Bundesnetzagentur steht in der Kritik: Fehlende Maßnahmen beim Glasfaserausbau gefährden fairen Wettbewerb und Digitalisierung in Deutschland

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Die Bundesnetzagentur hat in ihrem Abschlussbericht zum doppelten Glasfaserausbau deutliche Hinweise auf wettbewerbsschädigendes Verhalten der Telekom erkannt, unternimmt aber keine weiteren Ermittlungen oder Maßnahmen. Experten und Verbände fordern daher formelle Auskunftsersuchen, die vertrauliche Hinterlegung von Ausbauplänen und konsequenten Wettbewerbsschutz. Sie appellieren zudem an das Bundesministerium für Digitales, die regulatorischen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass private Anbieter ihre milliardenschweren Glasfaserausbaubemühungen zügig und flächendeckend fortsetzen können.

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– Bundesnetzagentur kritisiert, untersucht wettbewerbsschädigendes Verhalten der Telekom nicht ausreichend.
– Verbände fordern vertrauliche Hinterlegung der Telekom-Ausbauplanung für effektive Wettbewerbs-Analysen.
– Strategischer Doppelausbau der Telekom bremst flächendeckenden, zügigen Glasfaserausbau in Deutschland.

Bundesnetzagentur verpasst klare Maßnahmen gegen strategischen Glasfaser-Doppelausbau der Telekom

Die Bundesnetzagentur hat am 30. Juli 2025 den Abschlussbericht der Monitoringstelle zum doppelten Glasfaserausbau vorgelegt. Dabei benennt die Behörde zwar deutliche Auffälligkeiten im Ausbauverhalten der marktbeherrschenden Telekom, zieht daraus jedoch keine wirksamen Konsequenzen. Besonders kritisch ist, dass die Bundesnetzagentur „die Indizien für ein wettbewerbsschädigendes Verhalten des Ex-Monopolisten – insbesondere den selektiven Ausbau lukrativer Ortsteile und die kurzfristige Reaktion auf Ausbauankündigungen von Wettbewerbern – nicht näher untersucht, sondern sich auf unzureichende Angaben der beteiligten Unternehmen und Kommunen beruft.“

Die Situation führt dazu, dass der strategisch motivierte und volkswirtschaftlich unsinnige Doppelausbau der Telekom weiterhin als einer der größten Hemmschuhe für einen zügigen, flächendeckenden Glasfaserausbau gilt. Trotz gut dokumentierter Fälle hat die Bundesnetzagentur bisher „ein formelles Auskunftsersuchen gegenüber der Telekom nicht längst gestellt“, was angesichts der Dringlichkeit des Problems unverständlich erscheint.

Für einen wirksamen Wettbewerbsschutz fordern die Verbände unter anderem die vertrauliche Hinterlegung der Ausbauplanung der Telekom bei der Bundesnetzagentur, um strategisch-destruktives Verhalten künftig nachweisen zu können. Diese Maßnahme wird seit Jahren verlangt, um endlich eine transparente und faire Wettbewerbsgrundlage schaffen zu können.

Die Verantwortung der Bundesnetzagentur als Wettbewerbsbehörde sieht derzeit so aus, dass kritische Fälle nicht ausreichend geprüft und notwendige Informationen nicht aktiv eingeholt werden. Deshalb appellieren die Verbände an das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, für faire Rahmenbedingungen zu sorgen, damit die Digitalisierung in Deutschland mit einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur vorankommt.

Überraschend bleibt, dass es tatsächlich die Wettbewerber sind, die den Großteil des Glasfaserausbaus leisten und bereit sind, weiterhin Milliarden in die Infrastruktur zu investieren – während der Ex-Monopolist mit strategischem Doppelausbau den Fortschritt ausbremst. Für den Digitalstandort Deutschland sind jetzt konsequente Maßnahmen zum Schutz des fairen Wettbewerbs notwendig, die sich aus dem Bericht der Bundesnetzagentur ableiten lassen.

Doppelausbau-Strategien: Herausforderungen und Chancen für Wettbewerb und Gesellschaft

Der Begriff strategischer Doppelausbau beschreibt eine Situation, in der zwei Anbieter parallel Glasfasernetze in denselben Gebieten ausbauen, oft mit der Absicht, sich Marktanteile zu sichern oder Konkurrenten zu blockieren. Diese Praxis hat in Deutschland insbesondere die Deutsche Telekom geprägt, deren selektiver Ausbau lukrativer Ortsteile Zusammenstöße mit regionalen Wettbewerbern anheizt. Strategisch betrachtet erzeugt der Doppelausbau häufig Ineffizienzen, führt zu Innovationshemmnissen und birgt einen erheblichen Konfliktpotenzial für den flächendeckenden Glasfaserausbau.

