Handball kann für viele Kinder ab etwa 5 bis 6 Jahren ein sinnvoller Einstieg in den Teamsport sein – oft über Minihandball oder ein spielerisches Kindertraining. Manche Vereine bieten Bewegungsgruppen sogar schon ab 4 Jahren an.
Entscheidend ist aber weniger das genaue Alter. Viel wichtiger ist: Hat euer Kind Freude an Bewegung, Bällen und Spielen in der Gruppe? Wir von Verbandsbüro erleben in der Vereinsarbeit immer wieder: Ein guter Einstieg hängt stark vom Umfeld ab – von Trainerinnen und Trainern, der Gruppe, dem Tempo und davon, ob Kinder ohne Druck ausprobieren dürfen.
Wann Handball für Kinder passt
Einen perfekten Startzeitpunkt gibt es nicht. Als Orientierung gilt: Ab 5 bis 6 Jahren passt Handball für viele Kinder gut, wenn das Training kindgerecht und spielerisch aufgebaut ist.
Für Eltern ist diese Einordnung hilfreich:
- Ab 4 Jahren: eher Bewegungsangebote mit Ball, noch kein richtiger Handball
- Ab 5 bis 6 Jahren: Minihandball als häufiger und guter Einstieg
- Ab 7 bis 8 Jahren: Regeln, Technik und Teamspiel werden verständlicher
- Ab 10 Jahren und später: Einstieg weiterhin möglich, wenn Motivation da ist
- Wichtiger als Alter: Spaß, Bewegungslust, Gruppentauglichkeit und ein gutes Training
Wenn euer Kind gern rennt, wirft, fängt und sich in einer Gruppe wohlfühlt, lohnt sich ein Probetraining. Wenn es noch sehr unsicher ist, kann eine spielerische Bewegungsgruppe der bessere erste Schritt sein.
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Warum Eltern bei Handball oft unsicher sind
Handball wirkt auf den ersten Blick schnell, laut und körperlich. Wer ein Erwachsenen- oder Jugendspiel sieht, denkt schnell: Ist das nicht zu hart für mein Kind? Was ist mit Zusammenstößen, Tempo, Leistungsdruck oder Verletzungen?
Diese Fragen sind nachvollziehbar. Gerade Eltern jüngerer Kinder wollen wissen, ob ihr Kind robust genug ist und ob es mit Körperkontakt umgehen kann. Aus unserer Sicht ist dabei eine Unterscheidung besonders wichtig: Kinderhandball ist nicht Erwachsenenhandball in klein.
Im Minihandball wird kleiner, langsamer und spielerischer trainiert. Die Teams sind kleiner, Regeln werden vereinfacht, Bälle sind handlicher und der Fokus liegt auf Bewegung, Koordination und Freude am Spiel.
Kinderhandball ist anders als Erwachsenenhandball:
- weniger taktisch
- weniger körperbetont
- mehr Spiel- und Bewegungsformen
- kürzere Übungen
- mehr Pausen und Abwechslung
- stärkere Begleitung durch Trainerinnen und Trainer
Ein gutes Kindertraining bringt Kinder behutsam an Ball, Raum, Mitspieler und Regeln heran. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf den konkreten Verein – nicht nur auf die Sportart an sich.
Ab wann ist Handball für Kinder sinnvoll?
Alter hilft bei der Orientierung, sagt aber nicht alles. Manche Kinder sind mit 5 bereit für Gruppenspiele, andere brauchen mit 7 noch Zeit. Entscheidend sind Entwicklung, Motivation und die passende Trainingsform.
