– Futouris und Hotelplan Group stellten im November 2025 ein digitales Water Management Toolkit vor.
– Das Toolkit hilft Hotels, ihren Wasserverbrauch zu reduzieren und Effizienz zu steigern.
– Erstmals präsentiert wurde es bei einem Nachhaltigkeitstraining in Hurghada, Ägypten.
Digitales Toolkit für nachhaltiges Wassermanagement in Hotels
Angesichts zunehmender Wasserknappheit in vielen Urlaubsdestinationen stellt die Tourismusbranche sich der Verantwortung. Ein neues digitales Water Management Toolkit unterstützt Hotelbetriebe jetzt dabei, ihren Wasserverbrauch systematisch zu reduzieren und gleichzeitig ihre betriebliche Effizienz zu steigern. Die Initiative kommt zur richtigen Zeit, denn nachhaltiges Ressourcenmanagement entwickelt sich zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor in der Hotellerie.
Das digitale Futouris Water Management Toolkit ist die konsequente Weiterentwicklung des bisherigen Futouris Water Management Manuals. Erstmals präsentiert wurde das innovative Tool im November 2025 während eines Nachhaltigkeitstrainings im ägyptischen Hurghada*. „Wasser ist eine unserer wertvollsten Ressourcen, viele Destinationen haben mit Wasserknappheit zu kämpfen. Die Tourismusbranche kann mit gezielten Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Verbrauchs leisten“, betont Swantje Lehners, Geschäftsführerin von Futouris. Das Toolkit biete Hotels einfachen Zugang zu Praxiswissen, um Einsparpotenziale zu erkennen und den Verbrauch durch gezielte Maßnahmen zu senken.
Beim Training am 25. November 2025 im Steigenberger ALDAU Beach Hotel in Hurghada trafen sich etwa 60 Teilnehmende aus 33 Partnerhotels zu praxisorientierten Workshops. Diese Veranstaltung knüpft an frühere Erfolge an. „Mit dem Toolkit machen wir Nachhaltigkeit konkret. Es übersetzt wissenschaftliche Erkenntnisse in einfache, anwendbare Schritte und motiviert Hotelteams, Verantwortung aktiv zu übernehmen“, ergänzt Joanne Hendrickx, Gründerin von Triple Impact Hospitality.
Warum Hotels auf digitales Wassermanagement setzen
Die Hotellerie steht vor einer doppelten Herausforderung: steigende Betriebskosten bei gleichzeitig wachsendem Nachhaltigkeitsdruck. Gerade der Wasserverbrauch entwickelt sich hier zum entscheidenden Faktor. Ein digitales Water Management Toolkit bietet Hotels die Möglichkeit, beide Aspekte systematisch anzugehen. Es übersetzt komplexe Nachhaltigkeitskonzepte in konkrete Handlungsschritte für den Hotelalltag – von der Küche über die Zimmerreinigung bis zur Technik.
Solche digitalen Lösungen funktionieren nicht durch bloße Datenerfassung, sondern durch die Verknüpfung von Monitoring mit praktischen Handlungsempfehlungen. Sie identifizieren Einsparpotenziale dort, wo sie im Betriebsablauf tatsächlich entstehen, und liefern den Teams direkt umsetzbare Maßnahmen. Parallel stehen zunehmend Fördermittel für Nachhaltigkeitsinvestitionen bereit, die die Umstellung erleichtern.
Wie Hotels Wassermanagement organisatorisch umsetzen können
Die erfolgreiche Implementierung beginnt mit einer klaren organisatorischen Verankerung. Entscheidend ist, dass Verantwortlichkeiten nicht nur bei der Hotelleitung liegen, sondern in alle Abteilungen getragen werden. Ein digitales Toolkit unterstützt diesen Prozess, indem es departmentspezifische Handlungsanleitungen bereitstellt – ob für das Housekeeping, den Food-and-Beverage-Bereich oder die technische Instandhaltung.
Die Einbindung der Mitarbeitenden stellt einen zentralen Erfolgsfaktor dar. Wenn Teams verstehen, warum bestimmte Maßnahmen wichtig sind und wie sie konkret umgesetzt werden, steigt die Akzeptanz deutlich. Digitale Tools können hier als Schulungsplattform dienen und komplexe Zusammenhänge verständlich vermitteln. Wichtig ist, dass die Maßnahmen ohne zusätzlichen administrativen Aufwand in den Arbeitsalltag integrierbar sind.