Die kritische Sicht auf den Doppelausbau beruht auf wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Tragweite: Eine mangelnde oder unzureichende Regulierung kann zu einer Situation führen, in der wertvolle Investitionen mehrfach getätigt werden, während andere Gebiete weiter abgehängt bleiben. Das hemmt nicht nur die Standortattraktivität Deutschlands, sondern wirkt sich auch negativ auf Verbraucherinnen und Verbraucher aus, die auf schnelle und verlässliche Internetzugänge angewiesen sind – sei es im Homeoffice, für digitale Bildung oder bei sozialen Diensten.

Die Bundesnetzagentur hat in ihrem Abschlussbericht zum Monitoring der Doppelausbauvorhaben klare Auffälligkeiten festgestellt, indes jedoch kaum wirksame Maßnahmen eingeleitet. Konkret kritisieren Branchenverbände, dass die Behörde sich zu sehr auf Angaben der Unternehmen verlässt und verpasse, durch eigenständige Ermittlungen wettbewerbsschädliches Verhalten aufzudecken. So bleibe der Verpflichtung der Telekom zur vertraulichen Hinterlegung ihrer Ausbauplanung eine wichtige Maßnahme zur Spielraumbegrenzung verwehrt – eine Forderung, die von Akteuren aus Wirtschaft und Politik seit Jahren erhoben wird.

Für Bürgerinnen und Bürger bringt der Doppelausbau konkrete Auswirkungen mit sich:

  • Ungleiche Erreichbarkeit: Einige Stadtteile erhalten mehrfach Glasfaseranschlüsse, während andere Regionen hinterherhinken.
  • Höhere Kosten: Wiederholte Erschließungen steigern die Gesamtkosten des Netzausbaus, was mittelbar auf die Endverbraucher umgelegt werden kann.
  • Verzögerte Digitalisierung: Späte oder fehlende Anschlüsse bremsen funktionierende digitale Infrastrukturen und Teilhabe.

Warum ist strategischer Doppelausbau umstritten?

Der strategische Doppelausbau wird stark diskutiert, weil er häufig als wettbewerbsschädigend eingestuft wird. Die Telekom reagiert auf Ausbauankündigungen von Wettbewerbern mit parallelem Netzausbau in für sie besonders profitablen Ortsteilen. Dies verhindert oft den Eintritt neuer Anbieter und führt zu einer Überkapazität, die volkswirtschaftlich ineffizient ist. Die Bundesnetzagentur weist zwar auf diese Praxis hin, geht aber nicht konsequent dagegen vor. Experten warnen vor einem „strategisch-destruktiven“ Muster, das die Entwicklung eines flächendeckenden Glasfasernetzes verzögert.

Wie kann fairer Wettbewerb beim Glasfaserausbau gelingen?

Faire Wettbewerbsbedingungen setzen transparente Informationspflichten und strenge Überwachungsmechanismen voraus. Ein Schritt wäre die Einführung einer verbindlichen Pflicht, die Ausbauplanung vorab bei der Bundesnetzagentur zu hinterlegen, um sogenannte „Copycats“ zu vermeiden oder zumindest besser zu kontrollieren. Internationale Beispiele zeigen, dass eine aktive Regulierung und die Förderung von Kooperationen zwischen Unternehmen Doppelausbau reduzieren und Ressourcen effizienter einsetzen können. Einige Länder setzen zudem auf gemeinsame Infrastrukturprojekte oder schaffen Anreize für Open-Access-Modelle, bei denen verschiedene Anbieter Zugriff auf ein gemeinsames Glasfasernetz haben.

Technologisch eröffnet sich mit dem modularen Ausbau der Netze die Chance, Doppelausbau zu vermeiden und gleichzeitig Wettbewerb durch differenzierte Angebote zu fördern. Politisch sind klare Rahmenbedingungen gefragt, die Investitionen ankurbeln und zugleich Monopolrisiken begrenzen. Ein solcher Rahmen kann durch erweiterten Dialog zwischen Regulierungsbehörden, Kommunen und allen Marktteilnehmern gestaltet werden.

Die Herausforderungen in der nächsten Zeit liegen darin, die richtige Balance zwischen Konkurrenz und Kooperation zu finden. Nur so kann eine digitale Infrastruktur entstehen, die allen Bürger:innen und Unternehmen zugutekommt und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig stärkt. Die politische Debatte wird zeigen, wie bald wir mit wirksamen Regulierungsschritten rechnen können.

Dieser Beitrag basiert auf einer gemeinsamen Pressemitteilung des Bundesverbandes Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) und des Verbandes der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt e.V. (VATM).

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