– DFB reicht am 29.08.2025 Unterlagen für UEFA Women’s EURO 2029 ein.
– Vision „Together WE Rise“ betont nachhaltiges, ganzheitliches Wachstum und Empowerment.
– Ziel: Rekorderlös erzielen und mindestens eine Million Tickets verkaufen.
DFB startet Bewerbung für die UEFA Women’s EURO 2029 mit klarer Vision „Together WE Rise“
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat offiziell seine Bewerbungsunterlagen für die Ausrichtung der UEFA Women’s EURO 2029 bei der UEFA eingereicht. Am 29. August 2025 übergaben DFB-Generalsekretärin Heike Ullrich, die beiden Vizepräsidentinnen Sabine Mammitzsch und Celia Sasic sowie DFB-Sportdirektorin Nia Künzer das umfangreiche Bid Book persönlich in der UEFA-Zentrale in Nyon an UEFA-Generalsekretär Theodoros Theodoridis.
In einem knapp einjährigen Prozess erarbeitete ein breites Netzwerk aus Verbänden, politischen Institutionen, Städten, Stadionbetreibern sowie zahlreichen weiteren Partnern und NGOs ein detailliertes Bewerbungsdossier. Das Bid Book umfasst elf Kapitel und behandelt alle von der UEFA geforderten Themenbereiche – von der geplanten Vision über Nachhaltigkeit, Sicherheit und Mobilität bis hin zu den finanziellen Rahmenbedingungen.
Im Zentrum der DFB-Bewerbung steht die klare Botschaft „Together WE Rise“. Der Frauenfußball soll nicht nur sportlich, sondern auch infrastrukturell, gesellschaftlich und vor allem nachhaltig wachsen. Die Bewerbung setzt sich das Ziel, mit der Frauen-EM 2029 einen neuen Rekord bei den Einnahmen zu erzielen und mehr als eine Million Tickets zu verkaufen. Dieses ambitionierte Ziel soll einen Meilenstein markieren, um den Frauenfußball in ganz Europa zu stärken und weiter sichtbar zu machen.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf betont die Einzigartigkeit der deutschen Bewerbung: „Getreu unserem Motto ist schon unsere Bewerbung ein großartiges Gesamtprojekt des deutschen Fußballs, an dem viele verschiedene Akteure mitgewirkt haben, von der Spitze bis zur Basis. Mein besonderer Dank gilt unseren Partnern aus den Landesverbänden, der Politik, den Vereinen, Städten und Stadionbetreibern. Alle gemeinsam möchten wir 2029 einen bedeutenden Meilenstein bei der Entwicklung des Frauenfußballs erreichen. Es ist ein starkes Zeichen, dass wir mit vielen unserer großen und modernen Arenen, die im vergangenen Jahr noch Schauplätze der Männer-Europameisterschaft waren, uns auch jetzt um die Ausrichtung der UEFA Women's EURO 2029 bewerben. Das ist gegenüber unserer sehr starken Konkurrenz ein Alleinstellungsmerkmal.“
Auch Heike Ullrich, Generalsekretärin des DFB, hebt die Erfolgsbilanz Deutschlands als Gastgeber sportlicher Großveranstaltungen hervor: „Mit der Europameisterschaft im vergangenen Jahr haben wir einmal mehr unter Beweis gestellt, dass Deutschland Sportgroßveranstaltungen erfolgreich ausrichten kann und der DFB ein verlässlicher Partner für die UEFA ist. Mit der Ausrichtung der UEFA Women's EURO 2029 möchten wir an die Tradition friedlicher und stimmungsvoller Turniere anknüpfen – und zugleich ein neues Kapitel des Frauenfußballs aufschlagen. Der Fußball, nicht nur in Deutschland, ist weiblicher geworden, wie die Mitgliederzahlen unserer Landesverbände für unseren Verband belegen. Doch das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Gemeinsam mit der UEFA möchten wir in neue Rekorderlösbereiche vorstoßen – und noch mehr Sichtbarkeit, Teilhabe und Begeisterung schaffen. Diese Vision ist das Herzstück unseres Bid Books.“
Als Austragungsorte hat das DFB-Präsidium im nationalen Auswahlverfahren acht Städte bestimmt: Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, Köln, Leipzig, München und Wolfsburg. Diese Spielorte verfügen über moderne Stadien, die größtenteils erst kürzlich Schauplätze der UEFA EURO 2024 der Männer waren.
Die Entscheidung über den Zuschlag für die Ausrichtung der UEFA Women’s EURO 2029 fällt das UEFA-Exekutivkomitee in seiner Sitzung am 3. Dezember 2025. Mit dem eingereichten Konzept stellt Deutschland seine Bewerbung als überzeugende, nachhaltige und zukunftsweisende Austragungsoption vor, die den Frauenfußball auf sportlicher wie gesellschaftlicher Ebene voranbringen will.
