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Alternative Proteine auf dem Vormarsch: Wissenschaftlicher Beirat mit klaren Empfehlungen für nachhaltige Ernährung
Ein aktuelles Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) rückt alternative Proteine in den Mittelpunkt der Ernährungspolitik. In seinem Bericht mit dem Titel „Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch: Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln als Beitrag zu einer nachhaltigeren Ernährung“ spricht der Beirat sich klar für eine Stärkung von pflanzenbasierten oder biotechnologisch hergestellten Alternativen aus. Die Ernährungsorganisation ProVeg Deutschland unterstützt diese Empfehlungen mit Nachdruck.
Eine Ernährungswende hin zu mehr pflanzlichen Produkten eröffnet zahlreiche Chancen – nicht nur für unsere Gesundheit, sondern auch für die Wirtschaft und den Klimaschutz. Der WBAE sieht es als entscheidend an, dass pflanzliche Lebensmittel leichter verfügbar werden. Besonders pflanzliche Alternativen bringen laut Simon Handschuh, Referent für Politik bei ProVeg Deutschland, einen echten Mehrwert für den Alltag der Menschen: „Pflanzliche Alternativen erleichtern die persönliche Umstellung im Alltag. Sie bieten eine niedrigschwellige Brücke hin zu einer pflanzenbetonteren Ernährung, die Vorteile für die eigene Gesundheit und das Klima hat“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft
Der Beirat fordert, dass pflanzliche, präzisionsfermentierte und kultivierte Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln aktiv gefördert werden. Ziel sei eine gerechte Auswahl am Esstisch, mehr Nachhaltigkeit sowie gesellschaftlicher Zusammenhalt. Dafür braucht es faire Wettbewerbsbedingungen, Innovationsförderung und *Transparenz für Konsumentinnen**.
Ein wichtiger Punkt: pflanzliche Milchalternativen werden steuerlich deutlich stärker belastet als Kuhmilch. Während für Hafer-, Soja- oder Mandeldrinks 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden, sind es bei Kuhmilch nur 7 Prozent. Große Handelsunternehmen wie REWE sowie Hersteller wie vly, Berief und Oatly starteten bereits eine Petition für die steuerliche Gleichstellung. Auch ProVeg unterstützt diesen Vorstoß und betont: „Eine Angleichung der Mehrwertsteuer auf pflanzliche Milchalternativen an das Niveau ihrer tierischen Pendants, so wie es bereits in Portugal und Frankreich der Fall ist, wäre ein großer Schritt in Richtung des im Koalitionsvertrag festgehaltenen Ziels zur Förderung alternativer Proteine“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Gesundheit und Gemeinschaft im Fokus: neue Impulse für Kantinen und Mensen
Auch der Nutri-Score erhält eine zentrale Rolle. Er informiert Verbraucher*innen über die Nährstoffzusammensetzung und hilft dabei, gesunde Entscheidungen zu treffen. ProVeg und der WBAE betonen: „Nicht der Verarbeitungsgrad bestimmt den Wert eines Lebensmittels, sondern der Nährstoffgehalt.“ Besonders in der Gemeinschaftsgastronomie – also in Kantinen, Kitas und Schulen – sollen angereicherte pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten stärker eingesetzt werden. Dies könne besonders *vulnerablen Gruppen wie Seniorinnen, Kindern und Jugendlichen** zugutekommen, indem Produkte mit Kalzium, Jod, Vitamin B2 und B12 ergänzt werden.
Neue Chancen für die Landwirtschaft
Für die Landwirtschaft eröffnet die gezielte Förderung alternativer Proteinquellen neue Perspektiven. Das vom Beirat adressierte „Chancenprogramm Höfe“ soll landwirtschaftliche Betriebe bei der Umstellung auf die Erzeugung und Verarbeitung von pflanzlichen oder kultivierten Proteinen unterstützen. Diese Diversifizierung kann nicht nur zu einem zusätzlichen Standbein führen, sondern auch wirtschaftliche Sicherheit stärken.
Simon Handschuh fasst zusammen: „Alternative Proteine nehmen in der Erweiterung des Protein-Angebots eine Schlüsselrolle ein, da sie an die Ernährungsgewohnheiten der Menschen anknüpfen. Sie schaffen zusätzliche Auswahl und bringen alle an einen Tisch“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Weichenstellung für eine nachhaltige Zukunft
Die Empfehlungen des Wissenschaftlichen Beirats markieren eine Richtungsentscheidung für das gesamte Ernährungssystem. Eine gezielte Förderung alternativer Proteine könnte Deutschland nicht nur zum internationalen Vorreiter machen, sondern auch messbare Fortschritte bei Klima- und Gesundheitszielen erzielen. Die Diskussion um faire Mehrwertsteuer, Innovationen und die Rolle der Gemeinschaftsgastronomie rückt in den Mittelpunkt einer nachhaltigeren und sozial gerechteren Ernährungspolitik.
Wer heute die Weichen richtig stellt, trägt dazu bei, dass auch zukünftige Generationen von einer vielfältigen und gesunden Lebensmittelversorgung profitieren – für Mensch, Tier und Umwelt.
