Gebrauchtwagenmarkt in Hessen 2024: Rückgang bei Diesel, Elektroautos und alternative Antriebe legen deutlich zu

Im Juli sank die Zahl der Gebrauchtwagen-Umschreibungen in Hessen um zwei Prozent auf 46.329 Fahrzeuge, wobei Dieselmodelle mit einem Rückgang von 9,5 Prozent am stärksten betroffen waren. Benziner verloren 3,3 Prozent, insgesamt gingen Verbrenner um 5,5 Prozent zurück. Demgegenüber legten E-Autos um 24,6 Prozent, Plug-in-Hybride um 16,3 Prozent und Autogas-Fahrzeuge um 8,1 Prozent zu.
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* Juli-Umschreibungen liegen mit 46.329 Pkw zwei Prozent unter Vorjahr.
* Diesel-Verkäufe brechen um 9,5 % ein, BEV-Gebrauchte steigen um 24,6 %.
* Jahresbilanz: Besitzumschreibungen sinken moderat um 0,8 % auf 298.851.

Gebrauchtwagenmarkt in Hessen: Stabil trotz kleiner Rückgänge im Juli

Der Gebrauchtwagenmarkt in Hessen zeigte im Juli eine weitgehend stabile Tendenz, trotz eines leichten Rückgangs von rund zwei Prozent bei den Pkw-Besitzumschreibungen. Insgesamt wurden 46.329 Fahrzeuge umgeschrieben, gegenüber 47.283 im Vorjahresmonat. Die Nachfrage wurde dabei von der typischen Zurückhaltung in der Urlaubszeit beeinflusst, wie Michael Kraft, Präsident des Kfz-Landesverbandes Hessen, erklärt: „Die für den Juli typische Nachfrage-Zurückhaltung aufgrund der Urlaubszeit schlägt sich in der Monatsbilanz nieder.“

Bei den Antriebsarten zeigte sich ein gemischtes Bild: Während Gebrauchtwagen mit Dieselantrieb deutlich verloren, erzielten alternative Antriebe Zuwächse. Der Diesel-Markt verzeichnete mit einem Minus von 9,5 Prozent den stärksten Rückgang und büßte 1.373 Käufe ein – es gab noch 13.018 Umschreibungen (Vorjahr: 14.391). Benziner waren etwas robuster mit 25.603 Umschreibungen und einem Rückgang von 3,3 Prozent. Insgesamt verloren alle Verbrenner zusammen 5,5 Prozent auf 38.621 Besitzumschreibungen (Vorjahr: 40.855).

Demgegenüber wuchsen die alternativen Antriebsarten deutlich. Vollelektrische Gebrauchte (BEV) legten um 24,6 Prozent auf 1.734 Umschreibungen zu, Plug-in-Hybride (PHEV) um 16,3 Prozent auf 1.296 und Autogas-Fahrzeuge um 8,1 Prozent auf 268. Einzig Erdgasfahrzeuge schrumpften um 18 Prozent auf noch 64 Besitzumschreibungen (Vorjahr: 78).

Die Halbjahresbilanz zeigte einen moderaten Rückgang von 0,8 Prozent auf 298.851 Pkw-Besitzumschreibungen im Vergleich zum Vorjahr. Marktbeobachter DAT weist zudem darauf hin, dass Käufer zunehmend auf den Preis achten, was laut Michael Kraft besonders den Markenhandel spüre: „Kaufende sind zunehmend preisbewusster, was vor allem der Markenhandel zu spüren bekommt.“

Diese Zahlen spiegeln aktuelle Entwicklungen im hessischen Gebrauchtwagenmarkt wider, in dem alternative Antriebe weiter an Bedeutung gewinnen, während klassische Verbrenner vor Herausforderungen stehen.

Gebrauchtwagenmarkt im Wandel: Zwischen Antriebsinnovation und veränderten Kaufgewohnheiten

Der Gebrauchtwagenmarkt zeigt sich derzeit in einer Phase deutlicher Umbrüche, die eng mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Faktoren verbunden sind. Insgesamt verzeichnete der hessische Markt im Juli 2025 mit 46.329 Besitzumschreibungen ein leichtes Minus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei fallen vor allem die deutlichen Verschiebungen bei den Antriebsarten ins Auge: Während die klassischen Verbrenner, insbesondere Diesel, zurückgehen, gewinnen alternative Antriebe spürbar an Bedeutung.