| Alter | Geeignete Form | Fokus | Worauf Eltern achten sollten |
|---|---|---|---|
| ab 4 Jahren | Bewegungsgruppe mit Ball | Laufen, Werfen, Fangen, Balancieren | kurze Einheiten, viel Abwechslung |
| 5 bis 6 Jahre | Minihandball | Spaß, Koordination, Teamgefühl | vereinfachte Regeln, viele Ballkontakte |
| 7 bis 10 Jahre | Kinderhandball | Technik, Regeln, Zusammenspiel | altersgerechtes Training ohne Druck |
| ab 10 Jahren | Einstieg in passende Mannschaft | Ballgefühl, Kondition, Teamrolle | gute Integration von Anfängerinnen und Anfängern |
Ab 4 Jahren: Bewegung, Ballgefühl und Spiel
Für Vierjährige geht es noch nicht um „richtigen“ Handball. Sinnvoll sind Angebote, bei denen Kinder werfen, fangen, laufen, balancieren, reagieren und einfache Gruppenspiele kennenlernen.
Die Einheiten sollten kurz, abwechslungsreich und spielerisch sein. Wenn euer Kind gern tobt, Bälle spannend findet und einfache Regeln mitmachen kann, kann so ein Angebot gut passen.
Technik, Spielzüge oder Wettkampf haben in diesem Alter noch nichts verloren. Es geht um Bewegungserfahrung – und darum, dass Kinder Sport positiv erleben.
Ab 5 bis 6 Jahren: Minihandball als guter Einstieg
5 bis 6 Jahre sind für viele Kinder ein guter Zeitpunkt, um Minihandball auszuprobieren. In dieser Form wird Handball kindgerecht angepasst: kleinere Teams, kleinere Bälle, vereinfachte Regeln und viele kurze Spielsituationen.
Typisch für Minihandball sind:
- viele Ballkontakte für möglichst alle Kinder
- einfache Wurf- und Fangspiele
- kleine Spielfelder oder reduzierte Spielformen
- kurze Erklärungen
- viel Bewegung statt langer Wartezeiten
- Fokus auf Spaß statt Ergebnis
Leistungsorientierung braucht es hier nicht. Kinder müssen noch keine Positionen kennen oder taktisch spielen. Sie sollen ausprobieren, mutiger werden und merken: Ich kann mitmachen.
Ab 7 bis 10 Jahren: Regeln, Technik und Teamspiel werden wichtiger
Zwischen 7 und 10 Jahren verstehen Kinder Regeln meist besser. Sie können sich länger konzentrieren, einfache Spielzüge nachvollziehen und gezielter an Technik arbeiten.
Das Training wird strukturierter: Passen, Fangen, Werfen, Freilaufen und Abwehrverhalten bekommen mehr Raum. Auch erste Spiele oder Turniere können dazukommen – aber sie sollten altersgerecht und ohne übermäßigen Druck stattfinden.
Für Quereinsteiger ist diese Phase ebenfalls gut geeignet. Kinder, die vorher geturnt, Fußball gespielt, Leichtathletik gemacht oder allgemeinen Kindersport besucht haben, bringen oft wertvolle Grundlagen mit.
Ab 10 Jahren und später: Ist der Einstieg noch möglich?
Ja, ein späterer Einstieg ist möglich. Kinder müssen nicht mit 5 anfangen, um Freude am Handball zu entwickeln.
Wichtig ist dann vor allem die passende Gruppe. Wenn ein Kind mit 10 oder 11 neu dazukommt, sollte der Verein Anfänger gut aufnehmen und nicht voraussetzen, dass schon alles sitzt. Ballgefühl, Kondition und Spielverständnis lassen sich aufbauen.
Unser Tipp: Fragt gezielt nach, ob es Einsteigergruppen gibt oder welche Mannschaft für Anfängerinnen und Anfänger geeignet ist. Eine geduldige Traineransprache ist hier besonders wertvoll.
Passt Handball zu meinem Kind?
Handball muss nicht zu jedem Kind passen – und das ist völlig in Ordnung. Es geht nicht darum, ob euer Kind besonders sportlich, groß oder ehrgeizig ist. Es geht darum, ob die Sportart zur Persönlichkeit und zum aktuellen Entwicklungsstand passt.