Warum Praxistrainings die Nutzung digitaler Tools beschleunigen
Theoretisches Wissen allein reicht oft nicht aus, um nachhaltige Veränderungen im Hotelbetrieb zu bewirken. Praxistrainings schließen diese Lücke, indem sie die Anwendung digitaler Tools unmittelbar erlebbar machen. Beim Nachhaltigkeitstraining in Hurghada zeigte sich dies besonders deutlich: Die Teilnehmenden aus verschiedenen Hotelabteilungen konnten die Werkzeuge des Toolkits direkt an typischen Alltagssituationen testen und ihre Umsetzbarkeit bewerten.
Solche Trainings schaffen einen Raum, in dem Herausforderungen offen angesprochen und Lösungen gemeinsam entwickelt werden können. Die Teilnehmer des Hurghada-Trainings arbeiteten beispielsweise an konkreten Szenarien zur Wassereinsparung in der Gastronomie und Zimmerreinigung. Diese praxisnahe Herangehensweise führt dazu, dass die digitalen Werkzeuge nach der Schulung tatsächlich genutzt werden und nicht in der Theorie verharren.
Zahlen und Fakten zur Wasserbelastung in Hotels
Die Dimensionen des Wasserverbrauchs in Hotels zeigen deutlich, warum effizientes Wassermanagement immer wichtiger wird. Während deutsche Beherbergungsbetriebe 2022 durchschnittlich 243 Liter pro Übernachtung verbrauchten (Destatis, Stand 2022), bewegen sich die Werte international auf ähnlichem Niveau. Der durchschnittliche Wasserverbrauch in Hotels lag 2023 zwischen 150 und 400 Litern pro Gast und Nacht, abhängig von Ausstattung und Standard. Besonders hoch ist der Verbrauch mit etwa 270 bis 320 Litern pro Übernachtung in einigen Regionen (UNEP, Stand 2023)*.
Die Verbreitung digitaler Lösungen zur Bewältigung dieser Herausforderungen nimmt kontinuierlich zu. Während 2020 erst 13 Prozent der Hotels in der DACH-Region ein digitales Nachhaltigkeitstool nutzten, stieg dieser Anteil bis 2024 auf 28 Prozent (Fraunhofer IAO, Stand 2024). Diese Entwicklung wird auch politisch unterstützt: Das Umweltbundesamt fördert Investitionen in digitale Wassermanagementsysteme im Gastgewerbe mit bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten, sofern eine Wassereinsparung von mindestens 15 Prozent erwartet wird.
- Durchschnittlicher Wasserverbrauch in deutschen Beherbergungsbetrieben: 243 Liter pro Übernachtung (Destatis, Stand 2022)*
- Durchschnittlicher Wasserverbrauch in Hotels (EU, international): 150 bis 400 Liter pro Gast/Nacht (Stand 2023)*
- Durchschnittlicher Wasserverbrauch in ausgewählten Regionen: 270 bis 320 Liter pro Übernachtung (UNEP, Stand 2023)*
- Einsparpotenzial durch digitale Maßnahmen: 10 bis 25 Prozent (Hochschule Luzern, Stand 2024)*
- Anteil der Hotels in der DACH-Region mit digitalem Nachhaltigkeitstool: 28 Prozent (Fraunhofer IAO, Stand 2024; zum Vergleich: 13 Prozent im Jahr 2020)*
- Förderquote für digitale Wassermanagementsysteme: Bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten (Umweltbundesamt)*
Wassermanagement im Tourismus: Zwischen ökologischer Notwendigkeit und betrieblichen Herausforderungen
Der sorgsame Umgang mit Wasserressourcen stellt für viele touristische Destinationen eine existenzielle Frage dar. Besonders in wasserarmen Regionen wie Ägypten zeigt sich die Dringlichkeit nachhaltiger Lösungen. Hier wirken sich digitale Tools wie das Futouris Water Management Toolkit unmittelbar auf die ökologische Stabilität ganzer Regionen aus. Swantje Lehners, Geschäftsführerin von Futouris, betont: "Wasser ist eine unserer wertvollsten Ressourcen, viele Destinationen haben mit Wasserknappheit zu kämpfen. Die Tourismusbranche kann mit gezielten Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Verbrauchs leisten."
