GEG-Novelle 2025: BDEW fordert Planungssicherheit für Wärmewende – Das müssen Haushalte und Kommunen wissen

Der BDEW fordert von der Bundesregierung einen klaren und verlässlichen Fahrplan für die Wärmewende. Unternehmen, Kommunen und private Eigentümer benötigen dringend Planungs- und Investitionssicherheit für langfristige Entscheidungen. Ein Konsens im Koalitionsausschuss zur Novelle des Gebäudeenergiegesetzes und eine langfristige Förderung sind dafür unerlässlich.
Modernes blau beleuchtetes News-Studio mit runden LED-Podesten und großem Bildschirm mit Schriftzug ‚Verbands‑Monitor eins zu eins‘.
Inhaltsübersicht

– BDEW fordert Konsens zur Reform des Gebäudeenergiegesetzes
– Verlässliche Rahmenbedingungen für Planungs- und Investitionssicherheit nötig
– Wärmewende muss volkswirtschaftlich sinnvoll und bezahlbar bleiben

BDEW fordert klaren Fahrplan für die Wärmewende

Anlässlich der anstehenden Beratungen zum Gebäudeenergiegesetz im Koalitionsausschuss hat der BDEW am 26. November 2025 eindringlich Planungs- und Investitionssicherheit für alle Beteiligten angemahnt. Der Verband betont, dass Unternehmen, Stadtwerke, Kommunen und private Eigentümer verlässliche Rahmenbedingungen benötigen, um die Transformation der Wärmeversorgung erfolgreich zu gestalten. Die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes und eine langfristig angelegte Bundesförderung bilden dabei die zentralen Stellschrauben.

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, formuliert die Position des Verbandes in drei klaren Statements:

„Wir brauchen unbedingt einen klaren Fahrplan für eine klimafreundliche Wärmeversorgung und keine weitere Verunsicherung. Unternehmen, Stadtwerke, Kommunen und private Eigentümer treffen Investitionsentscheidungen mit jahrzehntelanger Wirkung. Unnötige Verzögerungen und radikale Richtungswechsel erhöhen die Kosten.“

„Die Überarbeitung des GEG und die Frage der künftigen Förderung müssen aus einem Guss erfolgen. Es geht nicht um einzelne Maßnahmen, sondern um ein praktikables Gesamtkonzept, das Planungssicherheit schafft: vom technischen Regelwerk über Finanzierungsmodelle bis hin zu praxistauglichen Vorgaben vor Ort.“

„Wir erhoffen uns vom Koalitionsausschuss einen Konsens für die Zukunft der Wärmeversorgung, der Planungssicherheit gibt sowie verlässlich und langfristig angelegt ist.“

Das Gebäudeenergiegesetz als zentraler Rahmen der Wärmewende

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) bildet den rechtlichen und technischen Rahmen für die Wärmewende in deutschen Gebäuden. Es setzt verbindliche Standards für Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien in Neu- und Bestandsbauten.

Technische Vorgaben und Zeitfenster

Neben allgemeinen Anforderungen etabliert das GEG einen verbindlichen Zeitplan für die kommunale Wärmeplanung. Kommunen müssen ihre Wärmepläne in festgelegten Fristen vorlegen.*

Kommunale Pflichten

Die Kommunen tragen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Wärmewende. Sie müssen Potenziale für erneuerbare Energien ermitteln, Wärmenetze planen und Sanierungsstrategien entwickeln. Parallel dazu sind auf Bundesebene weitere Veränderungen in Planung, die den Fokus vermehrt auf CO₂-Einsparungen als zentrale Steuerungsgröße legen.*

Diese Entwicklung von festen Technologievorgaben hin zu einem CO₂-orientierten Ansatz unterstreicht die dynamische Weiterentwicklung des rechtlichen Rahmens.

Fakten, Kosten und Praxis

Die Wärmewende stellt Eigentümer, Handwerksbetriebe und Kommunen vor konkrete Herausforderungen. Diese finanziellen Hürden verdeutlichen, warum Planungssicherheit für alle Beteiligten essenziell ist.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Sanierungskosten: Ab 2025 liegen die durchschnittlichen Kosten für energetische Sanierungen, die den Effizienzhaus-55-Standard erreichen, bei über 750 Euro pro Quadratmeter.*

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, betont: „Unternehmen, Stadtwerke, Kommunen und private Eigentümer treffen Investitionsentscheidungen mit jahrzehntelanger Wirkung.“ Diese Aussage unterstreicht die Dringlichkeit verlässlicher Rahmenbedingungen. Ohne klare Vorgaben und förderpolitische Kontinuität werden die hohen Investitionen für viele Haushalte und Kommunen zur schwer kalkulierbaren Belastung.

