– Vier Nachwuchsforscherinnen erhalten am 18. September 2025 in Düsseldorf je 25.000€ Preis.
– „For Women in Science“-Programm fördert seit 2007 deutschlandweit exzellente Wissenschaftlerinnen.
– Weltweit haben bereits 4.400 Frauen Förderung erhalten, darunter sieben spätere Nobelpreisträgerinnen.
Vier Nachwuchswissenschaftlerinnen erhalten den „For Women in Science“-Förderpreis 2025 in Düsseldorf
Am 18. September 2025 wird in Düsseldorf zum 19. Mal der „For Women in Science“-Förderpreis verliehen. L’Oréal, die Deutsche UNESCO-Kommission und das Deutsche Humboldt-Netzwerk zeichnen vier herausragende Wissenschaftlerinnen aus, die mit jeweils 25.000 Euro für ihre Forschungserfolge geehrt werden. Die Preisverleihung findet erstmals im NRW-Forum in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt statt – ein Zeichen für die Bedeutung Nordrhein-Westfalens als Standort für Wissenschaft, Innovation und Diversität. Unter dem Motto „Die Welt braucht Wissenschaft – und die Wissenschaft braucht Frauen“ fördern die L’Oréal Fondation und die UNESCO seit 1998 weltweit exzellente Forscherinnen. Das Programm ist in Deutschland seit 2007 etabliert und hat hierzulande schon über 50 Nachwuchswissenschaftlerinnen prämiert.
Die diesjährigen Preisträgerinnen kommen aus verschiedenen renommierten Instituten in Deutschland und forschen an aktuellen Zukunftsthemen:
- Dr. Rana Hussein Ali vom Institut für Biochemie der Goethe-Universität Frankfurt am Main untersucht mit hochauflösenden Methoden die Protonenfreisetzung im Photosystem II. Ihre Arbeit an der Photosynthese liefert wichtige Erkenntnisse, die zur Entwicklung nachhaltiger Energiekonzepte beitragen könnten.
- Dr. Line Muradi vom Organisch-Chemischen Institut der Universität Münster erforscht lichtgesteuerte organische Reaktionen, bei denen Wasser als umweltfreundliches Lösungsmittel eingesetzt wird. Mit speziellen amphiphilen Substanzen entwickelt sie nachhaltige Synthesemethoden für wichtige Verbindungen und stärkt so die grüne Chemie.
- Dr. Casey Paquola arbeitet am Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich. Ihre Forschung mit MRT-Scans zielt darauf ab, menschliche Gehirnentwicklungen zu analysieren und psychiatrische Erkrankungen besser zu verstehen, um gezielte Präventionsmaßnahmen zu ermöglichen.
- Dr. Jingyuan Xu am Institut für Mikrostrukturtechnologie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) entwickelt umweltfreundliche Kühltechnologien auf Basis von Formgedächtnislegierungen. Diese innovative Methode verspricht energieeffiziente und nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Kühlsystemen.
Jean-Christophe Letellier, CEO von L’Oréal DACH, hebt die gesellschaftliche Bedeutung der Auszeichnung hervor: „In der EU beträgt der Anteil der Forscherinnen nur 34 %, in Deutschland sogar unter 30 %. Trotz der bedeutenden Beiträge, die Frauen in der Forschung leisten, sind sie häufig mit systemischen Hürden konfrontiert. ‚For Women in Science‘ ist daher weit mehr als eine Preisverleihung – wir setzen uns vielmehr aktiv für den Abbau dieser Barrieren ein.“ Er betont weiter die Relevanz des Standortes Düsseldorf: „Nordrhein-Westfalen steht als bedeutender Forschungs- und Medienstandort für Wissenschaft, Innovation, Frauenförderung und Diversität.“
Auch Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, verweist auf die Herausforderungen, denen Frauen in der Forschung begegnen: „Die UNESCO setzt sich weltweit für Chancengerechtigkeit und Geschlechtergleichstellung in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation ein. Doch noch immer wird es Frauen schwer gemacht, in der Forschung Fuß zu fassen und Karrieren zu machen. Gerade die Vereinbarkeit von einer wissenschaftlichen Karriere mit einer Familiengründung ist in Deutschland noch eine zu große Herausforderung.“ Mit dem Förderpreis werde nicht nur exzellente Forschungsarbeit gewürdigt, sondern auch die Struktur gestärkt, die Frauen den gleichberechtigten Zugang zur Wissenschaft ermögliche.
Die Preisverleihung am 18. September 2025 in Düsseldorf steht damit für eine Kombination aus wissenschaftlicher Exzellenz und gesellschaftlichem Engagement, um die Sichtbarkeit von Forscherinnen zu erhöhen und ihre Karrierechancen zu verbessern.
Warum die Auszeichnung für Forscherinnen ein wichtiger Schritt ist
Die gezielte Förderung von Frauen in der Wissenschaft ist zentral, um das Potenzial von Forscherinnen sichtbar zu machen und langfristig strukturelle Ungleichheiten abzubauen. Trotz ihrer bedeutenden Beiträge liegt der Anteil weiblicher Wissenschaftlerinnen in Deutschland bei unter 30 Prozent, was deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 34 Prozent liegt. Hauptgründe für diese geringe Repräsentanz sind bestehende Barrieren im Wissenschaftssystem, die Karrierefortschritte erschweren und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie behindern. Programme wie der L’Oréal UNESCO Förderpreis „For Women in Science“ leisten einen wichtigen Beitrag, indem sie Nachwuchswissenschaftlerinnen nicht nur finanziell unterstützen, sondern ihnen auch öffentliche Anerkennung verschaffen und damit Impulse für einen kulturellen Wandel setzen.