Ein kurzer Selbstcheck kann helfen:
- Mein Kind bewegt sich gern.
- Mein Kind mag Ballspiele oder möchte sie ausprobieren.
- Mein Kind hat Freude an schnellen Spielen.
- Mein Kind kommt grundsätzlich mit Gruppen zurecht.
- Mein Kind kann damit umgehen, wenn etwas nicht sofort klappt.
- Mein Kind akzeptiert körperliche Nähe im Spiel zumindest ein Stück weit.
- Mein Kind kann kurze Erklärungen aufnehmen.
- Mein Kind möchte selbst zum Probetraining gehen.
Handball kann schwieriger sein, wenn ein Kind starken Körperkontakt sehr unangenehm findet, sehr lärmempfindlich ist, in Gruppen schnell überfordert wirkt oder ausschließlich ruhige Einzelaktivitäten bevorzugt.
Das heißt aber nicht automatisch: ungeeignet. Viele Fähigkeiten wachsen im Training. Gerade schüchterne Kinder können sich in einer wertschätzenden Gruppe gut entwickeln.
Körperliche Voraussetzungen
Kinder brauchen für den Einstieg keine besondere Größe, Kraft oder Fitness. Bewegungsfreude ist wichtiger als Talent.
Koordination, Reaktion, Ausdauer und Ballgefühl entwickeln sich Schritt für Schritt im Training. Ein Kind muss also nicht schon gut werfen oder fangen können, um anzufangen.
Bei gesundheitlichen Besonderheiten – etwa wiederkehrenden Schmerzen, Gelenkproblemen oder Herz-Kreislauf-Themen – sollten Eltern vorab ärztlich abklären, welche Belastung sinnvoll ist.
Soziale Voraussetzungen
Hilfreich ist, wenn Kinder erste Gruppenerfahrungen mitbringen. Perfekt beherrschen müssen sie das aber nicht.
Im Training lernen Kinder zum Beispiel:
- kurz zuzuhören
- einfache Regeln zu akzeptieren
- zu warten, bis sie an der Reihe sind
- andere Kinder einzubeziehen
- mit Gewinnen und Verlieren umzugehen
- nach Fehlern weiterzumachen
Gerade im Kinderhandball entstehen viele kleine soziale Lernmomente: abspielen statt allein losrennen, sich entschuldigen nach einem Zusammenstoß, ein anderes Kind ermutigen oder nach einem Fehlwurf weiterspielen.
Was Kinder durch Handball lernen
Handball fördert Kinder auf mehreren Ebenen. Natürlich geht es um Bewegung. Aber im Training passiert mehr als Rennen und Werfen.
Ein Kind lernt, einen Ball zu fangen, während es läuft. Es muss schauen, wo Mitspieler stehen. Es entscheidet schnell: selbst werfen oder abspielen? Es erlebt, dass Fehler dazugehören. Und es merkt, dass ein Team nur funktioniert, wenn alle mitmachen.
Diese Fähigkeiten werden gefördert:
- Koordination: werfen, fangen, laufen, springen
- Schnelligkeit und Reaktion: auf Ball, Mitspieler und Gegner reagieren
- Ausdauer und Kraft: durch viele Bewegungswechsel
- Teamfähigkeit: abspielen, helfen, gemeinsam Lösungen finden
- Kommunikation: rufen, anzeigen, zuhören
- Fairness und Rücksicht: Regeln einhalten, Körperkontakt kontrollieren
- Selbstvertrauen: durch kleine Erfolgserlebnisse
- Umgang mit Fehlern: nach Fehlwürfen oder Ballverlusten weitermachen
- Konzentration: Spielsituationen erfassen und Entscheidungen treffen
Das alles geschieht nicht auf einmal. Aber ein gutes Training schafft viele Gelegenheiten, in denen Kinder genau diese Fähigkeiten üben.