Was das für Haushalte und Kommunen bedeutet

Die geplante Reform des Gebäudeenergiegesetzes berührt unmittelbar den Alltag von Millionen Haushalten und stellt Kommunen vor weitreichende infrastrukturelle Weichenstellungen. Für Eigentümer bedeutet die Novellierung konkrete Investitionsentscheidungen: Wer heute eine veraltete Gasheizung betreibt, muss zeitnah über den Austausch nachdenken. Gleichzeitig eröffnen staatliche Förderprogramme Chancen, diese Investitionen abzufedern und langfristig Energiekosten zu senken.

Kommunen stehen vor der Aufgabe, ganze Wärmeversorgungssysteme umzubauen. Die politische Debatte konzentriert sich dabei auf die Balance zwischen Klimazielen und Bezahlbarkeit. Ein Verbändebündnis fordert Planungssicherheit und Beibehaltung der Fristen zur Wärmeplanung und warnt vor Mehrkosten bei schnellem Ersatz von Erdgas durch Wasserstoff oder Biomethan (Stand: März 2025)*.

Die Bundesregierung prüft derzeit Vereinfachungen des GEG zugunsten einer stärkeren CO₂-Steuer, während Fördermaßnahmen vorerst bestehen bleiben (Stand: März 2025)*. Diese Entwicklung birgt ambivalente Konsequenzen: Einerseits könnten höhere CO₂-Preise den Umstieg auf klimafreundliche Technologien beschleunigen, andererseits drohen zusätzliche finanzielle Belastungen für Haushalte mit fossilen Heizungen.

Für Kommunen wird die Wärmewende zum zentralen Infrastrukturprojekt, das Stabilität und verlässliche Rahmenbedingungen erfordert. Letztlich geht es um mehr als Technologie: Es geht um die Zukunftsfähigkeit unserer Städte und Dörfer und die Frage, wie wir in zehn oder zwanzig Jahren wohnen und leben wollen.

Zeitplan und offene Fragen zur Wärmewende

Die Transformation des Wärmesektors bewegt sich entlang eines klar vorgegebenen Zeitplans, wirft aber gleichzeitig zentrale Fragen auf, die politisch noch nicht abschließend geklärt sind. Der BDEW betont in seiner Presseinformation vom 26. November 2025 die Dringlichkeit verlässlicher Rahmenbedingungen: „Unternehmen, Stadtwerke, Kommunen und private Eigentümer treffen Investitionsentscheidungen mit jahrzehntelanger Wirkung.“ Die folgende Übersicht fasst die entscheidenden Meilensteine zusammen:

Datum Ereignis Relevanz für Haushalt/Kommunen Quelle/Stand
1. Januar 2024 65 %-Erneuerbare-Energien-Pflicht für neue Heizungen Direkte Auswirkung auf Heizungstausch und Investitionsplanung Gewerbegas.info, Stand: 1. Januar 2024*
März 2025 Prüfung von Vereinfachungen zugunsten CO₂-Steuer; Verbändeforderungen Weichenstellung für künftige Wirtschaftlichkeit verschiedener Heizsysteme Viessmann, pv magazine, Stand: März 2025*
2025 GEG-Novelle mit verschärften Anforderungen Verschärfte Effizienzanforderungen für Neubau und Bestand Emova, Öko-Zentrum NRW, Stand: 2025*
26. November 2025 BDEW-Presseinformation zur Konsenserwartung Appell an Politik zur Sicherung der Investitionsplanung BDEW, Stand: 26.11.2025*
30. Juni 2026 Frist für kommunale Wärmeplanung (Großstädte) Grundlage für künftige Wärmeversorgungsstrukturen in Ballungsräumen ista, Stand: 2025*
30. Juni 2028 Frist für kommunale Wärmeplanung (kleinere Gemeinden) Planungssicherheit für ländliche Kommunen und deren Bewohner ista, Stand: 2025*

Die zeitliche Abfolge zeigt den wachsenden Handlungsdruck. Während die 65-Prozent-Regel für neue Heizungen bereits seit Januar 2024 gilt, stehen mit der anstehenden GEG-Novelle weitere Verschärfungen bevor. Parallel laufen die Fristen für die kommunale Wärmeplanung, die bis 2028 abgeschlossen sein muss.

