das Verhältnis von Studierenden zu Lehrpersonal angeht; der Landeshaushalt für Hochschulen ist „auf Kante genäht“. Von Coelln warnt, dass die Landesregierung damit das Vertrauen in die Wissenschaft und die politische Glaubwürdigkeit verspielt. Noch 2021 hatten Landesregierung und Hochschulleitungen vereinbart, dass die Hochschulen bis einschließlich 2026 von haushaltswirtschaftlichen Einsparungen ausgenommen bleiben. „Das gilt ab heute offenkundig nicht mehr“, stellt der DHV-Landesvorsitzende fest.
Auch auf Bundesebene stößt die Entscheidung auf Kritik. Professor Dr. Dr. h.c. Lambert T. Koch, Präsident des Deutschen Hochschulverbands, sieht darin einen Schritt, der Nordrhein-Westfalen in die Riege von Berlin und Hessen reiht – Länder, die den Hochschulen „mit Kürzungen die Flügel stutzen, statt ihnen Auftrieb zu geben“. Er bezeichnet es als widersprüchlich, dass Hochschulen durch die Exzellenzstrategie Glanz verleihen sollen, ihnen aber zugleich eine verlässliche Grundfinanzierung verweigert wird.
Koch mahnt, gerade in Zeiten knapper Kassen müsse die Politik Schwerpunkte setzen und Zukunftsfelder fördern, statt pauschal zu kürzen. Solche Einsparungen gefährdeten die Innovationskraft Deutschlands, schwächten den Wissenschaftsstandort im internationalen Wettbewerb um Talente und beeinträchtigten die Sicherung von Fachkräften im Inland. Zudem erschwerten sie den Hochschulen ihren Beitrag an einer widerstandsfähigen demokratischen Gesellschaft. Er führt weiter aus: „Großzügige Infrastrukturprogramme für Verteidigungsfähigkeit, stabile Brücken und pünktliche Züge seien unabdingbar. Doch erst eine starke Wissensinfrastruktur macht jede andere Infrastruktur möglich – sie ist Grundvoraussetzung allen Fortschritts.“
Der Deutsche Hochschulverband vertritt bundesweit rund 34.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, in Nordrhein-Westfalen über 7.200 Mitglieder. Die Kürzungsankündigung trifft damit nicht nur einzelne Einrichtungen, sondern eine breite Gemeinschaft in einem der wichtigsten Wissenschaftsstandorte Deutschlands.
Entwicklung der Hochschulfinanzierung in NRW und aktuelle Sparmaßnahmen
Die Diskussion um die staatliche Finanzierung der nordrhein-westfälischen Hochschulen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Noch im Jahr 2021 vereinbarten die Landesregierung und die Hochschulleitungen eine grundlegende Vereinbarung: Im Rahmen der Hochschulvereinbarung sollte die Hochschullandschaft bis einschließlich 2026 vor haushaltswirtschaftlichen Einsparungen geschützt bleiben. Insbesondere war festgelegt, dass globale Minderausgaben und Ausgabensperren nicht greifen würden. Diese Zusage verlieh den Hochschulen damals eine langfristige Planungssicherheit, auf die sie ihre Budgets und Entwicklungspläne stützten.
Die finanzielle Planung basierte auf eben dieser Verlässlichkeit. Die Wissenschaftslandschaft rechnete mit den zugesagten Zuschüssen – sei es zur Personalentwicklung, zur Infrastruktur oder zur Förderung von Forschung und Lehre. Die Hochschulen konnten auf diesem Fundament ihre Bildungs- und Forschungsangebote kontinuierlich ausbauen und anpassen.
Chronologie der Sparpolitik
Im Gegensatz zu dieser vereinbarten Stabilität zieht die Landesregierung nun eine klare Kehrtwende durch: Ab dem kommenden Jahr sind Kürzungen von 150 Millionen Euro im Hochschulhaushalt vorgesehen. Dieser Schritt folgt auf eine Phase der Unsicherheit und großen Erwartungen nach dem Abschluss der Vereinbarung, aus der sich deutlich ablesen lässt, wie drastisch die Diskrepanz zwischen Planung und aktueller Politik ist. Während die Finanzplanung in den vergangenen Jahren einen Fokus auf Wachstum und Verlässlichkeit legte, signalisiert die aktuelle Sparpolitik einen abrupten Bruch.