Risiken realistisch einschätzen
Handball ist ein bewegungsreicher Sport. Deshalb können Stürze, Prellungen, Umknicken oder Zusammenstöße vorkommen. Das sollte man nicht kleinreden.
Gleichzeitig gilt: Im Kinderhandball sollte Körperkontakt begrenzt, erklärt und kontrolliert vermittelt werden. Gute Trainerinnen und Trainer achten auf Aufwärmen, saubere Bewegungsabläufe, Fairness und eine Intensität, die zum Alter passt.
Überforderung entsteht oft weniger durch die Sportart selbst als durch falschen Druck: zu viel Ehrgeiz, zu frühe Leistungsorientierung, Bloßstellung oder ein aggressiver Umgangston.
Warnzeichen, bei denen Eltern genauer hinschauen sollten:
- häufige oder wiederkehrende Schmerzen
- Angst vor dem Training
- dauerhafte Erschöpfung nach Einheiten
- starker Druck durch Trainer oder Umfeld
- aggressives Trainingsklima
- Bloßstellen von Kindern bei Fehlern
- kaum Pausen oder dauerhaft zu hohe Intensität
Ein einzelner schlechter Tag ist noch kein Grund zur Sorge. Wenn sich Warnzeichen häufen, lohnt sich ein Gespräch mit Trainerteam, Verein oder – bei körperlichen Beschwerden – mit ärztlicher Unterstützung.
Wann Eltern vorsichtig sein sollten
Achtet besonders auf diese Punkte:
- Bestehende Gelenkprobleme, Herz-Kreislauf-Themen oder wiederkehrende Schmerzen sind ärztlich abgeklärt.
- Das Kind hat keine starke, anhaltende Angst vor Ball oder Körperkontakt.
- Der Verein arbeitet im Kinderbereich nicht zu früh leistungsorientiert.
- Trainerinnen und Trainer erklären ruhig und kindgerecht.
- Fehler werden nicht bestraft oder lächerlich gemacht.
- Kinder bekommen Pausen und werden nicht überfordert.
Wenn euer Bauchgefühl sagt, dass Ton, Tempo oder Druck nicht passen, nehmt das ernst. Gerade im Kindersport ist die Atmosphäre entscheidend.
Ausrüstung: Was zum Start nötig ist
Für den Anfang braucht ihr erstaunlich wenig. Wir raten Eltern oft: Erst ausprobieren, dann kaufen. Vor dem Probetraining ist teure Spezialausrüstung meistens unnötig.
| Kategorie | Was dazugehört | Hinweis |
|---|---|---|
| Fürs Probetraining nötig | Sportkleidung, Hallenschuhe mit heller rutschfester Sohle, Trinkflasche, ggf. Haargummi | Hallenschuhe sind meist der wichtigste Punkt |
| Später sinnvoll | altersgerechter Handball, eventuell Knieschoner, Trainingsanzug oder Vereinskleidung | erst nach Rücksprache mit dem Verein kaufen |
| Vorerst unnötig | teure Spezialausrüstung, mehrere Bälle, komplette Vereinsausstattung | nicht vor dem ersten Probetraining anschaffen |
Ein eigener Handball ist am Anfang oft nicht nötig. Viele Vereine stellen Bälle im Training bereit. Fragt vorab kurz nach, dann vermeidet ihr Fehlkäufe.
Kosten für Eltern: Womit muss man rechnen?
Handball im Verein ist häufig vergleichsweise gut planbar. Die Kosten unterscheiden sich aber je nach Region, Verein und Angebotsform.
