EU-Entscheidung am 16. Juli 2025: Kürzungen bei GAP bedrohen bayerische Familienbetriebe – Existenz der Landwirtschaft in Europa auf dem Spiel

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Am 16. Juli 2025 legt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 vor, der die Agrarförderung und damit das Fortbestehen vieler Betriebe entscheidet. Bauernpräsident Günther Felßner warnt, dass geplante Kürzungen *die Existenz von rund 100.000 bayerischen Familienbetrieben gefährden* und fordert, angesichts steigender Anforderungen die Mittel deutlich aufzustocken. Er betont, nur eine starke und eigenständige Gemeinsame Agrarpolitik könne Ernährungssicherung, Klimaschutz und Stabilität im ländlichen Raum langfristig gewährleisten.

Inhaltsverzeichnis

– Existenz bayerischer Familienbetriebe durch EU-Kommissionspläne zum MFR 2028–2034 gefährdet.
– BBV fordert mehr EU-Mittel für Agrarleistungen und Abschaffung überbordender Bürokratie.
– Gemeinsame Agrarpolitik muss eigenständig bleiben, darf nicht mit anderen Politikbereichen vermengt werden.

EU-Finanzrahmen 2028–2034: Existenzbedrohung für Bayerns Landwirtschaft

Am 16. Juli 2025 legt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Vorschläge für den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028 bis 2034 vor. Im Mittelpunkt dieser Entscheidung steht die Zukunft der Agrarförderung – ein Thema, das für die rund 100.000 Familienbetriebe in Bayern existenziell ist. Bauernpräsident Günther Felßner macht deutlich: „Für die rund 100.000 bayerischen Familienbetriebe in der Landwirtschaft steht bei diesen Beratungen letztendlich deren Existenz auf dem Spiel“. Die geplanten Kürzungen im Agrarhaushalt werfen massive Fragen auf, denn sie könnten die Basis engerter Landwirtschaft in Bayern und Europa nachhaltig erschüttern.

Felßner kritisiert die Vorschläge der EU-Kommission scharf und warnt vor den Folgen für Ernährungssicherung, Klimaanpassung und Ressourcenschutz: „Vorschläge der EU-Kommission, die letztlich erhebliche Kürzungen für die gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) bedeuten würden, sind absolut kontraproduktiv, um die großen Herausforderungen in dem Zeitfenster 2028 bis 2034 von Ernährungssicherung, Anpassung an den Klimawandel bis hin zu Ressourcenschutz anzupacken“. Die EU-Landwirtschaft erbringt zahlreiche öffentliche Leistungen, deren Kompensation laut Felßner angepasst werden muss: „Wer zukünftig noch mehr Leistungen von der Landwirtschaft will, muss auch mehr Mittel bereitstellen“.

Das Gleichgewicht steht auf dem Spiel: Werden die Mittel gekürzt, fordert Felßner eine spürbare Entlastung der Betriebe von bürokratischen Auflagen. „Wenn Leistungen für die Landwirtschaft, die die Bäuerinnen und Bauern tagtäglich erbringen, nicht mehr von der EU und den Mitgliedstaaten ausreichend honoriert werden, dann müssen die Auflagen runter, indem die ungeheuren Dokumentations- und Nachweisvorschriften sowie die Überregulierung für die Erzeugung von Nahrungsmitteln und die Landbewirtschaftung rigoros beseitigt werden“. Andernfalls drohe ein dramatischer Strukturwandel unter dem Motto „friss oder stirb“, der den ländlichen Raum destabilisieren könnte. Felßner warnt: „Eine Kürzung dieser Mittel würde einen dramatischen Strukturwandel der europäischen Landwirtschaft nach dem Motto 'friss oder stirb' auslösen. Die Politik würde damit den Stabilitätsanker im ländlichen Raum der europäischen Union zerstören“.

Neben finanziellen Fragen fordert Felßner eine klare Trennung der Agrarpolitik von anderen EU-Fördersystemen. Er betont: „Die Gemeinsame Agrarpolitik muss eigenständig und europäisch bleiben. Sie darf nicht mit anderen Politikbereichen wie zum Beispiel mit der Regionalpolitik in einen Topf geworfen werden, aus dem die einzelnen Mitgliedstaaten dann Maßnahmen willkürlich portionieren“. Die GAP soll nach seinen Worten als zentraler Stabilitätsanker für Europa erhalten bleiben, denn „Wer die Axt an der GAP als zentrale Unterstützung familiengeführter Landwirtschaftsbetriebe ansetzt, setzt auch die Axt an Europa an“. Mit Blick auf die lange Tradition der landwirtschaftlichen Gemeinschaft im europäischen Verbund unterstreicht Felßner: „Gerade die Bäuerinnen und Bauern stehen seit mehr als 60 Jahren voll hinter der Idee und den Werten eines gemeinsamen Europas. Die GAP ist der Stabilitätsanker in den ländlichen Räumen der 27 Mitgliedstaaten. Deswegen muss die europäische Landwirtschaft auch in Zukunft stark bleiben und gestärkt werden“.

Die Entscheidung, die am 16. Juli 2025 fällt, wird weitreichende Folgen für die Ausgestaltung der EU-Agrarförderung in den kommenden Jahren haben. Sie bestimmt, wie die Herausforderungen von Ernährungssicherung, Klimaschutz und nachhaltiger Ressourcennutzung in den ländlichen Regionen bewältigt werden können – oder ob die Bewältigung dieser Aufgaben durch finanzielle Kürzungen erschwert wird. Für die landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Bayern und Europa steht viel auf dem Spiel.