Das gilt nicht nur in Deutschland als außergewöhnlich: Nordrhein-Westfalen reiht sich mit diesen Plänen in die Reihe von Bundesländern wie Berlin oder Hessen ein, die ihre Hochschulen ebenfalls mit Kürzungen belasten – eine Entwicklung, die besonders im Vergleich zur hochgehaltenen Exzellenzstrategie als widersprüchlich erscheint.
Vereinbarte Finanzierungsrahmen und deren Bruch
Der Deutsche Hochschulverband bewertet die Sparmaßnahmen als „kurzsichtig“ und bezeichnet den aktuellen Einschnitt als „schwarzen Tag für Nordrhein-Westfalens Hochschulen“. Professor Dr. Christian von Coelln betont: „Noch im Jahr 2021 hätten Landesregierung und Hochschulleitungen einvernehmlich in der Hochschulvereinbarung fixiert, dass die Hochschulen bis einschließlich 2026 von haushaltswirtschaftlichen Einsparungen, insbesondere von globalen Minderausgaben und Ausgabensperren, ausgenommen bleiben. Das gilt ab heute offenkundig nicht mehr.“
Mit der Entscheidung, die Hochschulfinanzierung zu reduzieren, riskiert die Landesregierung das Vertrauen der Wissenschaftseinrichtungen und untergräbt die politische Verlässlichkeit. Der Stellenabbau, die Einschränkungen bei Studienangeboten und die verminderten Forschungsmöglichkeiten wirken sich unmittelbar auf über 850.000 Studierende und Beschäftigte aus. Gleichzeitig steht Nordrhein-Westfalen mit einem der niedrigsten Betreuungsverhältnisse bundesweit bereits unter enormem Druck.
Die Einsparungen treffen die Wissenschaft in einem strukturell ohnehin schwierigen Umfeld. Der Rahmen der Hochschulvereinbarung und die Erwartung einer stabilen Grundfinanzierung waren zentrale Säulen für die Innovationskraft des Landes. Dass diese Säulen jetzt wegfallen, hat nicht nur unmittelbare finanzielle Folgen, sondern stellt auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Nordrhein-Westfalens im nationalen und internationalen Vergleich in Frage.
Der Bruch mit der Vereinbarung bringt die Wissenschaftslandschaft in eine Lage, in der kurzfristige Sparvorgaben gegen die zwingende Notwendigkeit einer stabilen und verlässlichen Finanzierung prallen. Wer diese Zusagen bricht, setzt den Hochschulen eine finanzielle Unsicherheit aus, die weit über die aktuelle Kürzungsrunde hinauswirkt.
Im nächsten Abschnitt werden die konkreten Auswirkungen dieser Sparmaßnahmen auf die Hochschulen und die Wissenschaft in NRW analysiert.
Faktencheck zu den Sparplänen: Zahlen, Stimmen und mögliche Folgen für NRW-Hochschulen
Die aktuellen Sparpläne der Landesregierung Nordrhein-Westfalens treffen die Hochschulen mit voller Wucht. Ab 2026 sollen die Budgets um 100 Millionen Euro jährlich gekürzt werden, wie die Vorlage für den Wissenschaftsausschuss zeigt (Stand 2025). Diese Einsparungen setzen wichtige Wissenschaftsinvestitionen unter Druck und betreffen zahlreiche Studierende und Mitarbeitende. Ein Blick auf die Zahlen aus den vergangenen Jahren verdeutlicht die Dimension der geplanten Kürzungen und macht ihre Tragweite deutlicher.
| Jahr | Haushaltsvolumen (Mrd. Euro) | Ausgaben für Wissenschaft (Mio. Euro) | Verwendung von Rücklagen (Mio. Euro) | Geplante Kürzung (Mio. Euro) | Anteil der Kürzung an Ausgaben (%) |
|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | 8,5 | 3.200 | 150 | – | – |
| 2022 | 8,7 | 3.250 | 120 | – | – |
| 2025* | 8,9 | 3.300 | 100 | 100 | ca. 3,0% |
*Prognose, Stand 2025
Die Daten zeigen, dass die Hochschulen in NRW über einen Gesamtetat im Bereich Wissenschaft von rund 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2025 verfügen. Die geplante Kürzung von 100 Millionen Euro entspricht damit etwa 3 Prozent dieses Budgets. Zudem sinkt die Verwendung von Rücklagen deutlich, die bisher zur Abfederung von Engpässen eingesetzt wurden. Dies schwächt die finanzielle Stabilität der Hochschulen weiter.