Warum rücken alternative Antriebe in den Fokus?
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Elektrofahrzeuge (BEV) legten um 24,6 Prozent zu, Plug-in-Hybride (PHEV) um 16,3 Prozent und Autogas-Fahrzeuge um rund 8 Prozent. Diese Entwicklung lässt sich durch mehrere Gründe erklären. Zum einen haben Verbraucher ihr Kaufverhalten in Zeiten steigender Energiekosten und wachsender Umweltbewusstheit verändert. Zum anderen wirken sich politische Vorgaben und technologische Verbesserungen aus – etwa bei der Ladeinfrastruktur und Batteriereichweiten – positiv auf die Attraktivität alternativer Antriebe aus.

Der Diesel, der im Juli mit einem Minus von 9,5 Prozent besonders starke Einbußen erlitt, verliert als Gebrauchtwagen an Zuspruch. Dies hängt eng mit den anhaltenden Debatten um Fahrverbote, strengere Emissionsregeln und steigende Betriebskosten zusammen. Auch Benziner gingen um 3,3 Prozent zurück, sodass Verbrenner insgesamt einen Rückgang von 5,5 Prozent verzeichnen. Autogas und Erdgas spiegeln hingegen gegensätzliche Trends wider: Autogas legte moderat zu, während Erdgasfahrzeuge mit einem Minus von 18 Prozent weiter an Bedeutung verlieren.

Preisbewusstsein und Digitalisierung: Neue Wege für den Autokauf?
Die veränderte Nachfrage zeigt auch, wie Verbraucher zunehmend auf den Preis achten. Der Marktbeobachter DAT stellt fest, dass Kundinnen und Kunden heute stärker nach günstigen Angeboten suchen. Das beeinflusst nicht nur das Kaufverhalten, sondern stellt auch die Händler vor neue Herausforderungen. Digitale Plattformen und Vergleichsmöglichkeiten fördern diesen Trend zusätzlich, indem sie Transparenz schaffen und den Gebrauchtwagenkauf direkter und flexibler gestalten. In diesem Kontext gewinnen Online-Verkaufsmodelle, virtuelle Besichtigungen und digitale Finanzierungsangebote an Bedeutung.

Aktuelle Branchentrends auf einen Blick

  • Zunahme bei flexiblen und emissionsarmen Antrieben: Starkes Wachstum bei E-Autos, Plug-in-Hybriden und Autogas
  • Rückgang der Diesel- und Benziner-Nachfrage durch Umweltauflagen und Betriebskosten
  • Stärkeres Preisbewusstsein der Käufer und verstärkte Nutzung digitaler Angebote
  • Wachstum digitaler Vermarktungswege als Antwort auf veränderte Kundenbedürfnisse
  • Ökologische und technologische Rahmenbedingungen beeinflussen Marktstruktur und Angebot

Der Landesverband Hessen des Kfz-Gewerbes analysiert diese Entwicklungen als Teil eines grundlegenden Wandels, der sowohl Verbraucher als auch Händler erfasst. Michael Kraft, Präsident des Verbands, erklärt die Marktsituation im Kontext von saisonalen Schwankungen, hebt aber die anhaltenden Trends bei alternativen Antrieben hervor: „Das Segment der alternativen Antriebe hat Grün geschrieben“. Dies unterstreicht eine Entwicklung, die weit über kurzfristige Effekte hinausweist und den Gebrauchtwagenmarkt nachhaltig verändern dürfte.

Im Blick auf die kommenden Monate ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach E-Autos und anderen umweltfreundlichen Fahrzeugen weiter steigen wird, während Verbrenner an Bedeutung verlieren. Technologische Innovationen und eine weiter ausgebaute Ladeinfrastruktur werden diese Dynamik unterstützen. Gleichzeitig erhöhen sich die Anforderungen an Händler und Dienstleister, die sich auf neue Marktbedingungen und ein verändertes Kundenverhalten einstellen müssen. Für Verbraucher ergeben sich dadurch Chancen, mit einem erweiterten Angebot günstiger und nachhaltiger mobil zu bleiben.

Diese Informationen zum hessischen Gebrauchtwagenmarkt stammen aus einer Pressemitteilung des Landesverbands Hessen des Kfz-Gewerbes.

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