Geldautomatensprengungen gehen zurück: So wirken neue Sicherungsmaßnahmen

Die deutsche Kreditwirtschaft meldet, dass verstärkte Sicherheitsmaßnahmen gegen Geldautomatensprengungen Wirkung zeigen. Banken und Sparkassen investierten dafür annähernd eine halbe Milliarde Euro in zusätzliche Sicherungen. Nach einem Höchststand im Jahr 2022 ist die Zahl der Angriffe in den Folgejahren zurückgegangen.
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– Die deutsche Kreditwirtschaft hat den Schutz von Geldautomaten deutlich verstärkt.
– Dafür wurden fast eine halbe Milliarde Euro in zusätzliche Sicherungen investiert.

Weniger Geldautomatensprengungen dank neuer Sicherungen

Die deutsche Kreditwirtschaft meldet eine positive Entwicklung bei einem Delikt, das Banken, Sparkassen und viele Anwohner in den vergangenen Jahren stark beschäftigt hat. Unter der Überschrift „Deutsche Kreditwirtschaft: Sicherheitsmaßnahmen gegen Geldautomatensprengungen zeigen Wirkung“ teilt die Branche mit, dass sie den Schutz von Geldautomatenstandorten weiter ausgebaut hat. Dazu heißt es: „Die deutsche Kreditwirtschaft hat ihre Maßnahmen zum Schutz von Geldautomatenstandorten in den vergangenen Jahren weiter verstärkt.“ Banken und Sparkassen investierten nach Angaben der Branche annähernd eine halbe Milliarde Euro in zusätzliche Sicherungen.

Für Kundinnen und Kunden ist das Thema mehr als eine Frage der Kriminalstatistik. Geldautomatensprengungen gefährden Menschen vor Ort, beschädigen Gebäude und können Bargeldangebote zeitweise einschränken. Dass die Branche nun auf eine Wirkung ihrer Sicherungen verweist, ist deshalb auch für die öffentliche Daseinsvorsorge relevant.

Wie sich die Angriffe bundesweit entwickelt haben

Der aktuelle Rückgang folgt auf Jahre mit sehr hohen Fallzahlen. Laut Handelsblatt wurden 2022 bundesweit 496 Geldautomatensprengungen registriert, der Höchststand seit Beginn der Erhebungen 2005. Für 2023 weist Statista 461 versuchte oder vollendete Sprengungen aus, also einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Für 2024 nennt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft wiederum eine andere Bezugsgröße: 456 Angriffe auf Geldautomaten, darunter 269 vollendete Sprengungen. Der Verband spricht bei den vollendeten Taten von einem Rückgang um 40 Prozent gegenüber 2023. Damit zeigt sich zwar bundesweit eine Entspannung, zugleich wird aber deutlich, dass die Quellen nicht immer dieselbe Messgröße verwenden. Während für 2023 versuchte und vollendete Sprengungen zusammengefasst genannt werden, unterscheidet der GDV für 2024 zwischen Angriffen insgesamt und vollendeten Sprengungen.

Warum Sicherungstechnik als Hauptfaktor gilt

Vieles spricht dafür, dass technische und bauliche Schutzmaßnahmen ein wichtiger Faktor für den Rückgang sind. Das Bundesministerium des Innern und für Heimat berichtet in seinem Fortschrittsbericht, dass in den vergangenen Jahren knapp 53.000 Sicherungsmaßnahmen an Geldautomaten in Risikostandorten umgesetzt wurden. Zudem sollten laut Bericht bis zum 31.12.2023 an 43 Prozent der Geldautomaten in Risikostandorten Einfärbesysteme verbaut sein.

Aus dem Bankensektor kommt eine ähnliche Einschätzung. Laut Genoverband sehen 53 Prozent der befragten Volks- und Raiffeisenbanken in der Erhöhung der Sicherungsmaßnahmen an Geldautomaten den Hauptgrund für einen signifikanten Rückgang der Überfälle. Das ist kein Beweis für eine alleinige Ursache, stützt aber die Annahme, dass Nachrüstungen und Schutztechnik Wirkung entfalten.

Wie solche Maßnahmen in der Praxis aussehen, zeigt ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz. Dort investierten die Sparkassen laut IT Finanzmagazin bis Ende 2023 mehr als 12,5 Millionen Euro in Schutztechnik. Genannt werden unter anderem Färbesysteme, mechanische Nachrüstungen, Vernebelungssysteme und Pavillons. Solche Kombinationen aus baulichen und technischen Maßnahmen gelten in der Branche als besonders relevant, weil sie Angriffe erschweren und Beute entwerten können.

Regionale Verschiebungen statt Entwarnung

Trotz des bundesweiten Rückgangs ist die Lage regional sehr unterschiedlich. In Nordrhein-Westfalen gingen die Sprengungen laut GDV im Jahr 2024 um 71 Prozent zurück, auf 44 Fälle. In Berlin verlief die Entwicklung dagegen in die andere Richtung: Dort stieg die Zahl laut GDV von 24 Fällen im Jahr 2023 auf 44 Fälle im Jahr 2024.

Auch aus Rheinland-Pfalz kommen Hinweise auf sinkende Zahlen, allerdings auf anderer Zeitskala. Nach Angaben von IT Finanzmagazin wurden dort im ersten Halbjahr 2023 27 Sprengungen registriert, im ersten Halbjahr 2024 waren es 15.