Aktuelle Hürden für Forscherinnen
Im deutschen Wissenschaftssystem erschweren vor allem folgende Faktoren den Erfolg von Frauen:
- Systemische Barrieren: Frauen stoßen vielfach auf ungleiche Bedingungen, etwa bei Beförderungen, Projektvergaben oder Zugang zu Forschungseinrichtungen.
- Vereinbarkeit von Familie und Karriere: Die Herausforderungen, wissenschaftliche Laufbahnen mit familiären Verpflichtungen zu vereinbaren, sind weiterhin groß.
- Unsichtbarkeit trotz Leistung: Exzellente Forschungsarbeiten von Wissenschaftlerinnen werden in Medien und Fachkreisen oft weniger wahrgenommen, was den Sichtbarkeitsgrad und die Netzwerkmöglichkeiten einschränkt.
Diese Hemmnisse wirken sich nicht nur individuell, sondern auch auf den Wissenschaftsstandort Deutschland aus, da wertvolle Talente und Perspektiven nicht voll genutzt werden.
Bedeutung für die Innovation in Deutschland
Eine stärkere Förderung von Frauen in der Forschung ist nicht nur eine Frage der Gleichstellung, sondern hat auch positive wirtschaftliche und gesellschaftliche Effekte. Die Einbeziehung vielfältiger Sichtweisen und Erfahrungen kann zu innovativeren Lösungen und einem breiteren Forschungsspektrum führen. Hier sind einige Vorteile einer konsequenten Unterstützung von Forscherinnen:
- Verbesserte Innovationskraft: Mehr Frauen in der Wissenschaft bedeuten neue Denkansätze und kreative Problemlösungen.
- Stärkung des Wissenschaftsstandorts: Deutschland kann durch die gezielte Förderung sein internationales Renommee als führender Forschungsstandort ausbauen.
- Gesellschaftliche Vorbildfunktion: Sichtbare weibliche Wissenschaftspersönlichkeiten inspirieren junge Frauen und Mädchen, selbst eine Forschungs- oder MINT-Karriere anzustreben.
- Ökonomische Vorteile: Studien zeigen, dass diverse Teams produktiver arbeiten und Innovationen besser vorantreiben.
International gesehen ist Deutschland hier auf einem guten Weg, aber kontinuierliche Förderung bleibt entscheidend, um im globalen Wettbewerb Schritt zu halten. Programme wie „For Women in Science“ sind wichtige Motoren dieses Wandels. Sie geben Forscherinnen nicht nur eine Bühne, sondern setzen auch ein klares Signal für mehr Chancengleichheit und Diversität in der Wissenschaft.
Ein fortgesetztes Engagement in dieser Richtung könnte künftig dazu beitragen, dass mehr Frauen den Einstieg und Aufstieg in der Forschung schaffen und Deutschland als innovativer Wissenschaftsstandort gestärkt wird. Die internationale Ausrichtung solcher Förderprogramme ermöglicht zudem den Austausch und die Vernetzung auf globaler Ebene, was nachhaltige Impulse für Wissenschaft und Gesellschaft erzeugt.
Für diesen Beitrag stammen alle Informationen und Zitate aus einer Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission.






8 Kommentare
„Die Zahlen sind echt erschreckend“ – weniger als 30% weibliche Forscherinnen in Deutschland sind ein Problem! Es sollte mehr Anreize geben für junge Frauen, das ist doch klar! Welche Maßnahmen haltet ihr für sinnvoll?
„For Women in Science“ scheint eine sehr gute Initiative zu sein! Ich frage mich nur, was nach diesen Preisen kommt? Wie bleibt der Kontakt zwischen den Preisträgerinnen und den Förderern?
Ich finde die Idee hinter dem Preis sehr gut. Es ist wichtig, dass wir Frauen in der Wissenschaft unterstützen. Aber was denkt ihr über die Herausforderungen? Ist es wirklich so schwer für Frauen wie gesagt wird?
Ja, ich denke schon, dass es Herausforderungen gibt. Besonders wenn man Familie hat und Karriere machen will, das kann echt stressig sein! Was denkt ihr über flexible Arbeitszeiten für Forscherinnen?
Das ist ein guter Punkt! Vielleicht braucht man mehr Unterstützung von den Institutionen selbst? Das könnte helfen! Ich finde auch die Idee von Mentoren interessant.
Ich finde es wichtig, dass solche Preise vergeben werden. Frauen leisten viel in der Wissenschaft, aber oft werden sie nicht gewürdigt. Was könnte man noch tun, um die Sichtbarkeit zu erhöhen? Ich denke an mehr Medienpräsenz für ihre Arbeiten.
Genau! Die Sichtbarkeit ist ein großes Thema. Vielleicht sollten Universitäten auch mehr Öffentlichkeitsarbeit machen? Ich habe das Gefühl, dass viele Forscherinnen tolle Projekte haben, aber kaum jemand erfährt davon.
Das stimmt! Ich frage mich auch, wie es in anderen Ländern aussieht. Gibt es dort bessere Möglichkeiten für Frauen in der Forschung? Ein Vergleich könnte interessant sein.