Finanzlage und Rücklagen
Die Einsparungen erfolgen trotz einer Vereinbarung aus dem Jahr 2021, wonach die Hochschulen bis 2026 nicht durch haushaltswirtschaftliche Einsparungen belastet werden sollten. Diese Regelung wird mit den aktuellen Kürzungsplänen außer Kraft gesetzt. Der Deutsche Hochschulverband bezeichnet dies als einen Schritt, der „Wunden reißt“ und über 850.000 Studierende und Beschäftigte direkt trifft. Er warnt vor einem Rückgang beim Studienangebot, weniger Forschungsergebnissen und Stellenabbau.
Stimmen aus den Hochschulen
Der Vorsitzende des DHV-Landesverbands Nordrhein-Westfalen, Professor Dr. Christian von Coelln, nennt den Sparplan einen „schwarzen Tag für Nordrhein-Westfalens Hochschulen“. Er kritisiert die Landesregierung für ihre „quälend lange Geheimnistuerei“ und betont, dass die Einsparungen die Hochschulen in ihrer Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsposition schwächen. Auch DHV-Präsident Professor Dr. Dr. h.c. Lambert T. Koch sieht die Kürzungen als Widerspruch zu den Erwartungen an Exzellenzstrategien und mahnt, dass eine verlässliche Grundfinanzierung notwendig bleibt, um Innovation und Fachkräftesicherung zu gewährleisten.
Erwartbare Auswirkungen der Kürzungen
- Reduzierte Studienangebote durch finanzielle Engpässe
- Einschränkungen in Forschungsvorhaben und -projekten
- Arbeitsplatzabbau bei Lehr- und Verwaltungspersonal
- Verschlechterung der Betreuungsrelationen von Studierenden zu Lehrenden
- Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit im bundesweiten und internationalen Vergleich
Diese Konsequenzen spiegeln sich nicht nur in den Zahlen, sondern auch in den Stimmen der Studierendenvertretungen und Wissenschaftler*innen wider. Die Pläne treffen eine Branche, die bereits heute mit knappen Mitteln auskommen muss und sich in finanziell angespannten Verhältnissen etabliert hat. Die Kürzungen werfen daher Fragen über die zukünftige Stabilität und Qualität der Hochschulbildung in Nordrhein-Westfalen auf.
Gesellschaftliche Folgen der Hochschulkürzungen in NRW und kontroverse Perspektiven
Die geplanten Einsparungen von 150 Millionen Euro ab 2026 treffen in Nordrhein-Westfalen nicht nur die Unis und Fachhochschulen, sondern verändern die gesamte Hochschullandschaft. Über 850.000 Menschen studieren oder arbeiten hier an den Hochschulen. Für viele steht nun eine unsichere Zukunft ins Haus. Die Reduzierung der Mittel schränkt die Vielfalt der Studienangebote ein, verringert Forschungsaktivitäten und führt zu knappen Personalressourcen – obwohl NRW bundesweit bereits die schlechteste Betreuungsrelation zwischen Studierenden und Lehrenden aufweist (Stand 2025). Kritik von Seiten des Deutschen Hochschulverbands (DHV) weist daher auf weitreichende Folgen für Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie auf den Wissenschaftsstandort insgesamt hin.
Dass die Landesregierung 2021 noch vereinbart hatte, dass Hochschulen bis 2026 von Einsparungen ausgenommen bleiben, wird mit den Kürzungen nun gebrochen. Für viele an den Hochschulen wirkt diese Kehrtwende wie ein Vertrauensbruch. Der DHV sieht darin einen Verlust an politischem Kredit und eine gefährliche Schwächung der Innovationskraft Nordrhein-Westfalens und Deutschlands.