| Kostenpunkt | Wann fällt er an? | Hinweis |
|---|---|---|
| Vereinsbeitrag | regelmäßig | meist moderat, aber regional unterschiedlich |
| Mitgliedsbeitrag im Hauptverein | je nach Vereinsstruktur | zusätzlich zur Handballabteilung möglich |
| Hallenschuhe | zum Start | gute Passform und rutschfeste Sohle wichtig |
| Ball | später | oft erst nötig, wenn das Kind dabeibleibt |
| Vereinskleidung | später oder bei Spielen | häufig optional oder erst bei Mannschaftsbetrieb relevant |
| Turniere und Fahrten | gelegentlich | vorher nach Kosten und Organisation fragen |
| Kurse/private Angebote | je nach Buchung | oft teurer, dafür zeitlich begrenzt |
Fragt beim Verein, ob das Probetraining kostenlos ist. Viele Vereine ermöglichen ein oder mehrere Schnuppertrainings. Gebrauchte Hallenschuhe, Vereinsbörsen oder Weitergaben innerhalb der Mannschaft können Kosten zusätzlich senken.
Probetraining: So erkennt ihr, ob es passt
Ein Probetraining ist der beste Praxistest. Dort seht ihr, ob euer Kind sich wohlfühlt, ob die Gruppe passt und wie das Trainerteam mit Kindern umgeht.
Vor dem Termin könnt ihr beim Verein nachfragen:
- Welche Altersgruppe ist passend?
- Wann und wo findet das Training statt?
- Welche Kleidung wird benötigt?
- Dürfen Eltern zuschauen?
- Sind Anfängerinnen und Anfänger willkommen?
- Muss vorher etwas angemeldet werden?
Beim Training selbst muss nicht alles perfekt laufen. Vielleicht ist euer Kind erst schüchtern oder braucht Zeit. Achtet eher auf die Grundstimmung.
Beobachtungsbogen fürs Probetraining:
- Wird kindgerecht und verständlich erklärt?
- Bekommen alle Kinder Ballkontakte?
- Ist die Stimmung freundlich?
- Werden Fehler normal behandelt?
- Gibt es ausreichend Pausen?
- Achtet das Trainerteam auf Fairness?
- Wirkt euer Kind neugierig, angespannt oder überfordert?
- Werden neue Kinder einbezogen?
- Ist das Training lebendig, aber nicht chaotisch?
Nach dem Training helfen offene Fragen. Vermeidet eine Bewertung direkt vorweg. Besser sind Fragen wie:
- Was hat dir Spaß gemacht?
- Was war schwierig?
- Gab es etwas, das dir unangenehm war?
- Möchtest du noch einmal hingehen?
Wenn euer Kind unsicher ist, kann ein zweites Probetraining sinnvoll sein. Ein einziger ungewohnter Termin sagt nicht immer alles.
Verein oder Kurs: Was ist besser für den Einstieg?
Beides kann passen. Die bessere Wahl hängt davon ab, was euer Kind braucht und welche Angebote es vor Ort gibt.
| Option | Vorteile | Mögliche Nachteile | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Verein | regelmäßiges Training, Gemeinschaft, oft günstiger, langfristige Entwicklung | feste Trainingszeiten, Gruppe kann größer sein | Kinder, die gern Teil einer Mannschaft werden möchten |
| Kurs | zeitlich begrenzt, gut zum Ausprobieren, manchmal kleinere Gruppen | oft teurer, weniger Vereinsgefühl | Familien, die erst unverbindlich testen möchten |
Für viele Kinder ist ein Verein ideal, wenn Atmosphäre und Trainerteam stimmen. Ein Kurs kann sinnvoll sein, wenn ihr erst einmal herausfinden möchtet, ob Ballsport und Gruppentraining überhaupt passen.
Motivation ohne Leistungsdruck
Kinder dürfen Handball ausprobieren, ohne sofort Mitglied werden oder dauerhaft dabeibleiben zu müssen. Gerade am Anfang hilft eine entspannte Haltung.
Sprecht nicht zu früh über Talent, Tore oder Wettkampf. Viele Kinder brauchen Zeit, um sich in einer Halle, mit Ball, Gruppe und Regeln zurechtzufinden.
