Gesundheitswesen: Ende der Gängelung in Sicht?

Ein Jahr voller Schatten im deutschen Gesundheitswesen: Ärztemangel, Klinikinsolvenzen und Medikamenten-Engpässe. Während Bundesgesundheitsminister Lauterbach ideologisch motivierte Vorstellungen verfolgt, zweifelt Frank Rudolph vom BVVG an der Wirksamkeit dieser Maßnahmen. Lauterbachs Politik der staatlichen Gängelung könnte letztendlich das Gesundheitssystem lähmen. Doch wird sich 2024 etwas ändern? Eine kritische Einschätzung der Lage und ein Blick auf die möglichen Auswirkungen der geplanten Krankenhausreform.

Bremen (VBR). Ärztemangel, fehlende Medizinstudienplätze, Klinikinsolvenzen und Praxissterben – das sind nur einige der Herausforderungen, denen das deutsche Gesundheitswesen sich stellen muss. Und laut Experten gibt es unter Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eher mehr Schatten als Licht. Frank Rudolph, Geschäftsführer des Bundesverbandes Verrechnungsstellen Gesundheit e.V., zweifelt daran, dass es im kommenden Jahr besser wird. Er fordert mehr Realismus und gesunden Menschenverstand in der Gestaltung der Rahmenbedingungen für das Gesundheitswesen. Lauterbachs Ideen hingegen würden auf staatliche Gängelung hinauslaufen und das System letztendlich lahmlegen.

Die Krankenhausreform, die eigentlich schon 2023 greifen sollte, könnte die Abwärtsspirale bei den Kliniken stoppen. Doch Rudolph bezweifelt, dass dies gelingen wird. Lauterbachs Kurs in Richtung eines zentralstaatlich gesteuerten Gesundheitswesens gefährde die Leistungserbringer und letztendlich auch die Patienten. Die geplante Krankenhausreform lässt noch viele Fragen offen und die Länder befürchten, dass ihnen damit die Gestaltungshoheit bei der Krankenhausplanung entzogen wird.

Im Kontrast dazu hat der CDU-Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, gezeigt, wie eine solche Reform mit gesundem Menschen- und Sachverstand umgesetzt werden kann. Die neue Krankenhausplanung in NRW soll bereits im kommenden Jahr abgeschlossen werden und zielt darauf ab, die wirtschaftliche Stabilität der Krankenhäuser zu verbessern und gleichzeitig die Qualität der medizinischen Versorgung zu steigern.

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Lauterbach hingegen hat sich vorerst dafür entschieden, sein umstrittenes Krankenhaustransparenzgesetz durchzusetzen. Dieses Gesetz, das den Ländern die Hoheit über die Krankenhausplanung entziehen könnte, stößt auf Widerstand. Doch Lauterbach will seine Idee, Krankenhausstandorten Leistungsgruppen zuzuweisen, umsetzen lassen – ein Verstoß gegen die Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern.

Die Meinungen zu Lauterbachs Vorgehen sind gespalten. Vertreter der Krankenhäuser und der Ärzteschaft zweifeln an seiner Verlässlichkeit. Auch in der Hausarztpraxis wächst der Unmut. Die Krise der hausärztlichen Versorgung wird immer deutlicher. Finanzielle Unterfinanzierung, Fachkräftemangel und steigende Bürokratiebelastung führen dazu, dass immer mehr Praxen keine neuen Patienten mehr aufnehmen können.

Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch Lichtblicke. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens schreitet voran und bietet neue Möglichkeiten für die Patienten. Elektronische Rezepte und digitale Gesundheitsakten sollen in den kommenden Jahren immer mehr zur Selbstverständlichkeit werden. Doch es bleibt abzuwarten, ob die Praxiserfahrung positiv ausfallen wird.

Die Bilanz der Ampelregierung im Gesundheitswesen ist durchwachsen. Minister haben genügend Amtstage erreicht, um künftig ein Ruhegehalt zu beziehen. Doch ob das deutsche Gesundheitswesen von den Problemfeldern befreit werden kann, bleibt fraglich.

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Quelle: BVVG Bundesverband Verrechnungsstellen Gesundheit e.V.

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Gängelung des Gesundheitswesens muss endlich aufhören

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7 Antworten

  1. Diese ständigen Gesundheitsreformen sind doch nur Geldverschwendung. Lassen wir das System einfach so wie es ist!

    1. Das ist eine kurzsichtige und egoistische Einstellung. Die Gesundheitsreformen sind notwendig, um das System zu verbessern und allen Menschen eine angemessene medizinische Versorgung zu ermöglichen. Nur weil du bisher keine Probleme hattest, heißt das nicht, dass andere nicht dringend Veränderungen brauchen.

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