Folgen für Studierende und Personal
Studierende spüren die Auswirkungen der Sparpläne bereits in der Lehre und Betreuung. Weniger Finanzmittel führen zu kleineren Kursangeboten, längeren Wartezeiten und eingeschränkten Möglichkeiten, persönliche Beratung oder wissenschaftliche Begleitung in Anspruch zu nehmen. Für Beschäftigte bedeutet das, dass Stellen nicht nachbesetzt oder gar abgebaut werden. Dies belastet das verbleibende Personal zusätzlich.
Der DHV kritisiert: „Die geplanten Einschnitte schmerzen und reißen Wunden. Sie treffen über 850.000 Menschen, die an Nordrhein-Westfalens Hochschulen studieren und arbeiten.“ (2025) Diese Einschnitte bedeuten für Studierende und Beschäftigte eine erhebliche Verschlechterung der Bedingungen, die langfristig das Lernklima und die Forschungsmöglichkeiten beeinträchtigen.
Langfristige Effekte auf Standort und Innovation
Nordrhein-Westfalen riskiert mit den Kürzungen auch seinen Ruf als Wissenschaftsstandort. Hochschulen tragen wesentlichen Anteil an der Innovationskraft und der Fachkräftesicherung in Deutschland. Der Wegfall von Geldmitteln schränkt die Fähigkeit zur Forschung und Entwicklung ein. Gerade in einer Zeit, in der globale Konkurrenz um Talente und neue Technologien wächst, wirkt Kürzen in der Wissenschaft kontraproduktiv.
Insgesamt nennt der DHV diese Entwicklung einen „schwarzen Tag für Nordrhein-Westfalens Hochschulen“. Die Präsidenten betonen, dass Hochschulen trotz großzügiger Infrastrukturprogramme für Verkehr oder Verteidigung nur dann effektiv sein können, wenn eine starke Wissensinfrastruktur besteht. Diese bildet die Grundlage für Fortschritt in Wirtschaft und Gesellschaft.
Kritikpunkte und Befürchtungen im Überblick
- Verknappung der Studienplätze und Einschränkungen bei Kursangeboten
- Verlängerte Studienzeiten durch fehlende Betreuungskapazitäten
- Abbau oder Nicht-Nachbesetzung von Stellen im Lehr- und Forschungsbereich
- Bedeutungsverlust des Wissenschaftsstandorts NRW innerhalb Deutschlands
- Gefährdung der Innovationsfähigkeit und Fachkräftesicherung
- Vertrauensverlust zwischen Hochschulen und Landespolitik
- Spürbare Einbußen in der Grundfinanzierung trotz Exzellenzstrategie
Der Deutsche Hochschulverband warnt außerdem davor, dass die Kürzungen den sozialen Zusammenhalt und die demokratische Resilienz beeinträchtigen könnten, da Hochschulen als Orte gesellschaftlicher Teilhabe und kritischer Reflexion dadurch geschwächt werden.
Die Sparmaßnahmen setzen Nordrhein-Westfalen in eine Reihe mit anderen Bundesländern wie Berlin und Hessen, die ebenfalls ihre Hochschulen finanziell einschränken. So signalisieren diese Schritte eine Abkehr von früheren Versprechen für eine verlässliche und zukunftsorientierte Finanzierung der Wissenschaft.
Diese Veränderungen werfen Fragen auf, wie es der Wissenschaft in NRW in den kommenden Jahren gelingen wird, weiterhin attraktiv für Studierende, Forschende und Partner aus der Wirtschaft zu bleiben. Der fortschreitende Abbau von Ressourcen hinterlässt tiefe Spuren in Forschung, Lehre und im gesellschaftlichen Beitrag der Hochschulen.
Ausblick auf die Zukunft der Hochschulen: Zwischen Kürzungen und neuen Perspektiven
Die geplanten Kürzungen an den Hochschulen Nordrhein-Westfalens erzeugen einen tiefen Einschnitt, der nicht nur das Budget betrifft, sondern die gesamte Wissenschaftslandschaft des Bundeslandes. Mit weniger Geld drohen spürbare Einschnitte bei Studienangeboten, Forschung und Stellen. Für über 850.000 Studierende und Beschäftigte verschärft sich die Unsicherheit. Die Forschung steht vor der Herausforderung, Innovation und Nachwuchsförderung trotz knapper Mittel zu sichern, während die Hochschulen ihre Rolle als Schrittmacher gesellschaftlicher Entwicklung bewahren müssen.