Hilfreich ist, Fortschritt zu loben:
| Hilfreich sagen | Lieber vermeiden |
|---|---|
| „Du hast dich heute getraut mitzuspielen.“ | „Wie viele Tore hast du geworfen?“ |
| „Ich habe gesehen, dass du weitergemacht hast.“ | „Die anderen waren aber schneller.“ |
| „Was hat dir Spaß gemacht?“ | „Du musst dich mehr anstrengen.“ |
| „Wir können es noch einmal ausprobieren.“ | „Jetzt haben wir dich angemeldet, jetzt ziehst du es durch.“ |
Unterstützt Dranbleiben, aber erzwingt es nicht. Wenn nach mehreren Versuchen keine Freude entsteht, ist eine andere Sportart vielleicht passender. Das ist kein Scheitern, sondern eine gute Entscheidung.
Typische Fehler beim Einstieg in den Kinderhandball
Ein entspannter Start gelingt leichter, wenn Eltern ein paar Stolperfallen vermeiden.
Häufige Fehler – besser so:
- Zu früh teure Ausrüstung kaufen – erst Probetraining abwarten.
- Das Kind wegen eigener Sportwünsche anmelden – die Motivation des Kindes zählt.
- Körperkontakt unterschätzen oder dramatisieren – Training anschauen und realistisch einordnen.
- Nur auf Tore achten – Einsatz, Mut und Fortschritt wahrnehmen.
- Warnsignale ignorieren – Schmerzen, Angst und Erschöpfung ernst nehmen.
- Nach einem schwierigen Training sofort aufgeben – manchmal braucht es einen zweiten Termin.
- Den erstbesten Verein wählen – Atmosphäre und Traineransprache prüfen.
- Zu viele Hobbys parallel starten – genug freie Zeit und Erholung lassen.
Checkliste für den ersten Handball-Termin
- Verein oder Kurs kontaktiert
- Altersgruppe geklärt
- Probetraining vereinbart
- Trainingszeit und Halle notiert
- Sportkleidung vorbereitet
- Hallenschuhe mit heller, rutschfester Sohle eingepackt
- Trinkflasche dabei
- Haare zusammengebunden
- Schmuck abgelegt
- Kind weiß: Es darf einfach ausprobieren
- Eltern beobachten Stimmung und Umgang
- Nach dem Training ruhig nachfragen, ohne zu bewerten
Drei typische Fälle: Welche Entscheidung passt?
Fall 1: Bewegungsfreudiges Kind, aber wenig Ballgefühl
Das ist kein Ausschlussgrund. Ballgefühl entsteht im Training. Wenn euer Kind gern rennt, spielt und sich bewegt, kann Handball gut passen. Ein Probetraining ist hier der richtige nächste Schritt.
Fall 2: Schüchternes Kind, das Gruppen erst beobachten möchte
Auch schüchterne Kinder können im Handball ankommen, wenn Trainer geduldig sind und kein Druck entsteht. Vielleicht schaut euer Kind beim ersten Mal nur teilweise mit oder testet zweimal. Wichtig ist, dass es nicht gedrängt wird.
Fall 3: Sehr ehrgeiziges Kind, das schnell gewinnen will
Ehrgeiz kann im Sport motivieren. Achtet aber darauf, dass Fairness, Frustrationstoleranz und Pausen nicht zu kurz kommen. Handball kann hier helfen, Teamdenken und Umgang mit Niederlagen zu lernen.
FAQ: Häufige Fragen zu Handball für Kinder
Muss mein Kind groß sein, um Handball zu spielen?
Nein. Größe kann später auf bestimmten Positionen helfen, ist im Kinderhandball aber nicht entscheidend. Bewegungsfreude, Teamfähigkeit und Lust am Spiel sind wichtiger.
Ist Handball eher für Jungen oder Mädchen geeignet?
Handball ist für Jungen und Mädchen gleichermaßen geeignet. Viele Vereine bieten im jüngeren Alter gemischte Gruppen an, später gibt es häufig eigene Mädchen- und Jungenmannschaften.
Wie oft trainieren Kinder am Anfang?