Offene Entscheidungen erfordern klare Antworten

Mehrere zentrale Fragen harren noch der Klärung: Wird die Bundesregierung die von Verbänden geforderten Vereinfachungen umsetzen? Wie werden Förderung und technische Anforderungen künftig verzahnt? Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, bringt es auf den Punkt: „Die Überarbeitung des GEG und die Frage der künftigen Förderung müssen aus einem Guss erfolgen. Es geht nicht um einzelne Maßnahmen, sondern um ein praktikables Gesamtkonzept, das Planungssicherheit schafft.“

Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Akteure

Für Politik, Kommunen und Eigentümer ergeben sich konkrete Handlungserfordernisse:

  • An die Politik: Ein rascher Konsens im Koalitionsausschuss ist unverzichtbar. Die Förderarchitektur muss langfristig stabil bleiben, um Investitionssicherheit zu gewährleisten.

  • Für Kommunen: Die Wärmeplanung sollte frühzeitig konkretisiert werden, um Anschlusslösungen für Bürger rechtzeitig entwickeln zu können.

  • Für Eigentümer: Jetzt ist der Zeitpunkt, umfassende Energieberatung in Anspruch zu nehmen und passende Förderangebote zu prüfen.

Diese Meldung basiert auf einer offiziellen Presseinformation des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW).

Weiterführende Quellen:

10 Antworten

  1. Ich finde es gut, dass der BDEW auf die Notwendigkeit einer einheitlichen Strategie hinweist. Wie kann sichergestellt werden, dass alle Beteiligten einbezogen werden? Gibt es Vorschläge zur Mitgestaltung?

    1. Das ist ein wichtiger Punkt! Ein transparenter Dialog zwischen Politik und Bürgern könnte helfen. Wir sollten alle unsere Ideen zusammentragen.

  2. Die Rolle der Kommunen in diesem Prozess ist wirklich zentral. Ich hoffe sehr, dass die Stadtwerke ihre Strategien rechtzeitig anpassen können. Welche Beispiele gibt es bereits für erfolgreiche Wärmeplanung in Städten?

    1. Gute Frage, Mareike! Ich habe von einigen Städten gelesen, die innovative Ansätze verfolgt haben. Vielleicht könnten wir eine Liste solcher Best-Practice-Beispiele erstellen?

  3. Die Zahlen über Sanierungskosten sind erschreckend hoch! Wie können Haushalte diese Investitionen stemmen? Ich denke, mehr Informationen über Fördermöglichkeiten wären hilfreich.

    1. Das stimmt, Tamara! Vielleicht sollten wir auch über alternative Finanzierungsmöglichkeiten diskutieren. Es gibt sicher viele Erfahrungen aus anderen Ländern, die hier nützlich sein könnten.

  4. Der Artikel macht deutlich, wie wichtig Planungssicherheit für Kommunen ist. Ich frage mich, ob die Bundesregierung den geforderten Konsens erreichen kann. Welche Maßnahmen sind Ihrer Meinung nach am dringlichsten notwendig?

    1. Ich stimme Ihnen zu, Karin! Die Herausforderungen sind enorm. Es wäre hilfreich zu wissen, welche konkreten Schritte die Politik plant, um diese Unsicherheiten zu beseitigen.

  5. Ich finde die Forderungen des BDEW zur Reform des Gebäudeenergiegesetzes sehr wichtig. Es ist entscheidend, dass wir einen klaren Fahrplan für die Wärmewende haben. Wie sehen Sie das? Gibt es bereits konkrete Vorschläge für die Umsetzung?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Über den Autor

Die Redaktion von Verbandsbüro besteht aus vielen unterschiedlichen Experten aus der Verbands- und Vereinswelt. Alle Beiträge beruhen auf eigene Erfahrungen. Damit wollen wir Ihnen unsere professionellen Leistungen für Ihre Organisation präsentieren. Wollen Sie mehr zu diesem Thema erfahren? Nehmen Sie doch einfach mit uns Kontakt auf.​