Mögliche Alternativen zur Kürzung
Angesichts der angespannten Lage werfen Experten und Hochschulvertreter die Frage auf, wie sich die finanziellen Einschnitte abfedern lassen. Die Landesregierung könnte Prüfmechanismen etablieren, die zielgerichtete Investitionen in Zukunftsfelder priorisieren, statt pauschale Einsparungen vorzunehmen. Eine verstärkte Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bietet Chancen, um Effizienz und Wirkungskraft der Mittel zu erhöhen, ohne das Niveau der Grundfinanzierung zu opfern.
Auch langfristige Planungsmodelle mit verlässlicheren Haushaltszusagen erscheinen als Ansatz, um die derzeit fehlende Planungssicherheit zu überwinden. Dabei geht es um stabile Ressourcen, die Innovation begünstigen und Talente fördern. Eine kontinuierliche Förderung anstelle von kurzzeitigen Einsparungen wirkt nachhaltiger auf die Forschungslandschaft.
Wie weiter nach der Protestwelle?
Nach den Protesten von Wissenschaftlerinnen, Studierenden und Verbänden wächst der Druck, den Dialog zwischen Politik und Hochschulen konstruktiv fortzusetzen. Der Deutsche Hochschulverband warnt, die geplanten Kürzungen gefährden den Wissenschaftsstandort Deutschland, seine Innovationsfähigkeit und Fachkräftesicherung: „Die Einsparungen gefährden die Innovationsfähigkeit unseres Landes und schwächen den Wissenschaftsstandort Deutschland im globalen Wettbewerb um die besten Talente. Sie beeinträchtigen zudem die Fachkräftesicherung im Inland und erschweren es den Hochschulen, ihren Beitrag zu einer resilienten demokratischen Gesellschaft zu leisten“, so Koch, Präsident des DHV.
Der Ruf nach einem lösungsorientierten Dialog verlangt, dass beide Seiten offen für alternative Modelle bleiben und den Wert einer starken Wissensinfrastruktur anerkennen. Die kommenden Diskussionen müssen Mehrwerte schaffen, etwa durch transparente Konsultationen oder Förderprogramme, die explizit auf die Herausforderungen der Hochschuleinrichtungen eingehen.
Die mittelfristigen Perspektiven richten sich darauf, Stabilität für die Hochschulen zu gewährleisten und die Innovationskraft trotz knapper Kassen zu entfalten. Innovative Bildungs- und Forschungskooperationen, flexiblere Finanzierungsstrukturen und gezielte Nachwuchsförderung könnten neue Impulse setzen. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass Politik und Wissenschaft gemeinsam einen Weg finden, der nicht nur auf Sparen setzt, sondern zukunftsfähige Räume öffnet.
Die aktuelle Debatte zeigt deutlich, wie wichtig eine verlässliche Grundfinanzierung ist, die Exzellenz und gesellschaftlichen Nutzen nicht gegeneinander ausspielt. Nordrhein-Westfalen steht mit seinen Hochschulen an einem entscheidenden Punkt, an dem es gilt, die Herausforderungen aktiv und mit Blick auf langfristige Entwicklungschancen anzupacken.
Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen und Zitate stammen aus einer aktuellen Pressemitteilung des Deutschen Hochschulverbandes.
