Genossenschaftsbanken 2025: Kreditvolumen wächst auf 826 Milliarden Euro – Wohnbau und Mittelstand im Fokus

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Die deutschen Genossenschaftsbanken haben ihr Kreditgeschäft im Jahr 2025 trotz wirtschaftlicher Stagnation ausgebaut. Das Gesamtvolumen stieg um 3,6 Prozent auf 826 Milliarden Euro, wobei vor allem die Wohnbaufinanzierungen mit einem Plus von 4,5 Prozent kräftig zulegten. Die vollständige Geschäftsentwicklung wird der Bundesverband am 10. März 2026 auf seiner Jahrespressekonferenz vorstellen.

Inhaltsverzeichnis

– Genossenschaftsbanken steigerten ihr Kreditvolumen 2025 um 3,6 Prozent auf 826 Milliarden Euro.
– Das Neugeschäft mit privaten Wohnimmobilienkrediten wuchs 2025 um knapp 25 Prozent.
– Die Zahl der Genossenschaftsbanken sank 2025 durch Fusionen von 672 auf 646 Institute.

Genossenschaftsbanken steigern Kreditvolumen auf 826 Milliarden Euro

Das Kreditgeschäft der deutschen Genossenschaftsbanken hat im Jahr 2025 weiter zugelegt. Trotz einer anhaltend schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage bauten die Institute ihre Finanzierungsleistung für Privatpersonen und Unternehmen aus. Die vorläufigen Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zeigen ein klares Wachstum in allen Kernbereichen.

Die zentralen Kennzahlen aus der Pressemitteilung vom 7. Januar 2026 im Überblick:

Kategorie Volumen 2025 Veränderung ggü. Vorjahr Quelle/Stand
Gesamtkreditvolumen 826 Milliarden Euro + 29 Mrd. Euro / + 3,6 % Pressemitteilung BVR, 07.01.2026*
Privatkundenkredite 381 Milliarden Euro + 3,2 % Pressemitteilung BVR, 07.01.2026*
Firmenkundenkredite 444 Milliarden Euro + 4,0 % Pressemitteilung BVR, 07.01.2026*
Wohnbaukredite (gesamt) 490 Milliarden Euro + 16 Mrd. Euro / + 4,5 % Pressemitteilung BVR, 07.01.2026*
Private Wohnimmobilienkredite 345 Milliarden Euro + über 9 Mrd. Euro / + 3,8 % (ggü. Dez. 2024) Pressemitteilung BVR, 07.01.2026*
Neugeschäft Wohnimmobilien (Stichprobe) + knapp 25 % (ggü. 2024) Pressemitteilung BVR, 07.01.2026*
Anzahl Genossenschaftsbanken 646 Institute Rückgang von 672 (2024) Pressemitteilung BVR, 07.01.2026*

BVR-Präsidentin Marija Kolak kommentiert die Entwicklung mit zwei zentralen Aussagen:

„Dass das Kreditgeschäft der Genossenschaftsbanken trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation in Deutschland gewachsen ist, zeigt: Unsere Volksbanken Raiffeisenbanken sind für den Mittelstand auch in schwierigen Zeiten ein verlässlicher Finanzierungspartner.“

„Mit dem Bau-Turbo hat die Bundesregierung bereits einen wichtigen Schritt für schnellere Genehmigungsprozesse getan. Jetzt muss auch das Eckpunktepapier zum Gebäudetyp E zügig in ein Gesetz überführt werden, damit Bauen durch den Verzicht auf überflüssige Komfortstandards wieder bezahlbar wird.“

Die vollständige Geschäftsentwicklung für 2025 wird der BVR am 10. März 2026 im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz detailliert vorstellen.

Marktvergleich und Einordnung

Die positive Entwicklung der Genossenschaftsbanken im Kreditgeschäft lässt sich nur vor dem Hintergrund des gesamten deutschen Kreditmarktes vollständig bewerten. Die Zahlen des BVR zeigen eine eigenständige Dynamik, die sich in einigen Bereichen mit den allgemeinen Markttrends deckt, in anderen aber eigene Akzente setzt.

Wohnimmobilien im Kreditmarkt

Der Gesamtmarkt für Wohnimmobilienfinanzierungen verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 ein deutliches Wachstum. Laut Handelsblatt belief sich das neue Kreditvolumen in diesem Segment auf 70,1 Milliarden Euro, ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Stand: Januar 2026)*.

Vor diesem Hintergrund erscheint das Wachstum der Genossenschaftsbanken in diesem Bereich besonders ausgeprägt. Während der Gesamtmarkt im ersten Halbjahr 2025 um 17 Prozent zulegte, stieg das Neugeschäft der Genossenschaftsbanken im privaten Wohnimmobiliensegment im gesamten Geschäftsjahr 2025 nach BVR-Angaben um knapp 25 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass die Institute ihre Marktposition in diesem Kernsegment weiter ausbauen konnten.

Nachfrage nach Unternehmenskrediten

Auch im Bereich der Unternehmensfinanzierung zeigt die Marktentwicklung eine klare Richtung. Die Nachfrage nach Unternehmenskrediten stieg laut Bundesbank im zweiten Quartal 2025 in allen Segmenten an (Stand: Juli 2025). Diese Entwicklung setzte sich fort. Die KfW beobachtete, dass sich das jährliche Wachstum des Kreditneugeschäfts für Unternehmen im dritten Quartal 2025 auf 1,9 Prozent beschleunigte (Stand: Dezember 2025).

