Hartmannbund fordert „Health in All Policies“: Nachhaltige Prävention und moderne Gesundheitspolitik für mehr Chancengleichheit

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Der Hartmannbund-Arbeitskreis fordert, **Gesundheit systematisch in allen Politikfeldern** zu verankern und nicht erst in der ärztlichen Behandlung anzusetzen. Mit dem Konzept **„Health in All Policies“** sollen Entscheidungen in Bereichen wie Stadtplanung, Armutsbekämpfung und Hitzeschutz neue Präventionspotenziale erschließen, um gesundheitliche Ungleichheit zu verringern und das Gesundheitssystem langfristig zu entlasten. Dafür verlangt der Verband verbindliche HiAP-Strategien auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene sowie eine ausreichende finanzielle und personelle Ausstattung für integrierte Gesundheitsförderung.
Inhaltsübersicht

– Konzept „Health in All Policies“ fordert systematische Gesundheitsintegration in alle Politikfelder
– Kommunale Stadtentwicklung, Verkehrs- und Bildungspolitik sollen gesundheitsrelevante Lebensbedingungen verbessern
– Arbeitskreis verlangt verbindliche HiAP-Strategien auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene mit ausreichender Finanzierung

Gesundheit beginnt im Alltag: Health in All Policies als umfassender Ansatz

Gesundheit entsteht nicht erst in Arztpraxen oder Krankenhäusern. Vielmehr werden die entscheidenden Weichen da gestellt, wo Menschen leben, arbeiten, lernen und wohnen – nicht erst in der ärztlichen Behandlung. Dieser Gedanke prägt das Konzept „Health in All Policies“ (HiAP), das der Hartmannbund-Arbeitskreis in den Mittelpunkt seiner aktuellen Forderungen stellt. Es geht darum, gesundheitliche Aspekte systematisch in allen Politikfeldern zu berücksichtigen. Gesundheit darf demnach nicht isoliert im Gesundheitssektor behandelt werden, sondern muss in allen politischen Entscheidungen mitgedacht werden.

„Es reicht nicht, Gesundheit nur im Gesundheitssektor zu adressieren – wir müssen sie in alle politischen Entscheidungen integrieren“, betont Prof. Dr. Volker Harth, Vorsitzender des Arbeitskreises Gesundheitsdienste im Hartmannbund. Gerade in Bereichen wie Stadtentwicklung, Verkehr, Bildung oder sozialer Politik eröffnet HiAP konkrete Chancen, lebensnahe Entscheidungen so zu gestalten, dass sie die öffentliche Gesundheit fördern. Dazu zählen etwa die Planung von Bewegungsräumen, Programme gegen Kinderarmut oder kommunale Hitzeschutzpläne.

Der Arbeitskreis unterstreicht, dass HiAP ein strategisch notwendiger Ansatz ist, um präventive Maßnahmen zu stärken, gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern und das Gesundheitssystem langfristig zu entlasten. Dazu gehört die Forderung nach verbindlichen HiAP-Strategien auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene sowie einer ausreichenden finanziellen und personellen Ausstattung für eine integrierte Gesundheitsförderung. „Mit Health in All Policies kann ein nachhaltiger Beitrag zur Stärkung der öffentlichen Gesundheit und zur Verbesserung gesundheitlicher Chancengleichheit geleistet werden – ressortübergreifend und wirkungsvoll“, fasst Harth die Botschaft zusammen.

Gesundheit beginnt in allen Bereichen des Lebens

Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit – sie entsteht in den Umgebungen, in denen Menschen leben, arbeiten, lernen und Freizeit verbringen. Das Konzept „Health in All Policies“ (HiAP) macht deutlich, dass politische Entscheidungen weit über die klassische Gesundheitsversorgung hinausgehen und alle gesellschaftlichen Felder berühren, in denen die Lebensbedingungen gestaltet werden. Gesundheitspolitik allein reicht nicht aus, um die Gesundheitslage der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. Stattdessen müssen gesundheitliche Aspekte systematisch in alle Politikbereiche integriert werden, um präventive, gerechte und effektive Verbesserungen der Lebensqualität zu erzielen.

Der Ansatz fordert eine ressortübergreifende Zusammenarbeit: Umwelt-, Verkehrs-, Bildungs- oder Sozialpolitik zum Beispiel haben unmittelbaren Einfluss darauf, wie gesund oder krank Menschen bleiben – oft ohne dass dies auf den ersten Blick offensichtlich ist. Die Entscheidung über städtebauliche Gestaltung, Zugang zu Bildungschancen oder Maßnahmen gegen Armut sind deshalb genauso gesundheitliche Fragen.

Wie beeinflusst Politik die Gesundheit der Bevölkerung?

Politik prägt die Bedingungen, unter denen Gesundheit entsteht oder gefährdet wird. Ein praktisches Beispiel ist die Gestaltung von Bewegungsräumen in Städten – sichere und attraktive Angebote zum Spazierengehen, Radfahren oder Spielen fördern körperliche Aktivität und wirken Krankheiten entgegen. Bildungspolitik beeinflusst, wie gut Kinder und Jugendliche Gesundheitswissen erwerben, während Sozialpolitik Armut mindern kann, die ein wichtiger Risikofaktor für Erkrankungen ist.