Je nach Alter und Verein meist ein- bis zweimal pro Woche. Für jüngere Kinder reicht oft ein Termin pro Woche völlig aus.
Was tun, wenn mein Kind Angst vor dem Ball hat?
Nicht zwingen. Leichte Bälle, spielerische Übungen und ein geduldiges Training können helfen. Bleibt die Angst stark, passt vielleicht zunächst eine ruhigere Bewegungsform besser.
Sollte mein Kind sofort an Spielen oder Turnieren teilnehmen?
Nicht unbedingt. Erst sollte sich euer Kind im Training wohlfühlen. Spiele und Turniere können motivieren, sollten aber altersgerecht und ohne Druck stattfinden.
Fazit: Handball ausprobieren, wenn Freude an Bewegung und Teamspiel da ist
Handball ist für viele Kinder ab etwa 5 bis 6 Jahren ein sinnvoller Einstieg in den Teamsport. Jüngere Kinder profitieren eher von spielerischen Bewegungsangeboten mit Ball, Bewegung und einfachen Gruppenspielen.
Entscheidend sind Spaß, kindgerechtes Training, eine passende Gruppe und ein druckfreier Einstieg. Wenn euer Kind sich im Probetraining wohlfühlt, neugierig bleibt und wiederkommen möchte, spricht viel für Handball.
Wenn Angst, Überforderung oder Druck überwiegen, ist Warten oder eine andere Sportart genauso in Ordnung. Der beste Einstieg ist der, der zum Kind passt.
Zur Einordnung: Altersangaben sind Orientierungswerte. Kinder entwickeln sich unterschiedlich, und auch Vereine arbeiten nicht überall gleich.
Bei gesundheitlichen Einschränkungen, wiederkehrenden Schmerzen oder Unsicherheiten zur Belastbarkeit sollten Eltern Kinderarzt, Kinderärztin oder Sportmedizin einbeziehen.
Für eine weitere Orientierung können Informationen von Sportverbänden, Landessportbünden, Kinder- und Jugendärzten, sportpädagogischen Empfehlungen sowie lokalen Handballvereinen hilfreich sein.
7 Kommentare
Danke für den artikel, sehr hilfreich für uns eltern die neu im sport sind. Ich möchte wissen ob handball auch für schüchterne kinder geeignet ist? Mein kind braucht manchmal lange um sich an neue gruppen anzupassen.
Ich finde gut dass die article so beschreibt was kindgerecht ist beim handball training. Meine frage ist: was kann ich machen wenn mein kind nach dem training immer müde oder unglücklich wirkt? Soll ich dann eher eine pause machen oder weiter probieren?
Das ist interessant das man bei handball kein großes alter braucht. Ich frage mich aber wie sicher sind die kinder bei kontakt? Bei uns in club is es oft laut und manchmal auch schnell hektisch, was meint ihr dazu? Können kleine kinder da mithalten ohne verletzt zu werden?
Gute frage! Im minihandball wird ja weniger körperkontakt gemacht und mehr gespielt. Trainer achten bestimmt auf Sicherheit und fairplay, aber Eltern sollten trotzdem immer schauen ob alles passt.
Stimme ich zu! Für kleine kinder ist wichtig das der trainer ruhig erklärt und nicht zu viel körperkontakt erlaubt wird. Auch Pausen sind super wichtig damit niemand überfordert wird.
Ich finde es sehr gut das sie so auf die kindliche Entwicklung eingehen. Aber meine frage ist, ob wirklich alle kinder ab 4 schon bereit sind für bewegungsangebote mit ball? Meine kleine ist erst 4, aber sie mag noch nicht so viel laufen oder werfen. Was meinen sie dazu?
Ich denke das is von kind zu kind unterschiedlich. Manche sind mit 4 noch sehr schüchtern und brauchen mehr zeit. Wichtig ist doch das sie Spaß haben und nicht zu viel Druck bekommen, oder?