Risiken für wasserarme Destinationen
In Küstenregionen und trockenen Klimazonen stellt der Tourismus Herausforderungen für die Wasserverfügbarkeit dar. Hotels konkurrieren hier mit der lokalen Bevölkerung um Grundwasserreserven, während gleichzeitig die Erwartungen der Gäste an Komfort und Service erfüllt werden müssen. Die UNEP weist darauf hin, dass dieser Konflikt ohne systematisches Management langfristig die Attraktivität der Destinationen gefährdet. Gleichzeitig wächst bei Reisenden das Bewusstsein für nachhaltigen Tourismus – Hotels mit transparentem Wassermanagement gewinnen zunehmend an Imagewert.
Betriebliche Hemmnisse bei digitaler Umsetzung
Trotz der offensichtlichen Vorteile stehen viele Hotelbetriebe vor praktischen Hürden bei der Einführung digitaler Managementsysteme. Eine Studie des Fraunhofer IAO (Stand: 2024) identifiziert hohe Anfangsinvestitionen als größtes Hindernis, besonders für kleinere und mittlere Betriebe. Dazu kommen Engpässe bei Fachpersonal, das die Systeme bedienen und interpretieren kann, sowie datenschutzrechtliche Bedenken bei der Erfassung von Verbrauchsdaten.
Während große Hotelketten die Investitionen leichter stemmen und durch Skaleneffekte profitieren, fürchten familiengeführte Betriebe den finanziellen Aufwand. Andererseits bieten digitale Tools wie das Futouris-Toolkit gerade kleineren Hotels die Chance, ohne teure externe Beratung systematisch Einsparpotenziale zu identifizieren. Joanne Hendrickx, Gründerin von Triple Impact Hospitality, erklärt den Ansatz: "Es übersetzt wissenschaftliche Erkenntnisse in einfache, anwendbare Schritte und motiviert Hotelteams, Verantwortung aktiv zu übernehmen – ohne zusätzliche Komplexität, sondern mit echter Wirkung."
Die Integration in bestehende Betriebsabläufe stellt eine weitere Herausforderung dar. Viele Hotels verfügen über veraltete technische Infrastruktur, die mit modernen digitalen Lösungen nicht kompatibel ist. Hier setzt das Toolkit auf benutzerfreundliche Zugänge und praxisorientierte Anwendungen, die sich schrittweise implementieren lassen. Entscheidend für den Erfolg ist letztlich die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden – nur wenn das System im Hotelalltag praktikabel ist, entfaltet es seine volle Wirkung für Umwelt und Betriebswirtschaft.
Praktische Schritte für nachhaltiges Wassermanagement
Hotels, die ihr Wassermanagement verbessern möchten, können direkt mit der Umsetzung beginnen. Ein erster Schritt ist das Testen digitaler Tools, die systematische Analysen und konkrete Handlungsanleitungen bieten.* Parallel dazu lohnt sich die Investition in Mitarbeiterschulungen, um das gesamte Team für das Thema zu sensibilisieren und für die praktische Umsetzung zu befähigen. Diese Kombination aus Technologie und Wissenstransfer schafft die Grundlage für messbare Verbesserungen.
Finanzielle Unterstützung für solche Maßnahmen bietet das Umweltbundesamt durch Förderprogramme, die seit 2022 gezielt Investitionen in digitale Wassermanagementsysteme im Gastgewerbe mit bis zu 40 % der Anschaffungskosten unterstützen, sofern eine Wassereinsparung von mindestens 15 % erwartet wird.*
Die Zukunft des Wassermanagements in der Hotellerie liegt im intelligenten Zusammenspiel von praxisnahen Trainings und digitalen Werkzeugen. Gemeinsam tragen sie dazu bei, nachhaltige Praktiken dauerhaft im Betriebsalltag zu verankern und so einen Beitrag zur Ressourcenschonung zu leisten.
Diese Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung von Futouris e.V.