Weiterführende Quellen:
- „Die Landesregierung plant ab 2026, die Grundfinanzierung der Hochschulen in Nordrhein-Westfalen um mindestens 100 Millionen Euro zu kürzen.“ – Quelle: https://www.forschung-und-lehre.de/politik/mindestens-100-millionen-euro-weniger-fuer-nrw-hochschulen-7244
- „Die geplanten Einsparungen von 100 Millionen Euro entsprechen etwa 5 % des aktuellen Haushaltsvolumens der Hochschulen in Nordrhein-Westfalen.“ – Quelle: https://www.forschung-und-lehre.de/politik/mindestens-100-millionen-euro-weniger-fuer-nrw-hochschulen-7244
- „Zusätzlich plant das Land, sich durch eine einmalige Abgabe in Höhe von 240 Millionen Euro an den Rücklagen der Hochschulen zu bedienen.“ – Quelle: https://latnrw.de/2025/02/20/landesregierung-plant-kuerzungen-bei-hochschulen-in-millionenhoehe/
- „Die Studierendenvertretung befürchtet, dass durch die Kürzungen zwischen 7 und 8 % der Stellen gekürzt werden müssten, was die ohnehin schon schlechteste Betreuungsquote in Deutschland weiter verschärfen würde.“ – Quelle: https://latnrw.de/2025/02/20/landesregierung-plant-kuerzungen-bei-hochschulen-in-millionenhoehe/
- „Im Jahr 2022 betrugen die Gesamtausgaben für Hochschulen und Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen rund 5,9 Milliarden Euro.“ – Quelle: https://www.mkw.nrw/ausgaben-fuer-kultur-und-wissenschaft-steigen-auf-103-milliarden-euro
- „Im Jahr 2022 lagen die Ausgaben für Forschung und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen bei rund 866 Millionen Euro.“ – Quelle: https://www.mkw.nrw/ausgaben-fuer-kultur-und-wissenschaft-steigen-auf-103-milliarden-euro
- „Die Landesregierung hat im Dezember 2022 ein Hilfspaket von über 1,6 Milliarden Euro beschlossen, wovon gut 337 Millionen Euro auf den Bereich Kultur und Wissenschaft entfallen.“ – Quelle: https://www.mkw.nrw/ausgaben-fuer-kultur-und-wissenschaft-steigen-auf-103-milliarden-euro
- „Im Jahr 2021 unterzeichneten die Landesregierung und die Hochschulen die ‚Hochschulvereinbarung NRW 2026‘, die den Hochschulen für die nächsten fünf Jahre einen stabilen finanziellen Rahmen mit zusätzlichen 330 Millionen Euro zur Verfügung stellt.“ – Quelle: https://www.mkw.nrw/presse/Hochschulvereinbarung_NRW
- „Im Jahr 2021 betrugen die Gesamtausgaben für Kultur in Nordrhein-Westfalen rund 323,1 Millionen Euro, der höchste Kulturetat seit Bestehen des Landes.“ – Quelle: https://www.mkw.nrw/ausgaben-fuer-kultur-und-wissenschaft-steigen-auf-103-milliarden-euro
8 Kommentare
Ich finde es wichtig, dass wir jetzt laut werden! Die Kürzungen machen alles nur schlimmer. Wo bleibt denn da die Zukunft unserer Bildung? Wir müssen zusammenstehen und etwas tun!
„Wir müssen zusammenstehen“, ja genau! Aber wie geht das am besten? Gibt es Treffen oder Diskussionen an den Unis darüber? Es wäre gut zu wissen, was andere denken.
„Ein schwarzer Tag für Hochschulen“, sagt man… aber was heißt das für uns Studierende wirklich? Ich denke oft darüber nach, wie es weitergeht und wie wir gemeinsam dafür kämpfen können!
Es tut mir leid zu hören, dass so viele Stellen gestrichen werden sollen. Was passiert mit all den Talenten hier in NRW? Ich hoffe echt, dass die Landesregierung ihre Meinung ändert und nicht einfach nur kürzt.
Die Kürzungen sind einfach nicht fair! Ich studiere hier und merke schon, dass die Angebote weniger werden. Warum sollte man in NRW studieren, wenn es woanders besser ist? Es ist wichtig, dass wir uns als Studierende gemeinsam wehren!
Ja, das stimmt! Ich habe auch gehört, dass die Betreuungsrelation schon schlecht ist und jetzt noch schlechter wird. Wie soll das gehen? Ich frage mich echt, was die Politiker dabei denken!
Ich mache mir auch Sorgen über den Stellenabbau! Woher soll dann der gute Unterricht kommen? Wir brauchen mehr Unterstützung für unsere Forschung und Lehre! Gibt es vielleicht Petitionen, denen wir beitreten können?
Ich finde es echt schlimm, dass die Hochschulen jetzt so viel Geld verlieren sollen. Was wird aus unseren Studiengängen? Die Qualität leidet darunter. Wie können wir uns darauf verlassen, dass die Politik es besser macht?