Diese Unterschiede zeigen: Von einer generellen Entwarnung kann keine Rede sein. Das Problem ist nicht überall gleichermaßen zurückgedrängt, sondern verändert sich regional. Für Banken, Polizei und betroffene Kommunen bleibt deshalb entscheidend, Entwicklungen vor Ort genau zu beobachten.

Hohe Schäden und Folgen für die Bargeldversorgung

Auch bei sinkenden Fallzahlen bleibt der wirtschaftliche Schaden erheblich. Das Handelsblatt berichtet unter Verweis auf die Versicherungsbranche, dass der Gesamtschaden durch Geldautomatensprengungen 2023 circa 95 Millionen Euro betrug.

Für 2024 schätzt der GDV die Gesamtschäden auf 27 bis 40 Millionen Euro bei einer Beute von 13 Millionen Euro. Nach dieser Schätzung kommen auf jeden Euro Bargeldschaden rund zwei bis drei Euro Sachschaden. Das macht deutlich, dass nicht nur das entwendete Geld ins Gewicht fällt. Häufig werden Gebäude, Eingangsbereiche, Technik und angrenzende Infrastruktur stark beschädigt.

Die Folgen betreffen damit nicht allein die Institute und ihre Versicherer. Wo Automaten gesprengt oder vorsorglich besonders gesichert werden, geht es auch um die Verfügbarkeit von Bargeldangeboten vor Ort. Gerade deshalb dürften weitere Sicherungen und eine genaue Beobachtung regionaler Entwicklungen für Banken und Sparkassen ein zentrales Thema bleiben.

Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung der Deutschen Kreditwirtschaft.

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10 Kommentare

  1. Positiv das Investitionen gemacht sind, trotzdem skeptisch, die statistik variiert je nach quelle, Handelsblatt, Statista, GDV, das verwirrt, wie verlässlich sind diese Zahlen wirklich, und was meint das BMI berichte genau mit 43% Einfärbungspflicht, kann das jemand genauer erklähren oder verlinken zu /quellen/bmi ?

    1. Die Quellen sind unterschiedlich weil manche versuchte und vollendete zusammen zählen und andere trennen, das macht vergleich schwierig, wichtig ist aber das Schäden enorm sind, 95 mio 2023 vs 27-40 mio 2024 schätzungen, fragt sich ob prävention kosten gering im vergleich sind, mehr dazu auf /analyse/schadenstatistik

    2. Kurz gesagt: Technik hilft aber reicht nicht allein, Kombination aus Vernebelung, Pavillons, mechanik, Einfärbung scheint am besten, dennoch regional varianten beachten, vielleicht bedarf es mehr Polizeipräsenz und lokale Konzepte zur Bargeldversorgung, ich finde Diskussion wichtig, wer teilt nochmal lokale ideen?

  2. Die Zahlen wirken positiv aber es fehlt kontext, 53.000 Sicherungsmaßnahmen klingt viel, trotzdem bleibt die Frage ob das an jedem Risikoautomat reicht, Sachschaden ist oft höher als Beute, das ist wichtig für Kommunen, hat jemand Erfahrungen mit Nachrüstungen oder Sparkasse Projekte? Siehe /blog/sicherheit fuer mehr

    1. Ich arbeite nicht bei Bank aber kenne jemand bei Sparkasse, die Nachrüstungen brauchen Zeit unnd sind teuer, oft problem ist auch vandalismus nicht nur Sprengung, mechanische Nachrüstungen und Färbesysteme helfen, aber kommunikation mit Bewohner fehlt, kann man da mehr Transparenz fordern, wer macht das?

  3. Neutral gesehen ists beruhigend das weniger gesprengt werden, trotzdem regional sehr unterschiedlich, NRW runter aber Berlin steigt, das macht angst bei Anwohner, hat jemand erfahrungen aus Berlin oder NRW, wie reagieren Polizzei und Bank vor Ort, mehr regionlinks: /regional/berlin und /regional/nrw

    1. Ich wohn in einer Kleinstadt und seh die Pavillons und Vernebelungssysteme schon, sie sind nocch neu und manchmal stören die Bauarbeiten, aber besser als beschädigte Eingänge, frage: wer kontrollier das wartung der Sicherungen, gibts Listen auf /stadt/sicherung oder bei der Bank, wer zahlt wenns nicht funktioniert?

    2. Aus mein Viertel in Berlin kann ich sagen die Angriffe sind lauter geworden vor 2 jahren, jetzt ist Polizei sichtbarer aber nicht immer da, die Einfärbesystem schein nützlich, aber wie lange bleibt Bargeldautomaten offen für Kunden, hat jemand ein update auf /politik/bargeldversorgung ?

  4. Gute ansatz das Banken und Sparkassen in Sicherungen investiert haben, ich versteh die Zahlen nicht ganz richtig manchmal, 456 Angriffe vs 269 vollendet, versicherungs fragen bleiben offen, wer zahlt schäden an gebäuden? Mehr Detail zum GDV und Versicherungen finde ich auf /versicherung/gdv kann jemand das erklähren?

  5. Interessant, das mit der halben millarde euro fur Sicherungen, aber ich frag mich ob das reicht?, die Sicherungstechinik wirkt wohl, Einfärbesysteme und mechanik helfen, aber was macht die Kommune wenn Automat wegbleibt, gibt es lokale Konzepte zur Bargeldversorgung noch? Mehr infos auf /sicherheit/geldautomaten-schutz währen nett, danke.

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