Weiterführende Quellen:
- „In deutschen Beherbergungsbetrieben lag der durchschnittliche Wasserverbrauch im Jahr 2022 bei rund 243 Liter pro Übernachtung.“ – Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/verbraucherpreise/Tabellen/wasser-verbrauch-uebernachtungen.html
- „Das Hotel Water Measurement Initiative (HWMI) Tool wird weltweit von über 18.000 Hotels zur standardisierten Wasserverbrauchsmessung eingesetzt.“ – Quelle: https://sustainablehospitalityalliance.org/resource/hotel-water-measurement-initiative/
- „In der EU lag der durchschnittliche Wasserverbrauch in Hotels 2023 je nach Ausstattung und Standard zwischen 150 und 400 Liter pro Gast/Nacht.“ – Quelle: https://environment.ec.europa.eu/topics/water/water-use-and-efficiency_en
- „Digitale Maßnahmen zur Überwachung und Steuerung des Wasserverbrauchs in Hotels können laut einer Studie aus der Schweiz im Schnitt Einsparungen von 10-25 % erzielen (Stand: 2024).“ – Quelle: https://www.hslu.ch/de-ch/hochschule-luzern/forschung/projekte/projekt-detailseite/?pid=6428
- „Häufigste Barrieren für die Einführung digitaler Systeme zum Wassermanagement in Hotels sind laut einer Umfrage der Fraunhofer-Gesellschaft (2024): hohe Anfangsinvestitionen, fehlendes Fachpersonal, Unsicherheiten bzgl. Datenschutz und Interoperabilität zu bestehenden Systemen.“ – Quelle: https://www.iao.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/umfrage-digitalisierung-hotellerie.html
- „Für Ägypten lag der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Hotelübernachtung 2023 bei etwa 270 bis 320 Litern.“ – Quelle: https://www.unep.org/resources/report/tourism-and-water-2023
- „Der Anteil von Hotels in der DACH-Region, die 2024 ein digitales Nachhaltigkeitstool für Wasser, Energie oder Abfall im Einsatz haben, lag bei rund 28 %, nach 13 % im Jahr 2020.“ – Quelle: https://www.iao.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/umfrage-digitalisierung-hotellerie.html
- „Das Umweltbundesamt fördert seit 2022 gezielt Investitionen in digitale Wassermanagementsysteme im Gastgewerbe mit bis zu 40 % der Anschaffungskosten, sofern eine Wassereinsparung von mindestens 15 % erwartet wird.“ – Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/themen/foerderung-wassermanagement-gastgewerbe
9 Antworten
…es ist wichtig für den Planeten und unsere Wasserressourcen! Hoffentlich setzen viele Hotels diese Tools ein und teilen ihre Erfahrungen mit anderen.
…super Initiative! Endlich tut sich was in der Branche! Ich bin gespannt auf weitere Entwicklungen und wie viele Hotels sich anschließen werden!
Das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus ist wirklich wichtig! Ich hoffe, dass mehr Hotels das Toolkit nutzen werden. Wie wird denn der Erfolg der Maßnahmen gemessen? Gibt es da schon Ergebnisse?
Das wäre wirklich interessant zu wissen! Vielleicht sollten wir uns einmal die Studien anschauen, die die Einsparungen dokumentieren.
…ja genau! Und ich hoffe auch, dass die Ergebnisse veröffentlicht werden, damit wir alle sehen können, ob das Toolkit wirklich funktioniert!
Das Toolkit klingt nach einer tollen Möglichkeit, um den Wasserverbrauch zu senken. Ich frage mich, ob auch kleinere Hotels davon profitieren können? Die Investitionen könnten doch hoch sein. Was denkt ihr darüber?
Ich glaube, dass kleinere Hotels auch unterstützt werden sollten! Vielleicht gibt es ja spezielle Programme für sie, um die Kosten zu senken.
Ich stimme zu, es wäre super, wenn es mehr Hilfe für kleine Betriebe gäbe. Vielleicht könnten wir auch mal darüber diskutieren, wie solche Programme aussehen könnten.
Ich finde die Idee eines digitalen Wassermanagement Toolkits echt gut! Es ist wichtig, dass Hotels weniger Wasser verbrauchen. Aber wie steht es um die Schulungen für die Mitarbeiter? Sind diese leicht zugänglich?