Die Genossenschaftsbanken verzeichneten für ihre Firmenkundenkredite im Gesamtjahr 2025 ein Wachstum von 4,0 Prozent. Diese Entwicklung unterstreicht ihre Rolle als Finanzierungspartner für den Mittelstand, gerade in einer Phase, in der die gesamtwirtschaftliche Lage als stagnierend beschrieben wird. Die Institute profitierten offenbar von der anziehenden Kreditnachfrage und konnten diese Dynamik für sich nutzen.

Faktencheck: So entwickelte sich der Kreditmarkt 2025

Die Zahlen zeigen eine deutliche Erholung im Kreditgeschäft, insbesondere im Immobilienbereich. Die hier aufgeführten Daten dienen als schnelle Referenz und basieren auf unabhängigen Quellen.

  • Gesamtvolumen Wohnimmobilienfinanzierungen: Banken vergaben im ersten Halbjahr 2025 neue Finanzierungen für Wohnimmobilien im Wert von 70,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2024*.
  • Aufteilung des Neugeschäfts (H1 2025): Für Ein- und Zweifamilienhäuser wurden 22,8 Milliarden Euro (+21,9 %) neu vergeben, für Mehrfamilienhäuser 11,6 Milliarden Euro (+30,3 %) und für Eigentumswohnungen 9,3 Milliarden Euro (+17,7 %)*.
  • Unternehmenskredite: Die Nachfrage nach Krediten von Unternehmen stieg im zweiten Quartal 2025 in allen Segmenten stärker als erwartet (Stand: Juli 2025, Quelle: Deutsche Bundesbank). Der KfW-Kreditmarktausblick bestätigte diesen Trend: Das Wachstum des Kreditneugeschäfts von Unternehmen beschleunigte sich im dritten Quartal 2025 auf 1,9 Prozent (Stand: Dezember 2025, Quelle: KfW)*.
  • Regionales Beispiel: Genossenschaftsbanken in Berlin steigerten ihr gesamtes Kreditvolumen im Jahr 2025 um 3,6 Prozent. Den größten Beitrag dazu leisteten Wohnbaukredite* .

    Kreditwachstum: Stabilitätssignal mit offenen Fragen

Die gestiegene Kreditvergabe der Genossenschaftsbanken wirft die Frage auf, welche Folgen sich für die deutsche Wirtschaft daraus ergeben. Die Entwicklung ist kein isoliertes Phänomen, sondern wird durch breitere Konjunkturindikatoren gestützt. So stieg die Nachfrage nach Unternehmenskrediten im zweiten Quartal 2025 in allen Segmenten stärker als erwartet (Stand: Juli 2025)*. Diese Daten deuten darauf hin, dass die Finanzierungsbereitschaft der Banken und die Nachfrage der Unternehmen institutionell gestützt sind.

Was das Kreditwachstum für Mittelstand und Bau bedeutet

Für den Mittelstand stellt die verfügbare Kreditliquidität ein wichtiges Stabilisierungselement in einer Phase wirtschaftlicher Stagnation dar. Sie ermöglicht Investitionen in die digitale Transformation, die Modernisierung von Betriebsstätten oder die Überbrückung von Engpässen. Besonders deutlich zeigt sich die Wirkung im Baugewerbe. Das kräftige Wachstum bei Wohnbaukrediten signalisiert eine beginnende Erholung des Immobilienmarktes nach der vorangegangenen Delle.

Diese Erholung steht jedoch vor erheblichen strukturellen Hürden. Anhaltend hohe Baukosten und komplexe, langwierige Genehmigungsverfahren belasten die Wirtschaftlichkeit von Projekten und können den positiven Impuls aus der Kreditvergabe dämpfen. Die Politik hat mit Initiativen wie dem Bau-Turbo reagiert, doch die praktische Umsetzung und weitere gesetzliche Vereinfachungen bleiben für eine nachhaltige Belebung der Bautätigkeit entscheidend.

Kurzfristiger Ausblick

Die kurzfristige Perspektive für das Kreditgeschäft erscheint stabil. Die Nachfrage von Unternehmen und privaten Bauherren bleibt vorhanden, angetrieben von Nachholbedarf und langfristigen Investitionsplänen. Die größten Unsicherheitsfaktoren liegen weniger in der Finanzierungsbereitschaft der Banken, sondern in den realwirtschaftlichen Rahmenbedingungen: der weiteren Entwicklung der Baukosten, der Zinsperspektive und der Geschwindigkeit administrativer Prozesse. Eine detaillierte Analyse der gesamtwirtschaftlichen Rolle der Genossenschaftsbanken für 2025 wird für den 10. März 2026 mit der Jahrespressekonferenz des BVR erwartet.

Die aktuelle Kreditdynamik stützt die Konjunktur in Schlüsselsektoren. Ob sie in nachhaltiges Wachstum mündet, hängt maßgeblich davon ab, ob die strukturellen Bremsen in der Bauwirtschaft gelöst werden.

Die vorliegenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Weiterführende Quellen:

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