Mögliche Politikfelder, die durch Health in All Policies betroffen sind:

  • Stadtentwicklung (etwa Gestaltung von Grünflächen und Quartieren)
  • Verkehrsplanung (Verkehrssicherheit und umweltfreundliche Mobilität)
  • Bildungswesen (Gesundheitsbildung und Chancengleichheit)
  • Sozialpolitik (Armutsbekämpfung und soziale Teilhabe)
  • Umwelt- und Klimaschutz (Qualität von Luft, Wasser und Klima)

Der Hartmannbund betont, dass „die Weichen für Gesundheit da gestellt werden, wo Menschen leben, arbeiten, lernen und wohnen – nicht erst in der ärztlichen Behandlung.“ Das macht deutlich, dass Gesundheitsförderung viel früher ansetzen muss, verbunden mit langfristigen gesellschaftlichen Effekten.

Welche Chancen und Herausforderungen bringt HiAP?

Das Konzept bietet erhebliches Potenzial, die Gesundheitslage insgesamt und insbesondere gesundheitliche Ungleichheiten zu verbessern. Wenn Gesundheitsaspekte frühzeitig mitgedacht werden, können Maßnahmen wirkungsvoller gestaltet und nachhaltig verankert werden. Die gezielte Integration von Gesundheit in verschiedene Politikfelder eröffnet Chancen, beispielsweise:

  • Förderung gesünderer Lebensweisen durch bessere Infrastruktur
  • Verringerung sozialer Gesundheitsunterschiede durch gezielte soziale Maßnahmen
  • Entlastung des Gesundheitssystems durch präventive Ansätze
  • Kooperation und Erfahrungsaustausch zwischen Ressorts
  • Nutzung von Synergieeffekten zur Erreichung gemeinsamer Ziele

Gleichzeitig erfordert HiAP eine sorgfältige Abstimmung und umfassendes politisches Engagement. Es müssen Prioritäten gesetzt, Verantwortlichkeiten geklärt und ausreichende Ressourcen bereitgestellt werden. Fehlende Abstimmung oder unzureichende Finanzierung können den Erfolg erschweren. Zudem muss die Komplexität zwischen verschiedenen Interessengruppen und Ebenen (Kommunen, Länder, Bund) bewältigt werden.

Auf internationaler Ebene zeigt sich, dass Länder mit verbindlichen HiAP-Strategien, wie etwa Finnland oder Schweden, Fortschritte bei der Verringerung gesundheitlicher Risiken erzielen. Die kommunale Ebene spielt dabei eine Schlüsselrolle, weil hier Entscheidungen unmittelbar an realen Lebensbedingungen ansetzen. So betont Prof. Dr. Volker Harth, Vorsitzender des Hartmannbund-Arbeitskreises Gesundheitsdienste: „Gerade dort, wo lebensnahe Entscheidungen getroffen werden – etwa in der Gestaltung von Bewegungsräumen, bei Maßnahmen gegen Kinderarmut oder in kommunalen Hitzeschutzplänen – bietet HiAP konkrete Handlungsmöglichkeiten.“

Verbindliche HiAP-Strategien auf allen Regierungsebenen, verbunden mit einer angemessenen finanziellen und personellen Ausstattung, können als Motor für eine umfassende Gesundheitsförderung dienen. Dies führt nicht nur zu besseren gesundheitlichen Voraussetzungen, sondern unterstützt auch nachhaltige gesellschaftliche Entwicklungen in Richtung mehr Chancengleichheit und Resilienz gegenüber sozialen und klimatischen Herausforderungen.

Die Informationen und Zitate zu „Health in All Policies“ basieren auf einer Pressemitteilung des Hartmannbund – Verband der Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.

8 Antworten

  1. ‚Health in All Policies‘ sollte viel mehr Aufmerksamkeit bekommen! Ich sehe oft, wie wenig die Politik auf solche wichtigen Themen reagiert. Was sind denn die nächsten Schritte für diese Initiative?

  2. HiAP könnte echte Veränderungen bringen! Ich frage mich, wie genau die Finanzierung dieser Projekte aussehen soll? Gibt es schon konkrete Vorschläge dazu?

    1. Das ist eine gute Frage! Vielleicht könnten mehr Mittel aus dem Gesundheitsbudget umgeschichtet werden? Das wäre eine Möglichkeit.

    2. ‚Mittel umschichten‘ klingt spannend! Aber ich denke auch, dass wir neue Einnahmequellen finden müssen, vielleicht durch Steuern auf ungesunde Produkte?

  3. Die Idee hinter HiAP ist super! Es macht total Sinn, dass Gesundheit nicht nur im Gesundheitssektor betrachtet wird. Was denkt ihr über die Rolle der Kommunen? Können die wirklich einen Unterschied machen?

    1. Ich glaube schon! Wenn Städte mehr Grünflächen schaffen und sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer planen, kann das die Gesundheit der Menschen enorm fördern.

    2. Genau! Und Bildung spielt eine große Rolle dabei. Wenn Kinder früh lernen, wie wichtig Gesundheit ist, wirkt sich das auf ihr ganzes Leben aus.

  4. Ich finde den Ansatz von HiAP wirklich interessant. Es zeigt, wie wichtig es ist, Gesundheit in alle Bereiche des Lebens zu integrieren. Wie können wir sicherstellen, dass diese Strategien auch tatsächlich umgesetzt werden?

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