Landwirtschaft im Wandel: Welche Auswirkungen die EU-Entscheidung auf uns alle hat

Die anstehenden Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen der EU von 2028 bis 2034 treffen einen Kernbereich, der weit über landwirtschaftliche Betriebe hinauswirkt. Die geplanten Kürzungen im Agrarhaushalt könnten fundamentale Folgen für die Ernährungssicherheit, die Klimaanpassung und die regionale Stabilität in Europa haben. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) stellt seit Jahrzehnten einen zentralen Pfeiler dar, um die Landwirtschaft als Stabilitätsanker im ländlichen Raum und als verlässliche Versorgungssäule für die Bevölkerung abzusichern.

Diese Förderpolitik kommt längst nicht nur den Landwirten zugute. Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren indirekt von einer sicheren Lebensmittelversorgung und stabilen Preisen. Zugleich trägt die GAP wesentlich dazu bei, den hohen europäischen Umwelt- und Tierschutzstandards Rechnung zu tragen und Maßnahmen zur Erhaltung der Kulturlandschaft zu fördern. Nicht zuletzt ermöglicht sie auch Investitionen, die die Landwirtschaft resilient gegenüber den Folgen des Klimawandels machen.

Ohne ausreichende finanzielle Unterstützung drohen jedoch weitreichende Einschnitte. Bauernpräsident Günther Felßner warnt vor einem dramatischen Strukturwandel mit dem Prinzip „friss oder stirb“, der umliegende Wirtschaftsbereiche ebenso wie die gesellschaftliche und ökologische Vielfalt gefährden könnte. Gleichzeitig würden die Belastungen durch Bürokratie und Überregulierung in der Landwirtschaft kaum abnehmen, wenn die Mittel für die Honorierung der Leistungen nicht mehr bereitgestellt werden.

Warum die Agrarförderung für Verbraucherinnen und Verbraucher relevant ist

Die GAP erstreckt sich über zwei zentrale Förderbereiche: Zum einen die Direktzahlungen, die die wirtschaftliche Existenz der Betriebe sichern und für die Ernährungssicherung unverzichtbar sind. Zum anderen Förderprogramme für nachhaltige Praktiken, Naturschutz und Innovationen, besonders im ländlichen Raum. Diese Programme unterstützen unter anderem den ökologischen Landbau, Vertragsnaturschutz oder Maßnahmen zur Tierhaltung und zur Klimaresilienz.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das:

  • Preisstabilität bei Lebensmitteln durch abgesicherte landwirtschaftliche Produktion
  • Hohe Qualitäts- und Umweltstandards, die sich in der EU-Nahrungsmittelproduktion durchsetzen
  • Regionale Wertschöpfung und eine vielfältige Kulturlandschaft, von der alle profitieren

Eine Reduzierung der Fördermittel kann deshalb zu höheren Preisen, weniger regionalen Produkten und einer Abnahme der Umwelt- und Tierschutzstandards führen.

Mögliche Szenarien für die Zukunft der Landwirtschaft

Die Risiken bei Kürzungen im Agrarbudget sind vielfältig. Ohne genügend finanzielle Mittel könnten viele Betriebe ihre wirtschaftliche Basis verlieren, was zu einem verstärkten Höfesterben und einer Konzentration auf wenige Großbetriebe führen würde. Damit stehen auch viele Arbeitsplätze im ländlichen Raum und vor- und nachgelagerte Wirtschaftszweige auf dem Spiel.

Zudem könnten ökologische Projekte und innovative Ansätze leiden – Maßnahmen, die gerade für den Klimaschutz und die Anpassung an zunehmende Wetterextreme entscheidend sind. Ein Wegfall oder eine Schwächung der GAP würde die Fähigkeit der Landwirtschaft, diese Herausforderungen zu meistern, einschränken.

Zentrale Auswirkungen einer möglichen Kürzung lassen sich so differenziert darstellen:

  • Für Landwirte: Existenzgefährdung, erschwerte Investitionen, steigender Kostendruck durch bürokratische Anforderungen
  • Für Verbraucher: Unsichere Versorgung, mögliche Preiserhöhungen, Verlust regionaler Vielfalt
  • Für Umwelt und Klima: Rückgang von Naturschutzleistungen, weniger Förderung nachhaltiger Praktiken, geringere Klimaresilienz

Wohin führt der Weg?

Europa steht nun an einer entscheidenden Weggabelung: Soll die GAP gestärkt werden, um die Landwirtschaft auch unter neuen Herausforderungen zukunftssicher zu machen? Oder werden finanzielle Mittel gekürzt und damit das Risiko eines tiefgreifenden Umbruchs in Kauf genommen?

BBV-Präsident Felßner bringt es auf den Punkt: „Wer die Axt an der GAP als zentrale Unterstützung familiengeführter Landwirtschaftsbetriebe ansetzt, setzt auch die Axt an Europa an.“ Die Entscheidungen, die in Brüssel, Berlin und München getroffen werden, sind damit von hoher gesellschaftlicher Bedeutung – nicht nur für die Bauern, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger Europas.

Alle Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbands.

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