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Korrektur: Wegweisendes Gutachten zu alternativen Proteinen – ProVeg unterstützt …
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Hintergrund und Einordnung: Bedeutung und Perspektiven alternativer Proteine im Wandel des Ernährungssystems
Die Veröffentlichung des aktuellen WBAE-Gutachtens markiert einen bedeutenden Meilenstein in der politischen und gesellschaftlichen Debatte rund um alternative Proteinquellen. Experten betonen zunehmend die Dringlichkeit einer nachhaltigen Transformation der Ernährung, da der Konsum tierischer Produkte maßgeblich zur Umweltbelastung beiträgt. Internationale Forschungsergebnisse – etwa von Systemiq (2025) oder der FAO (2023) – unterstreichen, dass die Förderung pflanzenbasierter Alternativen nicht nur das Klima schützt, sondern auch langfristig die Wirtschaft stärken und gesundheitliche Vorteile bieten kann. Die Erklärung der Wissenschaftlichen Beiräte, mehr „Auswahl am Tisch“ durch alternative Proteine zu schaffen, spiegelt den wachsenden gesellschaftlichen Wunsch nach Vielfalt und Nachhaltigkeit wider.
Im europäischen Kontext zeigt sich etwa in Frankreich und Portugal, dass die steuerliche Gleichstellung pflanzlicher Milchalternativen längst Realität ist – in Deutschland hingegen wird durch den aktuell höheren Mehrwertsteuersatz eine transaktionsorientierte Benachteiligung geschaffen, die den Wechsel zu nachhaltigen Produkten erschwert. Diese Diskrepanz ruft nicht nur Handlungsbedarf in der Gesetzgebung hervor, sondern wirkt sich auch auf die Marktdynamik und die Investitionsbereitschaft relevanter Akteure aus.
Dass Handelsunternehmen wie REWE oder Hersteller wie Oatly und vly ihre Stimme für eine faire Wettbewerbsumgebung erheben, ist ein weiterer Beleg für den strategischen Bedeutungswandel innerhalb der Branche. Prognosen deuten darauf hin, dass der Markt für alternative Proteine in den kommenden Jahren weiter stark wachsen wird. Laut Schätzungen von BCG (2022) könnte der Sektor bis 2035 einen erheblichen Anteil am Gesamtmarkt erreichen und neue Geschäftsmodelle sowie attraktive Karriereperspektiven schaffen.
Mit Blick nach vorn lassen die Entwicklungen erwarten, dass Wissenstransfer, gezielte Fördermaßnahmen und Innovationen in der Gemeinschaftsgastronomie maßgeblich dazu beitragen werden, die Akzeptanz und Verfügbarkeit alternativer Produkte weiter zu steigern. Die gezielte Integration dieser Alternativen in der öffentlichen Ernährung, etwa in Schulen und Seniorenheimen, könnte sowohl Ernährungsgewohnheiten als auch die Versorgung vulnerabler Gruppen nachhaltig verbessern.
Die aktuellen Empfehlungen sind somit mehr als eine politische Randnotiz: Sie markieren einen Wendepunkt im deutschen und europäischen Ernährungsdiskurs und können zum Kompass für eine zukunftsfähige und gerechte Lebensmittelpolitik werden. Wer sich näher über die Hintergründe, die Argumente der Befürworter sowie den aktuellen Diskussionsstand informieren möchte, findet auf einschlägigen Seiten wie proveg.org/de oder über relevante Branchenevents weiterführende Informationen und Fakten.
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7 Antworten
Die Förderung von pflanzlichen Lebensmitteln ist ein wichtiger Schritt. Es wäre interessant zu wissen, welche speziellen Programme es für Landwirte gibt! Wie können diese unterstützt werden?
… und ich frage mich auch, ob die Verbraucher bereit sind, höhere Preise für nachhaltige Produkte zu zahlen? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?
Ich finde es gut, dass der WBAE alternative Proteine in den Mittelpunkt rückt. Besonders interessant ist der Hinweis auf den Nutri-Score. Aber wie kann dieser Score konkret genutzt werden, um gesunde Entscheidungen zu fördern?
Das stimmt! Der Nutri-Score könnte wirklich helfen. Vielleicht sollten wir mehr Informationen dazu in Schulen bereitstellen? Was denkt ihr über solche Initiativen?
Das Gutachten zeigt auf jeden Fall den Weg in eine nachhaltigere Ernährung. Ich frage mich aber, ob alle Menschen bereit sind für diese Veränderungen? Wie kann man mehr Bewusstsein schaffen?
Ich finde die Idee von alternativen Proteinen sehr spannend. Der Bericht hebt die Notwendigkeit hervor, pflanzliche Produkte zu fördern, was für die Umwelt wichtig ist. Was denkt ihr über die steuerliche Ungleichbehandlung von pflanzlicher Milch? Gibt es da Lösungen?
Ja, das ist ein gutes Thema! Ich denke, dass eine Angleichung der Steuern wirklich helfen würde, mehr Menschen zu motivieren, pflanzliche Alternativen zu wählen. Welche Erfahrungen habt ihr mit pflanzlichen Produkten gemacht?