Hamburger Energienetze: Kostenexplosion bei Bauprojekten – Kritik an öffentlicher Verschwendung und steigenden Kosten für Bürger

Zahlreiche Menschen sitzen im Hofkreis, verteilen Essen und tauschen Gespräche aus, während Helfer Getränke reichen, im Schatten der Bauzelte heute.
Auf einem provisorischen Baugelände wirken Zweck und Gemeinschaftsgefühl deutlich, während lokale Helfer Solidarität demonstrieren und Tische für die Mahlzeit der Zukunft einrichten.

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Explodierende Baukosten bei der Hamburger Energienetze GmbH: Ein Mahnmal für Maßlosigkeit

Die Baukosten bei der Hamburger Energienetze GmbH steigen dramatisch an – und sorgen für heftige Kritik am Umgang mit öffentlichem Geld. Der ursprünglich veranschlagte Preis von 2,6 Millionen Euro für den neuen Empfangspavillon hat sich inzwischen auf 4,3 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Der Bund der Steuerzahler Hamburg spricht in diesem Zusammenhang von einem „Mahnmal für Maßlosigkeit auf Kosten der Gebührenzahler“. Sascha Mummenhoff, Landesvorsitzender des Verbands, bringt die Empörung klar auf den Punkt: „Wer 4,3 Millionen Euro für einen Empfangspavillon ausgibt, hat den Kompass für wirtschaftliche Verantwortung verloren.“

Nicht nur der Pavillon, sondern auch das angrenzende Parkhaus und ein großes Mehrzweckgebäude mit Büro- und Konferenzräumen explodieren in den Kosten. Das Parkhaus, ursprünglich mit 14,7 Millionen Euro geplant, soll nun 20,4 Millionen Euro kosten – ein Plus von fast 6 Millionen Euro. Das Mehrzweckgebäude, dessen Fertigstellung für das erste Quartal 2026 vorgesehen ist, wird statt 36,3 Millionen Euro voraussichtlich 46,6 Millionen Euro verschlingen. Zusammengenommen summiert sich der Mehraufwand auf über 17,7 Millionen Euro – für Projekte, die noch nicht abgeschlossen sind.

Die Mehrkosten tragen am Ende die Hamburger Stromkunden über die Netzentgelte, die in Hamburg ohnehin schon zu den höchsten in Deutschland gehören. Mummenhoff mahnt, dass öffentliche Unternehmen keine Schauplätze für überzogene Bau- und Architekturvorhaben sein dürfen: „Öffentliche Unternehmen sind keine Showrooms für Architekturpreise, sondern Dienstleister im Sinne des Gemeinwohls.“ Die Ausgabenpolitik beschreibt er als verantwortungslos und ein fatales Signal an die Bürgerinnen und Bürger, die mit jeder Stromrechnung für diese Kosten aufkommen.

Besonders brisant ist die Tatsache, dass das Unternehmen unter der Aufsicht des früheren Umweltsenators Jens Kerstan steht – einem Politiker, dessen Verantwortungsbereiche bereits bei Hamburg Wasser durch ähnliche Kostenexzesse aufgefallen sind. Der Bund der Steuerzahler stellt fest: „Der rot-grüne Senat hat die Kontrolle über seine mehr als 360 Beteiligungen nicht im Griff.“ Nun richtet sich die Hoffnung auf die neue Umweltsenatorin Katharina Fegebank, die eine schärfere Kontrolle angekündigt hat. Doch Mummenhoff betont: „Worte allein reichen nicht – es braucht einen echten Kurswechsel.“

Er fordert klare Konsequenzen: Unternehmen ohne strategische Bedeutung sollten privatisiert werden, und dort, wo das nicht möglich ist, müssen Kontrollmechanismen dringend reformiert werden. Die aktuellen Fälle zeigen, was passiert, wenn Missmanagement ohne Konsequenzen bleibt. Zur weiteren Aufarbeitung erwägt der Bund der Steuerzahler Hamburg die Aufnahme dieser Projekte in das kommende Schwarzbuch der öffentlichen Verschwendung.

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