– Gründungsquote (2015–2024) in Städten bei 7,5 Prozent, ländlich bei 5,4 Prozent.
– Ostdeutsche Gründungsquoten deutlich niedriger: urban 5,7 %, ländlich 4,1 Prozent.
– Förderung ländlicher Gründungen durch Bildungsausbau und verbesserte lokale Akteursvernetzung.
Gründungen in Deutschland: Städte klarer Motor für Innovation und Wirtschaft
Der aktuelle Global Entrepreneurship Monitor (GEM) bestätigt einen deutlichen Unterschied bei den Gründungsquoten zwischen städtischen und ländlichen Regionen in Deutschland. 7,5 Prozent der Menschen in Städten gründeten im Zeitraum von 2015 bis 2024 ein Unternehmen oder waren aktiv am Gründungsprozess beteiligt, während es auf dem Land nur 5,4 Prozent waren. Die GEM-Studie bezieht sich auf Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren, die innerhalb der letzten 3,5 Jahre ein Unternehmen gestartet oder in den vergangenen 12 Monaten mit der Gründung begonnen haben.
Dieser Unterschied lässt sich durch verschiedene individuelle und regionale Faktoren erklären. In Städten leben überdurchschnittlich viele Menschen mit förderlichen Voraussetzungen für eine Unternehmensgründung: hohe Berufs- und Branchenerfahrung, ein hoher Bildungsabschluss und überdurchschnittliches Haushaltseinkommen zählen dazu. Zudem bieten urbane Räume ein günstiges Umfeld mit einer hohen Dichte an Unternehmen, Fachkräften und Dienstleistungen sowie einer engen Anbindung an Wissenschaft und Forschung. Dieses städtische Ökosystem schafft zusätzliche Anreize und Unterstützung für gründungsinteressierte Menschen.
Ein besonderes Augenmerk der GEM-Daten gilt auch den Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland. Dort sind die Gründungsquoten spürbar niedriger, vor allem in ländlichen Regionen. Während die urbanen Regionen im Osten auf eine Gründungsquote von 5,7 Prozent kommen, sind es auf dem Land nur 4,1 Prozent. Im Westen liegen die entsprechenden Werte bei 7,3 Prozent in Städten und 5,8 Prozent auf dem Land. Diese Differenzen sind nicht nur auf wirtschaftliche Strukturen, sondern auch auf soziodemografische Unterschiede zurückzuführen.
Um das Gründungsgeschehen insbesondere im ländlichen Raum zu stärken, empfiehlt die Studie gezielte Maßnahmen, die das Potenzial an gründungsbereiten Personen erhöhen. Dazu zählen Investitionen in Bildungseinrichtungen wie Schulen und Hochschulen oder Förderprogramme für Menschen, die von der Stadt aufs Land zurückkehren möchten. Zudem könne eine verbesserte Vernetzung lokaler Akteure durch etwa Gründungslotsen oder Kooperationen im Mittelstand den Zugang zu Ressourcen und Unterstützung vor Ort deutlich erleichtern.
Diese Erkenntnisse sind relevant, um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands als Wirtschaftsstandort zu sichern. Für weiterführende Informationen hält das RKW Kompetenzzentrum unter www.gem-deutschland.de die vollständigen Daten und Empfehlungen bereit.
Gründungen im Umbruch: Chancen und Herausforderungen zwischen Stadt und Land
In Deutschland zeigt sich seit Jahren ein klares Gründungsgefälle zwischen urbanen und ländlichen Regionen. Daten des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) belegen, dass in Städten rund 7,5 Prozent der Bevölkerung ein Unternehmen gründen oder dies planen – auf dem Land liegt dieser Wert nur bei etwa 5,4 Prozent. Dieses Stadt-Land-Gefälle entsteht aus einer Kombination individueller Voraussetzungen und regionaler Rahmenbedingungen. So lebt in städtischen Gebieten eine höhere Zahl an Menschen mit gründungsförderlichen Qualifikationen – wie fachlicher Erfahrung, höherer Bildung und besserer finanzieller Ausstattung. Gleichzeitig bieten Städte eine dichte Infrastruktur aus Unternehmen, Fachkräften, Forschungsinstitutionen und Dienstleistern, die als Katalysator für Unternehmerinnen und Unternehmer wirken.
Dieses Ungleichgewicht hat Folgen für das regionale Zugehörigkeitsgefühl, die Innovationskraft und die wirtschaftliche Entwicklung. Während Städte durch ihre Vernetzung und vielfältigen Angebote häufig als attraktive Gründerstandorte gelten, bestehen auf dem Land oft Defizite bei der Ressourcenverfügbarkeit und dem Zugang zu Netzwerken. Insbesondere in Ostdeutschland wird das Stadt-Land-Gefälle noch deutlicher: Dort liegen die Gründungsquoten in urbanen Regionen bei 5,7 Prozent, auf dem Land sogar nur bei 4,1 Prozent – deutlich unter dem westdeutschen Niveau. Schwächere wirtschaftliche Strukturen und demografische Faktoren spielen hier eine Rolle.
Vergleicht man diese Entwicklung mit internationalen Trends, zeigt sich, dass ähnliche Muster oft auch in anderen europäischen Ländern zu beobachten sind. Dort setzen ländliche Regionen zunehmend auf maßgeschneiderte Förderansätze, um den Abstand zur städtischen Wirtschaft zu verringern. In Deutschland gewinnt die regionale Förderpolitik deshalb an Bedeutung, um Ländliche Räume wettbewerbsfähiger zu machen und ihre Potenziale besser zu nutzen.
Die Herausforderung besteht darin, die Voraussetzungen für Gründungen im ländlichen Raum gezielt zu verbessern – in Bildung, Infrastruktur und Netzwerken. Dazu gehören unter anderem:
- Investitionen in Bildungsangebote und Weiterbildung, um gründungsbereite Personen zu stärken
- Programme, die den Zuzug von Fachkräften und Gründerinnen aus der Stadt fördern
- Vernetzungsinitiativen wie Gründungslotsen oder Kooperationen mit dem regionalen Mittelstand
- Ausbau digitaler Infrastruktur, um Innovationsfähigkeit zu erhöhen
- Förderung von Projekten, die lokale Ressourcen und Branchen konkret unterstützen
Gerade in Ostdeutschland zeigen innovative Förderansätze erste Erfolge, indem sie auf die spezifischen Herausforderungen der Regionen eingehen. Damit öffnet sich ein Perspektivraum, in dem sich Stadt und Land über neue Wege der Zusammenarbeit und Entwicklung annähern können. Das Ziel lautet, die ländlichen Gebiete nicht nur als Wohn- und Lebensraum zu stärken, sondern sie auch als Impulse für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu positionieren.
Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des RKW Kompetenzzentrums.