Frauenfußball im Aufbruch: Signalwirkung für Gesellschaft und Sport
Die Bewerbung Deutschlands zur Ausrichtung der UEFA Women’s EURO 2029 ist weit mehr als ein sportliches Großereignis. Sie steht für eine bewusste Entscheidung, den Frauenfußball nicht nur als Wettkampf, sondern als Motor für gesellschaftlichen Wandel zu nutzen. Gerade in einem Moment, in dem Sichtbarkeit und Gleichstellung von Frauen im Sport hohe Priorität erfahren, kann ein solches Turnier tiefgreifende Effekte haben – sowohl auf die Förderung des Breiten- als auch des Spitzensports. Die erneute Austragung eines europäischen Fußball-Events in Deutschland würde dem Frauenfußball eine Bühne bieten, die weit über den Sport hinausstrahlt und gesellschaftliche Teilhabe, Rollenvorbilder und wirtschaftliche Dynamik stärkt.
Im internationalen Vergleich steht Deutschland mit seiner Bewerbung auf einem starken Fundament: Die Austragung der UEFA EURO 2024 für Männer lieferte bereits eindrucksvolle Belege für die organisatorische Kompetenz des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und sein Netzwerk aus Bund, Ländern, Kommunen und Vereinen. Die Bewerbung für 2029 zielt nun darauf ab, diese Expertise und die vorhandene Infrastruktur gezielt für den Frauenfußball weiterzuentwickeln. Das Motto „Together WE Rise“ betont die Vision, den Fußball sowohl sportlich als auch in puncto Sichtbarkeit und Inklusion nachhaltig voranzubringen. Der DFB verspricht dabei nicht nur sportliche Leistungen und Infrastrukturen, sondern auch neue Standards in Bereichen wie Empowerment und nachhaltiger Wertschöpfung.
Warum Frauenfußball zur Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe beiträgt
Der Frauenfußball hat sich in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Plattform entwickelt, die jungen Mädchen und Frauen Vorbilder bietet, die über Sport hinauswirken. Die verstärkte Sichtbarkeit weiblicher Athletinnen trägt dazu bei, traditionelle Rollenbilder aufzubrechen und das Bewusstsein für Gleichstellung in der Gesellschaft zu schärfen. Ein Turnier wie die UEFA Women’s EURO beeinflusst diesen Prozess maßgeblich, weil es Aufmerksamkeit generiert und Player aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Ebenen zusammenbringt – von Fans über Medien bis hin zu Sponsoren und politischen Entscheidungsträgern.
Vor allem der Breitensport profitiert von der Signalwirkung großer Events. Sie motivieren Vereine zur Förderung weiblicher Teams und schaffen eine positive Resonanz, die junge Menschen zur aktiven Sportteilnahme ermutigt. Gleichzeitig steigt das Interesse von Partnern und Sponsoren, da sich das wirtschaftliche Potenzial des Frauenfußballs zunehmend erschließt. Sichtbarkeit, Finanzierung und gesellschaftliche Akzeptanz bilden so einen Kreislauf, der den Sport nachhaltig stärkt und neue Chancen schafft.
Wie Sport-Großveranstaltungen Trends und Entwicklungen anstoßen
Große Turniere gelten immer wieder als Impulsgeber für Veränderungen im Sport und darüber hinaus. Sie setzen nicht nur Trends im Bereich der Sportförderung, sondern wirken auch als Katalysatoren für gesellschaftliche Diskussionen über Gleichstellung, Inklusion und Diversität. Deutschlands Bewerbungsunterlagen zeigen, dass der DFB genau diesen Hebel nutzen will: Die geplante UEFA Women’s EURO 2029 soll mindestens eine Million Tickets verkaufen und einen Rekorderlös erzielen – ein klares wirtschaftliches Signal für die Bedeutung des Frauenfußballs auf europäischer Ebene.
Zudem tragen solche Veranstaltungen dazu bei, die Wahrnehmung von Frauen im Sport deutlich zu erhöhen und langfristig neue Standards zu etablieren. Die geplanten Austragungsorte, viele davon bereits bewährte Stadien der Männer-EM 2024, unterstreichen das Anliegen, Frauenfußball auf Augenhöhe mit anderen Großereignissen zu präsentieren. Für Deutschland kann das eine Chance sein, seine Position als verlässlicher und innovationsfreudiger Gastgeber zu festigen und das Thema Gleichstellung auf internationaler Bühne wirkungsvoll zu positionieren.
Wichtige Trends und Herausforderungen im internationalen Frauenfußball auf einen Blick:
- Professionalisierung und sportliche Entwicklung steigen kontinuierlich
- Sichtbarkeit in Medien und bei Sponsoring nimmt zu, bleibt aber hinter Potential zurück
- Gesellschaftliche Bedeutung als Vorbildfunktion für Gleichstellung wächst deutlich
- Infrastruktur und nachhaltige Eventkonzepte werden zunehmend wichtiger
- Wettbewerb um Austragungsrechte signalisiert steigende internationale Anerkennung
- Herausforderung: Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichen Interessen und Förderung des Breitensports
Die UEFA Women’s EURO 2029 hat das Potenzial, die bisherige Erfolgsgeschichte des Frauenfußballs weiterzuschreiben – als Meilenstein für mehr Partizipation, Sichtbarkeit und wirtschaftlichen Fortschritt. Deutschland will mit seinem umfassenden Konzept eine Plattform schaffen, die nicht nur sportliche Highlights bietet, sondern durch gesellschaftliche Wirkung und nachhaltige Impulse auch über das Turnier hinaus Strahlkraft entfaltet.
Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung von Deutscher Fußball-Bund e.V. (DFB).