Ein früher Vorsprung kann ein Spiel in wenigen Minuten drehen. Deutschlands Baseball-Nationalmannschaft legte bei der Prague Baseball Week gegen Chinese Taipei mit 3:0 vor, musste sich am Ende aber mit 4:9 geschlagen geben.
Warum das 4:9 mehr ist als ein Ergebnis
Für Deutschland war es im zweiten Turnierspiel bereits die zweite Niederlage. Schon am Vortag war die Auftaktpartie gegen Tschechien verloren gegangen. Der Gegner am Montag war allerdings eine deutlich höhere Hürde: Chinese Taipei wird in der Mitteilung als Weltranglisten-Zweiter bezeichnet und tritt im Baseball als sportliche Bezeichnung für Taiwan an.
Gerade deshalb zeigt das Ergebnis vor allem eines: Ein guter Start reicht gegen ein Spitzenteam nicht aus, wenn die Antwort des Gegners sofort folgt. Für Bundestrainer Jendrick Speer ist das eine wichtige Standortbestimmung, weil sich daran zeigt, wie stabil die Mannschaft über mehrere Innings hinweg bleibt.
Wie die Partie nach dem starken Start kippte
Der deutsche Beginn stimmte zunächst. Billy Germaine von den Heidenheim Heideköpfen schlug ein Triple, also einen Schlag, bei dem der Batter erst an der dritten Base ankommt, und brachte damit Alex Schmidt von den Guggenberger Legionären und Vinny Ahrens von den Cologne Cardinals nach Hause. Kurz darauf sorgte Lucas Dunn aus den USA mit einem Sacrifice Fly dafür, dass auch Germaine noch punktete.
Die Antwort von Chinese Taipei folgte jedoch sofort. Der Gegner stellte im direkten Gegenzug auf vier Runs und drehte die Partie damit schon im ersten Durchgang. Im vierten Inning legte das Team zwei weitere Punkte nach und setzte sich weiter ab.
Auf dem Werferhügel begann Florian Kawczynski von den Cologne Cardinals, später übernahm Ira Clifton aus den USA. Nach dem Wechsel blieb Deutschland zunächst im Spiel, fand offensiv aber keinen Weg mehr, den Rückstand noch einmal zu verkürzen. Den letzten deutschen Punkt markierte Alex Schmidt im neunten Inning zum 4:9-Endstand.
Was für Deutschland jetzt ansteht
Viel Zeit zur Einordnung bleibt nicht. Am Dienstag um 14:30 Uhr trifft Deutschland im dritten Vorrundenspiel auf die Niederlande. Am Mittwoch endet das Turnier in der tschechischen Hauptstadt mit dem Spiel um Platz drei um 14:30 Uhr und dem Finale um 19 Uhr.
Für die Nationalmannschaft geht es damit nicht nur um das nächste Ergebnis, sondern auch um die Frage, ob sich ein guter Auftakt länger tragen lässt. Gegen Teams wie Chinese Taipei genügt ein starker erster Abschnitt dafür nicht.
Jetzt entscheidet die Stabilität über längere Phasen
Das 4:9 in Prag macht den Unterschied zwischen einem mutigen Beginn und einem schnellen Bruch deutlich. Deutschland war früh im Spiel, konnte die Führung aber nicht festigen, als der Gegner sofort zurückschlug.
Ob die Mannschaft aus dieser Partie mehr mitnimmt als einen ordentlichen Auftakt, wird sich schon gegen die Niederlande zeigen. Dort dürfte sich entscheiden, ob Deutschland in Prag nur kurz gut ins Spiel findet oder über längere Phasen mit Spitzenteams mithalten kann.
Quellen
Offizielle Website der Prague Baseball Week · Live-Übertragungen der Prague Baseball Week