Wer 2026 geschäftlich nach Großbritannien reist, muss eine neue Hürde einplanen: Seit Anfang des Jahres brauchen die meisten visumbefreiten Geschäftsreisenden eine elektronische Reisegenehmigung (ETA), bevor sie fliegen. Dieser Leitfaden erklärt, was das für Verbände, Unternehmen und ihre Mitarbeiter bedeutet.
Eine neue Pflicht auf der Reise-Checkliste
Geschäftsreisen nach Großbritannien waren für Reisende aus vielen Ländern lange unkompliziert: Flug buchen, mit dem Reisepass einreisen, Termin wahrnehmen. Seit 2026 kommt ein Schritt hinzu. Die meisten Reisenden, die kein volles Visum benötigen, müssen nun eine elektronische Reisegenehmigung besitzen, die digital mit dem Reisepass verknüpft ist, bevor sie ein Flugzeug, einen Zug oder ein Schiff besteigen. Es ist kein Visum, aber Fluggesellschaften prüfen die Genehmigung am Gate, und ohne sie darf niemand reisen.
Für Verbände und Unternehmen, die regelmäßig Mitarbeiter, Delegationen oder Referenten nach Großbritannien schicken, ist das eine kleine organisatorische Änderung mit spürbaren Folgen, wenn man sie übersieht. Eine fehlende Genehmigung kann ein Kundengespräch, einen Messeauftritt oder einen Verbandstermin platzen lassen. Sie gehört deshalb fest auf die Reise-Checkliste, neben Flug, Hotel und Spesen.
Was die ETA erlaubt
Die Genehmigung erlaubt Kurzaufenthalte von bis zu sechs Monaten und deckt ausdrücklich eine Reihe legitimer Geschäftsaktivitäten ab. Teilnahme an Meetings, Konferenzen und Messen, Vertragsverhandlungen, Standortbesichtigungen und Kundentermine fallen klar in den erlaubten Rahmen. Einmal erteilt, gilt sie in der Regel rund zwei Jahre oder bis zum Ablauf des Reisepasses und erlaubt in diesem Zeitraum mehrere Einreisen – praktisch für Führungskräfte, die mehrmals im Jahr pendeln.
Wo die Grenze verläuft
Es gibt jedoch eine klare Grenze. Eine ETA berechtigt nicht dazu, eine Beschäftigung aufzunehmen, eine Stelle im britischen Arbeitsmarkt zu besetzen oder von einem britischen Arbeitgeber bezahlt zu werden. Der Unterschied zwischen erlaubter Geschäftsaktivität und tatsächlicher Arbeit ist entscheidend, und ein Fehler kann zur Abweisung an der Grenze führen. Wer unsicher ist, sollte vorab prüfen, was bei einer UK ETA für Geschäftsreisen erlaubt ist, und gegebenenfalls ein Arbeitsvisum einplanen.
Antrag und Mehrfacheinreise
Die goldene Regel lautet: rechtzeitig beantragen. Viele Entscheidungen kommen innerhalb von Stunden, manche dauern länger, wenn zusätzliche Prüfungen nötig sind. Eine verspätete Genehmigung, die mit einem festen Termin kollidiert, ist genau das Szenario, das man vermeiden will. Der Antrag ist kurz und online: gültiger Reisepass, digitales Foto, E-Mail-Adresse und Zahlungskarte sowie einige Angaben zur Person. Da die Genehmigung mehrere Einreisen abdeckt, kann ein einziger Antrag ein ganzes Jahr mit regelmäßigen Reisen abdecken.
Delegationen und Teams: Jeder braucht eine eigene
Es gibt keine Ausnahme für gemeinsam reisende Kollegen. Jedes Mitglied einer Delegation benötigt eine eigene Genehmigung, ebenso jede mitreisende Begleitperson. Doppelstaatler beantragen mit dem Pass, mit dem sie tatsächlich reisen. Für größere Gruppen, die zu einer Konferenz oder Roadshow reisen, lohnt es sich, die Anträge frühzeitig zu koordinieren, statt am Abreisetag eine Lücke zu entdecken.
In die Reiserichtlinie aufnehmen
Vorausschauende Reiseverantwortliche nehmen die Genehmigung inzwischen fest in ihre Buchungsprozesse auf, ähnlich wie Reisepässe und Visa für andere Ziele. Eine einfache Übersicht, wer eine gültige Genehmigung besitzt, mit welchem Pass sie verknüpft ist und wann sie abläuft, vermeidet Last-Minute-Stress – gerade bei Mitarbeitern, die kurzfristig reisen. Eine gemeinsame Checkliste und eine Erinnerung vor jeder Passerneuerung beugen den häufigsten Fehlern vor.
An der Grenze
Die Einreise ist zunehmend automatisiert. Viele Reisende nutzen die ePassport-Gates, die den Pass mit der Genehmigung elektronisch abgleichen. Beamte fragen mitunter nach Zweck und Dauer des Aufenthalts, daher helfen ein klarer Reiseplan und ein Nachweis der Rückreise. Halten Sie die Bestätigung griffbereit und achten Sie darauf, dass sie mit dem tatsächlich mitgeführten Pass verknüpft ist, denn ein neuer Pass bedeutet einen neuen Antrag.
Fazit: Einmal planen, das ganze Jahr reisen
Das neue System fügt einen Schritt hinzu, doch für gut organisierte Geschäftsreisende ist er klein. Beantragen Sie die Genehmigung früh, stellen Sie sicher, dass sie zur Art der Reise passt, und sorgen Sie dafür, dass alle Reisenden abgedeckt sind. Unabhängige Beratungsdienste wie VisaETA.de unterstützen Erstantragsteller durch die Anforderungen, damit sich Teams auf das Geschäft konzentrieren können, das sie nach Großbritannien führt.
Häufig gestellte Fragen
Darf ich mit einer UK ETA an Meetings und Konferenzen teilnehmen?
Ja. Meetings, Konferenzen, Messen, Verhandlungen und Standortbesichtigungen sind erlaubte Geschäftsaktivitäten während eines Kurzaufenthalts, solange Sie keine Beschäftigung in Großbritannien aufnehmen.
Darf ich mit einer ETA arbeiten oder angestellt sein?
Nein. Die Genehmigung erlaubt keine Beschäftigung im britischen Arbeitsmarkt und keine Bezahlung durch einen britischen Arbeitgeber. Dafür ist ein entsprechendes Arbeitsvisum nötig.
Wie lange ist die Genehmigung für Geschäftsreisende gültig?
In der Regel rund zwei Jahre oder bis zum Ablauf des Reisepasses, mit mehreren Einreisen – ideal für Vielreisende, die mehrmals jährlich nach Großbritannien reisen.
Braucht jedes Mitglied einer Delegation eine eigene ETA?
Ja. Es gibt keine Gruppen- oder Delegationsausnahme; jede reisende Person benötigt eine eigene, mit dem eigenen Pass verknüpfte Genehmigung.
Wie früh sollten Mitarbeiter beantragen?
So früh wie möglich. Viele Genehmigungen kommen innerhalb von Stunden, doch planen Sie ein paar Tage Puffer ein, besonders bei kurzfristigen Reisen.
Was passiert bei einer Passerneuerung mitten in der Gültigkeit?
Dann ist ein neuer Antrag nötig, da die Genehmigung an einen bestimmten Pass gebunden ist. Nehmen Sie eine entsprechende Erinnerung in Ihre Reiserichtlinie auf.